So kommen Generation Y und Z im Unternehmen miteinander aus

Generationskonflikt am Arbeitsplatz: Wo liegen die Probleme?

Wenn mehrere Generationen zusammentreffen, kann es gerne zu Problemen kommen. Das gilt sowohl für das Privatleben als auch für den Arbeitsplatz. Das Zusammenarbeiten stellt jedoch eine besondere Herausforderung dar. Hier treffen die älteren Angestellten, die schon jahrelange Erfahrungen in ihrem Bereich haben auf die jüngeren Angestellten, die mit frischem und neuem Wissen gerade aus der Ausbildung oder von der Uni kommen. Da kann es oft zu Unstimmigkeiten kommen. Wir sagen dir, wie sich ein Generationskonflikt in deinem Unternehmen umgehen lässt.

Zum ersten Mal treffen insgesamt fünf Generationen an deutschen Arbeitsplätzen aufeinander – da ist ein Generationskonflikt im Grunde vorprogrammiert. Denn jede Generation bringt ihre eigenen Vorstellungen mit ins Unternehmen und hat andere Ideen, wie sich Ziele erreichen lassen und wie man beim Arbeiten am besten vorgeht.

Generationskonflikt am Arbeitsplatz durch 5 verschiedene Altersgruppen

Mittlerweile treffen in Unternehmen fünf verschiedene Generationen aufeinander:

  • Stille Generation (1922 – 1945)
  • Baby Boomer (1946 – 1964)
  • Generation X (1965 – 1979)
  • Millennials / Generation Y (1980 – 1993)
  • Generation Z (1994 – heute)

Stille Generation

Die Stille Generation wurde im Wesentlichen durch die beiden Weltkriege geprägt. Hier entstanden viele Unsicherheiten, Mangelzustände und Knappheiten, welche die Menschen damals verinnerlicht haben. Sie wird Stille Generation genannt, da es damals gefährlich war, seine Gedanken laut und offen auszusprechen. Trotz der zurückhaltenden Art sind sie Menschen, die aktiv Dinge angehen und sie anpacken. Sie wissen, wie man das Beste aus jeder Situation herausholt.

Baby Boomer

Die Genration der Baby Boomer hat einen starken wirtschaftlichen Aufschwung und eine hohe Geburtenrate erlebt, wodurch auch der Name entstanden ist. Sie gelten als die Generation der Erfahrenen in einem Unternehmen. Für sie ist es normal, hart für ihren Erfolg zu arbeiten und zeichnen sich durch eine gute Bildung und hohe Zuverlässigkeit aus. Mit Autoritäten können sie ebenfalls gut umgehen. Sie gehören aber auch zu der Generation Digital Immigrants, welche die Digitalisierung und die neuen Technologien erst im Erwachsenenalter kennengelernt haben. Dementsprechend mussten sie sich diese Technologien erst aneignen und sind teilweise nicht so sicher im Umgang mit ihnen, wie jüngere Generationen.

Generation X

Diese Generation wurde stark durch die Wirtschaftskrise und wachsende Arbeitslosenraten geprägt. Zudem haben sie auch einen großen technologischen Fortschritt durch den Fernseher und die ersten Video- und Computerspiele erlebt. Dadurch zeigen sie ein stärkeres Konsumverhalten, als es in den vorherigen Generationen der Fall war. Die Generation X arbeitet häufiger in Bereichen, die sie unterfordern, da bei ihnen nicht die Karriere an erster Stelle steht. Vielmehr arbeiten sie um Leben zu können und eine gute Work-Life-Balance zu erreichen. Trotz allem zeichnen sie sich durch leistungsorientiertes Arbeiten aus.

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Generation Y

Die Generation Y wurde stark durch den Internetboom und die Globalisierung geprägt. Menschen dieser Generation sind die ersten Digital Natives, sie wuchsen mit den neusten Technologien auf und haben diese von klein auf erlernt. Viele verfügen über einen akademischen Abschluss, sind sich in Sachen Karriereplanung aber sehr flexibel und halten sich diesen Plan offen. Sie werden Generation Y (Why) genannt, weil in ihrer Generation eine hohe Unsicherheit herrscht und alles oft hinterfragt wird. Zudem arbeiten sie sehr viel und können sich aufgrund mangelnder Konkurrenz leisten, Forderungen zu stellen. Trotzdem setzen sich bei der Generation Y die starken Bedürfnisse nach Familie, Erholung und Lebensqualität durch.

