Hotel eröffnenQuelle: Africa Studio - stock.adobe.com

Ein Hotel eröffnen kann theoretisch jeder, doch eine gute Vorbereitung entscheidet über den langfristigen Erfolg.

Gäste empfangen, die eigene Kreativität ausleben, einen erholsamen Aufenthalt bieten – und nebenbei eine erfolgreiche Selbstständigkeit aufbauen. Davon träumen Hotelfachangestellte und Quereinsteiger, wenn sie ein eigenes Hotel eröffnen. Die Aussichten könnten dafür nicht besser sein, denn die Touristikbranche boomt und verspricht hohe Einnahmen. Doch bis es soweit ist, kommt jede Menge Arbeit und eine aufwendige Vorbereitung auf die Gründer zu. Wer die fünf Schritte im folgenden Artikel jedoch erfolgreich absolviert, kann seinen Traum vom eigenen Hotel wahr machen. 

Definition Hotel

Der Begriff Hotel ist allgemein bekannt, doch wer ein Hotel eröffnen möchte, sollte die genaue Definition kennen. Denn nur wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, handelt es sich auch tatsächlich um ein Hotel und nicht um eine Pension oder eine andere Beherbungsart. Laut dem Deutschen Tourismusverband muss ein Hotel die folgenden Merkmale aufweisen:

  • eine Rezeption
  • tägliche Zimmerreinigung
  • mindestens ein Restaurant für Hausgäste
  • mehr als 20 Gästezimmer

Auch die verschiedenen Zimmerarten sowie Ausstattungs- und Servicemerkmale werden vom Deutschen Tourismusverband konkret festgelegt. Wer sich von diesen Definitionen nicht abschrecken lässt, kann die Vorbereitung starten, um das eigene Hotel zu eröffnen.

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Schritt 1: Voraussetzungen und Konzept prüfen

Wer ein Hotel eröffnen möchte, sollte sich zunächst entscheiden, mit welchem Konzept die Gründung erfolgt. Diese Entscheidung legt die Voraussetzungen fest. Insgesamt sind dabei drei verschiedene Konzepte vorhanden:

Geschäftsübernahme

Bei der Geschäftsübernahme wird ein bestehendes Hotel weitergeführt. Das hat den Vorteil, dass die exakten Kosten bekannt sind. Zudem sind schon ein fester Kundenstamm und Geschäftsbeziehungen vorhanden. Allerdings beschränkt dieses Konzept die Möglichkeiten, eine eigene Geschäftsidee umzusetzen, denn auf Veränderungen reagieren Angestellten und auch die Kunden oftmals skeptisch.

Neugründung

Eine Neugründung an einem komplett neuen Standort bietet hingegen die Chance, jedes Detail nach den eigenen Vorstellungen zu planen und von Anfang an etwas Eigenes aufzubauen. Das ist jedoch mit hohen Kosten verbunden und Neu- oder Umbaukosten sind nur schwer zu kalkulieren. Hinzu kommt, dass besonders viel Werbung nötig ist, denn die potenziellen Gästen müssen erst einmal von dem Angebot erfahren.

Franchise

Beim Franchise-System wird das Hotel unter einer bestimmten Marke eröffnet. Der Vorteil ist, dass diese Marke bei den Gästen bekannt ist und Vertrauen auslöst. Hinzu kommen internationale Werbekampagnen, die Erfahrungen der zugehörigen Franchisebetriebe und viele weitere Hilfestellungen. Allerdings werden hierbei die eigenen Ideen komplett eingeschränkt, denn vom Design bis zur Struktur ist alles vorgegeben. Zusätzlich muss jeder Teilnehmer des Programms eine Aufnahmegebühr und jeden Monat einen festgelegten Anteil des Umsatzes an den Franchisepartner bezahlen.

Franchise: Gründen auch ohne eigene Geschäftsidee

 

Schritt 2: Businessplan und Finanzplan schreiben

Wer Finanzhilfen beantragen möchte, um zum Beispiel Unterstützung von Banken oder Geschäftspartnern zu erhalten, muss einen Businessplan und auch eine Finanzplanung vorlegen. Aber auch unabhängig davon sind solche Pläne sinnvoll, um eigene Zukunftspläne beim Hotel eröffnen festzulegen. Die folgenden Punkte sollten dabei enthalten sein:

Gründer

Auch wenn theoretisch jeder ein Hotel eröffnen kann, sind Erfahrung und fachliche Kompetenz eine wichtige Voraussetzung für mögliche Finanzhilfen. Deshalb macht es Sinn, die eigenen Fachkenntnisse genau aufzuführen und zum Beispiel auch Erfahrungen in der Gastronomie oder der Touristikbranche zu erwähnen. Zudem wirkt es generell professioneller, wenn ein Gründerteam verschiedene Kompetenzen besitzt, also sich zum Beispiel eine Person im Bereich BWL auskennt und eine andere Person jahrelange Erfahrung als Hotelfachangestellte besitzt.

