Abbildung 1: Online-Casinos sind heute eine Goldgrube – agieren jedoch immer noch in einer rechtlichen Grauzone. Ist Besserung in Sicht?

Das Online-Glücksspiel ist aus vielerlei Sicht eine interessante Branche: Die möglichen Erlöse sind enorm, die Nachfrage reißt ebenfalls nicht ab und Online-Casinos können dank der sich immer weiterentwickelnden Technik auf tolle neue Möglichkeiten hoffen. Leider ist das Online-Glücksspiel in Deutschland jedoch noch in einer Grauzone, da es vom Glücksspielstaatsvertrag untersagt wird, wenn auch nach EU-Recht statthaft ist. Wer heute ein Casino aufbauen möchte, der muss sich einen Firmensitz in einem der Lizenzgeberländer besorgen und mit der dortigen Lizenz arbeiten – immer mit der Sorge, dass Deutschland den Zugang doch einmal verhindert. Es herrscht also fehlende Rechtssicherheit. Aber das könnte bald ein Ende finden. Es sieht ganz so aus, als käme Schwung in das Thema der Regulierung.

Wie sieht die Situation aktuell aus?

Wer nicht gerade zu den staatlichen Anbietern gehört, der darf aktuell nur unter einer Voraussetzung völlig legal in Deutschland ein Online-Casino führen:

  • Lizenz aus Schleswig-Holstein – das Bundesland vergab eigene Lizenzen und verlängerte sie zuletzt. Allerdings ist es Gründen aktuell nicht möglich, eine neue Lizenz in dem Bundesland zu beantragen, zumal diese SH-Lizenz auch unter Auflagen steht.
  • Auflagen – der Gründer muss selbst in dem Bundesland sitzen, zudem darf das Angebot nur für Bürger mit regelmäßigem Aufenthalt oder Wohnsitz in Schleswig-Holstein zugänglich sein.

Auch diese Casinos arbeiten mit einer zusätzlichen EU-Lizenz, sodass Bürger aus der ganzen EU auf das Casino zugreifen können. Diese Situation führt jedoch auf allen Seiten zu Problemen:

  • Spieler – sie agieren in einer Grauzone. Sicherlich wurden bislang keine Spieler belangt, weil sie ein Casino mit EU-Lizenz nutzten, doch reich faktisch betrachtet fällt das Spiel unter die Teilnahme an illegalem Glücksspiel. Einzig das EU-Recht steht dem entgegen.
  • Betreiber – auch sie werden vom EU-Recht geschützt. Für sie besteht jedoch immer die Ungewissheit, ob nicht doch ein Land voranprescht und das Casino sperrt oder den Betreiber belangt. So sperrt die Schweiz seit dem neuen Glücksspielrecht beispielsweise ausländische Online-Casinos.
  • Staat – er ist durchaus am Online-Glücksspiel interessiert, wenngleich eher aus finanziellen Gründen. Denn da die Casinos bislang in Malta oder Gibraltar sitzen, gehen die Steuereinnahmen natürlich auch dorthin.

Zuletzt besteht natürlich durch die Grauzonenregelung und der fehlenden Regulierung eine echte Sicherheitslinie. Wie werden Spieler geschützt? Wie wird verhindert, dass ein Online-Casino Spieler betrügt? Sicherlich achten die EU-Lizenzgeber auf die Spielsicherheit und auf eine ordentliche Kontrolle, doch wäre es aus Unternehmersicht vermutlich besser, wenn diese Kontrolle schlichtweg in Deutschland stattfindet.

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Was könnte sich ändern?

Bislang ist im Gespräch, mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der 2021 in Kraft tritt, das Online-Glücksspiel in Deutschland zu erlauben. Einige Bundesländer, darunter Hessen, Rheinland-Pfalz, NRW, Bayern und Baden-Württemberg suchen bereits nach guten Lösungen. Der allgemeine Tenor ist:

  • Lizenzen – sie sollen kontrolliert vergeben werden. So wie Gründer, die sich mit einem lokalen Casino selbstständig machen möchten, einen Fachkundenachweis und andere Kriterien erfüllen muss, sollen auch für die Lizenzvergabe für Online-Casinos bestimmte Regeln gelten.
  • Regulierung – sie umfasst den Jugend- und Spielerschutz, aber auch das allgemeine Angebot. Zudem sollen Kriterien gefunden werden, nach denen Online-Spielstätten ordnungsgemäß und gerecht kontrolliert werden können.