Generation Z

Die jüngste Generation der Arbeitswelt ist ein hohes Niveau an Wohlstand gewöhnt. Zugleich empfinden sie aber durch die sich verändernde gesellschaftlichen Rahmenbedingungen viele Unsicherheiten. Sie gehört ebenfalls zu den Digital Natives, wobei sie die Digitalisierung bereits fest in ihrem Leben integriert hat. Die Generation ist stark auf ihre eigenen persönlichen Ziele fokussiert und dadurch finden sich in ihr viele Individualisten und Einzelkämpfer wieder. Dabei arbeiten sie gerne nach geregelten Vorgaben und suchen nach sicheren Strukturen, wie geregelte Arbeitszeiten und unbefristete Arbeitsverträge. Arbeit und Privatleben geht bei ihnen gerne ineinander über.

Die größten Generationskonflikte am Arbeitsplatz

In einer gemeinsamen Studie haben sich der Viking Blog und das Meinungsforschungsunternehmen OnePoll mit der Frage beschäftigt, wie die verschiedenen Generationen wirklich zusammenarbeiten. Welcher Generationskonflikt kann bei der Zusammenarbeit entstehen und worauf wird am meisten Wert gelegt? Auch das sind Fragen, die durch die Studie beantwortet werden sollten. Für diese wurden 1.000 deutsche Arbeitnehmer befragt.

Laut den Ergebnissen der Studie sind die größten Streitpunkte zwischen den Generationen am Arbeitsplatz, die zur Arbeitseinstellung und Machtkämpfe. Ein Drittel der Befragten gab an, öfters mit der Generation Z in Konflikte zu kommen, wenn es um ihre Arbeitseinstellung geht. Bei rund einem Viertel der Befragten gibt es jedoch auch zwischen Millenials und der stillen Generation Potenzial für Konflikte. Machtkämpfe hingegen gibt es, laut ein Drittel der Befragten, immer wieder mit Baby Boomern und der Generation X.

Probleme mit der Generation Z

Besonders oft treten Generationskonflikte mit Angestellten der Generation Z auf. Etwa ein Drittel der Baby Boomer, Generation X und der Millenials haben Probleme mit der Arbeitseinstellung der Generation Z. Sogar 37 Prozent der Generation Z selber haben Probleme mit der Arbeitsmoral ihrer Altersgenossen. Das hängt unter anderem mit dem Zielen, Arbeitsweisen und Motivationen ab, welche die unterschiedlichen Arbeitnehmer verfolgen.

Generation X und Millenials legen großen Wert auf ihr Gehalt und freundliche Kollegen. Bei Generation Z ist vor allem die Leidenschaft für den Job wichtig.

Zudem hat jede Generation ihren eigenen Weg und eigene Art zu kommunizieren. Unterschiedliche Kommunikation ist oftmals ein Auslöser für einen Generationskonflikt zwischen Arbeitskollegen am Arbeitsplatz. Die Stille Generation und die Baby Boomer kommunizieren eher persönlich oder per Telefon. Zudem sind für sie Wertschätzung für ihre Arbeit und Respekt vor den Vorgesetzten ein Muss.

Bei der jüngeren Generation ist Arbeit eher ein Mittel zum Zweck. Für sie sind andere Dinge im Leben wichtiger. Sie haben bei Gesprächen eine sehr direkte Art, Dinge auszusprechen und neigen eher zur umgangssprachlicheren Kommunikation, die vorwiegend online stattfindet. Dadurch kann es zwischen den Mitarbeitern schnell zum Generationskonflikt kommen.

6 Tipps, wie du Generationskonflikte im Unternehmen vermeiden kannst

Wie schafft man es also, dieses Konfliktpotenzial zu minimieren? Schließlich wird es in Zukunft weiterhin vorkommen, das verschiedene Generationen miteinander Arbeiten und auskommen müssen. Wir haben sechs Tipps für dich, die dir helfen können, das gemeinsame Arbeiten im Unternehmen zu verbessern und eine positivere Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

1. Gemeinsame Unternehmungen

Auch wenn es im ersten Moment unrealistisch scheint: Manchmal kann es helfen, gemeinsam mit allen Arbeitskollegen etwas zu unternehmen. Seien es nun Teambuilding-Maßnahmen, wie zusammen klettern oder einfach abends zusammen ins Restaurant gehen – Im Grunde ist es egal, welche Aktivität es genau ist. Wichtig ist nur, dass es alle zusammen unternehmen. Gemeinsame Erlebnisse helfen dabei, gegenseitiges Verständnis auszubauen. Die Mitarbeiter sind quasi dazu gezwungen, sich außerhalb des Büros mit ihren Kollegen zu unterhalten. Hier werden häufig auch Themen angesprochen, die nicht unbedingt etwas mit der Arbeit zu tun haben. So lernen sich die Kollegen besser kennen und können gewisse Verhaltensmuster oder Gedankengänge untereinander besser verstehen und nachvollziehen.

