Mehr Selbstbewusstsein für im Geschäftlichen und Privaten

Von introvertiert zu extrovertiert: So lernst du aus dir heraus zu kommen

Dir ist sicher schon aufgefallen, dass Menschen unterschiedlich gut aus sich heraus gehen können. Und eventuell gehörst du eher zu den introvertierten Menschen, die gerne etwas mehr extrovertiert wären. Nun lebt das Miteinander der Menschen im Privaten, wie auch im Business, aber von der Verschiedenheit der Menschen. Dennoch liest du aber gerade diesen Artikel, weil du nach Tipps suchst, wie du selber extrovertierter werden kannst, da dies sowohl bei der Gründung, als auch als Geschäftsführer eine nützliche Eigenschaft sein kann. Wenn dir deine Introvertiertheit oftmals den Wind aus den Segeln nimmt, dann werden dir die folgenden Ratschläge sicher helfen und dein Selbstgefühl aufbessern.

Introvertiert oder Extrovertiert: Die Unterschiede

Ob du introvertiert oder extrovertiert bist, bestimmt darüber, was dich glücklich macht bzw. in welchen Situationen du dich wohlfühlst. Es sind geläufige Begriffe. Sie charakterisieren die Art, wie „nach außen gerichtet“ Menschen sind. Im Allgemeinen sagt man, dass Extrovertierte gerne gesellig sind, sich in sozialen Situationen wohl fühlen, gerne im Mittelpunkt stehen und keine Probleme haben vor Gruppen zu sprechen. Introvertierten sagt man nach, dass sie das Alleinsein bevorzugen, nicht gerne im Mittelpunkt stehen und in sich gekehrt sind.

Genau genommen gibt es aber zwischen Extrovertiertheit und Introvertiertheit viele Graustufen, so kann ein einerseits introvertierter Mensch durchaus auch extrovertierte Seiten aufweisen und umgekehrt. Diese Menschen werden als ambivertiert bezeichnet, was auf etwa zwei Drittel der Menschen zutrifft. Du siehst, egal ob du nun introvertiert, extrovertiert oder vielleicht auch ambivertiert bist, du bist so wie ein Großteil aller Menschen. Du kannst daran arbeiten deine vermeintlichen Schwächen zu deinen Stärken zu machen, besser damit umzugehen und dich so letztlich weiterentwickeln!

Extrovertiert werden: 9 Tipps für das richtige Mindset

1. Verändere deine Gedankenmuster

Was introvertierte Menschen oft hemmt, ist ihr reges Innenleben, das Nachdenken über Vergangenes und Kommendes. Die Art wie Situationen bewertet und wahrgenommen werden. Es hilft, dir dies bewusst zu machen und die eigenen Gedankenmuster auf den Prüfstand zu stellen. So lassen sich extrovertierte Verhaltensweisen leichter aufbauen.

Es ist von Seiten der Wissenschaft bestätigt, dass man selbst sein schärfster Kritiker ist. Und so geht man mit sich und den eigenen Leistungen meist stark ins Gericht. Tatsache ist aber, dass eigene Fehler häufig von Anderen kaum wahrgenommen werden. Wir bewerten unsere Fehler hart und arbeiten in Gedanken mit abwertenden Formulierungen, also:

Unser Tipp: Fang an, dich selbst wohlwollender und verständnisvoller zu bewerten!

2. Nimm nicht immer alles persönlich

Wenn du in eine Situation kommst und in Interaktion mit anderen Menschen trittst, dann ist es dir bestimmt schon passiert, dass du die Reaktion deines Gegenübers persönlich genommen hast und du deshalb irritiert oder gar verärgert warst. Besonders deshalb, weil dessen Reaktion nicht deinen Erwartungen entsprach. Wahrscheinlich hatte diese Reaktion aber gar nichts mit dir zu tun. Deinem Gegenüber ging es vielleicht einfach selbst nicht gut oder er bzw. sie war in Gedanken oder aus einem anderen Grund verärgert. Dass wir solche Situationen gerne so empfinden, wird Personalisierung genannt. Eine für dich sinnlose Denkweise, besonders wenn du dich von einem introvertierten zu einem extrovertierten Menschen entwickeln möchtest.

Unser Tipp: Erinnere dich immer wieder daran, dass es in Situationen nicht immer um dich persönlich geht und die Dinge manchmal einfach nur so sind, wie sie sind!

