Industrielle Druckverfahren im Check

Digitaldruck in der Industrie: Die entscheidenden Vorteile dieser Technik

Welches Druckverfahren ist für dein Unternehmen das Beste? Nun, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im industriellen Druck kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Der Digitaldruck war früher vor allem bei Produzenten von Kleinauflagen die erste Wahl. Aufgrund der fortschreitenden technischen Entwicklung wird das Verfahren mittlerweile aber auch vermehrt bei Großauflagen eingesetzt. Welches sind die entscheidenden Vorteile des Digitaldrucks in der Industrie?

Digitaldruck und seine Konkurrenz: Die wichtigsten industriellen Druckverfahren

Wer sich mit den unterschiedlichen Druckverfahren auseinandersetzt, der begibt sich unweigerlich auf eine Reise in die Vergangenheit. Starten wir mit dem ältesten industriellen Druckverfahren.

Tiefdruck

Bereits im Mittelalter war der Tiefdruck bekannt. Damals wurden Kupferstiche verwendet, um Farbe auf ein Trägermaterial zu bringen. In der entsprechenden Druckplatte befinden sich dazu Vertiefungen in Form des gewünschten Druckes. Es wird Farbe aufgetragen und wieder abgezogen. Die Reste des Färbemittels verbleiben in den Vertiefungen. Sie werden mit massivem Druck auf den Untergrund gebracht.

Der Tiefdruck wird noch heute verwendet. Allerdings sind die Druckplatten sehr teuer. Gleichzeitig ist die Druckqualität hervorragend. Der Tiefdruck wird deshalb fast nur bei extrem hohen Auflagen verwendet. Typische Einsatzorte für den Tiefdruck sind:

  • Banknoten
  • Wertpapiere
  • Briefmarken

Hochdruck

Auch das Hochdruckverfahren kann auf eine lange Historie zurückblicken. Als Erfinder gilt Johannes Gutenberg. Anders als beim Tiefdruck stehen die Zeichen beim Hochdruck aus der Druckplatte hervor. Es können verschiedene Letter gesetzt werden. So sind die Druckplatten flexibler in ihren Einsatzmöglichkeiten.

Das bekannteste Hochdruckverfahren, welches aktuell im Einsatz ist, nennt sich Flexodruck. Dabei wird die Farbe auf leichte Druckplatten aus Fotopolymer oder lasergraviertem Gummi aufgebracht. Das Material benötigt nur wenig sowie sehr flüssige Farbe für ein sauberes Ergebnis. Der Flexodruck eignet sich vor allem dann, wenn raue Oberflächen gestaltet werden sollen. Gerne wird er unter anderem für Banner und Fahnen verwendet.

Flachdruck

Der Ausdruck Flachdruck ist wesentlich unbekannter als der Begriff Offsetdruck. Hinter beiden Worten verbirgt sich die gleiche Technik. Flachdruck ist allerdings der Oberbegriff.

Im Unterschied zu Hoch- und Tiefdruck ist die Druckfläche beim Flachdruck eben. Es gibt weder Erhöhungen noch Vertiefungen. Die Farbe kommt auf die Druckfläche. Sie bleibt an bestimmten Bereichen haften. An anderen Bereichen fließt sie ab. Das liegt daran, dass die Druckbereiche fettanziehend sind. An den anderen Bereichen haftet Wasser. Es wird mit fettbasierten Farben gearbeitet.

Beim Offsetdruck wird mittels eines Gummituchzylinders die Farbe auf den Untergrund aufgebracht. Diese Methode ist sehr schnell und bei großen bis sehr großen Auflagen auch kosteneffizient.

Siebdruck

Wer einen Ball oder andere runde Objekte bedrucken möchte, der liegt mit dem Siebdruck richtig. Es ist das einzige Verfahren, welches dies ermöglicht. Klassischerweise wird es beim Textildruck verwendet. Auch Glas, Planen und Papier kann der Siebdruck verschönern.

Bei dieser Technik wird die gewünschte Farbe durch ein feinmaschiges Gewebe gedrückt. So landet sie in der geforderten Form auf dem Material.

Digitaldruck

Der Digitaldruck ist vor allem aus dem Büro und den privaten Haushalten bekannt. Er benötigt keine Druckerplatte oder Druckform. Die Daten werden direkt vom Computer an den Drucker übertragen. Der Drucker bringt die gewünschten Informationen auf das Papier. Bekannte Digitaldrucksysteme sind der Laser- sowie der Tintenstrahldrucker.

