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Minijob: Mitarbeiter in der Gründungsphase einstellen

Mitarbeiter auf Minijob-Basis einzustellen bietet sich besonders in der Gründungs- oder Wachstumsphase deines Unternehmens gut an. Hierbei ist nur wenig bürokratischer Aufwand notwendig und die Jobs können flexibel und schnell vergeben werden. Trotzdem gibt es auch hier einige Dinge, die du als Arbeitgeber beachten solltest. Wir verraten dir, welche das sind.

Definition: Was ist ein Minijob?

Bei Minijobs handelt es sich um geringfügige Beschäftigungen mit höchstens 450 Euro monatlichem Arbeitsentgelt oder einem Arbeitseinsatz von maximal 70 Tagen pro Jahr. Das entspricht einer Verdienstgrenze von 5.400 Euro im Jahr. Bei einem Minijob zahlst du als Arbeitgeber weder in die Arbeitslosenversicherung noch in die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung ein. Auch Steuern müssen in der Regel nicht gezahlt werden. Wer regelmäßig im Monat mehr als 450 Euro, aber höchstens 1.300 Euro verdient, gilt als Midijobber und zahlt etwas weniger Sozialversicherungsbeiträge. Überschreitet der Arbeitnehmer die monatliche Arbeitsentgeltgrenze innerhalb des maßgebenden Zeitjahres in mehr als drei Monaten, liegt keine geringfügige Beschäftigung mehr vor.

Eine Ausnahme gibt es jedoch, wenn der Minijobber aus unvorhersehbaren Gründen die Entgeltgrenze überschreitet. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn er einen Vollzeitbeschäftigten vertritt, der länger ausfällt. Dann gilt die Beschäftigung trotz Überschreitung der Grenze als geringfügig entlohnt, wenn ein gelegentliches unvorhersehbares Überschreiten für höchstens drei Monate im Jahr vorliegt.

Vorteile und Nachteile von Minijobbern

Es kann sich für ein Unternehmen durchaus lohnen, einen oder mehrere Minijobber einzustellen. Gerade wenn sich dein Unternehmen noch in der Gründung- oder Wachstumsphase befindet. In dieser Zeit können Minijobber durchaus Vollzeitjobber ersetzen oder ergänzend zu diesen eingesetzt werden.

Vorteile

  • spontanes Einstellen von Minijobbern kann für Arbeitsentlastung sorgen
  • sie lassen sich flexibel einsetzen, beispielsweise am Wochenende
  • bürokratische Aufwand beim Einstellen von Minijobbern ist geringer
  • Arbeitgeber können Mitarbeiter durch einen Minijob besser kennenlernen, bevor sie diese als Vollzeitkraft einstellen

Nachteile

  • Minijobber sind nicht so in das Unternehmen integriert wie Vollzeitkräfte
  • Arbeitsumfang von Minijobbern ist begrenzt
  • Anzahl an Arbeitsstunden wird jedes Jahr weniger, da der Mindestlohn immer weiter angehoben wird
  • Arbeitgeber müssen Minijobbern fast den gleichen Arbeitsschutz gewähren wie den Vollzeitmitarbeitern

Minijob richtig anmelden

Damit Arbeitnehmer bei der Sozialversicherung angemeldet werden können, müssen Arbeitgeber die entsprechende Betriebsnummer anfordern. Diese bekommst du als Arbeitgeber beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken. Die Bundesagentur für Arbeit lässt dem Arbeitgeber dann einen Personalfragebogen zukommen, die der zukünftige Mitarbeiter ausfüllen muss. Mit diesem Fragebogen wird ermittelt, ob eine versicherungsfreie geringfügige Beschäftigung ausgeschlossen wird oder ob entsprechende Beiträge zu zahlen sind. Anschließend muss der Arbeitgeber den Minijobber zur Sozialversicherung anmelden. Dies geschieht ebenfalls über die Minijob Zentrale. Dann sind die ersten Beiträge zu zahlen, wodurch die Beschäftigung offiziell beginnt.