3. Sei kritisch zu deinen selbstkritischen Gedanken

Allzu oft erinnert man sich nur an die Situationen, die schief gelaufen sind und vergisst solche, die gut oder vielleicht sogar brillant waren. Heraus kommt ein verzerrtes Bild der eigenen Leistungen in bestimmten Situationen. Dies nennt man „Selektive Abstraktion“, was eine völlig normale menschliche Tendenz ist. Bei introvertierten Menschen ist diese allerdings ausgeprägter als bei extrovertierten Personen.

Unser Tipp: Denke immer daran, dich an die Dinge zu erinnern, die gut gelaufen sind. Notiere sie und nutze diese Notizen, wenn deine Gedanken sich mal wieder nur um die schlecht gelaufenen Situationen drehen. 

4. Finde deine Einzigartigkeit

Verwende Zeit und Energie darauf, dich mit deinen positiven Seiten zu beschäftigen, mit dem was dich besonders und liebenswert macht. Schau selbstbewusst auf diese Seiten und erinnere dich so oft es geht an deine Qualitäten. Besonders in Situationen, die dich als introvertierten Charakter hemmen, ist diese Taktik sinnvoll und kann dich in deinem extrovertierten Verhalten unterstützen.

Unser Tipp: Fertige eine Liste aller Dinge an, die dich ausmachen, die dich einzigartig machen und sei ruhig stolz auf die Dinge, die du wirklich gut kannst. Du wirst dein neu entstehendes Selbstvertrauen nach außen hin ausstrahlen!

5. Visualisiere deinen Erfolg

Wenn du eine berufliche Situation vor dir hast, die dir eventuell Bauchschmerzen bereitet, dann stell dir vor wie du sie erfolgreich meisterst. Also wie du zum Beispiel erfolgreich verhandelst oder dein Geschäftskonzept überzeugend vorstellst. Visualisiere, wie du handeln wirst, deine Mimik und Gestik, deine Wortwahl und wie dein Gegenüber positiv auf dich reagiert. Visualisierungen sind mentale Probe-Durchläufe, egal ob du nun introvertiert oder extrovertiert bist. Mit diesen Proben lassen sich in Gedanken komplette Verhaltens- und Vorgehensweisen einüben. Visualisierung ist im Prozess der Unternehmensgründung ein ganz besonders wichtiger Punkt.

Unser Tipp: Überzeuge durch Visualisierung dein Gehirn vom Erfolg!

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6. Arbeite an neuen Erfahrungen

Deine Erfahrungen in sozialen Situationen verunsichern dich. Suche dir Herausforderungen, an denen du trotz der introvertierten Verhaltensweisen wachsen und dein Selbstvertrauen stärken kannst. Nimm positive, wie auch negative Erfahrungen als Quelle des Lernens. Wenn du dich mit etwas Neuem beschäftigst, so kannst du Neues lernen und lernen bedeutet, dass du deinen Verstand wach hältst. Durch neue Informationen und Herausforderungen bleibt dein Gehirn flexibel und anpassungsfähig. Du kannst neue Erfolge verbuchen und positive Gefühle durch extrovertierte Handlungen generieren.

Unser Tipp: Trainiere dein Gehirn, verbuche neue Erfolge, gewinne Selbstvertrauen!

7. Verlasse deine Wohlfühlzone

Wenn du dich in deinen introvertierten Gewohnheiten verkriechst, fühlst du dich wohl, da du nicht negativ überrascht wirst und nichts tun musst, was dir unangenehm oder zu extrovertiert ist. In deiner Wohlfühlzone beschneidest du aber deine Kreativität und deinem Entdeckerdrang. Du nimmst dir damit positive Erfahrungen. Wenn du diese Zone verlässt, dann bedeutet es, dass du gefühlte Risiken eingehen und dich mit deinen Ängsten konfrontieren musst. Aber mit jedem kleinen Schritt raus aus der Wohlfühlzone kannst du wachsen und erkennen, dass deine Ängste völlig übertrieben sind oder kein Risiko besteht. Ein wenig Angst und Anspannung können deine Kreativität anheizen und du kannst härter arbeiten, weil diese Gefühle deinen Körper in einem positiven Anspannungszustand halten.

Unser Tipp: Fördere mit dem Verlassen deiner Wohlfühlzone deine Kreativität und Produktivität! Überfordere dich aber nicht!

8. Setze dir machbare Ziele

Perfekte Ziele beinhalten automatisch Rückschläge. Daher plane für dich machbare, aber auch herausfordernde Ziele ein und fördere so dein Selbstvertrauen. Denn jedes Gelingen kann als positive Erfahrung abgespeichert werden. An deine nächste Herausforderung wirst du dann ganz anders herangehen und diese mit mehr Selbstvertrauen meistern.

