Egal ob Florist oder Bäcker - wenn du einen Laden eröffnen möchtest, musst du bestimmte Schritte befolgen.Quelle: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Bevor du einen eigenen Laden eröffnen kannst, musst du gewisse Voraussetzungen erfüllen.

Wenn du als Unternehmer einen Laden eröffnen möchtest, dann stehst du erst einmal vor vielen Herausforderungen. Was sind die ersten Schritte bei einer Ladeneröffnung? Was sind die Voraussetzungen? Mit wie vielen Kosten muss ich rechnen? Wo und wie bekomme ich finanzielle Unterstützung? Und welche Regelungen gelten momentan in Corona-Zeiten? All das sind Fragen, die du dir bereits vor dem ersten Schritt in Richtung Eröffnung stellen und auch Antworten darauf finden solltest. In diesem Artikel werden wir dir alle notwendigen Phasen beschreiben und dir erklären, was es hier zu beachten gilt.

Bevor du mit dem konkreten Planen deiner Ladeneröffnung beginnst, gilt es generelle Eckdaten und Zahlen der Branche einzuholen. Ist da ein finanzielles Potenzial? Wer sind meine Konkurrenten? Bediene ich eine Nische? Bei der Recherche für das eigene Business stellt sich meistens im Vorfeld schon heraus, ob die Ladeneröffnung Erfolg verspricht oder nicht. Wer denkt, dass er diese Recherche nicht benötigt und dass dies Zeitverschwendung ist, liegt falsch, denn spätestens für den Businessplan und den Besuch bei der Bank, muss ein schlüssiges Konzept vorliegen. Damit du auch an alle wichtigen Schritte denkst, gehen wir nun zusammen den Ablauf durch.

1. Ein überzeugendes Konzept

Im ersten Schritt solltest du, wie bereits erwähnt, ein schlüssiges und überzeigendes Ladenkonzept entwickeln. Hier musst du herausfinden, womit du dein Geld verdienst, wie du dich von anderen unterscheidest, was dein USP ist, wie groß dein Team sein muss, wer deine Kunden sind, was du alles für deinen Laden benötigst und wie dein tägliches Geschäft aussehen soll. Zudem musst du dich an dieser Stelle außerdem fragen, welche Art von Geschäft du eröffnen möchtest und ob das Franchise-System für dich in Frage kommt. Das Konzept muss dich selbst überzeugen und dir alle offenen Fragen beantworten und rund herum schlüssig sein. Sammel so viele Daten über die Branche wie nur möglich und unterhalte dich auch mit Branchenexperten. Am Ende dieser Phase hast du dann ein umfassendes Konzept in der Hand, dass dich direkt zur zweiten Phase bringt – nämlich zum Businessplan.

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2. Businessplan erstellen und Finanzierung planen

Wenn du bereits Schritt eins durchlaufen hast, kannst du dein Ladenkonzept in den Businessplan einfügen und hast damit schon einen Großteil des Businessplans erledigt. Dieser Plan hilft nicht nur dir, sondern vor allem Dritte wie Partner, Banken oder Investoren Einblicke in dein Geschäftsmodell zu bekommen und herauszufinden, ob sich finanzielle Investitionen lohnen. Mit diesem Plan rechtfertigst du zusätzlich, dass du realistische Vorstellungen hast und Kredite von Banken mit einem schlüssigen Finanzplan nicht nur gut einsetzen, sondern auch nach einer gewissen Zeit zurückzahlen kannst. Daher musst du in deinem Finanzplan, der am besten die Kosten der ersten drei Jahre aufführt, zeigen, dass du Preise richtig ansetzt, eine lukrative und realistische Marge planst und zeitgleich alle anfallenden Kosten im Überblick behältst.

Businessplan erstellen: Die 10 Kapitel zum Erfolg

Neben der Finanzierung musst du auch damit überzeigen, dass du dir Gedanken zum Standort, zu deiner Zielgruppe und auch zu Marketingstrategien sowie dem Vertrieb gemacht hast. Wer genau sind meine Kunden und wie erreiche ich sie? Warum ist genau dieser Standort so lukrativ? Wie hoch dürfen die Preise sein, damit meine Ware gekauft wird? Habe ich direkte Konkurrenten in meiner Nähe? Vertreibe ich auch online meine Produkte? Wie kommuniziere ich neue Angebote oder Aktionen? Damit du einen groben Überblick über die einzelnen Kapitel erhälst, die in deinem Businessplan aufgeführt werden sollten, wollen wir dir folgende Punkte zusammenfassen:

3. Gründungsformalitäten beachten

Wenn dein Businessplan soweit steht und du die Finanzierung geregelt hast, ist es an der Zeit sich über alle notwendigen Gründungsformalitäten Gedanken zu machen. Dazu zählt nicht nur die Rechtsform, sondern auch die Gewerbeanmeldung. Letzteres beansprucht nicht viel Aufwand, da du für Beantragung eines Gewerbescheins lediglich einen Termin beim örtlichen Gewerbeamt vereinbaren musst. Für eine Bearbeitungsgebühr, die je nach Region zwischen 20 und 70 Euro kosten kann, wird dir dann ein Gewerbeschein ausgestellt.

