Hummingbird Keywordsuche

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Die Zeiten, in denen man auf das eine Keyword hinoptimierte, sind vorbei. Denn Google beherrscht seit der Einführung des Hummingbird-Updates 2013 die semantische Suche. Das ist keine Neuigkeit, aber nach wie vor relevant, wenn es darum geht, die richtigen Schlüsselworte zu finden, um wiederum über Google gefunden zu werden – was nicht so einfach ist.

Semantische Suche bedeutet nämlich, dass nicht nur ein einzelnes Wort oder eine Wortkombination gesucht werden. Stattdessen wird auch der Kontext beachtet. Wie auch auf der letzten Google Performance Summit erneut betont wurde, liegt Google viel daran, Absicht und Kontext hinter den Suchanfragen zu berücksichtigen. Nur so können den Usern für sie relevante Ergebnisse und für sie interessante Werbeanzeigen angezeigt werden. Wenn Nutzer nämlich eine Suchanfrage starten, wollen sie in der Regel eins von drei Dingen:

    • einen bestimmten Ort (und den Weg dorthin) finden
    • etwas kaufen
    • etwas wissen

Bei Anfragen der Typen transaktional („kaufen wollen“) und informational („wissen wollen“) kommt die semantische Suche ins Spiel. Mit ihr kann Google anhand der Informationen, die es bereits über den User hat, den Kontext bestimmen und dann Seiten nach den richtigen Inhalten durchsuchen. Da ein Keyword nicht unbedingt Aufschluss darüber gibt, ob zum Thema informiert oder entsprechende kommerzielle Angebote gemacht werden, wird dabei mit Hintergrundwissen und mit dem Keyword assoziierten Begriffen gearbeitet. Der Algorithmus versucht so, sich in Bezug auf Sprache ähnlich zu verhalten wie das menschliche Hirn. Schnell und präzise sollte er, so seine Schöpfer, dabei arbeiten – wie ein Kolibri – englisch Hummingbird – der mit 50 Flügelschlägen pro Sekunde zielgenau von Nektarquelle zu Nektarquelle schwirrt.

Viel hilft nicht viel

Natürlich hat die Keyword-Dichte Einfluss auf das Ranking. Der ideale Wert ist allerdings ein Schätzwert. Vor Hummingbird wurde immer wieder empfohlen, über eine hohe Keyword-Dichte ein gutes Ranking zu erzielen. Das Ergebnis waren Webseiten und Texte, die an akutem Keyword-Stuffing-Syndrom litten: Keyword-Anhäufungen mit wenig Mehrwert, denen fast sofort anzusehen war, dass sie für die Suchmaschine und nicht für die User geschrieben worden waren.

Keyword Stuffing

Das von Google im Leitfaden gelieferte Negativbeispiel zeigt einen typischen mit Keywords überfrachteten Text. – Quelle: Screenshot

Sowas wirkt heute nur noch „spamy“ und aggressiv.
Schlimmer noch, wer sich die Mühe macht, das Keyword möglichst oft in einem Text unterzubringen, wird von Suchmaschinen abgestraft. In seinem Leitfaden rät Google deshalb explizit von Content mit zu vielen Schlagworten ab.

5 Tipps für die Keyword-Recherche

Dass das Diktat des einen Keywords nicht mehr existiert heißt nicht, dass Du kein Haupt-Keyword brauchst. Dieses Haupt-Keyword bildet jedoch nur ein Standbein bei der Suchmaschinenoptimierung. Das andere Standbein besteht aus Deinen Neben-Keywords, bei denen es sich um sinnverwandte Begriffe handelt. Du kannst Dich hier weiter fassen als beim Haupt-Keyword oder ins Detail gehen. Nehmen wir an, dass Dein Hauptkeyword „Aalaufzug“ lautet. Dann wären mögliche Neben-Keywords hier „Fischlift“ oder „Aalaufzug selbst bauen“.

Die folgenden 5 Tipps helfen Dir, einen passenden Satz Schlüsselworte zu ermitteln:

1. User First
Eigentlich haben Du und Google das gleiche Ziel: Ihr wollt die User erreichen und ihnen geben, wonach sie suchen. Frage Dich dementsprechend zunächst: Was für eine Art von Webseite will ich optimieren? Und mit welcher Motivation geben User das Keyword ein, das sie zu mir führt? „Aalaufzug selbst bauen“ würde, um beim Beispiel zu bleiben, besser zu einer informationalen Suche passsen. „Aalaufzug Erfahrung“ wäre eher ein Keyword für einen Blogeintrag und „Aalaufzug mieten“ würde zu einer transaktionalen Suche passen.
Darüber hinaus sind die von Google Suggest unter dem Suchfenster vorgeschlagenen verwandten Begriffe ein guter Hinweis darauf, was User in diesem Kontext suchen.

