Gründer FAQ: So wird Stress nicht zum Normalzustand

Was mache ich gegen zu viel Stress in der Selbstständigkeit?

Stress gehört für die allermeisten Selbständigen zum Alltag. Dies schadet aber in der Regel der Gesundheit und damit auch deinem Business. Deshalb solltest du sehr stark darauf achten, dass Stress für dich nicht zum Normalzustand wird. Gerade für Selbständige ist es ganz selbstverständlich, dass jeden Tag zwölf und mehr Stunden gearbeitet wird. Vor allem in der Startphase einer Gründung wirst du des Öfteren auch die ein oder andere Nachtschicht einlegen, ohne zur Ruhe zu kommen. Daher solltest du aber auf jeden Fall versuchen, dir genügend Zeit für Ruhepausen zu gönnen und diese auch fest einzuplanen. Wir wollen dir Tipps geben, wie sich Stress vermeiden oder zumindest reduzieren lässt.

Es gibt einige Stress-Faktoren

Als Selbständiger bist du nicht nur dem beruflichen Stress ausgesetzt. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die zu Stress führen können. Als Selbständiger musst du aufpassen, dass sich diese Stress-Faktoren nicht auf dein Business auswirken.

  • Stress durch Beruf: An erster Stelle steht natürlich der berufliche Stress. Ständiger Zeitdruck und Leistungsdruck machen sich auf Dauer negativ bemerkbar. Hinzu kommen noch Ängste, wie etwa die Existenzangst. Dies führt zu einem dauerhaften Stress.
  • Stress durch Lifestyle: Gerade bei Selbständigen ist es wichtig, dass auch auf den Lifestyle geachtet wird. Wer neben dem beruflichen Stress sich auch im Privatleben ständigem Termindruck ausgesetzt sieht, kann noch schneller erkranken und Diagnosen wie Burnout oder Herzinfarkt sind die logische Folge.
  • Beziehungsstress: Für viele Selbständige wird es zu einem Teufelskreis, wenn beruflicher Stress sich auch noch mit Beziehungsstress vermischt. Gerade bei Gründern, die noch am Anfang stehen oder mitten in der Gründung sind, gerät das soziale Leben und die Beziehung schnell in den Hintergrund. Wenn Familie und Partner vernachlässigt werden, kommt es schnell zu einem handfesten Beziehungsstress, der auch vor dem beruflichen Leben nicht halt macht.

An diesen Symptomen kannst du zu viel Stress erkennen

Wenn du als Selbständiger zu viel Stress hast, dann kann sich dies durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Manche kommen so ganz langsam nach und nach, manche treten recht schnell auf. Fakt ist aber, dass alle langfristig gesehen ziemlich gravierende Folgen haben können. Viele Selbständige haben das Problem, diese Symptome selbst gar nicht richtig deuten zu können. Deshalb solltest du wirklich auf Partner, Freunde, Familie oder auch Geschäftspartner hören, wenn diese dich auf Auffälligkeiten oder persönliche Veränderungen hinweisen. Achte auch du verstärkt auf folgende Symptome, wenn unter starkem Stress stehst:

  • du bist gereizter und aggressiver als normal
  • das Einschlafen und Durchschlafen fällt dir immer schwerer
  • du hast häufiger Kopfschmerzen als sonst und dein Puls und dein Blutdruck sind höher als normal
  • Magenprobleme treten auf
  • du leidest unter ständiger Unruhe
  • Verspannungen machen dir zu schaffen

10 Tipps, wie du zu viel Stress in den Griff bekommen kannst

Um Stress wirklich in den Griff zu bekommen, musst du wirklich bereit sein etwas an deiner Arbeitsweise und Lebensweise als Selbständiger zu ändern. Du musst dir bewusst sein, dass es so nicht weitergeht. Dabei ist es gar nicht so schwer, deinen dauerhaften Stress in den Griff zu bekommen.

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1. Tipp: Langfristig planen

Du kannst die Geschäftswelt nicht von heute auf morgen erobern. Damit du immer den richtigen Überblick behältst, solltest du deshalb eine langfristige Planung machen. Überlege dir, was du in drei Monaten erreicht haben möchtest, was in einem halben Jahr. Schreib auf, welche Projekte du angehen möchtest und was für zukünftiges Wachstum für dich wichtig ist und gemacht werden muss.

