Motorrad als Dienstfahrzeug

Als Arbeitnehmer freut man sich über Anerkennung vom Chef. Das kann alles von einem „gut gemacht“ bis zur Geldprämie sein. Bis heute steht für viele Arbeitnehmer jedoch immer noch der klassische Dienstagen. Klar, so ein Auto ist nicht nur praktisch, er ist auch für die Firma repräsentativ. Doch warum muss es eigentlich immer ein Dienst“wagen“ sein?

Immer beliebter: Das Dienstmotorrad

Der Dienstwagen kommt aus einer Zeit, bei der das „repräsentative“ noch ganz oben Stand: Klar, wenn jemand etwas für viel Geld verkaufen möchte und dann in einem maßgeschneiderten Anzug aus einem Mercedes aussteigt, das macht schon Eindruck. Doch die Zeiten haben sich geändert, selbst in konservativen Branchen wie Banken laufen die Leute lockerer herum. Warum muss es dann unbedingt der glattgeleckte Dienstwagen sein?

Ein neuer Trend entwickelt sich, das Dienstmotorrad. Ein Motorrad steht wie kein anderes Fahrzeug für Freiheit kombiniert mit einem Kick „Rebell“.

Ein Dienstmotorrad passt einfach nicht immer

Auch wenn wir gerade noch geschrieben haben, dass viele Branchen deutlich lockerer geworden sind, ein Motorrad passt nicht immer. Hand aufs Herz: Der Gedanke, dass der Herr oder die Dame vom Bestattungsunternehmen auf einer fetten Harley vorbei düst ist doch eher ein wenig skurril. Ein Dienstmotorrad macht einfach nicht in allen Branchen Sinn und wirkt dadurch sehr merkwürdig. Der klassische Dienstwagen macht aber auch oft in anderen konservativen Bereichen mehr Sinn. Hier können wir die schon erwähnte Bank nennen, aber auch Versicherungsunternehmen, konservative Unternehmen eben.

Wenn man selbstständig ist, kommt es ein wenig auf das eigene Image an. Ein kerniger Steuerberater oder die rebellische Steuerberaterin, die zu den Mandanten auf dem Motorrad kommt dürfte den einen oder anderen, besonders lockereren Mandanten begeistern. Mach dir einfach Gedanken, wie die eigene Zielgruppe aussieht und ob hier ein Motorrad passt.

Ist ein Motorrad praktisch genug?

Ein Motorrad ist nicht unbedingt als „praktisch“ bekannt, die Kombination aus wenig Platz und höheren Risiko beim Fahren schreckt viele Leute ab. Doch es gibt nicht wenige Momente, wo ein Motorrad als Firmenfahrzeug Vorteile hat. Wir alle standen schon im Stau und haben gesehen, wie ein Motorrad an einem zwischen den anderen stehenden Autos durchgefahren ist. Diese Zeitersparnis darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Es gibt immer mehr Staus auf deutschen Straßen, von 2017 auf 2018 ist die Menge der Staus laut ADAC nochmals um 3 % gestiegen. Die Zeit kann man sicherlich besser nutzen, oder? Mit einem Motorrad kann man sich zumindest einen Teil der verlorenen Zeit zurückholen.

Wie sieht es steuerlich aus?

Kommen wir wohl zum wichtigsten Punkt, der Steuer. Beim Firmenwagen sprechen wir oft von der allseits bekannten 1%-Regel. Die 1%-Regel besagt vereinfacht, dass monatlich 1% des Listenpreises des Wagens wie das eigentliche Gehalt versteuert werden. Entsprechend entstehen zwar für den Arbeitnehmer Kosten, die unterbieten die Kosten des Wagens inkl. laufender Kosten bei Weitem. Wie ist es beim Motorrad? Verblüffend einfach: Wenn wir jetzt gedanklich beim Wort Firmenwagen nun einfach Wagen durch Fahrzeug wechseln, haben wir die gesamte Regelung für das Motorrad.

Wirklich, so einfach?

Ja tatsächlich alle üblichen Vorteile eines Firmenwagens kannst du auch beim Motorrad anwenden. Ohne jede Frage dürften hier die anfallenden Umkosten in den Kopf kommen. Spritkosten, Versicherung, Verschleiß und auch TÜV-Kosten. Mehr Informationen zu den steuerlichen Vorteilen findest du bei 1000ps.de.

Was muss man noch beachten?

Es sind weiter nur die Sachen, die auch beim Auto wichtig sind: Ein Motorrad ist nur ein Dienstfahrzeug, wenn es den primären Zweck hat, beruflich genutzt zu werden. Den Weg zur Arbeit und zurück mit dem Fahrrad fahren und das Motorrad nur privat nutzen ist eher ungünstig.

Weiterhin darf der Weg zur Arbeit, auch mit Dienstfahrzeug, steuerlich geltend gemacht werden. Die Werbungskosten (0,3 Euro für dein einfachen Hinweg) werden dann aber mit monatlich je Kilometer Arbeitsweg 0,03 Prozent des Listenpreises versteuert.

Solltest du einen Steuerberater haben, dürfte der Weg sicherlich nicht schaden. Der Steuerberater wird dir auch sagen können, unter welchem Umständen die Variante mit dem Fahrtenbuch sinnvoller ist.

Fazit: Dem Weg zum Dienstmotorrad liegt nichts im Weg

Wenn das Interesse an einem Dienstmotorrad gegeben ist, dann brauchst du nicht lange warten. Beachte einfach die gleichen Faktoren wie auch beim Dienstwagen und du kannst nichts falsch machen. Natürlich solltest du dennoch beachten, ob es zu dir, deiner Branche und dem, was du ausstrahlen möchtest auch wirklich passt.