Nebenberuflichen zu Gründen ist mit viel Arbeit verbundenQuelle: fizkes - stock.adobe.com

Wer nebenberuflich ein Unternehmen gründen möchte, muss dabei einige Dinge beachten, kann aber auch viele Vorteile für sich nutzen.

Nicht jeder angehende Gründer kann oder will mit seinem Business gleich ins kalte Wasser springen. Du hast finanzielle Verpflichtungen, zahlst Miete, füllst deinen Kühlschrank und willst auch ab und an in den Urlaub. Gründen muss zwar nicht unbedingt Geld kosten, es kann aber unter Umständen eine ganze Weile dauern, bis es wirklich Geld einspielt. Das nebenberufliche Gründen kann eine ideale Lösung sein, da du so ein finanzielles Polster hast, was dich bei einem möglichen Scheitern gut auffangen kann.

Du willst dich selbstständig machen und hast eine tolle Idee? Oder bist du noch auf der Suche nach Inspiration und todsicheren Tipps für deinen Erfolg? Da können wir dir mit verschiedenen Geschäftsideen und Anleitungen zum Gründen eines Unternehmens weiterhelfen. Allerdings kann es passieren, dass du mit deiner Idee zunächst einmal scheiterst. Sogar wenn du alle Regeln befolgst und alles „richtig“ machst. Viele erfolgreiche Entrepreneure sind zunächst gescheitert, sie waren insolvent oder sind mit ihrer Idee gegen eine Wand gefahren. Leider haben wir in Deutschland noch keine Kultur des Scheiterns, es wird mit Versagen gleichgesetzt. Bevor du gründest, sei dir bewusst: Du wirst erfolgreich sein, wenn du dich auch gegen Widerstände und Niederlagen durchkämpfst. Wenn eine Idee nicht funktioniert, hast du eine Menge gelernt, dass dir bei der nächsten Idee von Nutzen sein wird. Gib also nicht gleich auf!

Um dich etwas vor dem Scheitern abzusichern, kann es ratsam sein, nebenberuflich ein Unternehmen zu gründen. So hast du weiterhin eine sichere Einnahmequelle und geringere Verluste, wenn deine Idee scheitern sollte. Wirst du mit dieser erfolgreich, kannst du dich immer noch im Vollzeit auf dein Unternehmen stürzen. Was gibt es aber alles zu beachten, wenn du nebenberuflich ein Unternehmen gründen möchtest?

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Was bedeutet nebenberuflich?

Der Begriff „nebenberuflich“ ist für die meisten im ersten Moment selbsterklärend: Man ist neben seinem eigentlichem Hauptberuf noch in einem anderen Beruf tätig. Jedoch ist die Bezeichnung „nebenberuflich“ an verschiedene Kriterien gebunden. So sind die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Einkommen wichtige Kriterien dafür, ob jemand nun nebenberuflich tätig ist oder ob es sich bei der ausgeführten Tätigkeit nicht doch um einen Hauptberuf handelt. So darf die wöchentliche Arbeitszeit nicht über den Zeitrahmen von 18 Stunden hinausgehen. Was das Einkommen betrifft, so darf der Verdienst aus dem Nebenberuf nicht höher sein, als der aus dem Hauptberuf. Zudem schließt eine nebenberufliche Selbstständigkeit auch das Beschäftigen von Mitarbeitern aus.

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Den Chef informieren

Wenn du nun vor hast, nebenberuflich dein eigenes Unternehmen zu gründen, muss einen guten Teil deiner Freizeit in dein Vorhaben investieren. Nach Absprache mit deinem Arbeitgeber kann die Arbeitszeit im Haupterwerb reduziert werden, wodurch mehr Spielraum für das Gründungsvorhaben gegeben ist. Du musst deinen Chef aber in jedem Fall informieren, wenn du nebenbei selbstständig sein willst. Zudem ist es wichtig, dass du kein Unternehmen in einem Bereich gründest, welches mit deinem Hauptberuf in Konkurrenz steht. Wenn dann deine Leistungsfähigkeit im Hauptberuf nicht nachlässt, kann dir dein Chef den Nebenerwerb nicht untersagen.

