Interview mit dem Geschäftsführer der Bestcatch GmbH Manuel Wörle

Personalgewinnung in der Bau- und Handwerk-Branche: Social Recruiting als Chance?

„Handwerk hat goldenen Boden“ – ein Blick in die Auftragsbücher vieler Handwerks- und Baubetriebe bestätigt das. Trotzdem stehen die Branchen vor großen Problemen: Der Fachkräftemangel macht sich immer mehr bemerkbar und sorgt dafür, dass offene Aufträge nur schleppend bearbeitet werden können. Einer IW-Studie zufolge hat sich die coronabedingte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt wieder umgedreht: 201.411 offenen Stellen standen der Studie zufolge schon 2021 nur 139.256 arbeitslose Handwerker entgegen. Angesichts dieser Lücke müssen Handwerks- und Baubetriebe um die besten Fachkräfte kämpfen und dabei auch besondere Wege gehen. Einer davon ist das Recruiting 4.0 über soziale Medien. Wir haben darüber mit Manuel Wörle, Experte für Social Recruiting und Geschäftsführer der Bestcatch GmbH, gesprochen.

Dein Unternehmen Bestcatch hat sich dem Social Recruiting gewidmet. Warum gerade soziale Medien für die Suche nach Fachkräften?

Manuel Wörle: Social Recruiting ist aus meiner Sicht nicht einfach nur eine gute Ergänzung, sondern eine Notwendigkeit. Denn in den verschiedenen sozialen Netzwerken sind die unterschiedlichsten Zielgruppen aktiv, damit auch qualifizierte Fachkräfte. In einigen Netzwerken finden sich überwiegend junge Menschen, während gerade Plattformen wie Facebook oder Instagram auch Personen mittleren Alters ansprechen. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung: Die sozialen Netzwerke sind das Massenmedium unserer Zeit, deshalb ist es sinnvoll, genau dort mit Stellengesuchen aktiv zu sein.

Das klingt fast wie die Vermarktungsstrategie für ein neues Produkt.

Manuel Wörle (lacht): Das ist auch genau unser Ansatz. Die meisten Bau- und Handwerksbetriebe suchen dringend nach Fachkräften, während die Auftragsbücher meist voll sind. Dennoch wird es potenziellen Bewerbern oftmals immer noch viel schwerer gemacht als potenziellen Kunden. Dabei ist es sinnvoll, die offene Stelle wie ein Produkt zu sehen, welches es gegenüber qualifizierten Fachkräften zu vermarkten gilt. Klar, denn gute Fachkräfte können sich ihren Arbeitsplatz schließlich regelrecht aussuchen und wollen deshalb überzeugt werden. Ein standardisiertes Gesuch a la „Ich habe Arbeit“ reicht da nicht mehr.

Wie läuft so eine Suche im Einzelnen ab?

Manuel Wörle: Tritt ein Handwerks- oder Bauunternehmen mit entsprechendem Bedarf an uns heran, liegt der erste Schritt darin, das Unternehmen erstmal gründlich zu scannen:

  • Wofür steht das Unternehmen?
  • Was macht das Unternehmen aus?
  • Wo liegen potenzielle Besonderheiten?

Zusätzlich werfen wir auch einen genaueren Blick auf die offenen Stellen selbst: Welche Vorteile erhalten Bewerber, welche Anforderungen sind gegeben? Auf Basis dieser Informationen können wir sicherstellen, dass die Stellenanzeigen auch wirklich interessant für die gesuchten Fachkräfte sind. Neben ansprechenden Anzeigen entwerfen wir auch digitale Bewerbungsprozesse, welche eine Schnell-Bewerbung in wenigen Minuten und ohne Unterlagen ermöglichen. Das ist für sich schon ein sehr guter Mix. So richtig wirkungsvoll wird es aber natürlich erst dann, wenn diese Gesuche in den sozialen Netzwerken ausgespielt werden, wo auch die meisten Fachkräfte erreicht werden können.

Manuel Wörle Geschäftsführer der Bestcatch GmbHBildquelle: Bestcatch GmbH
Manuel Wörle ist Experte für Social Recruiting und Geschäftsführer der Bestcatch GmbH.

Wo liegen die Vorteile im Vergleich zu anderen Methoden der Personalgewinnung?

Manuel Wörle: Der größte Vorteil ist ganz klar die Kosteneffizienz. Im Schnitt bezahlen unsere Kunden insgesamt nicht mal ein Gehalt pro Einstellung – obwohl nahezu jede Stelle in vier Wochen besetzt werden kann. Dadurch werden enorme Summen an entgangenem Umsatz durch offene Stellen verhindert. Viele Betriebe sind sich gar nicht darüber im Klaren, was es kostet, wenn eine Stelle sechs Monate anstatt einen Monat offen ist. Da sprechen wir nicht nur von entgangenem Umsatz im fünf- bis sechsstelligen Bereich pro Stelle, sondern auch von einer Mehrbelastung der anderen Mitarbeiter. Das führt dann schnell zu mehr Krankenständen durch Stress, allgemeiner Unzufriedenheit und im schlimmsten Fall zu weiteren Abgängen, welche die Situation nur noch weiter verschärfen.

Denkst Du, dass der Fachkräftemangel in Zukunft noch größer wird?

Manuel Wörle: Na klar, jede Prognose belegt, dass sich die Situation gerade für Handwerks- und Baubetriebe noch verschärfen wird. In den nächsten Jahren gehen immer mehr der Babyboomer in Rente und hinterlassen eine große Lücke. Der Wettbewerb um die besten Fachkräfte wird also künftig noch härter und intensiver. Aus diesem Grund ist es für die Betriebe essenziell, sich bei der Suche nach neuen Mitarbeitern frühzeitig gut zu positionieren. Genau hier setzen wir an und möchten Handwerks- und Baubetriebe unterstützen.

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