Rechtsform

Viele Hotels werden als GmbH oder als Einzelunternehmen gegründet, aber je nach Ausgangslage kommen auch weitere Rechtsformen in Frage. Wer ein Hotel eröffnen möchte, sollte im Bezug auf die Rechtsform also die folgenden Fragen beantworten:

  • Erfolgt die Gründung alleine oder im Team?
  • Wie viel Eigenkapital ist für das Hotel vorhanden?
  • Sollen Investoren und Geschäftspartner mit einsteigen?

Die gewählte Rechtsform für das Hotel wird dann mit einer ausführlichen Begründung im Businessplan vermerkt.

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Standort

Unter diesem Punkt wird festgehalten, warum genau die Entscheidung für einen bestimmten Standort gefallen ist. Denn nur wenn genügend Gäste das Hotel erreichen, kann es sich langfristig gegen die Konkurrenz durchsetzen. Deshalb sollte der Standort die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Touristische Highlights in der Umgebung: Dafür eignen sich Events, klassische Sehenswürdigkeiten, aber auch ein Meer, Seen und die Berge.
  • Ruhige Lage: Um sich erholen zu können, ist eine ruhige Atmosphäre wichtig. Selbst Stadthotels dürfen deshalb niemals an viel befahrenen Straßen oder Kreuzungen stehen.
  • Gute Verkehrsanbindungen: In Städten ist eine gute Verkehrsanbindung leicht zu garantieren. Doch auch auf dem Land ist ein Bahnhof oder zumindest eine Bushaltestelle in der Nähe sinnvoll, denn nicht alle Gäste reisen mit dem Auto an.
  • Möglichst wenige Mitbewerber: Ideal bietet sich eine Gegend an, in der es wenige Hotels gibt. Ist das nur schwer möglich, sollte sich zumindest das ausgearbeitete Konzept von den anderen Hotels unterscheiden.

Markt & Wettbewerb

Wer ein Hotel eröffnen möchte, muss auch das Marktpotenzial für die Hotelidee und die Konkurrenz vor Ort kennen. Eine erste Hilfe kann dabei Google Maps sein. Dabei hilft es, fünf bis sieben Konkurrenten auszuwählen und genau zu analysieren, auf welche Strategien und Zielgruppen sie jeweils setzen. Zusätzlich wäre es möglich, sich vor Ort umzuschauen oder sogar in ein mögliches Konkurrenz-Hotel einzuchecken. So lassen sich im Gespräch mit Gästen und dem Personal wertvolle Infos sammeln.

Angebot & Alleinstellungsmerkmal

Es existierten tausende Hotels in Deutschland, die Konkurrenz ist somit groß. Deshalb sollte jedes Hotel definieren, was genau angeboten wird und welches Alleinstellungsmerkmal sich dahinter verbirgt.  Saubere und gemütliche Zimmer mit kostenfreiem Internet sind längst Standard. Deshalb könnten Alleinstellungsmerkmale zum Beispiel ein ausgefallenes Design, eine Wellness-Oase oder Kinderbetreuung für Familien sein. Diese Merkmale sollte jedoch immer ins Budget passen.

Zielgruppe

Oft entsteht die Zielgruppe schon durch die Lage des Hotels. Denn in der Innenstadt sind eher Geschäfts- und Kurzreisende zu Gast, auf dem Land überwiegend Erholungssuchende und am Meer bzw. in den Bergen sportbegeisterte Urlauber. Wichtig ist es, die demografischen Eigenschaften wie Alter, Wohnort, Einkommen, Beruf und vor allem auch das Freizeitverhalten der potenziellen Gäste zu bestimmen.

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Finanzplanung

Die Preiskalkulation ist beim Hotel eröffnen ein schwieriges Thema. Denn hier wird festgelegt, welche Preise die Gäste für eine Übernachtung, Services, Speisen und Getränke zahlen würden. Hinzu kommen die Kosten für den Hotelbetrieb und auch die Gehälter der Mitarbeiter. Deshalb lohnt es sich, eine exakte Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben anzufertigen. Bei der Orientierung können die Preise der Mitbewerber und Branchenkennzahlen helfen.

Finanzierung

Im Normalfall lässt sich eine Hoteleröffnung nicht mit Eigenkapital finanzieren, da besonders hohe Summen für die Einrichtung und weitere Investitionen entstehen. Deshalb gibt es drei Möglichkeiten, um die Finanzierung zu ermöglichen:

  • ein Kredit bei der Bank
  • die Einbindung von Investoren
  • öffentliche Förderprogramme

Entscheidend ist, dass Kredite zwar für ein höheres Risiko sorgen, dafür jedoch die Entscheidungsfreiheit gewährleisten. Wer sich hingegen mit Investoren zusammenschließt, muss sich auf fremde Meinungen und regelmäßige Renditeabgaben einstellen.

