Grüne Startups sind auf dem Vormarsch. Ihr Ziel ist es, sich mit Blick in die Zukunft auf dem Markt zu etablieren und nachhaltig und ökologisch zu wirtschaften. Langfristige Erfolge stehen über kurzfristig hohen Gewinnen.

Ökologisch und sozial vertretbare Produktion und nachhaltiger Konsum sind längst keine romantische Vorstellung links- und grüngeprägter Jugendkultur mehr. Stattdessen legen besonders auch Unternehmensneugründer immer mehr Wert auf Effizienz, Nachhaltigkeit und generell auf den Klimaschutz. Die Zahl der so betitelten „grünen Startups“ wächst immer noch rapide.

Das liegt nicht nur daran, dass die mediale Brisanz der angesprochenen Themen und hier besonders der Klimaerwärmung und der steigenden Ressourcenknappheit nach und nach in allen Gesellschaftsschichten ankommt und Konsumenten beginnen, ihre Kaufgewohnheiten zu ändern. Auch geschäftstüchtige Gründer selbst merken, dass sie nicht nur einer unternehmerischen Verantwortung gerecht werden müssen, sondern dass Produktion und Konsum sich, zumindest in bestimmten Bereichen, in einem gesunden Wandel befinden. Hinzu kommen Auswirkungen grausamer Arbeitsbedingungen in Dritte-Welt-Ländern, die für ein Umdenken bei vielen Gründern sorgen. Welche Ansätze grüne Startups bereits verfolgen, wie sie die Welt damit verbessern, was sie bewirken könnten und wie ein Startup überhaupt nachhaltig wird, erklären wir dir hier.

Der anhaltende Boom grüner Startups

Das nun schon etwas länger zurückliegende Jahr 2014 war ein besonders schlechtes Jahr für die Gründerszene und sorgte für ein Aufhorchen bei vielen Gründern: Mit insgesamt 585.700 verzeichneten Unternehmensgründungen (statistisches Bundesamt) waren die Zahlen so niedrig wie zuletzt im Jahr 2002. Damit waren es auch fast fünf Prozent weniger Neugründen als noch im Vorjahr 2013. Konstant scheinen die Gründerzahlen in den Keller zu gehen – der Sprung in die Selbständigkeit erscheint vielen Menschen immer risikoreicher.

Ganz anders sah es jedoch schon 2014 mit den grünen Startups aus. Nach Angaben des Green Economy Gründungsmonitor 2014 sind im Zeitraum von 2006 bis 2013 rund 170.000 grüne Unternehmen in Deutschland an den Start gegangen. Die grünen Startups machten damit hierzulande einen Anteil von rund 14 Prozent aller Gründungen aus. Damit sorgten die grünen Gründer für ein Aufhorchen und für Bewegung in der Szene. Und das in unterschiedlichsten und zunehmend wichtiger werdenden Sektoren.

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Chancen in verschiedenen Bereichen

So war der Energiesektor lange Zeit großen Konzernen vorbehalten. Nach und nach aber bieten sich im Zuge der Energiewende immer mehr Chancen auch für kleine und jüngere Startups. Denn um die Energiebranche der Zukunft weiterhin mit vollem Einsatz gestalten zu können, ist Innovationspotenzial gefragt.

Doch auch zahlreiche andere Bereiche werden von grünen Gründern bereits kreativ bedient, andere befinden sich erst in den Anfangsschuhen. Die Tendenz der grünen Startups ist weiterhin steigend, der Markt boomt. Dennoch muss sich die Szene immer noch mit mehreren kleineren Problemen, wie etwa auch dem „Strickpulli-Image“, dass sie technisch im Grunde schon längst abgelegt hat, herumschlagen.

Bei all diesen Problemen bekommen grüne Gründer allerdings auch Unterstützung etwa durch Wettbewerbe, die sich den Zukunftsbranchen Klima, Umwelt, Ressourcenschonung und Energie verschrieben haben. Sieger entsprechender Wettbewerbe bekommen dann häufig auf den weltgrößten Industriemessen eine Plattform in sogenannten „Green Solution Centern“ geboten und können dort mit ihren Geschäftsideen überzeugen.

Grüne deutsche Marktplätze gegen internationale Versandriesen

Auch die Branche der Online-Marktplätze wird im Zuge der Kritik an internationalen Versandriesen immer interessanter für grüne Startups. Denn das Bewusstsein darüber, dass Amazon & Co. ihre Probleme in mehreren Bereichen haben, sickert langsam in die Köpfe der Konsumenten auf der ganzen Welt.