Unser Tipp: Herausfordernde, aber machbare Ziele werden dein Selbstvertrauen pushen!

9. Beschäftige dich mit einem möglichen Scheitern

Du planst ein Geschäftstreffen mit deinen Investoren oder mir einem Geschäftspartner? Plane gedanklich auch ein Scheitern ein und beschäftige dich mit einem möglichen Plan B. Sich mit seinen Rückschlägen zu beschäftigen bedeutet keine pessimistische Herangehensweise, sondern es gibt dir die Möglichkeit, dich gedanklich vorzubereiten und so nicht von einem Fehlschlag aus der Bahn geworfen zu werden. Aus Rückschlägen kannst du lernen. Deshalb sollten sich introvertierte, aber auch extrovertierte Personen damit beschäftigen.

Unser Tipp: Rückschläge sind möglich. Bereite dich gedanklich darauf vor, nimm sie an und lerne aus ihnen!

Extrovertiert in den Smalltalk: Beherzige diese 6 Gesprächs-Tipps

Neue Situationen sind eine Herausforderung. Extrovertierter zu werden bedeutet auch, dass du öfter in sozialen Interaktionen zurechtkommen sollst. Dazu gibt es einige Tipps, wie du Schritt für Schritt sicherer in Gesprächssituationen wirst. Gib neuen Verhaltensweisen eine Chance und vermeide die introvertierten Verhaltensweisen!

1. Sei und wirke aufgeschlossen

In Interaktionen mit anderen Menschen kann es dir helfen, wenn du deinem Gegenüber ein Lächeln schenkst und deine Körpersprache signalisiert, dass du offen der Situation gegenüber stehst. Ein kleines Nicken, ein Augenkontakt im richtigen Moment, eine Zustimmung und ein Lächeln zum richtigen Zeitpunkt zeigen aktives Zuhören. So wirkst du zugänglich und interessiert – statt introvertiert wirkst du automatisch extrovertierter. Es kann sein, dass du es üben musst, aber der Erfolg wird sich mit den positiven Erfahrungen schnell einstellen.

Unser Tipp: Übe das aktive Zuhören und werde so selbstsicher im Umgang mit Menschen.

2. Stell anderen Menschen offene Fragen

Wenn es dir als introvertierter Mensch schwer fällt von dir zu erzählen oder frei zu sprechen, dann stell in Gesprächssituationen deinem Gegenüber offene Fragen. Das lädt deinen Gesprächspartner dazu ein, von sich zu erzählen und fördert dein extrovertiertes Verhalten. Also statt zu fragen „Gefällt dir diese Strategie?“, besser auf „Welche Strategie gefällt dir am besten?“ zurückgreifen.

Unser Tipp: Stell interessierte und offene Fragen, um deine Gespräche voran zu treiben, so nimmst du den Druck von deinen Schultern.

3. Beginne langsam auch von dir selbst zu erzählen

Wenn du dich nun in sozialen Situationen geübt hast, aktiv zuhörst und Gespräche mit offenen Fragen am Leben halten kannst, dann steht die nächste Stufe der Herausforderung an. Fange an über dich selbst zu erzählen. Schließe dich durch ein einfaches „das ist bei mir auch so“ oder „das kenne ich“ in die Gespräche und Erlebnisse der anderen ein. Erzähle kleine Anekdoten von dir oder aus deinem Leben.

Unser Tipp: Erzähl von dir, lass andere an dir und deinem Leben teilhaben!

 4. Führe Smalltalk

Smalltalk ist wichtig, es hilft Kontakte zu knüpfen, sich abzutasten und sich näher kennen zu lernen. Es lockert die Atmosphäre und füllt Wartezeiten beispielsweise zwischen wichtigen Programmpunkten eines Geschäftsmeetings. Es hilft dir dabei, Vertrauen aufzubauen und introvertierte Denkweisen zu vermeiden. Und das nicht nur bei dir, sondern auch bei deinem Gegenüber. Dabei geht es darum, sichere Informationen zu teilen und nicht zu persönlich zu werden. Ziel ist es, dass sich dein Gegenüber anfängt sich wohl zu fühlen. Vertrauen ist die Grundlage für gute Geschäftsbeziehungen und für ein extrovertiertes Auftreten.

Unser Tipp: Übe dich in Smalltalk.