Nebenberuflich Gründen: Die rechtlichen Vorschriften

Wenn du im Nebenberuf ein Unternehmen gründen möchtest, gelten für dich ähnliche Vorschriften wie bei einer Gründung im Vollerwerb. Jedoch kannst du hier einige Sonderregelungen für dich nutzen und dir so viele Kosten ersparen.

Die passende Rechtsform wählen

Jedes Unternehmen muss sich für eine Rechtsform entscheiden, unter der es in Zukunft tätig sein wird. Von der Rechtsform hängt unter anderem ab, wie das Unternehmen besteuert wird, welche Buchhaltungspflichten bestehen und wie Fragen der Haftung geregelt sind. Hier solltest du gut überlegen, welche Ziele du mit deinem Unternehmen verfolgst. Die meisten Selbstständigen, die im Nebenerwerb tätig sind, entscheiden sich zunächst für die Rechtsform des Einzelunternehmers. Wenn du jedoch in einem Team gründen willst, kann sich für den Anfang die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) anbieten. Beide Rechtsformen sind sehr unbürokratisch, leicht zu gründen und können zudem jederzeit wieder gewechselt werden.

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Die nebenberufliche Selbstständigkeit anmelden

Gibt dir dein Chef die Erlaubnis, nebenbei dein eigenes Unternehmen zu gründen, musst du dieses bzw. deine Selbstständigkeit, anmelden. Hierbei gelten die gleichen Regeln und Anforderungen wie bei einer Existenzgründung im Vollerwerb. Je nachdem, in welcher Branche du tätig sein willst und welche Art von Unternehmen du gründest, musst du dich bei unterschiedlichen Ämtern melden. Zu diesen können unter anderen das Gewerbeamt, Finanzamt und das Handelsregister gehören. Hier gilt es also, dich gründlich zu informieren, was du beim Anmelden eines Gewerbes alles beachten und wo du dich melden musst.

Gewerbe anmelden: Darauf musst du achten

Genehmigungen für die Selbstständigkeit

Abhängig davon, in welcher Branche du mit deinem Unternehmen tätig sein willst und was für dein Unternehmen alles geplant ist, musst du gegebenenfalls bestimmte Genehmigungen einholen. So musst du erstmal zwischen den erlaubnispflichtigen und erlaubnisfreien Geschäften unterscheiden. Handelt es sich bei deinem Unternehmen um ein erlaubnispflichtiges Geschäft, so musst du dafür eine Genehmigung von verschiedenen Ämtern einholen. Bist du beispielsweise in der Gastronomiebranche unterwegs, brauchst du zudem eine Genehmigung vom Gesundheitsamt. Prüfe also genau, welche Auflagen es für dein künftiges Unternehmen gibt.

Die Kleinunternehmerregelung nutzen

Wer im Nebenerwerb ein Unternehmen gründet, hat sehr wahrscheinlich die Möglichkeit, die Kleinunternehmerregelung für sich zu nutzen. Diese ermöglicht dem Gründer einige steuerliche und finanzielle Vorteile. Beispielsweise muss ein Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer zahlen, kann aber trotzdem einige Betriebsmittel steuerlich geltend machen. Hier solltest du dich also intensiv mit der Regelung auseinandersetzen, um mit ihr viel Geld sparen zu können.

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Erfolgreich im Nebenberuf mit der richtigen Organisation

Wenn die ganzen bürokratischen Aufgaben erledigt sind, geht es darum, das nebenberufliche Gründen richtig zu organisieren. Schließlich bist du noch in deinem Hauptberuf tätig und musst daher deine Zeit und deine Aufgaben gut einteilen.

