Auf der diesjährigen Google Performance Summit in San Francisco verriet Google Details zu den geplanten Neuerungen an seinem Werbeprogramm. Sridhar Ramaswamy, Senior Vice President, Ads and Commerce bei Google, stellte in einer live via Stream übertragenen Keynote die für die nächsten Monate geplanten Updates vor. Neben der kompletten Neugestaltung der AdWords-Oberfläche betreffen die Änderungen die Qualität der über Google geschalteten Werbeanzeigen und das Bietsystem. Damit reagiert der Konzern auf eine Entwicklung, die sich seit längerer Zeit abzeichnet: Den zunehmenden Gebrauch von mobilen Endgeräten. Über die Hälfte aller Suchanfragen weltweit, so Ramaswamy, würde heute vom Smartphone oder Tablet aus getätigt. Damit habe der Desktop-first-Ansatz in Bezug auf Werbeanzeigen ausgedient. Man lebe nun in einer „Mobile-first World“. Und in dieser könne mobile Werbung nicht wie eine Zusatz-Option behandelt werden, sagte der Google-Mitarbeiter.

Ein neuer Bieterprozess

Diese Verschiebung des Nutzerverhaltens bildet auch der neue Bieterprozess ab: In Zukunft lässt sich ein Schwerpunkt auf bestimmte Endgerättypen legen. Werbetreibende können so getrennte Gebote für Werbeanzeigen auf Desktop, Smartphone oder Tablet abgeben. Gebotsfaktoren von -100% bis +900% sind so möglich. Weiß man als Marketer, dass Werbung auf einem bestimmten Gerätetyp weniger einbringt, lassen sich die Ausgaben für diese so zum Beispiel minimieren. Umgekehrt lässt sich dann auch gezielter in Werbung investieren.

Mehr Werbetext pro Anzeige

Unter dem Schlagwort Expanded Text Ads bietet Google demnächst mehr Raum, um den umworbenen Usern relevante Informationen zu bieten. Laut Ramaswamy, haben Werbetreibende das neue Format im Vorfeld getestet. Dabei ergab sich eine Steigerung der Klickrate von bis zu 20%. Offenbar möchten Nutzer und Nutzerinnen möglichst genau wissen, was sie anklicken, bevor sie klicken. Vor dem Hintergrund begrenzter Datenvolumina bei mobilem Internet überrascht dieser Befund eher wenig.
Marketer dürfen sich indessen über zweimal 30 Zeichen für Headlines freuen, wo bisher nur Raum für eine Überschrift à 25 Zeichen ist. Der Text wird von zwei 35-Zeichen-Einheiten auf einen bis zu 80 Zeichen umfassenden Block erweitert – Ein Schritt von maximal 95 Zeichen auf bis zu 140. Die URL wird nicht mehr manuell eingegeben, sondern von Google automatisch extrapoliert. Das verhindert Abweichungen von Werbungslink und Landingpage-URL, die vom Suchmaschinengiganten abgestraft werden.

Google Display Ads: Native und Responsive

Schaltest Du in Zukunft Werbung über das Google Display Network, kannst du Bild und Text kombinieren – oder vielmehr: kombinieren lassen. Aus der von Dir ausgewählten Überschrift, Beschreibung, URL und Grafik macht Google eine Anzeige. Diese wird so programmiert, dass sie sich nicht nur der Schirmgröße des jeweiligen Endgeräts anpasst, sondern auch ihrem Umfeld auf der Seite. Ein solches Anzeigen-Chamäleon sieht durch Responsive Design überall gut aus und tarnt sich gleichzeitig, um auf den ersten Blick nicht als Werbung erkennbar zu sein, Stichwort Native Advertising.

Was ist noch neu?

Nach Google bezieht sich jede dritte mobile Suchanfrage auf eine Location. Auf der Google Performance Summit gab Ramaswamy nun ebenfalls bekannt, dass diese Form der Suchanfragen nun werbetechnisch urbar gemacht werden soll. Wer (auch) offline ein Geschäft betreibt, kann sich demnächst einen Promoted Pin auf Googles Karte kaufen oder Usern in Abhängigkeit von ihrem Standort die eigene Werbeanzeige zeigen lassen.

Zusammengefasst:

Nachdem ein guter Teil der User vor allem unterwegs googelt, hat sich Google AdWords nun Mobile-first World auf die Fahnen geschrieben und nimmt folgende Updates vor:

    • – Durch personalisierbare Optionen in Bezug auf Endgeräte, kann Werbung nun gezielt auf Smartphones, Desktop PCs oder Tablets geschaltet werden.

– Marketern stehen für ihre Anzeigen bei AdWords bald bedeutend mehr Zeichen zur Verfügung.

– Mit Display Ads können demnächst Anzeigen generiert werden, die unaufdringlich sind und sich optisch der Anzeige des Endgeräts anpassen.

– Ein neuer Anzeigentyp nimmt potentielle Kunden abhängig von ihrem Standort ins Visier.

– AdWords bekommt ein neues Design.

Den Mitschnitt der vollständigen Keynote findest Du hier: