Homeoffice steuerlich absetzen

Wenn du zuhause arbeitest, dann kannst du in bestimmten Fällen dein Home Office auch im Jahr 2018 von der Steuer absetzen. Dies kannst du entweder über Werbungskosten oder Betriebsausgaben machen. Klingt zwar jetzt einfach, ist es aber nicht so ganz. Nicht jedes Arbeitszimmer welches du als Home Office nutzt, wird vom Finanzamt so einfach anerkannt. Gründe um ein Home Office zu nutzen, gibt es mittlerweile recht viele. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn du eine selbständige Tätigkeit ausübst, in der du keine Kunden empfangen musst. Es gibt aber auch den Fall, dass du eine große Wohnung hast und hier dann auch gleich dein Büro mit unterbringen kannst. Für viele Gründer wie dich aber hat es auch noch einen anderen Grund, um ein Home Office zu nutzen. Dir fehlt gerade am Anfang deiner beruflichen Existenzgründung das liebe Geld um schon ein Büro anmieten zu können.

Was du alles absetzen kannst

Bevor ich dir erkläre, was du machen musst, um dein Home Office auch für 2018 gelten machen zu können, kommen wir noch zu anderen Dingen, die du auf jeden Fall absetzen kannst. Und das sind alle Arbeitsmittel, welche du zur Ausübung deiner Selbständigkeit brauchst. Das kann der Schreibtisch sein der beruflich genutzt wird, der Drucker, der Arbeitssessel, Computer etc. Es spielt keine Rolle, wo sie stehen. Sofern du diese Dinge für deine Arbeit brauchst, kannst du sie auch steuerlich geltend machen. Aber Vorsicht. Sitzt du zu oft auf deinem Stuhl vor dem Computer und spielst die neuesten Games und dies länger als du die Gegenstände zum Arbeiten brauchst, ist eine steuerliche Geltendmachung nicht möglich.

Planst du das Zimmer, welches dir als Home Office dient, hübsch renovieren und auch noch die anteilige Miete dafür von der Steuer absetzen, dann musst du auf einen wichtigen Punkt achten. Es muss vom Finanzamt als Arbeitsmittelpunkt auch anerkannt werden und es muss ein tatsächlich häusliches Arbeitszimmer sein.

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Höhe der steuerlich absetzbaren Beträge beachten

Bei den Arbeitsmitteln musst du aber bestimmte Höchstbeträge beachten. Ab dem Jahr 2018 kannst du diese bis zu einem Betrag von 800 Euro netto oder 952 Euro brutto als geringwertige Wirtschaftsgüter, auch GWG genannt, absetzen. Alles was darüber hinausgeht, musst du anders geltend machen. Dies kann gerade bei Gründung der Selbständigkeit und komplette Einrichtung vom Home Office leicht passieren. In diesem Fall kommt für Dich das Thema Abschreibung ins Spiel. Das bedeutet, dass du die entstandenen Kosten über die Dauer der Nutzung verteilen musst. Für Büromöbel liegt hier derzeit die Nutzungsdauer 13 Jahre. Hast du alle Arbeitsmittel gebraucht gekauft, kannst du die bisher genutzte Dauer von der amtlichen Nutzungsdauer abziehen.

Was erkennt das Finanzamt als Arbeitszimmer an?

Wichtig für dich ist, dass das für dich zuständige Finanzamt dein Home Office auch als richtiges Arbeitszimmer anerkennt. Du wirst jetzt vielleicht denken, dass es egal ist, in welcher Umgebung du zuhause arbeitest. Aber das ist nicht der Fall. In der Regel muss es sich um ein richtiges Zimmer handelt, welches du zum Arbeiten nutzt. Eine Ecke mit einem Schreibtisch im Wohnzimmer beispielsweise wird nicht als Arbeitszimmer anerkannt. In diesem Zimmer, welches du als Home Office geltend machst, dürfen von dir nur maximal 10 Prozent auch für die private Nutzung stattfinden. Mit einer Arbeitsecke im Wohnzimmer kannst du diese Bedingung nicht erfüllen. Am besten ist für dich, dass folgendes erfüllt wird:

  • es handelt sich um einen eigenen durch Wände von der restlichen Wohnung abgetrennten Raum
  • das Zimmer ist zwar in die häusliche Sphäre deiner Wohnung oder deines Hauses eingebunden, wird aber zu mindestens 90 Prozent zum Arbeiten genutzt
  • auch Räume im Keller oder auf dem Dachboden kannst du als Home Office geltend machen, sofern auch hier nur maximal 10 Prozent eine private Nutzung vorliegt
  • nicht als Arbeitszimmer anerkannt werden Arbeitsecken in einer Lagerhalle, einer Ausstellungshalle oder einem Betriebsraum.

