Die Nachfrage nach Fachkräften steigt - Lohnen sich dafür Online-Marktplätze?

Handwerker-Marktplätze: Lohnen sich MyHammer und Co. für Unternehmen?

Ob Rasenmähen, Hecke schneiden, Renovierungen, Reparaturen oder Instandsetzungsarbeiten: ist das Know-how und die Fachkenntnis eines Handwerkers gefragt, wenden sich viele Verbraucher an das Online-Angebot der Handwerker-Marktplätze. Die Nachfrage nach Fachkräften in der regionalen Umgebung unterliegt dabei ganz besonderen und typischen Gesetzmäßigkeiten, die Handwerker kennen sollten, um ihr eigenes Unternehmen auch zukünftig erfolgreich platzieren zu können.

Über Handwerker-Marktplätze mehr Kunden gewinnen

Dienstleistungen rund um das Haus, werden immer öfter über das Internet gebucht. Jeder Fünfte aus der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren greift auf die digitale Akquisition. Das hat eine Studie des Branchenverbandes Bitkom im Jahr 2017 herausgefunden.

Zum großen Teil fehlen nur ein paar Klicks, bis die Firma oder der Betrieb auf digitaler Ebene ein paar Schritte nach vorn gemacht hat. Doch in Verbindung mit Handwerker-Marktplätzen wie zum Beispiel MyHammer locken auch Fallen. Das Prinzip ist simpel: Ein Kunde oder ein Nutzer setzt ein Angebot ins Netz. Daraufhin können sich die Handwerker in der Region auf dieses Angebot bewerben und einem Kostenvoranschlag unterbreiten. Wir haben es hier mit einer Form der Online-Vermittler zu tun, die Handwerkerdienstleistungen, also ausgehend vom Betrieb, mit dem Kunden zusammenbringen. Gerade für unbekanntere Unternehmen ist das eine einfache Möglichkeit, auf schnellem Wege mit Neukunden zusammen zukommen.

Wie viele Handwerksbetriebe nutzen digitale Aquise?

Allein bei MyHammer sind ca. 200.000 Handwerksbetriebe registriert, die sich um die rund 3,5 Millionen Kunden bewerben. Monatlich gehen 80.000 Aufträge online. In der direkten Konkurrenz steht Blauarbeit.de mit 150.000 Betrieben und jeden Monat 30.000 Aufträgen. Bei diesem Anbieter haben wir es mit einem ganz besonderen Fall der Rückwärtsauktionen zu tun. Das bedeutet also, dass sich ein Betrieb mit anderen in Sachen Preis unterbietet. Durchgesetzt hat sich das Prinzip der verdeckten Angebote, so dass kein Betrieb seine vielleicht günstigen Preise gegenüber der Konkurrenz offenbart.

Gerade in den Metropolen und Großstädten sind Handwerker und Facharbeiter begehrt. Kein Wunder, dass sich hier zum Teil höhere Preise durchsetzen als es auf dem Land der Fall ist. Hier sichert sich ein Betrieb einen festen Kundenstamm und kann diesen dann Schritt für Schritt ausbauen.

Handwerker-Marktplätze: Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft

Es sollte möglich sein, seine Konkurrenz zu jedem beliebigen Zeitpunkt einfach so zu unterbieten. Am Ende steht jedoch die Entscheidung des Kunden, der sich entscheidet, wem er den Zuschlag gibt. Sicherlich zählt die Erfahrung, die Zusatzleistungen und die Qualität, doch für die meisten entscheidet schlussendlich der Preis über die Zusage.

Möchtest du deinen eigenen Handwerkerbetrieb auf einem der Handwerker-Marktplätze registrieren, gilt es dabei eine Mitgliedschaft abzuschließen. Bei zwölf Monaten kostet das bei MyHammer 60 € im Monat und bei Blauarbeit.de bis zu 55 € im Monat. Die jeweiligen gestaffelten Preise orientieren sich an der Form der Mitgliedschaft, an den Paketen und an der Dauer. Vorsichtig ist geboten für alle Hobbyhandwerker, denn ihnen offenbart sich nicht die gesamte Palette der Angebote.

Voraussetzung ist in den meisten Fällen Handelsregisterauszug, Gewerbeschein, IHK, HWK und anderweitige Eintragungen, die eine fachliche Eignung nachweisen. Jeweilige Zusatzqualifikationen machen sich in Premiumeinträgen bemerkbar, die in einigen Fällen den Unterschied zur Konkurrenz ausmachen. Im Preis inklusive sind Eintragungen im Branchenbuch, die sich auch positiv auf die eigenen Eintragungen in den Suchmaschinen auswirken.