2. Tipp: Kurzfristig planen

Genauso wichtig wie die langfristige Planung, sind für dich die kurzfristigen Aufgaben. Plane doch einfach mal am Ende der Woche schon gleich die nächste Woche. So hast du immer einen guten Überblick und planst nicht gleich zu viele Dinge gleichzeitig. Das schafft dir zum einen einen besseren Überblick und zum anderen geht deine eigene Motivation nicht verloren, wenn du Aufgaben Schritt für Schritt abarbeiten kannst.

3. Tipp: Arbeite fokussiert

Am meisten Stress machen wir uns, weil wir der Meinung sind, dass wir multitaskingfähig sein müssen. Gerade die modernen Möglichkeiten unserer Zeit verleiten dazu, dich viel zu schnell ablenken zu lassen. Du musst nicht immer gleich deine eigentliche Arbeit unterbrechen, um eine Mail zu beantworten. Auch nicht jede WhatsApp-Nachricht muss gleich kommentiert werden. Versuche dich auf eine Arbeit zu konzentrieren und lass dich nicht ablenken.

4. Tipp: Einfache Dinge gleich erledigen

Gewöhne dir an, dass du einfache Aufgaben immer sofort erledigst. Das sollten aber wirklich nur Aufgaben sein, die nur ein paar Minuten in Anspruch nehmen.

5. Tipp: Lerne Prioritäten zu setzen

Teile deine Arbeiten immer nach Prioritäten ein. Mach dir dazu am besten eine Ablage. Dort legst du alles ab, was wichtig ist, was weniger wichtig ist und was unwichtig ist. Die Sachen mit der höchsten Priorität arbeitest du als erstes ab.

6. Tipp: Arbeite nach dem Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip wird auch 80/20-Regelung genannt. Damit kannst du darauf achten, dass du deine Arbeit immer so einteilst, dass ein ideales Aufwand-Nutzen-Verhältnis beachtet wird. Mit weniger Aufwand kannst du dein Business trotzdem effektiver gestalten.

7. Tipp: Setze dir immer kleine Ziele

Ziele setzen ist für dich als Unternehmer sehr wichtig, doch die Ziele müssen auch immer realistisch sein. Stress kannst du verringern, wenn du dir immer wieder kleine Ziele setzt – sozusagen viele Meilensteine auf dem Weg zur Erreichung deiner kleinen Ziele. Das wird nicht nur den Stresspegel senken, sondern sich auch vorteilhaft auf deine Motivation auswirken. Was gibt es Schöneres, als immer wieder einen Haken hinter ein erreichtes Ziel zu setzen?

8. Tipp: Setze dir ein Zeitfenster

Wichtig ist für dich, dass du dir für deinen Aufgaben ein Zeitfenster setzt. Lege dir anstehende Arbeiten zu recht und sage dir, in x Stunden will ich das abgearbeitet haben. Beachte dabei, dass du dir auch für den gesamten Arbeitstag ein Zeitfenster setzt. Es nützt ja nichts, wenn du drei Zeitfenster für drei Aufgaben setzt und dann 15 Stunden hinter dem Schreibtisch verbringst.

9. Tipp: Erledige ähnliche Aufgaben hintereinander

Du kannst deine Arbeit deutlich effektiver gestalten, wenn du ähnliche Aufgaben hintereinander abarbeitest. Nimm dir beispielsweise morgens eine Stunde Zeit, in der du alle Mails beantwortest. Das ist wesentlich effektiver, als wenn du deine Arbeit immer wieder unterbrichst (siehe Tipp 3). Das ist nur ein Beispiel für viele Dinge, die möglich sind. Man könnte auch sagen, dass du nachdem du Angebote geschrieben hast, dich beispielsweise deinen Lieferscheinen widmest.

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10. Tipp: Lass nicht alles zur Routine werden

Gewöhne dir an, in deinem Arbeitsablauf flexibler zu werden. Du darfst nicht denken, dass habe ich immer so gemacht und mache es weiter so. Wenn du merkst, dass bestimmte Arbeiten einfach zu lange dauern oder umständlich sind, dann überlege dir, ob Änderungen möglich sind. Es darf nicht alles zur Routine werden. Probiere neue Workflows aus, gestalte Arbeitsabläufe auch mal anders. Du wirst sehen, wie viel Potenzial es gibt, Zeit einzusparen.

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Über den Autor

Christian Neumann

BWL-Studium Fachrichtung Controlling und Unternehmensführung; 14 Jahre tätig als Projekt-Manager und Key-Account-Manager im Bereich Telekommunikation und IT; seit 10 Jahren selbständig im Bereich Projektplanung Online Business, SEO und Contenterstellung

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