Das Betriebsklima ist zwar innerhalb von Unternehmen keine messbare KPI, wirkt sich aber konkret auf die Produktivität und natürlich auch die Atmosphäre am Arbeitsplatz aus. Unternehmern, Führungskräften und Personalern sollte deshalb gleichermaßen daran gelegen sein, die Büroeinrichtung als intelligentes Instrument zur Steigerung der Produktivität zu nutzen. Während die Hierarchie, der Zusammenhalt unter Mitarbeitern und die Work-Life-Balance eine große Rolle spielen, kannst du vor allem direkt am Arbeitsplatz Veränderungen treffen, die sich schon kurze Zeit später auszahlen werden.

Thank God it’s Friday: So muss es nicht unbedingt sein

Die meisten Angestellten arbeiten in Deutschland in einer 40-Stunden-Woche, das heißt für mindestens acht Stunden am Tag ist das Büro ihr zweites Zuhause. Letzteres ist vor allem auf Wohnlichkeit ausgerichtet, soll deinen Geschmack widerspiegeln und zu einem Ruhepol avancieren. Am Arbeitsplatz hingegen gilt es Komfort mit Produktivität zu kombinieren. Die Büroeinrichtung sollte dazu beitragen, dass du dich wohlfühlst, dennoch aber konzentriert im geschäftlichen Umfeld arbeiten kannst. Diese Balance gilt es zu finden und zu nutzen. Ein zu bequem und wohnlich eingerichtetes Büro könnte sich nachteilig auf die Produktivität auswirken, ein hingegen steriler Arbeitsplatz, an dem man sich nicht wohlfühlt, wird sich zwangsweise schlecht auf die Atmosphäre auswirken. Daher gilt es Kompromisse zu suchen, die beide Seiten der Medaille bedienen.

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Ruhezentren gehören in ein Büro nicht weniger als in das Zuhause

Ein Ort, an dem Mitarbeiter abschalten, in Ruhe miteinander sprechen und neue Energie tanken können, ist im Büro immer gut aufgehoben. Wie dieser Ort aussieht, hängt mitunter maßgeblich von der Branche ab. Start-Ups, Werbeagenturen und Co., die generell auf eine lockere Atmosphäre ausgelegt sind, könnten dafür beispielsweise eine eigene Saft- und Obstbar ins Büro integrieren. Hier gäbe es für dich täglich frisches Obst und leckere Smoothies, mit denen alle einmal eine Auszeit vom Arbeitsplatz und PC bekommen, zugleich aber eine Stärkung erhalten und sich wieder neu ausrichten können. Aquarien in unmittelbarer Sichtweite des Arbeitsplatzes sind ebenfalls eine Überlegung wert, da sie beruhigend wirken, maßgeblich zur Atmosphäre in einem Büro beitragen und zwischen Technologie, Konferenzräumen und Smartboards ein natürliches Element anbieten.

Je nach Größe des Büros sind sogar ganze Lounge-Zentren denkbar, so wie diese bei fortschrittlichen Unternehmen wie Google oder Facebook längst dazugehören. Sitzsäcke, kleine Kaffeetische und mitunter sogar ein Tischkicker, Billardtisch oder eine Dartscheibe schaffen einen Ausgleich zur Arbeit und sorgen für Beschäftigung in der Pause. Diese Freiheiten wirken sich nicht nur dann positiv auf das Betriebsklima aus, wenn Kollegen und du Pause machen, sondern sorgen generell für eine positive Stimmung. Niemand bekommt so das Gefühl, dass er acht Stunden oder länger pro Tag in einer technologischen Zelle ohne Ruhepol und Unterhaltung „gefangen“ sei. Auch das trägt maßgeblich zur Work-Life-Balance teil, schließlich lässt sich diese nicht nur an deinen gearbeiteten Stunden bemessen.

Grünpflanzen sind eine weitere, sogar ziemlich günstige Option. Sie versprühen Leben, bringen Farbe in dein Büro und machen dieses etwas wohnlicher. Zudem wirken sie einladend und freundlich, wenn Besuch von Kunden und/oder Geschäftspartnern ins Haus steht. Kahle Wände, ohne jegliches Grün, wirken hingegen kalt und ausladend. Das kann sich langfristig aufs Gemüt legen, insbesondere in den kalten und dunklen Herbst- sowie Wintermonaten, wo selbst der Blick aus dem Fenster nicht viel Positives verspricht. Stattdessen solltest du darauf achten, dass mindestens jeder Raum über eine große und eventuell noch eine kleine Grünpflanze verfügt. Im Eingangsbereich und in Konferenzräumen werden sie wegen ihrer einladenden und freundlichen Wirkung ebenfalls gern genutzt.