2. Wertschätzung für alle

Für Führungskräfte ist es besonders wichtig, dass sie allen Mitarbeitern die gleiche Wertschätzung entgegenbringen. Auch wenn viele es nicht offen zugeben: Im Grunde freut sich jeder über positives Feedback zu seiner Arbeit. Wenn sie merken, dass der Vorgesetzte es zu schätzen weiß, was seine Mitarbeiter machen, verbessert das die Zufriedenheit der Mitarbeiter und damit das gesamte Klima im Unternehmen. So fühlen sich die Mitarbeiter nicht übergangen oder weniger wertgeschätzt als andere Kollegen und kommen auch besser miteinander aus. Neid ist immer schlecht für das Betriebsklima und spiegelt sich schnell in der Kommunikation wider.

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3. Miteinander reden lassen

Dieser Punkt wurde im ersten Tipp schon mal aufgegriffen: Mitarbeiter müssen miteinander reden. Wenn sie es nicht tun kommt es schnell zu Missverständnissen untereinander und diese führen wiederum zum Generationskonflikt. Natürlich kann man die Mitarbeiter nicht dazu zwingen, sich miteinander zu unterhalten, aber es kann helfen, ihnen Raum dafür zu geben. Das können entweder gemeinsame Unternehmungen sein, oftmals kann aber auch schon ein gemeinsames Mittagessen ausreichen, damit alle miteinander ins Gespräch kommen.

4. Individuelle Eigenschaften nutzen

Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen – das ist ganz normal. Besonders stark spiegelt sich das aber in unterschiedlichen Generationen wider. Die Auffassungen und Einstellungen unterscheiden sich in den Altersklassen noch einmal stärker, als bei Menschen im gleichen Alter. Die erfahreneren Generationen Baby Boomer und X sind beispielsweise im Allgemeinen viel gelassener und haben eine höhere Leistungsfähigkeit. Die jüngeren Generationen Y und Z hingegen punkten mit ihren Fähigkeiten bei neusten Technologien und sind häufig kreativer. Hier kommt es als Vorgesetzter darauf an, diese Eigenschaften und Fähigkeiten gezielt einzusetzen. Davon profitieren zum einen die Mitarbeiter untereinander, da sich so leichter Probleme lösen lassen, zum anderen aber auch das Unternehmen selber, da so ein breites Spektrum an Wissen gebündelt und genutzt werden kann.

5. Neue Arbeitsumfelder schaffen

Mobiles Arbeiten wird immer beliebter. Immer mehr Arbeitgebern erschließen sich die vielen Vorteile, die das Arbeiten von zuhause mit sich bringt. Zudem lässt man den Mitarbeitern so mehr Freiraum und zeigt, dass man ihnen vertraut. Außerdem kann es die allgemeine Atmosphäre innerhalb des Unternehmens auflockern. Nicht immer müssen alle Aufgaben persönlich und vor Ort besprochen werden. So können die zentralen Probleme in der Kommunikation zwischen den Generationen umgangen werden.

6. Gegenseitiges Verständnis und die Kompromissbereitschaft fördern

Nur wenn die Sichten und Herangehensweisen aller Mitarbeiter berücksichtigt werden, kann es einem Unternehmen langfristig gelingen, gemeinsam Ziele zu erreichen. Hierfür müssen diese aber auch festgelegt und alle Mitarbeiter auf einen Stand gebracht werden. Helfen kann es, wenn alle gemeinsam Werte, Sichten und Herangehensweisen definieren und diese dann gemeinsam umsetzen.

Ebenso muss die Kompromissbereitschaft angesprochen werden. Dafür sollten sie Vorgesetzten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, dass es in manchen Fällen unabdingbar ist, seinem Gegenüber etwas entgegenzukommen. Wenn jeder nur auf seiner eigenen Meinung verharrt, wird das langfristig nicht zielführend sein. Hier gilt es also, die Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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