Kaufhausriesen im Netz und die Gefahr des Monopols

Die Vorteile dieser riesigen Online-Marktplätze liegen natürlich auf der Hand: Fast alles, was man sucht, findet sich innerhalb weniger Sekunden. Fix ist es bestellt, fix wird es geliefert. Wer Premiumkunde ist, bekommt sein Paket mit etwas Glück sogar noch am selben Tag. Von Büchern, über Lebensmittel, Küchengeräte und Fahrräder, lässt sich alles bequem mit ein paar wenigen Klicks bestellen und vor die Haustür liefern.

Am Black-Friday oder dutzenden anderen Rabatttagen im Jahr sogar oftmals für deutlich weniger Geld, als ein Einkauf in der Innenstadt kosten würde. Verständlich, dass gerade Verbraucher mit geringeren finanziellen Mitteln der Versuchung oft nicht widerstehen können. Warum auch?

Das Problem ist nicht, dass es keine Gründe für den Kauf in kleineren Läden in der Innenstadt oder bei kleineren Marktplätzen im Internet gibt, sondern vielmehr, dass viele Leute den Kauf bei Monopolisten wie Amazon überhaupt nicht infrage stellen. Doch glücklicherweise gibt es Medien, die sich in der Verantwortung sehen, etwa über die mangelnde soziale Verantwortung solcher Unternehmen aufzuklären.

Nachteile auf verschiedenen Ebenen

Selbst alteingesessene Leser lassen sich von den Buchangeboten der verschiedenen Online-Versandriesen verlocken.

Denn neue Angebote, wie Buchflatrates, die es Lesern ermöglichen es, für wenige Euro auf mehrere hunderttausende Bücher zugreifen zu können. Dadurch leiden langfristig jedoch sowohl der stationäre Buchhandel, alteingesessene Verlage und vor allem auch die, von denen die Bücher stammen, die Schriftsteller selbst. Grün, im Sinne fairer Arbeitsbedingungen, sind derlei Methoden keinesfalls – schließlich verdient am Ende quasi nur noch der Monopolist an den Büchern.So standen besonders die Ausnutzung und Unterbezahlung von Leiharbeitern, Steuervermeidungsstrategien sowie die sich häufenden Verstöße gegen Mitarbeiterrechte großer Online-Versandhäuser immer wieder stark in der Kritik. Doch besonders ein weiteres Problem kristallisiert sich immer mehr heraus: Die Internetriesen haben großes Interesse daran, eine Monopolstellung etwa auf dem Buchmarkt einzunehmen.

Hier liegt die große Gefahr der Online-Portale: Zurzeit locken sie viele Konsumenten noch mit Billigpreisen und überzeugen mit dem riesigen Angebot. Wächst die Omnipotenz durch steigende Kundenzahlen aber immer weiter und können die Plattformen durch die Übernahme diverser anderer Portale das Ideal eines geschlossenen Warenkreislaufs in einer Firma verwirklichen, wird es für alle anderen gefährlich. Denn dann werden nicht nur Erzeuger der Produkte, Lieferanten und Händler geschröpft, auch den Kunden können dann die Preise diktiert werden. Was einst billig war, ist dann plötzlich überteuert.

Alternativen im Internet auf dem heimischen Markt

Die Begründung, aus Bequemlichkeit bei Monopolisten im Internet zu bestellen ist nicht nur moralisch, sondern letztlich auch auf argumentatorischer Ebene fragwürdig. Denn längst gibt es Alternativen auf dem heimischen Markt, bei denen genauso bequem und schnell online alle möglichen Produkte bestellt werden können. Das Ganze ist also lediglich eine Einstellungs- und Entscheidungssache.

Der Avocado Store beispielsweise versteht sich als Online-Marktplatz für ökologisch und fair gehandelte Produkte. Genau wie bei anderen Versandriesen, geht es den Gründern Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher darum, Kunden auf kürzestem Weg zu den Produkten ihrer Wahl zu verhelfen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, bequem die Preise zu vergleichen. Der Nutzen des Stores liegt damit letztlich in der Bündelung zahlreicher verschiedener Ökoprodukte unterschiedlicher Kategorien und Hersteller.

Da es zum Beispiel im Bereich Büro und Möbel bislang schwer war, schicke Produktalternativen zu großen Einrichtungshäusern zu finden, versteht sich der Avocado Store eben auch darauf, besonders stylische Ökoprodukte zu vertreten. In Zusammenarbeit mit diversen Partnern wie TransFair, die das berühmte Fair trade-Siegel vergeben oder WeGreen, die verschiedene Produkte mit der Nachhaltigkeitsampel ausstatten, die darüber aufklärt, ob und wie gut Nachhaltigkeitskriterien bei der Produktion eingehalten wurden, soll so ein großer und stetig wachsender Online-Marktplatz als grüne Alternative entstehen.