Marketing

An diesem Punkt zahlt sich die exakte Kundenanalyse aus. Denn wer die Vorlieben und das Verhalten der Zielgruppe kennt, kann auch die passenden Marketing-Kanäle bestimmen. Eine Website mit den wichtigsten Informationen ist auch für Hoteliers Pflicht. Zusätzlich kann es sich lohnen, auf verschiedenen Social-Media-Plattformen präsent zu sein oder klassische Handzettel zu verteilen. Hinzu kommen die gängigen Buchungsportale, die sich mittlerweile als Marketingstrategie durchgesetzt haben. Besonders passend sind zudem noch Eröffnungsangebote und Rabatte, um die ersten Gäste anzulocken. Die gewählten Maßnahmen werden dann zusammenfassend im Businessplan festgehalten und begründet.

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Schritt 3: Gewerbeanmeldung und Genehmigungen beantragen

Wer ein Hotel eröffnen möchte, muss auch bestimmte Genehmigungen besitzen. Dazu gehört zum Beispiel die Gewerbeanmeldung, die jeder Hotelbesitzer beim Gewerbeamt beantragen kann.

Zudem ist für das Restaurant innerhalb des Hotels eine sogenannte Gaststättenkonzession nötig. Diese Erlaubnis lässt sich je nach Bundesland und Gemeinde entweder beim Bürgermeisteramt, Ordnungsamt, Landratsamt oder beim Amt für öffentliche Ordnung beantragen. Wer keinen Alkohol ausschenkt oder die Getränke und Speisen ausschließlich für Hotelgäste anbietet, braucht keine Gaststättenkonzession.

Zusätzlich ist auch noch eine Genehmigung der GEMA erforderlich, wenn im Hotel Musik abgespielt wird. Und alle Mitarbeiter, die direkten Kontakt mit Lebensmitteln haben, brauchen ein gültiges Gesundheitszeugnis.

Schritt 4: Letzte Vorbereitungen

Bevor das Hotel offiziell eröffnet wird, sollten alle bisherigen Schritte abgeschlossen sein. Zudem lassen sich nun noch verschiedene Versicherungen abschließen, damit die mühevolle Arbeit der letzten Monate nicht durch kleine Fehler zerstört wird. Dazu gehören zum Beispiel die Betriebshaftpflichtversicherung und Betriebsunterbrechungsversicherung.

Zudem lohnt es sich, den Fokus auf das Team zu legen. Denn besonders zu Beginn sind zuverlässige und belastbare Mitarbeiter entscheidend. Deshalb gilt es, noch einmal die Angestellten zu überprüfen und möglicherweise das Team zu erweitern. Parallel sollten auch die gewählten Marketingkanäle schon bespielt werden, um die Gäste auf die bevorstehende Eröffnung hinzuweisen.

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Schritt 5: Eröffnung des Hotels

Nun ist es soweit! Nach Monaten der Planung und Vorbereitung ist es Zeit, das Hotel zu eröffnen. Damit startet auch die offizielle Umsetzung des Businessplans, der sich natürlich immer wieder an die aktuelle Situation anpassen lässt. Sobald die erste Gäste erscheinen, lohnt es sich immer wieder nach der Meinung und generellen Stimmung zu fragen. Denn nur so wird das Angebot immer wieder an die Kundenbedürfnisse angepasst, was sich dann wiederum positiv auf Online-Bewertungen und die Buchungen insgesamt auswirkt.

Hinweise zur Corona-Pandemie beim Hotel eröffnen

Aufgrund den Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie gelten für Hotels besondere Vorschriften, die sich je nach Bundesland unterscheiden. In Niedersachsen gilt zum Beispiel eine Belegungsobergrenze von maximal 50 Prozent. Zudem sind bei einem Restaurantbetrieb die gängigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen einzuhalten. Da sich diese Regelungen innerhalb kürzester Zeit ändern können, bietet sich ein regelmäßige Überprüfung der Gesetzeslage über die Website des Deutschen Tourismusverbands an.

Fazit

Ein Hotel zu eröffnen, lässt sich nicht mal schnell nebenbei erledigen. Dieses Vorhaben braucht viel Zeit und eine sorgfältige Vorbereitung, damit sich die Gäste wohlfühlen und sich das eigene Konzept langfristig durchsetzen kann. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und zudem eine außergewöhnliche Idee besitzt, kann mit der Planung sowie der Umsetzung der fünf Schritte beginnen.

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