Es wird oft diskutiert, ob das Recht auf einen Heimarbeitsplatz gesetzlich garantiert werden sollte. Arbeitsminister Hubertus Heil spricht sich positiv dafür aus. Doch laut einer US-amerikanischen Studie zur Heimarbeit des Softwareunternehmens Asana bevorzugt nur die Minderheit der Deutschen einen Heimarbeitsplatz. Die Meisten freuen sich momentan auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz im Büro des Unternehmens. Damit liegt Deutschland international an der Spitze.
73 Prozent der Deutschen vermissen ihr gewohntes Arbeitsumfeld
Für die Studie zur Heimarbeit wurden 5.140 Vollzeit-Angestellte aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Japan und den USA über ihre Erfahrung mit der Fernarbeit befragt. Voraussetzung hierfür war, dass sie schon vor der Corona-Zeit mindestens 50 Prozent ihrer Arbeit am Computer verbringen. Die Altersgruppe lag zwischen 35 und 44 Jahren, die Hälfte der Befragten war weiblich.
Demnach wollten nur 36 Prozent der befragten 1.000 deutschen Arbeitnehmer nach dem Ende der verordneten Fernarbeit weiterhin hauptsächlich im Heimbüro arbeiten. In Australien sind es hier 53 Prozent, in den USA die Hälfte. 47 Prozent der Japaner wollen weiterhin im Homeoffice bleiben, bei den Briten sind es 46 Prozent. 73 Prozent der Deutschen vermissen hierbei ihr gewohntes Arbeitsumfeld, dabei liegen sie aber hinter den Australiern mit 80 Prozent, den Briten und den Amerikanern.
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Quarantäne treibt Digitalisierung voran
Trotzdem gab es in der Studie zur Heimarbeit international auch viele Gemeinsamkeiten. Mehr als die Hälfte der Befragten hatten durch den überstürzten Umzug ins Homeoffice durch die Corona-Krise Schwierigkeiten, weil es an einem Schreibtisch, Computer oder einer zuverlässigen Internetverbindung mangelte. Dafür treibt die Quarantäne jedoch auch die Digitalisierung voran. Knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, digitale Tools nun häufiger zu verwenden. Jeder fünfte nahm dabei zum ersten Mal von diesen Gebrauch. Dass 55 Prozent der Befragten meinen, dass ihre Produktivität durch die Verwendung von Software zum Managen ihrer Arbeit steige, muss jedoch von anderen unabhängigen Studien bestätigt werden. Schließlich verdient die Softwarefirma Asana damit ihr Geld.

Leoni Schmidt