Individuelle Arbeitsplätze nicht nur zulassen, sondern diese aktiv fördern!

Du und deine Kollegen sind Individuen, die ihre ganz eigenen Präferenzen hinsichtlich der Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes hegen. Diese individuelle Entfaltung sollte unterstützt werden, beispielsweise über ergonomische Arbeitsplätze. Möbelstücke wie Tisch, Stuhl und Monitore müssen sich so ausrichten lassen, dass sie zu deiner Körpergröße passen. Alles andere endet langfristig in Rückenschmerzen und kann sogar Ausfallzeiten durch Krankheiten begünstigen. Besonders beliebt sind aktuell höhenverstellbare Tische, mit denen du sogar im Stehen arbeiten kannst. Das wirkt sich positiv auf die Haltung aus und bietet Abwechslung. Höhenverstellbare Tische sind in der Anschaffung mitunter etwas teurer, lassen sich dafür aber individuell auf die Körpergröße und persönlichen Bedürfnisse ausrichten. Daher handelt es sich hier um Investitionen, die selbst nach einem Arbeitsplatz- oder Mitarbeiterwechsel nicht an Wert einbüßen.

Zur Gestaltung von Arbeitsplatz und Büro gehört außerdem die Beleuchtung. Langgezogene Neonröhren, die zwar hell, aber ein sehr kaltes Licht abgeben, sind spätestens seit der Jahrtausendwende ein Auslaufmodell. Cleverer ist, wenn du stattdessen auf warmes LED-Licht setzt. Nicht nur sind die LEDs günstiger im Stromverbrauch, sie versprühen zudem ein warmes und dennoch helles Licht. Zudem haben sie keine „Hochfahrzeit“, bis sie ihre eigentliche Lichtstärke erreichen. Eine Schreibtischlampe und punktuell angebrachte Spots, um dunkle Ecken in Büros auszuleuchten, sind die treffende Ergänzung dazu. Besonders im Winter zeigt sich deren Vorteil, denn durch entsprechende passive und aktive Lichtquellen kannst du Trägheit und Müdigkeit verhindern, während die Konzentration gesteigert wird. Ein klares Argument für mehr Produktivität im Büro also.

Auf die spätere natürliche Beleuchtung könnte bereits der Anschaffung der Gewerbeimmobilie geachtet werden. Fensterfronten spenden natürliches Licht, sollten aber mit blickdichten Rollos oder Plissees ausgestattet werden, um nicht abblendend auf deine Monitore zu wirken.

Das Büro als individuelles Territorium

Der Organisationspsychologe Graham Brown hat in einer Studie ermittelt, dass am Arbeitsplatz vor allem drei Arten der Einrichtung und Gestaltung vorherrschen: Kontrollmarken, Identitätsmarken und Verteidigungsmarken. Eine Kombination ist empfehlenswert. Kontrollmarken sind Möbelstücke und Accessoires, mit denen man seinen Arbeitsplatz der Außenwelt tatsächlich als „seinen“ kommuniziert, beispielsweise Aktenstapel, Posteingangsfächer oder Namensschilder. Identitätsmarken sind die persönlichen Komponenten, darunter zum Beispiel eigens aufgehängte Bilder an der Wand oder Fotos der Liebsten auf dem Schreibtisch. Verteidigungsmarken sind all die Elemente, die Sicherheit kommunizieren, zum Beispiel abschließbare Schubladen.

Wer seinen eigenen Arbeitsplatz besser und effizienter einrichten möchte, sollte darauf achten, dass diese drei Marken bedient werden, um sich einerseits wohlzufühlen aber andererseits auch weiter produktiv arbeiten zu können. Die Geschlechter spielen ebenfalls eine Rolle. Frauen mögen es eher, wenn ein Büro beziehungsweise ein Arbeitsplatz perfekt zum Pflegen von Kontakten geeignet ist, wo man sich auch einmal zurückziehen kann und wo viele persönliche Elemente fest dazugehören. Männer mögen hingegen eher Eindruck schinden und achten auf große, hochwertige Möbel, weitläufige Fenster und bei der Einrichtung mehr auf spartanische, aber dennoch Status vermittelnde Elemente.

Letztlich spielt im Büro deshalb auch eine Rolle, was die eigenen Mitarbeiter möchten. Ein junges Team mit einem Durchschnittsalter unter 30 hat mitunter andere Erwartungen und Ansprüche, als ein gesetztes Team mit einem Durchschnittsalter jenseits der 40. Chefs und Entscheider sind deshalb gut damit beraten, den offenen Dialog zu suchen und ihre neuen Einrichtungselemente und Ruhezonen entsprechend mit dem eigenen Team abzustimmen. Dann fühlt sich später auch niemand vor den Kopf gestoßen.