Wahrscheinlich hast du als Gründer noch nicht so viel Erfahrung mit Mitarbeiterführung und Mitarbeitergespräch. Vielen geht es jedenfalls am Anfang so. Und einer der wichtigsten Punkte für dich ist, dass du zuhören lernst. Wer immer nur redet, der wird auf Dauer nichts lernen. Aber gerade bei Gesprächen mit deinen Mitarbeitern kannst du einiges heraushören, was für dich und dein Unternehmen wichtig sein kann.

Im Mitarbeitergespräch keinen Monolog führen

Wenn du von deinem Mitarbeiter etwas erfahren willst, dann musst du lernen, gut zu zuhören und du musst vor allem lernen, auch mal zu schweigen. Es wird immer wieder der Fehler von Führungskräften gemacht, dass ein Mitarbeiter in einem Gespräch auf etwas angesprochen wird und sobald er eine kurze Bemerkung gemacht hat, führt der Chef dann sofort einen Monolog und lässt seinen Mitarbeiter gar nicht mehr zu Wort kommen. Das solltest du vermeiden, denn sonst wirst du nie erfahren, ob es Störungen innerhalb des Teams gibt, ob auch all deine Unternehmensprozesse wirklich rund laufen oder ob es vielleicht etwas zu verbessern gibt. Läuft ein Mitarbeitergespräch auf diese Weise ab, dann wird dein Mitarbeiter schnell die Lust auf das Gespräch verlieren. Und er macht genau das, was du eigentlich machen solltest. Nämlich einfach schweigen und zuhören.

Deine eigene Meinung zählt nicht immer

In der Regel ist es so, dass viele Unternehmer, auch solche wie du, dazu neigen, ihren Leuten gute Ratschläge erteilen zu wollen und ihnen deine Meinung klar zu verstehen geben. In gewissen Situationen ist das ja auch in Ordnung, denn schließlich bist du der Chef. Wenn dir aber daran liegt, Informationen vom Mitarbeiter zu bekommen, die für dich wichtig sein können, dann musst du ihn auch reden lassen. Der Mitarbeiter will von dir ernst genommen werden und wenn du ihn behandelst wie ein Oberschullehrer ein Kind, dann wirst du nie mehr Informationen von ihm bekommen.

So kannst du schweigen lernen

Nehmen wir mal an, dass du dir für ein Mitarbeitergespräch vorgenommen hast, deinen Mitarbeiter reden zu lassen und dich selbst in deinem Redefluss zu bremsen. Dann ist dies schon mal ein erster Schritt und ein guter Ansatz. Aber der Mitarbeiter muss auch den Eindruck bekommen, dass du ihm wirklich zuhörst. Du solltest auf keinen Fall ihn reden lassen und selbst in Gedanken daran denken, was es bei dir beispielsweise heute Abend zu essen gibt, oder wie du endlich mal deinen Kumpel beim Tennis besiegen kannst. Auch wenn du schweigst, muss deine Aufmerksamkeit voll und ganz auf deinen Gesprächspartner gerichtet sein. Beobachte lieber bei Gespräch deinen Mitarbeiter. Ist es vielleicht nervös wenn er mit dir spricht? Hat er Visionen? Wie redet er? Voller Leidenschaft und Überzeugung oder doch eher sehr behäbig und etwas gleichgültig? So kannst du auf der einen Seite Informationen bekommen, auf der anderen Seite aber auch nur durch Beobachtung etwas mehr über den Mitarbeiter erfahren. Beides wird dir in Zukunft helfen können.

Zeige nicht zu sehr, dass du der Chef bist

Sicher gibt es Ursachen für Mitarbeitergespräche, die einen etwas ernstere Hintergrund haben. Also wenn er häufig krank ist oder ständig zu spät kommt. Da ist klar, dass du klare Kante zeigen musst und klar machen musst, dass du als Chef im Interesse des Unternehmens dies nicht dulden kannst. Aber wenn es nur um ein Gespräch geht, in dem du Informationen erfahren willst, musst du keine Macht zeigen. Vielmehr musst du hier Verständnis und Neugier an den Tag legen. Du kannst auch gerne auf ein paar private Dinge und Interessen deines Mitarbeiters eingehen, halte dich aber mit Informationen aus deinem privaten Bereich zurück. Es geht hier einfach um berufliche Themen und das muss der Mitarbeiter verstehen. Was du natürlich kommunizieren solltest, dass sind Themen, Visionen von dir rund um das Unternehmen. Zeige in einem Gespräch immer auf, dass du noch viel vor hast, wie wichtig dir dabei der Mitarbeiter ist und du auf ihn baust. Aber wie gesagt, nicht wieder dahin gehen, dass dann nur du redest.

Du hast nicht immer Recht

Du musst auch lernen, dass du als Chef und Unternehmer nicht immer Recht hast bzw. Recht haben kannst. Deshalb solltest du auch zuhören und einen konstruktiven Dialog führen, wenn Mitarbeiter sich einbringen wollen. Warum kann ein Mitarbeiter nicht auch mal Strukturen oder Arbeitsabläufe hinterfragen? Halte dir vor Augen, dass Mitarbeiter, die jeden Tag vor Ort ihre Tätigkeit verrichten, sehr genau einschätzen können, was schlecht ist und was besser gemacht werden kann. Darauf musst du eingehen und darfst solche Gespräche nicht einfach abwürgen und im Keim ersticken.

Mitarbeiterführung: zuhören muss gelernt sein!
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