Welchen Mehrwert Crowdfunding-Plattformen zusätzlich noch bieten

Bislang zählte beim Crowdfunding nur das eingesammelte Startkapital. Dabei bieten die Plattformen jede Menge kostenlose Vorteile, die kaum jemand bedenkt.

Crowdfunding boomt: Aber nicht alle Kampagnen enden erfolgreich.

Das mag im ersten Moment bitter für das jeweilige Start-up sein, trotzdem sollten die Betroffenen auch einem niederschmetternden Ergebnis eine positive Seite abgewinnen.

Denn die Präsentation einer Geschäftsidee auf einer Crowdfundig-Plattform ist gleichzeitig immer auch Marktforschung direkt an der Basis.

„Wo sonst hat man die Möglichkeit, kostenlos die öffentliche Meinung zu einer Idee einzuholen und damit heraus zu finden, ob der Plan auch markttauglich ist?”, gibt Wilhelm von Herder-Hebenbrock vom Unternehmerforum für den Mittelstand e.V. zu bedenken.

Der Gründer von Startkapital-online muss es wissen.

Zu viele Enthusiasten hat der Starnberger in den letzten Jahren erlebt, die zwar ein paar Tausend Euro, aber nicht das angestrebte Ziel erreichten.

„Eigentlich sollte man froh über das Ergebnis sein, auch wenn es schlecht ausgefallen ist”, fügt er hinzu, denn „in der alten Welt musste man um Geschäftsideen zu testen, entweder Marktforschungsinstitute mit einer Umfrage beauftragen, oder man sprang ins kalte Wasser, mietete ein Ladenlokal, oder ein Büro.

Beides kostet bekanntlich jede Menge Geld”, betont der ehemalige Unternehmer.

„Und ging diese Idee dann schief, saß man auf einem Berg Schulden.”

Nicht so, wenn man eine Crowdfunding-Plattform vor dem Markteintritt einschaltet.

Jede Crowdfunding-Plattform hat ständig steigende Besucherzahlen.

Jeder User entscheidet für sich: finde ich die Idee so spannend, dass ich mit einem Betrag X einsteige, oder nicht? Es muss ja nicht viel sein.

Vielleicht 25 Euro, vielleicht ein Mehrfaches?

Wer Geld in eine Idee oder ein Produkt investiert, fühlt sich auch emotional verbunden.

So wird zweifellos eine unbezahlbare und unschätzbare Kundenbindung zum Unternehmen des „Funders“ aufgebaut, die sich Großkonzerne viele Millionen Euro kosten lassen.

Hinzu kommt der Multiplikator-Effekt.

Natürlich erzählt der Schwarm auch im Freundeskreis von der Idee und wirbt so automatisch dafür.

Darüber hinaus sorgen die Plattformen selbst für die Verbreitung der neuen Start-up-Ideen: über Twitter, über Newsletter, über die Facebook-Communities, über relevante Medien.

Grundvoraussetzung für einen möglichen Erfolg einer Crowdfunding-Aktion ist, dass sich die Start-ups selbst stark engagieren und ihre eigenen Netzwerke, ihren Freundes- und Bekanntenkreis mobilisieren.

Interessieren sich nur wenige für meine „brillante Idee”, gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder ich begnüge mich damit, vielleicht nur eine Nische zu bedienen; oder ich sage mir: „shit happens“ und habe mir jede Menge Geld und mögliche Enttäuschungen erspart.

In jedem Fall hatte das betroffene Start-up dank Crowdfunding mehrere Wochen lang kostenlose Marktforschung, darüber hinaus kostenlose Werbung. Wenn es aber klappt, hat das Start-up – neben dem notwendigen Eigenkapital – auch schon einen Kundenstamm aufgebaut. Und das, wohlgemerkt: alles zum Nulltarif.

Mit freundlichen Grüßen,

Ina Reckziegel
Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit

Artikel bewerten