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Wer ein Start Up gründet, möchte mit seiner Idee so schnell wie möglich den Markt erobern. Der Kopf qualmt nahezu vor Ideenreichtum und angedachten Umsetzungsmöglichkeiten. Dabei wird die Finanzplanung nicht selten vollständig außer Acht gelassen oder zumindest nur halbherzig umgesetzt. Trockene Kalkulationen bereiten schließlich nur wenig Spaß und verzögern nur unnötig den Start in die Businesswelt. Was die Wenigsten dabei berücksichtigen: Die Finanzplanung ist ein essenzielles Werkzeug für den späteren Unternehmenserfolg. Auch für den Start ist eine umfangreiche Finanzplanung in der Regel unabdingbar. Die Gründung eines Start Ups erfordert zumeist Finanzmittel, die von externen Kapitalgebern, etwa Banken, bereitgestellt werden. Gegebenenfalls kommen auch Fördermittel oder ein Gründerzuschuss in Betracht.

Keine Finanzierung ohne Finanzplanung

Wer nicht gerade das benötigte Kapital für ein geplantes Start Up auf dem Konto liegen hat, kommt zwangsläufig nicht um eine ausgefeilte Finanzplanung herum. Für diverse Antragstellung – sei es ein Kredit, ein Fördermittel oder ein Gründerzuschuss – muss die potenzielle Entwicklung des Unternehmens nachvollziehbar sein. Allem voran muss ersichtlich sein, dass die Geschäftsidee rentabel ist. Dabei geht es nicht unbedingt darum, dass die möglichen Umsätze der nächsten Monate detailliert vorhergesagt werden. Viel mehr geht es um die enthaltenen Informationen. Sind die Geschäftsidee, die Planung und die Finanzierung tatsächlich realistisch und umsetzbar?

Potenziale aus dem Finanzplan erkennbar

Potenziale in Bezug auf die Rendite müssen aus dem Finanzplan eines Start Up erkennbar sein. Zudem überprüfen zahlreiche Geldgeber mit Hilfe der Finanzplanung, ob der Gründer wirklich alles Aspekte bedacht hat oder ob es vielleicht irgendwo eine Lücke gibt. Nicht zuletzt gibt der Finanzplan Aufschluss über mögliche Ungereimtheiten. In diesem Kontext müssen die Angaben aus dem Businessplan und dem Finanzplan übereinstimmen. Abschließend sind über eine entsprechende Planung Rückschlüsse auf die Kompetenz des Gründers und gegebenenfalls des Teams möglich.

Das A und O der Finanzplanung – zwingend erforderliche Inhalte

Ein Finanzplan enthält unterschiedliche Bestandteile. Besonders wichtig ist die Gewinn- und Verlustrechnung. Ferner sollte eine Bilanz für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren erstellt werden. Mithilfe der Gewinn- und Verlustrechnung und der durch die Bilanz ersichtliche Veränderung einzelner Posten lässt sich eine Cash-Flow-Planung ableiten. Darüber hinaus müssen betriebswirtschaftliche Kennzahlen ermittelt werden, mit deren Hilfe gegenüber potenziellen Investoren argumentiert werden kann. Zu diesen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zählen beispielsweise die Rentabilität und das Umsatzwachstum. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch das vorhandene Eigenkapital und das erforderliche Fremdkapital. Beide Kapitale müssen unter anderem in Quoten angegeben werden.

Zukünftige Zahlen prognostizieren

Zukünftige Produktumsätze lassen sich mit einem Preis-Mengen-Modell und Steigerungsraten prognostizieren. Für die Planung möglicher Materialaufwendungen ist es erforderlich, diese Aufwendungen pro Produkt einzukalkulieren. Zu erwähnen sei jedoch, dass es für Start Ups äußerst schwierig ist, Finanzdaten zu planen – nicht zuletzt, weil keine historischen Daten vorhanden sind. Eine ausgefeilte Software für die Finanzplanung kann dabei helfen, effiziente und stimmige Pläne zu erstellen, wie sie von möglichen Geldgebern gewünscht sind. Interessante Bücher zu diesem Thema als weitere Unterstützung finden sich bei Haufe Verlag.

Fehler bei der Finanzplanung vermeiden

Wird erstmals ein Finanzplan erstellt, können sich schnell diverse Fehler einschleichen, die an der Seriosität und Kompetenz des Gründers zweifeln lassen. Möglicherweise führen Fehler auch dazu, dass Kapitalgeber das Start Up als unrentabel oder nicht nachvollziehbar einstufen. Durch mehrfache Kontrollen und den Blick auf das Wesentliche können Fehler jedoch weitestgehend vermieden werden. Zu den häufigsten Fehlern zählt beispielsweise eine zu optimische Umsatzerwartung. Gründer sollten nicht vergessen, Puffer und Kapazitätsgrenzen einzuplanen. Darüber hinaus neigen Start Ups bei der Finanzplanung dazu, mit einem linearen oder exponentiellen Umsatzwachstum zu kalkulieren. Dabei müssen Faktoren wie Urlaubszeiten oder Saisonalität zwingend berücksichtigt werden.

Falsche Kostenplanung im Finanzplan

Ein weiterer, gravierender Fehler ist die Niedrighaltung der Marketingkosten. Dabei ist vor allem dieser Punkt essenziell. Schließlich kommen die Kunden nicht von allein. Ein ebenfalls sehr häufig vorkommender Fehler in der Finanzplanung sind die falsch angesetzten Personalkosten. Sollen Mitarbeiter eingestellt werden, werden im Finanzplan meist nur die Bruttolöhne berücksichtigt. Arbeitgeber haben jedoch auch Lohnnebenkosten, wie zum Beispiel Sozialabgaben. Auch Steuerabgaben fallen in der Finanzplanung häufig unter den Tisch, doch auch diese sollten zwingend berücksichtigt werden. Zu erwähnen seien an dieser Stelle die Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer, der Solidaritätszuschlag und weitere Steuervorauszahlungen. Oftmals vergessen Unternehmensgründer zudem die Liquiditätsplanung. Doch diese ist zwingend notwendig, um den Kontostand zum Monatsende zu prognostizieren. So wissen Gründer und Investoren, wann das Konto gegebenenfalls in das Minus rutschen könnte und wann ein Plus zu erwarten ist.

Fazit: Finanzplanung nicht vernachlässigen

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Finanzplanung für den Erfolg von einem Start Up unabdingbar ist. Vor allem für die Beantragung von Geldern oder für die plausible Argumentation vor möglichen Investoren ist sie zwingend notwendig. Darüber hinaus zeigt der Finanzplan dem Gründer selbst, welche Potenziale in der Unternehmensidee stecken. Ist das geplante Vorhaben wirklich rentabel? Der Finanzplan enthält alle relevanten Kennzahlen. Entsprechende Software-Lösungen können dabei helfen, plausible Pläne zu erstellen.