5. Analysiere Gestik und Mimik

Gestik und Mimik zu lesen ist eine soziale Fähigkeit. Sie hilft dir, bessere Unterhaltungen zu führen, da du dann aus dem Verhalten und dem Gesicht deines Gegenübers lesen kannst, in welcher Stimmung sich diese Person befindet. Auch hilft es dir in Interaktionen mit Gruppen, deren typisches Verhalten zu erkennen und heraus zu finden, ob die Gruppe offen für Außenstehende ist oder nicht. So lernst du besser einzuschätzen, ob sich dein Einsatz lohnt. Dies ist zum Beispiel in Verkaufsgesprächen von großer Bedeutung.

Unser Tipp: Lerne Menschen zu lesen, sowie Gruppendynamiken zu erkennen!

6. Nimm den Moment wahr

Stürze dich während eines Gesprächs nicht in Gedanken darüber, was du vorher gesagt hast oder was du alles noch sagen willst, sondern konzentriere dich auf den Augenblick. Für Introvertierte ist dies besonders schwer, doch auf dem Weg zum extrovertierten Gesprächen ist es besonders entscheidend.

Unser Tipp: Sei im hier und jetzt und habe dein aktuelles Gespräch im Fokus!

5 Tipps für langfristiges extrovertiertes Verhalten

Änderungen sind immer schwierig. Veränderungen an deiner Persönlichkeit noch viel schwieriger. Es geht darum es anzupacken und langfristige Änderungen herbei zu führen, damit die introvertierten Handlungen kein Hindernis bei deiner Unternehmensgründung darstellen.

1. Sag Ja, keine Ausreden mehr!

Dein Ziel soll es sein, dass du dich gewohnheitsmäßig in sozialen Situationen anders verhältst. Dazu gehört, dass du diese immer wieder suchst, auch Rückschläge hinnimmst und so langfristig mehr Sicherheit und Selbstvertrauen in deinem Verhalten gewinnst. Auch wenn das Schneckenhaus lockt, so vergiss die Ausreden und stell dich den Herausforderungen.

Unser Tipp: Entscheide dich voll und ganz für deine neuen Verhaltensweisen.

2. Akzeptiere, dass du kein anderer Mensch sein kannst!

Du bist, wer du bist! Aber du kannst dein Verhalten anpassen. Akzeptiere auch die Begrenztheit in deiner Entwicklung.

Unser Tipp: Ändere was du kannst und akzeptiere, was du nicht an dir ändern kannst.

3. Lade regelmäßig deine Akkus wieder auf!

Als introvertierte Person brauchst du den Rückzug, brauchst das Alleinsein. Es ist für dich wichtig, deine Akkus wieder aufzuladen. Arbeite nicht 24/7, sonst werden deine Akkus schnell leer sein. Gönne dir Ruhepausen, um dann umso fitter für deine angestrebte extrovertiertes Verhaltensweisen zu sein.

Unser Tipp: Ruhephasen müssen von dir ebenso eingeplant werden, wie Herausforderungen. Tanke damit deine für dich notwendige Kraft.

5. Siege über dein Unbehagen!

Je mehr du es dir angewöhnst, unangenehme Situationen auszuhalten, desto weniger werden dich diese Situationen beunruhigen.

Unser Tipp: Gib deinem Unbehagen nicht nach, stell dich unangenehmen Situationen und nimm ihnen somit den Schrecken!

Fazit

Wie du siehst, gibt es nicht „die EINE Regel oder einen Tipp„, den du beherzigen solltest, um von introvertiert zu extrovertiert zu werden. Mit der Zeit solltest du vor allem stetig an deinen Verhaltensweisen arbeiten und deine Komfortzone verlassen. Denn als introvertierter Mensch wirst du immer eine gewisse Scheu besitzen, offen auf Leute zuzugehen und dich extrovertiert zu zeigen. Je häufiger du dich aber solchen unangenehmen Situationen stellst, desto gewöhnlicher und alltäglicher werden sie für dich. Sei dabei aber niemals zu streng zu dir: Wenn du nicht als extrovertierte Person geboren bist, wirst du immer ein gewisses Maß an Introvertiertheit behalten. Dies ist jedoch auch gar nicht weiter schlimm, solang du deine extrovertierte Seite in den richtigen Situationen zeigen kannst.

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Über den Autor

Nadine Reith

1995-1999 Ausbildung zur Zahntechnikerin; 1999-2001 Abitur am Abendgymnasium Saarbrücken; 2001-2008 Studium Lehramt an Gymnasien (Biologie und Chemie); 2008-2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachdidaktik Chemie bei Frau Apl. Prof. Dr. Gabriele Hornung, TU Kaiserslautern

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