Der Digitaldruck ist deshalb für den Office- und Privatgebrauch so beliebt, weil er bei kleinen Auflagen unschlagbar günstig ist. Selbst ein Blatt Papier kann damit ohne größeren Aufwand bedruckt werden. Beinahe jedes Unternehmen besitzt deshalb Digitaldrucker.

Durch die fortschreitende Entwicklung wird der Digitaldruck auch bei größeren Auflagen immer beliebter. Die Digital-Print-Group.de nutzt ihn sogar für die Produktion von Büchern. Dabei wird selbstverständlich nicht mit einem gewöhnlichen Bürodrucker gearbeitet.

Digitaldruck vs. Offsetdruck für Großauflagen

Während der Digitaldruck bisher vor allem für kleinere Stückzahlen verwendet wurde, setzen immer mehr Unternehmer auch bei Großauflagen auf dieses Verfahren. Das liegt unter anderem an der gesteigerten Nachfrage nach individualisierbaren Produkten.

Dadurch, dass beim Digitaldruck jede Seite individuell gestaltet werden kann, ist eine Individualisierung keine Herausforderung. Dazu werden einfach die entsprechenden Daten am PC eingegeben. Dieser überträgt die Informationen an den Drucker und los geht es.

Ein Hochleistungsdrucker im digitalen Bereich ist der Océ ColorStream 3500. Er schafft bis zu 60.000 DIN-A4-Seiten pro Stunde. Insgesamt jagen bis zu 75 Meter Papier pro Minuten durch das Gerät. Trotz der hohen Geschwindigkeit beträgt die Auflösung 1.200 x 1.200 dpi.

Im Vergleich dazu sehen wir uns das Paradepferd des Offsetdrucks genauer an. Der Heidelberg Speedmaster ist in der Lage bis zu 18.000 Bögen pro Stunde zu drucken. Wie viele DIN-A4-Seiten auf einen Bogen passen häng von der Papiergröße ab. Bei kleineren Bögen entstehen etwa acht DIN-A4-Seiten aus einem Bogen. Somit ist der Offsetdrucker nach wie vor wesentlich schneller als der Digitaldrucker. Dagegen ist er auch kostenintensiver. Deshalb lohnt er sich bei Großauflagen wie Zeitungen nach wie vor.

Sollen Bücher, Magazine und Zeitungen den Leser individuell abholen, dann hat der Digitaldruck aber die Nase vorne.

Die Vorteile des Digitaldrucks

Schauen wir uns die Vorteile des Digitaldrucks genauer an.

  • Wirtschaftlichkeit bei Klein- und Kleinstauflagen: Bei Kleinauflagen ab einem Stück produziert der Digitaldruck am günstigsten.
  • Geschwindigkeit: Der Digitaldruck wird immer schneller. Es müssen keine Druckerplatten gesetzt werden. Die Übertragung vom Computer zum Gerät funktioniert sehr schnell. Wie hoch die Geschwindigkeit im Einzelnen ist, hängt vom jeweiligen Modell ab.
  • Flexibilität: Keine andere Druckmethode ist so flexibel wie der Digitaldruck. Von einer zur nächsten Seite wird ein völlig anderes Motiv auf den Träger gebracht. Dafür ist keine Umrüstung notwendig.
  • Druckreihenfolge: Beim Digitaldruck können Dokumente in exakt der gewünschten Reihenfolge produziert werde. Das Buch kommt lesefertig aus dem Drucker. Seiten müssen nicht noch sortiert und geordnet werden, bevor die Auslieferung erfolgen kann.

Digitaldruck: die Zukunft bei Großauflagen

Wie sich der Druckermarkt bei Großauflagen in Zukunft entwickelt, kann nur gemutmaßt werden. Wenn wir allerdings die aktuellen Trends verfolgen, dann geht die Bewegung ganz klar in Richtung Digitaldruck.

Den Kleinauflagenmarkt in Büro und Arbeitszimmer hat der Digitaldruck bereits erobert. Jetzt versuchen die Hersteller der Maschinen dem Offsetdruck gehörig Konkurrenz zu machen. Das gelingt immer besser. So lässt sich die Vermutung anstellen, dass selbst sehr große Auflagen eines Tages vom Computer aus auf das Trägermaterial gebracht werden können. Die Preise für die Herstellung von großen Auflagen werden dadurch vermutlich ebenfalls sinken.

Wer also überlegt, große Auflagen zu produzieren, sollte sich zukunftsweisend auf jeden Fall die Hochleistungsdigitaldrucker näher ansehen.

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