Startup Laviu im Interview

© Laviu

Hightech-Sexspielzeug ist eine Nische und auch hier sind Startups Motoren der Innovation. Während viele Edel-Toys einem iPhone in Sachen Design in nichts nachstehen, ist die Technologie oft ausbaufähig. Eine innovative Verbesserungs- und Gründungsidee kam auch der Ingenieurin Julia Ryssel und dem Produktdesigner Martin Cirillo-Schmidt im Rahmen eines Studienprojekts des Fraunhofer-Instituts. Warum nicht Raumfahrttechnik für das Schlafzimmer nutzen und die Lovetoy-Technologie auf die nächste Stufe heben? Immerhin ist das Geräusch einer der Hauptkritikpunkte von Nutzern und Nutzerinnen von Sextoys.
Julia und Martin begannen einen lautlosen Prototypen zu entwickeln und gründeten das Startup Laviu. Das Ergebnis sind der Laviu One und der Laviu Rabbit, vibrierende und pulsierende Kunstwerke, die es in sich haben: Die in dem Lovetoy verwendete Silent-Touch-Technologie ließen die beiden Gründer patentieren. Nun soll das Hightech-Lovetoy in Deutschland in die Serienproduktion gehen. Hierzu holen sich die beiden Gründer die Unterstützung der Crowd. Am. 01.11. geht es los, dann startet die 44-tägige Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo.

Hallo ihr beiden, würdet ihr uns in eigenen Worten noch einmal mehr zu eurer Indiegogo-Kampagne erzählen?

LAVIU: Mit unserer Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo ist es erstmals möglich, sich unsere Lovetoys verbindlich vorzubestellen! Es gibt mittlerweile viele Leute, die uns schreiben, dass sie sich für unsere Toys interessieren und sie endlich ausprobieren wollen. Ihnen möchten wir die Chance bieten, die Toys vorzubestellen und als Erste in den Händen zu halten. Außerdem möchten wir eng in den Austausch mit unseren Fans gehen und erfahren, was sie sich zukünftig für neue Lovetoys wünschen. Wir wollen wissen, was den Leuten gut gefällt und was wir als nächstes entwickeln können. 

Wie seid ihr aus dem Fraunhofer-Institut in die Gründerszene gelangt?

LAVIU:Das Fraunhofer Institut ist ein technischer Partner von uns, der uns bei der Produktentwicklung und dem Einsatz geeigneter Materialien unterstützt. Wir arbeiten seit Juli 2016 mit dem Institut zusammen und schätzen die Zusammenarbeit sehr. Selbst gearbeitet haben wir beim Fraunhofer Institut jedoch nicht.

Was hat euch den Impuls zur Selbstständigkeit gegeben?

LAVIU:Zum einen sind wir selbst von Anfang an und jeden Tag wieder von der Idee begeistert, lautlose Lovetoys herzustellen. Es gibt mittlerweile so viele technische Neuerungen bei Produkten wie Handys, Autos oder Waschmaschinen. Und auch Lovetoys haben monatlich neue aufregende Features, aber was uns und übrigens auch andere immer noch gestört hat: sie machen alle Geräusche. Da dachten wir, das können wir auch selbst anpacken. Außerdem fanden wir die Möglichkeit reizvoll, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Das heißt, das Unternehmen und Produkt so zu gestalten, wie es uns selbst am besten gefällt. Zum Beispiel war von Anfang an klar, dass unsere Toys absolut hochwertig sein sollen, wir wollten medizinisch geprüfte Materialien verwenden und in Deutschland produzieren.

Was begeistert euch an Hightech?

LAVIU:Wir wollen Hightech für die Menschen spürbar machen. Die Technologie, die wir für unsere Toys einsetzen, ist hoch innovativ und wird bereits in anderen Bereichen des Lebens eingesetzt. Wir fanden sie aber perfekt geeignet für Lovetoys. Viele Nutzer haben das Bedürfnis, dass kein störendes Geräusch vom Liebesspiel ablenken soll. Genau hier setzen wir an und bieten einen echten Mehrwert. So ein Hightech-Produkt für das tägliche, echte Leben zu entwickeln, macht unheimlich Spaß.