Für die Rechtsform musst du mehr Zeit einplanen. Denn du solltest dir vorher genau überlegen, welche der vielen Rechtsformen für dich und dein Unternehmen am sinnvollsten erscheint. Ob GbR, GmbH oder Einzelunternehmen – die Wahl der richtigen Rechtsform hängt von vielen Faktoren ab. Gründest du alleine, mit einem Partner oder einem Team? Wie hoch ist dein Startkapital? Welches Risiko bist du bereit einzugehen? Wie groß ist dein Unternehmen? Hier lohnt es sich auch Rat von Experten einzuholen, da diese dir die genauen Vor- und Nachteile der einzelnen Rechtsformen aufzeigen können. Warum du dich am Ende für eine bestimmte Rechtsform entscheidest, musst du auch in deinem Businessplan begründen.

4. Personal einstellen

Je nach Geschäftskonzept brauchst du Mitarbeiter bzw. Angestellte. Diesen Schritt darfst du nicht unterschätzen, da die Mitarbeiter am Erfolg deines Ladens maßgeblich beteiligt sind. Natürlich solltest du bei der Auswahl geeigneter Angestellter darauf achten, dass sie für ihre jeweiligen Aufgaben qualifiziert genug sind. Doch vor allem solltest du auf den „Team-Fit“ achten und auch ob sie bspw. gut im Umgang mit Kunden sind. Denn passt jemand nicht ins Team und ist kommunikativ ungeschickt, kann sich das schnell negativ auf dein gesamtes Unternehmen auswirken. Um Mitarbeiter bestens in dein Geschäft zu integrieren, kannst du auch Schulungen oder Fortbildungen anbieten.

5. Marketing und Vertrieb für deinen Laden

Um deine Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen und deine Zielgruppe ohne großen Streuverlust zu erreichen, musst du dir Gedanken über deine Vertriebswege machen und welche Marketingstrategien du einsetzen möchtest. Nutzt du einen Online-Shop oder verkaufst du deine Produkte auch über andere Verkaufsplattformen? Wie sollen die Kunden von deinem Laden erfahren? Über Außen- und Printwerbung, über Anzeigen im Internet und über soziale Netzwerke? Dabei solltest du heute nicht mehr auf eine eigene Webseite und eigene Social Media Accounts verzichten. Je nachdem welche Zielgruppe du erreichen möchtest, nutzt diese die sozialen Plattformen auch um sich einfach zu informieren. Wie sind dein Öffnungszeiten und gibt es aktuelle Angebote? Kannst du lokales Marketing nutzen wie Pop-up-Events oder regionale Kooperationen? Bei all deinen Entscheidungen ist es wichtig, dass du deine Kundschaft sehr gut kennst und weißt, wie du sie am besten erreichst.

6. Versicherungen und Buchhaltung nicht vergessen

Für ein erfolgreiches Geschäft, ist die Buchhaltung essentiell. Diesen Bereich lagern viele gerne an externe Dienstleister ab, um sich vollkommen auf den Betrieb zu konzentrieren. Du kannst es aber auch selbst mithilfe von Buchhaltungsprogrammen erledigen. Diese helfen dir dabei, alle wichtigen Schritte zu beachten, sodass du auch alleine deine Buchhaltung erledigen kannst.

Besonders wichtig sind gewisse Versicherungen, die du unbedingt abschließen solltest. Dazu gehört natürlich die Krankenversicherung, aber auch bspw. eine Betriebshaftpflichtversicherung, eine Geschäftsinhaltsversicherung und auch einen Firmenrechtsschutz. Auch an dieser Stelle empfiehlt es sich Experten aufzusuchen und sich genau beraten zu lassen. Informiere dich auch am besten über die verschiedenen Tarife der unterschiedlichen Anbieter, sodass du das für dich günstigste Angebot findest.

Ladeneröffnung in Corona-Zeiten: Regelungen

Da aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie gesonderte Regelungen gelten, solltest du natürlich wissen, worauf du dich bei einer Ladeneröffnung zur dieser Zeit einlassen musst. Diese Regelungen beziehen sich besonders auf Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die du in deinem Geschäft umsetzen musst:

  • Halte die Abstandsregelung ein und gewährleiste, dass alle Kunden mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander halten können.
  • Weise darauf hin, wie die Kunden deinen Laden betreten sollen und wie die Wegeführung im Geschäft funktioniert.
  • Du solltest überall Kundenhinweise aufstellen, auf denen die Regeln zu sehen sind.
  • Deine Mitarbeiter sollten speziell geschult sein, Masken tragen und an der Kasse hinter Plexiglasscheiben arbeiten.
  • Je nach Größe deines Geschäfts, darf nur eine gewisse Anzahl an Kunden deine Geschäftsräume betreten.
  • Stelle sicher, dass du Spender für Desinfektionsmittel vor und auch im Geschäft positioniert hast.
  • Achte darauf, dass auch deine Kunden Masken tragen.

Fazit

Wenn du alle sechs Schritte während der Gründungsphase bedenkst, steht deinem Traum vom eigenen Laden nichts mehr im Weg. Je nach Themengebiet lohnt es sich auf die Ratschläge von Experten zu hören und sich weit im Voraus durch eine ausgiebige Recherche bestens zu informieren. Obwohl es momentan vielleicht ungünstig erscheint einen Laden zu eröffnen, solltest du dich davon nicht abschrecken lassen – ist deine Geschäftsidee wirklich gut, kannst du auch erfolgreich sein.

Selbstständig machen: 10 Tipps und Inspirationen

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