Information im Bereich Nachhaltigkeit

Einen ähnlichen Ansatz fährt das schon seit längerer Zeit existierende Portal Utopia. Zwar kann bei Utopia nichts direkt gekauft werden, die Aufklärung in Sachen Bio, Öko, Nachhaltigkeit und Umweltschutz steht aber weit oben auf dem Programm und hilft Kunden damit, ebenfalls in Kürze zu ihrem Wunschprodukt zu finden, was zusätzlich auch noch mit gutem Gewissen gekauft werden kann. Egal ob Wohnaccessoires, Haustierzubehör oder Fernseher – der Produktguide des Portals zeigt zu sämtlichen Kategorien nachhaltige Varianten, die von aktiven Nutzern getestet und rezensiert werden.

Auch ein Blick in den Ratgeber- und Magazinbereich lohnt sich, da hier verschiedene Anregungen zu einem bewussteren und nachhaltigeren Lebensstil gegeben werden und der ein oder andere Gründungsinteressierte auf eine neue Idee kommen könnte.

Weitere spannende und heimische, grüne Online-Kaufhausalternativen:

  • green-avenue.com
  • lieb-kind.de
  • coffeecircle.com
  • interiorpark.com

Cleantech-Startups: saubere und effiziente Technologien

Mobile „Solargeneratoren“ für die Ladung von Akkus haben bereits viele Technik-Fans.

Letztlich ist CleanTech immer dann das richtige Schlagwort, wenn es darum geht, neue Dienstleistungen oder Produkte zu vertreiben, die mehr Leistung bringen, als Bisherige und die effizienter sind als herkömmliche Technologien. Außerdem sollten gleichzeitig nicht nur die Kosten, sondern auch der Einsatz natürlicher Ressourcen, Abfälle, der Energieverbrauch sowie die Verschmutzung reduziert werden.Der Begriff CleanTech ist für die grüne Gründerszene längst nicht mehr als Fremdwort zu bezeichnen. Denn immer mehr Sektoren, die auf Nachhaltigkeit setzen, richten sich nach CleanTech, auf Deutsch „sauberer Technologie“ – darunter vor allem der Energie-, der Gebäude- und Verkehrssektor sowie die Land- und Ressourcenwirtschaft.

Noch immer ist der Großteil der CleanTech-Startups von Beginn an auf recht viel Kapital angewiesen um die technischen Lösungen überhaupt erst zu einer gewissen Reife bringen zu können. Unterstützung erhalten die Startups dabei unter anderem von Climate-KIC, der größten europäischen Förderinitiative für klimafreundliche Technologien.

Seit 2010 hat Climate-KIC europaweit schon mehr als 500 Startups unterstützt und gefördert. Dazu zählen unter anderem auch die folgenden drei Startups, die mit ganz unterschiedlichen Ansätzen Alternativen zu herkömmlichen Unternehmen bieten und versuchen, damit ihren Teil zum Klimaschutz und zu einer zukünftig grüneren und nachhaltigeren Welt beizutragen:

Agrilution

Das Startup Agrilution ist in München zuhause und vertreibt den sogenannten „plantCube“, einen Pflanzwürfel. Der Gedanke dahinter ist, einen Gewächsgarten für die eigene Küche zu schaffen, der jederzeit frische Kräuter und Salate zum Würzen, Kochen und Verfeinern bereitstellt.

In dem System, das etwa die Größe eines Kühlschranks hat, wird die entsprechende gewünschte Saat auf mehreren Ebenen auf speziellen Matten gebettet und kommt vollkommen ohne „echte“ Erde aus. Hobbygärtner brauchen anschließend nicht einmal einen grünen Daumen für ihren Pflanzwürfel, denn dieser sorgt ganz automatisch für die richtige Belüftung, Beleuchtung und Wasserzufuhr. Die Pflanzen wachsen dadurch besonders schnell.

Das Spannende ist vor allem auch, dass das ganze System einen weitgehend klimafreundlichen Anbau ermöglicht. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden verbraucht es bis zu 95 Prozent weniger Wasser und durch die vertikale Anordnung der Ebenen natürlich auch weniger Fläche. Der plantCube benötigt lediglich Strom, um zu funktionieren. Besonders praktisch ist nicht nur die Größe, die es ermöglicht, den kleinen Garten in fast jeder Küche unterzubringen, vielmehr spielt auch die digitale Vernetzung eine nicht unbedeutende Rolle. Denn über eine spezielle App, können Hobbygärtner sich über ihre Cubes austauschen, sich gegenseitig Tipps geben und bei Problemen mit den Pflanzen helfen. Wer Wert auf Bio und Selbstkontrolle legt, kann mit einer Investition von rund 2.000 Euro für den plantCube sicher gut leben.

