Kurzarbeitergeld durch CoronavirusQuelle: Sonja Birkelbach - stock.adobe.com

Im Rahmen eines neuen Corona-Hilfspakets wird das Kurzarbeitergeld in Deutschland schrittweise angehoben.

Nach stundenlangen Debatten haben sich die Spitzen auf von Union und SPD auf ein neues 10 Milliarden schweres Corona-Hilfspaket geeinigt. Vor allem für Arbeitnehmer in Kurzarbeit sind dies gute Nachrichten. Denn zum neuen Corona-Hilfspaket zählt auch die schrittweise Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. Haushalte mit Kindern dürfen zukünftig bis zu 87 Prozent Kurzarbeitergeld erwarten, kinderlose Haushalte bis zu 80 Prozent. 

Bedingt durch die wirtschaftlich schwere Lage durch das Coronavirus befinden sich derzeit hunderttausende Arbeitnehmer in Deutschland in Kurzarbeit. Bereits Mitte April lag die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet haben, bei 750.000 – 30x mehr als zur Höchstzeit der Finanzkrise im März 2009. Noch ist die genaue Summe der Deutschen in Kurzarbeit nicht bekannt. Die Hans-Böckler-Stiftung geht aber davon aus, dass bereits aktuell gut 4 Millionen Deutsche Kurzarbeitergeld beziehen. In der Finanzkrise waren es „nur“ 1,4 Millionen. Schon jetzt ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt also deutlich angespannter als in der letzten großen Wirtschaftskrise.

Kurzarbeitergeld: Bisher gab es 60 bzw. 67 Prozent

Aufgrund dessen haben sich die Koalitionsspitzen auf eine gestaffelte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes geeinigt. Beim Kurzarbeitergeld ersetzt die Bundesagentur für Arbeit einen Teil des ausfallendes Nettoeinkommens. Bisher sind dies 60 Prozent für kinderlose Beschäftigte und 67 Prozent für Arbeitnehmer mit Kindern. Nur in vereinzelten Tarifverträgen wird der Nettolohn auf fast 100 Prozent aufgestockt.

Wie eine Kurzarbeit-Studie zeigt, schneidet Deutschland damit im europäischen Vergleich besonders schlecht ab. Denn viele andere europäische Länder kompensieren den Lohnausfall teilweise bis zu 100 Prozent. Experten fordern daher schon lange eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes, da das Geld gerade für Beschäftigte im Niedriglohnsektor in Krisenzeiten ansonsten nicht ausreicht.

Kurzarbeit-Studie: Deutschland zahlt in Europa am wenigsten

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Erhöhtes Kurzarbeitergeld bis Ende 2020

Nun wird auch in Deutschland das Kurzarbeitergeld anhoben, jedoch nicht direkt. Arbeitnehmer, die ihr Kurzarbeitergeld für eine um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen, erhalten zukünftig ab dem 4. Monat des Bezugs 70 Prozent. Für Haushalte mit Kindern gelten im vierten Monat 77 Prozent. Auf 80 bzw. 87 Prozent erhöht sich das Kurzarbeitergeld ab dem 7. Monat des Bezugs. Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes gilt bis Ende des Jahres. Ebenso sollen die bereits vorhandenen Hinzuverdienstmöglichkeiten ab 1. Mai bis Ende 2020 erweitert werden.

Für die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes plant die Regierung gut eine Milliarde Euro ein. Von den 10 Milliarden Euro des neuen Hilfspaket fallen außerdem 5 Milliarden für einen ebenfalls beschlossenen abgesenkten Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie auf 7 Prozent an. Weitere vier Milliarden sind für die Verlustvorrechnung von kleinen und mittleren Unternehmen eingeplant. Außerdem sind 500 Millionen für die Unterstützung des digitalen Unterrichts für Schüler vorgesehen.

Kurzarbeit: Die wichtigsten Regeln in Zeiten von Corona

Quelle: FAZ / Die Zeit

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