Ein markantes Problem, welches das Theater rund um das Online-Glücksspiel bereits seit Jahren betrifft, ist auch jetzt wieder der Föderalismus. Glücksspiel wird in Deutschland auf Bundeslandebene geregelt und während einige Länder durchaus an einer gemeinsamen Lösung arbeiten, gibt es andere, die sich querstellen. Gibt es auf diesem Gebiet keine Einigung, bleibt das Problem bestehen, das jetzt schon für Schleswig-Holstein gilt. Nur wäre es dann eventuell möglich, in Niedersachsen ein Online-Casino zu gründen, welches auch für NRW, Schleswig-Holstein und Süddeutschland zur Verfügung steht, nicht aber für Bremen oder Hamburg.

Interesse der Spieler nach wie vor ungebrochen

Glücksspiel gilt als eines der ältesten Spiele der Menschheit und es wird wohl auch eines der letzten Spiele sein, das die Menschheit irgendwann einmal spielt. So wundert es nicht, dass die Nachfrage, gerade nach der Online-Variante, ungebrochen hoch ist. Das liegt mit an all den Gründern von Online-Casinos, die ihren Nutzern stets neue Möglichkeiten und Attraktionen bieten:

  • Spielauswahl – sie ist riesig und bietet eine hohe Abwechslungsvielfalt. Mittlerweile wurden nicht nur die typischen Automatenklassiker übernommen, es gibt auch immer wieder neue Automatengames.
  • Live-Spiele – Roulette wird nicht allein online auf dem Bildschirm gespielt, sondern in der Live-Version. Je nach Online-Casino agieren die Spieler von der heimischen Couch aus live in Las Vegas, in Malta oder auch auf einem Casinoschiff in Hongkong. Dasselbe gilt für Poker. Wer mehr über die Möglichkeiten wissen möchte, kann sich auf Casinotest.de informieren.
  • Moderne Attraktionen – die Virtual Reality hat sich im gewöhnlichen Spielebereich schon recht gut durchgesetzt. Kein Wunder also, dass jetzt schon Casinos überlegen, ihr Angebot über VR-Bereiche zu erweitern.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass aktuell eine komplett online-affine Generation heranwächst, die ohnehin schon auf mobile Spiele und VR-Brillen zurückgreift und es somit praktisch erwartet, dass ein Angebot dauerhaft und von überall aus verfügbar ist. Genau dies bietet ein Online-Casino und auch, wenn die Generation noch zu jung ist, um zu spielen, so rückt die Volljährigkeit immer näher.

Trotzdem darf nicht verschwiegen werden, dass die Nachfrage noch höher sein könnte, endlich eine rechtliche Sicherheit für Spieler und Betreiber bestehen würde. Denn gerade die Spieler hadern oftmals mit der Anmeldung in einem Casino mit EU-Lizenz, weil in ihrem Kopf verständlicherweise die Warnungen aufleuchten, die schon für Videoportale galten: Ist die Seite sicher, bekomme ich Ärger, was fange ich mir ein?

Abbildung 2: Live-Casinos im Netz erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Fazit – eine Entscheidung ist Sicht notwendig

Der aktuelle Glücksspielstaatsvertrag mag zwar stimmige Hintergründe haben, doch behandelt er das »neumodische« Online-Glücksspiel, wie der BER das tägliche Passagieraufkommen. Dabei ist die Regulierung für alle Seiten wichtig, denn Gründer würden sich wohl gerne mit dem Casinositz in Deutschland ansiedeln, wenn sie ihr Angebot denn präsentieren dürften. Spieler wären durch eine echte Regulierung geschützt und der Staat könnte auf deutliche Steuereinnahmen durch das Glücksspiel blicken. Immerhin gibt es knapp 6.800 Gewinner des deutschen und europaweiten Lizenzchaos’: So viele neue Arbeitsplätze entstanden geschätzt durch das Online-Glückspiel auf Malta.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ Macau Photo Agency / Unsplash.com

Abbildung 2: @ Kay / Unsplash.com

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