Neuer Trend im Recruiting

Fridge Hiring: Hamstern wir nun Fachkräfte?

Ein Trend im Recruiting jagt den nächsten. Neben Act your Wage, Quiet Quitting oder auch der Hustle Culture ist nun auch das Fridge Hiring ein weiterer Trend. Während die einen Trends sich auf die Arbeitsweise der Mitarbeiter beziehen, ist Fridge Hiring ein Trend, der die Recruitier direkt betrifft. Was dahinter steckt, erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet Fridge Hiring?

Fridge Hiring heißt nichts anderes, als proaktiv und frühzeitig die neuen und richtigen Mitarbeiter zu rekrutieren. Da in Zeiten vom Fachkräftemangel die Sorge groß ist, dass es nach Nachwuchs fehlen wird, greifen Recruiter mittlerweile gerne zu diesem Trend. Der Strategiewechsel hat sich in den letzten Monaten deutlich abgezeichnet.

Vor allem setzen Personaler dabei auf Mid-Level, also Menschen mit einiger Berufserfahrung, und Young Talents, also Menschen, die neu auf dem Arbeitsmarkt einsteigen. Für die Chefetage wird diese Methode weniger oft genutzt. Das geht aus einer Studie der Plattform Indeed hervor. Die hat 400 Personaler zu diesem Thema befragt. Vier von fünf Personalern haben demnach schon mal vorsorglich Personal für den Engpass eingestellt, also Fridge Hiring betrieben.

Wieso wird das gemacht?

Personaler und Recruiter wollen damit einem Personalmangel entgegenwirken. Die Akquise wurde in den letzten Monaten vorsorglich ausgebaut für den Fall, dass Mitarbeiter der älteren Generation in Rente gehen. Das ist bei vielen Unternehmen in den kommenden Jahren der Fall, denn die Babyboomer Generation wird sich in den kommenden Jahren größtenteils vom Arbeitsmarkt verabschieden. Durch das Fridge Hiring haben die Unternehmen das Personal aber schon weitestgehend ausgebaut. Begründet wird dieser Trend oft mit der Intention einer geplanten Expansion. Das Mitarbeiterwachstum soll voran kommen, daher bedarf es neue Mitarbeiter, die das unterstützen.

Die Lage in Deutschland wird etwas angespannter in den nächsten Jahren, denn neben dem Fachkräftemangel spielen auch der besagte demografische Wandel und die zurückgehende Geburtenrate eine prägnante Rolle. So kamen in den 70ern noch mehr Kinder pro Mutter zur Welt als in den 1990ern. Demnach ist die nun auf den Arbeitsmarkt kommende Generation Z schon kleiner als die in Rente gehende Babyboomer Generation. Daher entstehen größere Engpässe, wenn die vielen Fachkräfte in Rente gehen und weniger Neueinsteiger nachkommen.

Welche Berufsgruppe ist besonders beliebt?

Oft wird Fridge Hiring für den Sales und den IT-Bereich angewandt. Web und Data Analysten, sowie Key Account Manager sind gefragt, genauso wie Talente im Vertrieb. Wichtig ist vor allem, dass die Talente ein grundlegendes Fachwissen mitbringen und Teamfähigkeit mitbringen. Bei Berufseinsteigern sind niedrige Gehaltsvorstellungen und bisherige Erfahrungen auch wichtig. Für die Bereiche Marketing und Finanzen wenden Recruiter diese Methode eher seltener an.

Vor dem Fridge Hiring machten die Trends Quiet Quitting und Quiet Hiring schon die Runde. Dabei könnten diese unterschiedlicher nicht sein.

Quiet Quitting

Dieser Trend beschreibt in etwa dasselbe wir die Act your Wage-Bewegung. Die Arbeitnehmer sollen genau die Aufgaben erledigen, für die sie auch bezahlt werden und nicht über ihre Zeit und ihre Kapazitäten arbeiten. Damit steht die Gesundheit und das Wohlbefinden im Vordergrund, während die Arbeit nicht mehr die höchste Priorität hat.

Quiet Hiring

Das geht schon mehr in die Richtung von Fridge Hiring. Dabei werden keine neuen Mitarbeiter eingestellt, sondern durch interne Umstellungen und Jobfeldausweitungen übernehmen bereits bestehende Mitarbeiter mehr und andere Aufgaben. Sie wurden damit still rekrutiert für eine Stelle, auf die sie sich nicht beworben haben.

Welche Probleme können mit Fridge Hiring auftreten?

Das Prinzip kann gut funktionieren und dem Fachkräftemangel in einem Unternehmen entgegenwirken. Unternehmen wappnen sich, um für sich einen Vorteil herauszuholen. Das bekämpft aber nicht den generellen Fachkräftemangel, sondern nur unternehmensinterne Probleme. Dennoch ist die Fridge Hiring Methode nachvollziehbar. Dennoch müssen Personaler auch auf die Menschen achten und nicht wahllos einstellen. Außerdem müssen Recruiter den Trend und die generelle Entwicklung weiter beobachten, damit sie nicht zu viele Menschen einstellen, die sie dann aufgrund von zu hoher Skalierung wieder kündigen müssen.

Fazit zu Fridge Hiring

Das Fridge Hiring stellt eine gute Methode dar, um im War of Talents die Nase vorne zu behalten. Dadurch beschäftigen sich Unternehmen frühzeitig mit dem Thema und setzen gezielt an den jüngeren Generationen an. Es darf nur nicht in ein „Hamstern“ ausgeweitet werden, denn das kann ein Unternehmen meist gar nicht stemmen. Um im Wettbewerb zu bleiben und junge Talente zu bekommen, ist es aber eine gute Möglichkeit. Ob die Methode für das eigene Recruiting sinnvoll ist oder nicht, muss schlussendlich jeder Recruiter selbst entscheiden. Aber um neue Trends auszuprobieren und die neue Generation zu begeistern, bietet es sich an, sich damit auseinander zu setzen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Lea Minge

Lea Minge

Lea ist bei Gründer.de für die täglichen News zuständig. Im Bereich Wirtschaft, Startups oder Gründer hat sie den Überblick und berichtet von den neuesten Trends, Entwicklungen oder Schlagzeilen. Auch bei der Sendung “Die Höhle der Löwen” ist sie eine wahre Expertin und verfolgt für unsere Leser jede Sendung. Damit kennt sie die wichtigsten DHDL-Startups, -Produkte und Informationen zu den Jurymitgliedern. Daneben hat sie immer einen Blick auf die neuesten SEO-Trends und -Anforderungen und optimiert fleißig den Content auf Gründer.de. Neue Ideen für Texte bleiben da nicht aus. Schon früh interessierte sie sich fürs Schreiben, weshalb sie ein Studium in Germanistik und Kommunikations- und Medienwissenschaft in Düsseldorf absolvierte. Nach Abschluss ihres Bachelors macht sie seit Oktober 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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