Laviugründer Interview

Gründerteam Julia Ryssel und Martin Cirillio Schmidt © Laviu

Die Silent Touch-Technologie ist ein jüngerer Bruder von Technik, die so auch in der Luft- und Raumfahrt Verwendung findet. Wollt ihr uns verraten, was ihr da zweckentfremdet habt?

LAVIU:Wir nutzen ‚smart materials‘, so genannte intelligente Materialien. Das heißt, es sind Werkstoffe, die selbständig auf Umwelteinflüsse reagieren und elektronisch angesteuert eine ziemlich lebensnahe Bewegung umsetzen. In unseren Lovetoys ergibt das eine sinnliche Massage der erogenen Zonen und zwar ohne jegliches Geräusch. Wir brauchen dadurch auch keinen Elektromotor zum Antrieb wie viele andere Toys, die vibrieren oder pulsieren. Und genau so haben wir uns ein Lovetoy immer gewünscht und vorgestellt.

Ein guter Name ist enorm wichtig. Wie seid ihr auf den Namen „LAVIU“ gekommen? Wie viel Zeit ist in die Namensfindung geflossen?

LAVIU:Die Namensfindung war ein längerer Prozess. Tatsächlich haben wir uns eher vom Klang her angenähert. Der Name sollte sanft und weich klingen, gleichzeitig auch freudig und lebendig und er sollte natürlich zu uns passen. LAVIU steht für Sinnlichkeit, Genuss und Lebensfreude. Wir hatten mehrere Ideen, die uns einfielen und uns auch gefallen haben. Dann haben wir noch URLs und Namensrechte überprüft und ein paar Nächte darüber geschlafen. LAVIU verbindet für uns am besten den schönen Klang und den Sinn, der für uns auch in der Doppeldeutigkeit von „love you“ liegt. Ob es eine Kurzform von „I love you“ oder von „love yourself“ ist, kann jede und jeder für sich selbst entscheiden. Wir finden, wir haben einen wunderbaren Namen für unsere lautlose Revolution der Lovetoys gefunden.

Welche Vorteile hat es, auf Deutschland als Herstellungsort zu setzen?

LAVIU:Da sehen wir viele Vorteile. Zum einen sprechen deutsche Produzenten und wir einfach die gleiche Sprache, wenn es um Qualität geht. Unter Qualität versteht eben jeder etwas anderes, und wir haben für unser Toy einen sehr hohen Anspruch an die Zusammensetzung und Verarbeitung der Materialien. In Deutschland können wir uns die Produktion vor Ort ansehen und uns einen eigenen Eindruck verschaffen. Wenn doch mal was reklamiert werden muss, sind zudem die Wege kurz. 

Was sind eure Zukunftspläne, wenn das Fundingziel erreicht wird und die Serienproduktion gut läuft?

LAVIU:Wir wollen in Zukunft natürlich viele weitere spannende Toys entwickeln und technisch immer die Nase vorn haben. Dafür wollen wir viel mit unseren Kunden und Kundinnen sprechen und eng mit ihnen im Austausch bleiben.

Der Laviu One und der auf eurer Seite ebenfalls vorgestellte Laviu Rabbit sind vornehmlich Frauentoys, habt ihr vor euer Sortiment zukünftig auch für Männer zu erweitern?

LAVIU:Wir wollen prinzipiell nicht vorschreiben, wer unsere Toys wie nutzt. Vielfalt und offener Umgang mit verschiedenen Sexualitäten sind uns wichtig. Wir planen aber unter anderem ein Toy, was vor allem auf die Bedürfnisse bei analer Nutzung abgestimmt ist. In den nächsten Jahren sehen wir uns als Hersteller von Produkten für alle Geschlechter, Größen und Vorlieben.

Was würdet ihr angehenden Gründern und Gründerinnen vor dem Hintergrund eurer eigenen Gründungserfahrung für Tipps mit auf den Weg geben?

LAVIU:Sprecht immer wieder über eure Idee, möglichst oft und mit möglichst verschiedenen Menschen. So kann man die Idee aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und an der Kritik wachsen, vorausgesetzt sie ist konstruktiv.

Gründer.de bedankt sich herzlich für das Interview mit Laviu!

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