Zeitmanagement ist alles

Die freie Zeit schrumpft auf ein Minimum zusammen, die Belastung wächst: Die Gründungsphase kann sehr anstrengend sein, doch die Energie des Neuen trägt und spendet Kraft. Dennoch solltest du ganz bewusst Pausen einplanen und deinen Alltag entsprechend strukturieren. Vor allem ist die effektive Nutzung deiner Zeit ein entscheidender Faktor. Versuche dir freie Zeitfenster zu schaffen. Du pendelst zum Hauptjob? Dann nimm den Zug anstelle des Autos und nutze die Fahrzeit für dein Online-Marketing. Gibt es vielleicht die Möglichkeit, ab und an im Homeoffice zu arbeiten? Dann spare dir an diesen Tagen den Fahrtweg und setze die Zeit für dein Business ein. Reduziere deine Netflix-Zeit um die Hälfte und geh ein bisschen früher von den Partys nach Hause. So findest du ausreichend Zeit, dein Business erfolgreich auf die Beine zu stellen.

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Das Know-how effektiv erlernen

Viele Dinge kann man sich per „learning by doing“ aneignen, doch diese Methode ist zwangsläufig mit Rückschritten verbunden. Viel besser ist es, du eignest dir das nötige Wissen auf einem möglichst effektiven Weg an. Eine ideale Methode für viele Gründer ist das Entrepreneurship im Fernstudium. Warum ein Fernstudium? Die Antwort ist leicht: Bei einem Fernstudium kannst du dir die Zeit des Lernens absolut frei einteilen. Du musst nicht zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort sein, sondern lernst, wann immer es dir möglich ist. Nach Feierabend, am Wochenende, im Zug auf dem Weg zur Arbeit, beim Radfahren über deine Kopfhörer usw.

Aufgaben delegieren

Wenn du ein Fernstudium erfolgreich absolviert hast, stehen deine Chancen auf erfolgreiches Gründen noch deutlich besser. Du wirst jedoch auch gelernt haben, dass es sinnvoll ist, bestimmte Aufgaben zu delegieren und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Natürlich kannst du am Anfang deine Buchhaltung selbst machen, doch wenn dein Unternehmen an Komplexität zunimmt, tust du gut daran, dir einen Steuerberater zu suchen. Dieser wird dir, nebenbei gesagt, zu einigen Ersparnissen verhelfen, sodass sich die Investition in seine Dienstleistung schnell wieder amortisiert. Ähnliches gilt etwa für deine Corporate Identity. Natürlich solltest du selbst eine Vision für dein Unternehmen entwerfen und diese offen kommunizieren. Doch beim Thema Corporate Look macht es Sinn, einen Profi zu engagieren, es sei denn, man hat entsprechende Kompetenzen im Grafikdesign. Diese Erkenntnis kannst du auf viele Themen übertragen, die dir im unternehmerischen Alltag immer wieder begegnen werden.

Fazit

Ein eigenes Unternehmen im Nebenjob zu gründen ist keine Sache, die sich mal eben so erledigen lässt. Wie jede Unternehmensgründung ist diese mit viel Arbeit verbunden und erfordert viel bürokratischen Aufwand. Bevor du also sofort los startest, informiere dich genau, welche Schritte für dein Unternehmen wichtig sind. So gehst du gut strukturiert an die Sache ran und hast gute Chancen, mit deinem Unternehmen erfolgreich zu sein.

Das Wichtigste jedoch, dass du Durchhaltevermögen Biss beweist. Du wirst mit Sicherheit einige Rückschläge mitmachen müssen, so wie es jeder Gründer auf dem Weg zum Erfolg tun muss. Bleibst du aber dran und lässt dich nicht unterkriegen, steht der erfolgreichen Unternehmensgründung nicht mehr viel im Weg.

Unternehmen anmelden: Diese Schritte musst du beachten

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