Die Kosten für dein Home Office können aber nicht nur für dich geltend gemacht werden. Wird das Arbeitszimmer auch von deiner Partnerin oder deinem Partner genutzt, kann auch dieser steuerliche Ansprüche geltend machen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Wohnung auch euer gemeinsamer Wohnsitz ist.

Wie du dein Arbeitszimmer nutzen musst

In deinem Arbeitszimmer, sprich in deinem Home Office, musst du überwiegend folgende Arbeiten erledigen:

  • schriftliche Arbeiten
  • organisatorische Arbeiten
  • gedankliche Arbeiten
  • verwaltungstechnische Arbeiten

Sofern es zu deiner beruflichen Tätigkeit gehört, sind auch noch folgende Betätigungen in deinem Arbeitszimmer möglich:

  • geistige Tätigkeiten
  • künstlerische Tätigkeiten
  • schriftstellerische Tätigkeiten

Das wichtigste, egal welche Arbeiten oder Tätigkeiten du in diesem Arbeitszimmer verrichtest, ist immer die Tatsache, dass eine private Nutzung zu allerhöchstens zehn Prozent möglich ist. Liegt die private Nutzung über diesen zehn Prozent, kannst du nichts mehr geltend machen. Auch nicht anteilig.

Was kannst du alles absetzen?

Bevor du irgend etwas steuerlich geltend machst, musst du zunächst die anteiligen Kosten für dein Home Office ermitteln. Diese kannst du dann als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen. Ist eine anteilige Summe nicht so einfach zu ermitteln, dann setzt du die Kosten einfach immer im Verhältnis der Fläche deines Home Office zur Fläche der gesamten Wohnung (inklusive deines Arbeitszimmers) ins Verhältnis. Zu den Kosten, welche du absetzen kannst, gehören:

  • anteilige Kosten der Miete
  • Gebäudeabschreibung oder Kreditrate falls du Eigentümer bist
  • Kosten für Reparaturen oder Renovierungen am Eigentum
  • Kosten für Wasser, Abwasser und Energie
  • Reinigungskosten
  • Grundsteuer
  • Gebühren für Müllabfuhr und Schornsteinfeger
  • Kosten für Wohngebäude- und Hausratversicherung
  • Rechtsschutzversicherung von du Eigentümer bist oder Kosten für Mitgliedschaft in einem Mieterverein oder als Eigentümer im Hauseigentümerverein

Wichtig für dich ist auch zu wissen, dass du die oben aufgeführten Kosten nur anteilig geltend machen kannst. Lässt du allerdings dein Home Office renovieren und es wird auch als Arbeitszimmer anerkannt, dann kannst du die gesamten Kosten geltend machen. Wie du sonst noch Steuern als Selbständiger sparen kannst, ist auch hier in diesem Artikel nachzulesen.

Kosten für Home Office als Angestellter geltend machen

Du kannst ein Home Office nicht nur als Selbständiger steuerlich geltend machen. Auch für Angestellte ist dies möglich, wenn gleich auch nur in seltenen Ausnahmen. In diesem Fall muss folgende Bedingung erfüllt werden:

  • steht für die berufliche oder auch betriebliche Tätigkeit kein anderer Platz zur Verfügung, können Kosten bis zu 1250 Euro jährlich steuerlich geltend gemacht werden.

Vor allem für Lehrer ist dies möglich, weil für sie in der Regel in der Schule selbst kein ausreichender Schreibtischarbeitsplatz zur Verfügung steht. Auch Außendienstmitarbeiter gehören zu dieser Gruppe, wo das Finanzamt ein Arbeitszimmer zu Hause in vielen Fällen anerkennt.

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