SunZilla

Rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen festen Zugang zu einem Stromnetz, das dauerhaft und zuverlässig Strom liefert. Sie weichen daher oft auf Dieselgeneratoren aus, mit denen sie notdürftig ihren Energiebedarf decken. Die Nachteile: Diese sind nicht nur abhängig von fossilen Kraftstoffen, sondern haben auch hohe Abgas-Emissionswerte und machen mitunter eine Menge Krach.

Eine nachhaltige und geräuschlose Alternative zu Dieselgeneratoren will das CleanTech-Startup SunZilla bieten. Das Unternehmen hat ein mobiles Solarkraftwerk entwickelt, das sich je nach Stand der Sonne irgendwo im Freien verschieben und umbauen lässt. Egal ob für den Einsatz bei längeren Campingurlauben, auf Festivals oder sonstigen Outdoor-Events, SunZilla soll andere Generatoren ersetzen und für sauberen Strom sorgen.

Für eine zuverlässige Stromversorgung sorgt dabei das Zusammenspiel aus kleinem Batteriespeicher und aus Solarmodulen, um eine Energieversorgung genau da zu garantieren, wo sie benötigt wird. Erstaunlich und für viele Gründer verblüffend dürfte die Philosophie hinter dem SunZilla-Konzept sein: Zwar lassen sich die Solarkraftwerke über das Startup direkt bestellen und kaufen, den Bauplan dafür bietet das Team jedoch kostenlos und als Open-Source im Internet an.

Dazu äußert sich das Startup auf der eigenen Website mit den Worten: „Wir wollen die Energieproduktion und den Energieverbrauch dezentralisieren und demokratisieren, um die Menschen weltweit unabhängiger vom bestehenden, nicht nachhaltigen System zu machen“.

NÜWIEL

Herkömmliche Fahrradanhänger lassen sich zwar auch herzig gestalten, für den Transport wirklich schwerer Lasten wird aber meist zum Auto gegriffen.

Mit NÜWIEL entwickelte er schließlich einen intelligenten Fahrradanhänger für den Lastentransport, der zum einen mit einem Elektromotor ausgestattet ist und bis zu 25 km/h erreicht und der zum anderen mit Sensoren ausgestattet ist, die die Geschwindigkeit und Fahrtrichtung des Fahrrades messen und den Anhänger praktisch eigenständig hinterhersteuern. Sobald es bergab geht, bremst der Anhänger leicht und die Batterien werden aufgeladen. Beim Bergauffahren dagegen gibt der Anhänger dem Radfahrer sogar einen kleinen Antriebsschub.Der Gründer des Hamburger Startups NÜWIEL, Sandro Rabbiosi, Vater von drei Kindern, wollte nicht auf ein Auto umsteigen und testete daher einige Fahrradanhänger. Mit keinem der Anhänger jedoch war er wirklich zufrieden. Das Problem war, dass den meisten Anhängern ein Bremssystem fehlte und die Fahrt somit zu unsicher wurde.

Wer bislang seine größeren Einkäufe mit dem Auto oder gar einem Transporter absolvieren musste und dabei zwangsweise CO2 durch Abgase in die Umwelt gefeuert hat, kann nun auf den Anhänger von NÜWIEL zurückgreifen und zu Fuß oder mit dem Rad auch beschwerlichere Lasten transportieren, ohne das Gewicht des Anhängers zu spüren.

Praktischerweise ist der Anhänger mit jedem Fahrrad, Elektrorad, Lastenrad und Faltrad kompatibel, ohne, dass irgendwelche Umbauten notwendig wären. Der Anhänger erfüllt außerdem jegliche EU-Normen, die für den Betrieb auf Straßen und Radwegen gelten.

Ein Leitfaden für grüne und nachhaltige Gründungen

Grüne Entrepreneure gegen den Rest der Szene

Es ist zum Glück meist nicht so, dass sich grüne Gründer als etwas Besseres fühlen und alle anderen Gründer kritisieren oder eine Zusammenarbeit von Anfang an systematisch ablehnen. Vielmehr verfolgen sie einfach einen anderen Ansatz. Grünen Entrepreneuren geht es darum, Businessmodelle zu verwirklichen, die nicht nur profitorientiert im ökonomischen Sinne sind, sondern die auch einen sozialen und ökologischen Mehrwert erzeugen. Hierin unterscheiden sie sich maßgeblich vom „klassischen“ Gründungsanspruch.