Neben den Handwerkerportalen und Marktplätzen in Verbindung mit festen Laufplänen und Zahlungsvereinbarungen gibt es auch freie Portale, wie zum Beispiel UnderTool. Hier finden die Nutzer noch die klassische Form der Rückwärtsauktionen. Im Erfolgsfall zahlt der Anbieter dann zwischen zwei und 4,5 % vom jeweiligen Auftragspreis an die Plattformbetreiber.

So platzieren sich Betriebe über Handwerker-Marktplätze in der Region

Im Interesse der gesamten Branche gilt es, das Preis trampeln konsequent zu unterbinden und sich an die marktüblichen Preise zu halten. Für viele Kunden ist es mittlerweile auch ein Warnsignal, wenn ein Handwerksbetrieb weit unter den Preisvorstellungen der Branche arbeitet. So kann sich ein zu günstiger Preis schnell destruktiv auswirken.

Lass dir Zeit beim Anlegen der Anbieterprofile und gehe hier detailliert und ausführlich vor. Das wirkt sich positiv auf die SEO-Eigenschaften und das Wiederfinden im Internet aus. Dabei ist vor allen Dingen das Branchenverzeichnis der bekanntesten Suchmaschinen nicht zu unterschätzen.

Gerade in Verbindung mit einer regionalen Suche, ist eine vollständige Eintragung hier zielführend. Lege besonders hohen Wert darauf, dass die Kunden, mit denen du bereits zusammengearbeitet hast, eine positive Rückmeldung und eine Bewertung hinterlassen. Immer noch gelten diese Bewertungen als eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für Neukunden, sich auch für deinen Handwerksbetrieb zu entscheiden.

Praktische Tipps für mehr Erfolg auf den Marktplätzen

  • Hervorzuheben sind besondere Qualifikationen und Kompetenzen ebenso wie Referenzen, Bewertungen und Meistertitel. Damit machst du den Unterschied zur Konkurrenz und kannst dich abheben.
  • Was sich zielführend im direkten Vergleich und in der Auftragsvergabe auswirkt ist die eigene Persönlichkeit, dem Kunden von Anfang an transparent, wenn möglich mit Fotos unterlegt die eigenen Leistungen vorzustellen.
  • Das Porträtbild sollte möglichst professionell fotografiert sein und nicht im vorbeigehen mit dem Smartphone.
  • Ein freundliches und vertrauenswürdiges Gesicht ist der erste Ansprechpartner, den der Nutzer im Internet sieht und der für Interesse sorgt. Das gilt auch für die Portraits und die Fotos der Arbeitsbeispiele und Referenzen, die du bereits erfolgreich erledigt hast.
  • Im Zusammenhang mit der ersten Kontaktaufnahme, solltest du unbedingt einen vor-Ort-Termin vereinbaren. Gerade der Besichtigungstermin gibt dir eine wirkliche konkrete Referenz, ob dein Angebotspreis realistisch ist und welche Arbeiten wirklich notwendig sind.
  • Eine genaue und konkrete Kalkulation der Leistungen und des Auftrags sichern vor unrealistischen Angeboten, die dem eigenen Betrieb schlussendlich teuer zu stehen kommen. Setze dir von Anfang an eine Untergrenze, die du niemals unterschreitet.

Was Betriebe bei digitaler Auftragsaquise beachten sollten

Unternehmen, die vollkommen ausgelastet sind, haben es wohl nicht nötig auf die Auftragsportale zurückzugreifen. Dennoch ist es lohnenswert, die digitale Form der Aufträge kennen zu lernen, um sich auch die nachwachsenden Generationen der Kundschaft zu sichern. Immer mehr Nutzer greifen auf das Internet und die Auftragsportale zurück, wenn sie sich mit dem Gedanken tragen, einen Handwerksbetrieb zu beauftragen. Zum Teil ist gerade die Auftragsvergabe unkompliziert, bequem und transparent. In vielen Fällen ist es effektiver und sparsamer in der Zeit, sich auf digitale Aufträge zu bewerben, als Neukunden auf dem klassischen Wege zu suchen.

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Über den Autor

Juliane Werner

Eine Antwort

  1. Danke für die Informationen. Ich hatte auch mal an solche Plattformen gedacht, weil ich Anlageobjekte kaufen soll. Da ist es schon praktisch günstige Handwerker zu kriegen. Generell lernt man dann aber auch, dass der günstige Preis nicht immer das beste Angebot ist. Vielmehr auch mal langfristig mit Handwerkern zusammenarbeiten, dann helfen die auch mal spontan aus und sind sehr zuverlässig.

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