Arbeitsrecht im Minijob

Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz gelten Minijobber als Teilzeitbeschäftigte. Deswegen haben sie im Arbeitsrecht grundsätzlich die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte. Zu diesen gehören unter anderem folgende:

  • Kündigungsschutz
  • Entgeltfortzahlung bei Krankheit des Kindes
  • Arbeitszeugnis
  • Vergütung an Sonn- und Feiertagen
  • gesetzliche Unfallversicherung bei einem Arbeits- oder Wegeunfall
  • besonderer Schutz für schwerbehinderte Menschen
  • schriftliche Informationen über die wesentlichen Vertragsbedingungen

Genauso wie andere Arbeitnehmer haben auch Minijobber einen Anspruch auf Urlaub. Wie viele Urlaubstage das jährlich sind, hängt davon ab, wie viele Tage der Arbeitnehmer in der Woche arbeitet. Der Urlaubsanspruch wird wie folgt berechnet:

Individuelle Arbeitstage pro Woche x Urlaubsanspruch in Werkstagen / übliche Arbeitstage

Krankenversicherung in Minijob

Bei vielen Arbeitgebern, die Arbeitnehmer auf Minijob-Basis beschäftigen wollen, stellt sich die Frage, wer für die Krankenversicherung des Minijobbers zuständig ist. Stellt ein Arbeitgeber einen Minijobber ein, hat er zusätzlich zum maximalen Lohn von 45o Euro monatlich einige Pauschalbeiträge zur Renten– und Krankenversicherung zu leisten. So kommt es aufsummiert für den Arbeitgeber zu einem Lohnkostenplus von bis zu 30 Prozent pro Mitarbeiter. Davon entfallen maximal 15 Prozent auf die Rentenversicherung, 13 Prozent auf die Krankenversicherung und zwei Prozent auf Steuern.

Doch auch wenn Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge abführen, heißt das nicht, dass Minijobber dann automatisch krankenversichert sind. Bei einer geringfügigen Beschäftigung bis 45o Euro müssen Minijobber sich anderweitig krankenversichern. Hierbei können die Mitarbeiter selbst entscheiden, ob sie eine gesetzliche oder private Krankenversicherung abschließen wollen. Hat der Arbeitnehmer also seine Krankenversicherung abgeschlossen, hat er jedoch nicht das gleiche Anrecht auf Krankengeld und erhält lediglich eine Lohnfortzahlung von bis zu sechs Wochen.

Den Arbeitsvertrag aufsetzen

Auch wenn ein Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis eingestellt wird, muss hierfür ein Arbeitsvertrag aufgesetzt werden. Schließlich haben auch Minijobber das Recht auf bezahlten Urlaub und Rentenansprüche. Und diese müssen mit einem Arbeitsvertrag geregelt werden.

Zum einen wird im Arbeitsvertrag die Vereinbarung über die Aufgaben des Mitarbeiters getroffen und diese unter den geltenden Konditionen erläutert. Es gibt generell keine bestimmte Form, wie der Arbeitsvertrag aussehen sollten, dennoch ist es zu empfehlen, einige gängige Vereinbarungen zu treffen, damit keine Missverständnisse aufkommen. Zudem ist es auch hier, wie bei einem normalen Arbeitsvertrag auch, wichtig, die Lauf- und Arbeitszeit des Mitarbeiters festzuhalten.

Minijobs in Privathaushalten

Bei Minijobs in Privathaushalten handelt es sich um eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung. Zum einen zahlt der Arbeitgeber hier geringere Pauschalbeiträge als für gewerbliche Minijobs. Diese belaufen sich auf höchstens 14,74 Prozent. Zum anderen wurden für Minijobs in Privathaushalten besondere Steuerermäßigungen für Haushaltshilfen eingeführt. Dadurch kannst du als Arbeitgeber jährlich 20 Prozent der entstandenen Kosten, höchstens 510 Euro, von deiner Steuerschuld abziehen. Monatlich sind das im Durchschnitt 42,50 Euro. Die Steuerermäßigung lässt sich in der Einkommenssteuererklärung unter der Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen beantragen.

Fazit

Mitarbeiter auf Minijob-Basis einzustellen kann sich für dich als Arbeitgeber vor allem in der Gründungs- und Wachstumsphase deines Unternehmens lohnen. Die Mitarbeiter lassen sich ohne großen bürokratischen Aufwand spontan einstellen und flexibel einsetzen. Hier solltest du aber natürlich abwägen, ob sich das für dich als Arbeitgeber lohnt, da die Arbeitszeit der Minijobber begrenzt ist und diese nicht zu hundert Prozent im Unternehmen integriert sind. Doch so lassen sich Angestellte besser kennenlernen und der Übergang in eine feste Anstellung kann leichter erfolgen. Mache dich also mit den Bedingungen vertraut, die bei einem Minijob gelten und nutze diese Regelung für dein Unternehmen, wenn es zu deinem Geschäftsmodell passt.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.