Das Ziel der grünen Gründer ist es schließlich, den erwähnten Mehrwert in das unternehmerische Wertesystem zu integrieren. Dabei treten nicht selten eine Menge Herausforderungen auf, die über die Schwierigkeiten herkömmlicher Startups hinausgehen: Finanzierung, Aufstellung des Geschäftsmodells und regulatorische Aspekte kosten eine Menge Zeit und benötigen viel Recherche und Planung.

Die Wirtschaftsweise, auf die grüne Entrepreneure abzielen, hat bereits einen eigenen, offiziellen Namen: Green Economy.

Green Economy

Green Economy bezeichnet die auf ökologischer Nachhaltigkeit basierende Wirtschaftsweise, die zwar umwelt- und sozialverträglich, nach außen aber dennoch wettbewerbsfähig ist. Im Groben lassen sich vier Aspekte der Nachhaltigkeit unterscheiden:

  1. Der soziale Aspekt: Dazu zählen soziale Beziehungen, soziale Interaktionen und Institutionen, welche die nachhaltige Entwicklung beeinflussen und welche von ihr beeinflusst werden. Als typische Beispiele können dienen: Menschenrechte, Arbeiterrechte und der Unternehmensführungsstil
  2. Der ökonomische Aspekt: Interne und externe Implikationen von nachhaltigem Management
  3. Der ökologische Aspekt: Gemeint ist die Entwicklung von nachhaltigen Businessmodellen
  4. Der kulturelle Aspekt: Er meint die systematische Integration kultureller Besonderheiten in der Konzeption, Bewertung und Anwendung nachhaltiger Entwicklung. Als Beispiele können der nachhaltige Tourismus oder Kreativindustrie dienen.

Das Unternehmen nachhaltig ausrichten

Wer sein Unternehmen als Neugründer nachhaltig ausrichten möchte, um selbst Teil der grünen Gründerszene zu werden und die Welt mitunter ein Stückchen angenehmer zu gestalten, sollte alle vier Aspekte der Green Economy im Auge behalten. Weiterhin können folgende Punkte bei der nachhaltigen Ausrichtung helfen:

  • Nachhaltige Gründer müssen langfristig denken und sich dafür die entsprechenden Ziele setzen. Dabei ist es wichtig, Ressourcen sparsam einzusetzen und Gewinne sozial- und umweltverträglich zu erwirtschaften. Ebenfalls nachhaltig ist eine Investition in die langfristige Weiterentwicklung der Mitarbeiter, die sich dem grünen Startup identifizieren und Eigenständigkeit entwickeln sollten.


Wer sein grünes Startup auf den richtigen Unternehmenswerten aufbaut, sichert sich meist einen langfristigen Erfolg auf dem Markt und handelt ökologisch bewusst.

  • Eine besonders gut durchdachte Firmenphilosophie und vor allem bestimmte Unternehmenswerte sind wichtig für eine nachhaltige Entwicklung des Startups. An diesen Werten und Regeln sollten sich alle Mitarbeiter verbindlich orientieren. Mittels dieser Werte, die sich natürlich durchaus weiterentwickeln dürfen, lässt sich auch ein bestimmtes Profil für Kunden und Investoren aufbauen, die dem Startup dann mitunter mehr Vertrauen entgegenbringen.
  • Nachhaltigkeit ist in die Zukunft gerichtet. Der Wunsch, kurzfristig möglichst hohe Gewinne zu erzielen ist das Gegenteil einer solchen Ausrichtung. Ein gesundes und langfristiges Wachstum sollte das Ziel des nachhaltigen Businessplans sein. Wer dabei auch zukünftige Trends mit einbezieht, macht alles richtig.
  • Nachhaltigkeit bedeutet zwar, wie viele fälschlicherweise meinen, nicht nur Umweltschutz, aber dennoch oftmals zu einem nicht unerheblichen Teil. Denn umweltverträgliches Wirtschaften ist ein wichtiger Bestandteil einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Unternehmensausrichtung. Gründer sollten sich dazu überlegen, welchen Einfluss die Maßnahmen des Unternehmens auf die Umwelt hat. Wie kann es dem Unternehmen gelingen, Ressourcen nur sparsam einzusetzen? Wodurch lassen sich bestimmte Produkte ökologisch verträglich herstellen und vertreiben? Alle Bestandteile der Produktions- und Vertriebskette sollten nachhaltig ausgerichtet werden, um die Begriffe Green Economy, Nachhaltigkeit und grünes Startup glaubwürdig und guten Gewissens gebrauchen zu können.

 

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