2. Spezifisch ist besser
Das Problem bei vielgesuchten Begriffen ist auch, dass sie oft zu unspezifisch sind. Wer nach Aalen googelt interessiert sich vielleicht gar nicht für Aalaufzüge, so dass es bei näherem Hinsehen gar nicht mehr erstrebenswert ist für „Aal“ ein hohes Ranking zu erzielen. Durch spezifische Suchkombinationen wiederum kommst Du nicht nur Nutzern entgegen. Du besetzt damit ganz spezifische Nischen. Hier geben die „Verwandten Suchanfragen“ potentiell nützliche Hinweise.

Google Verwandte Suchanfragen

Screenshot

3. The Long Tail
Hilfreich ist hier auch der Google Adwords Keyword Planner. Mit diesem Tool kannst Du sehen wie viele Suchanfragen durchschnittlich unter dem jeweiligen Keyword pro Monat anfallen. Werbeanzeigen zu stark gefragten Suchbegriffen über Google zu schalten kostet natürlich mehr. Gleichzeitig verrät Dir der Keyword Planner auch, wo noch weniger umkämpfte Nischen sind. Er gibt Dir somit konkrete Hinweise auf mögliche Longtail-Keywords. Mit Longtail-Keywords sind hier Begriff-Kombinationen gemeint, die seltener gesucht, aber dafür auch seltener verwendet werden, so dass Du hier mit weniger Mitbewerbern um die besten Plätze im Ranking buhlst. Diese entsprechen aber automatisch auch spezifischeren Anfragen.

Es muss allerdings auch nicht immer der Keyword Planner sein. Alternativen dazu haben wir an dieser Stelle aufgeführt.
Du kannst Dich hinsichtlich dieser Longtail-Keywords auch an spezifischen Nutzeranfragen orientieren. Hier helfen Dir W-Fragen-Tools, die es ab der Preisstufe „kostenlos“ gibt. Kostenfrei ist zum Beispiel: www.w-fragen-tool.com

4. Von der Konkurrenz lernen
Potentielle Keywords erkennst Du, wenn Du Dir die jeweiligen Suchergebnisse ansiehst. Ähnelt Deine Seite denen, die es in der SERP (Search engine results page), ganz nach oben geschafft haben? Werden überwiegend Infoangebote zum Thema angezeigt oder Shops? Siehst Du eine Chance, es mit Deinem Content in die oberen Ranking-Ränge zu schaffen? Das sind Fragen, die Dir bei der Auswahl Deines Keyword-Sets helfen können.

5. Sammle Suchbegriffe mit System

Schlüssel Worte

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Eine Excel-Tabelle hilft Dir, die gefundenen Suchbegriffe zu sortieren. Für die Auswahl wichtig sind die Dimensionen: „Menge der Suchanfragen“, „Verwendung Haupt- oder Nebenkeyword“, „Herkunft“ und „Verwendung“. Synonyme, Longtail-Keywords und verwandte Begriffe können weitere Spalten füllen. Wichtig ist nur, dass Du den Überblick behälst und am Ende Aussagen zur Qualität der von Dir ermittelten Keywords machen kannst, um Dich für die Erfolgversprechendsten zu entscheiden.

Zusammenfassend:

Das Hummingbird-Update hat die Suchmaschinenoptimierung komplexer gemacht. Es erhöht aber auch die Chance, dass hochwertiger Content belohnt wird und macht es lohnenswert, auch die mit dem Haupt-Keyword verwandten Suchbegriffe abzudecken. Diese zu finden kostet ein wenig Geduld, weil Du nicht nur auf das Suchvolumen Deines einen Keywords achten, sondern nach Möglichkeit den gesamten Suchkontext überblicken musst. Die Tools, die Google und andere zur Verfügung stellen, können Dir jedoch die Suche nach den richtigen Worten erleichtern. Bedenke dabei immer, dass Google und den User mit seinen ganz spezifischen Wünschen glücklich zu machen nun nicht mehr zwingend zwei unterschiedliche Aufgaben sind.

Hast Du Ergänzungen? Kannst Du weitere nützliche Tools empfehlen? Oder hast Du Fragen oder Deine ganz eigene Taktik bei der Schlüsselwortsuche? Wir freuen uns über Feedback und Kommentare!