
Kannst du uns kurz erzählen, wie die Idee für deinen Horror Shop entstanden ist?
Als riesiger Halloween-Fan mit amerikanischem Vater und deutscher Mutter war mir schon als Kind klar, dass Halloween für mich wichtiger ist als Weihnachten.
Als ich 1986 in München mit Cutglass Piercing eines der ersten Piercingstudios Deutschlands eröffnet habe, war von Anfang an klar, dass ich es mit viel Horror- und Halloween-Merchandise dekorieren würde.
Mit der Zeit wollten immer mehr Kunden – unabhängig vom Piercen – ausschließlich die Halloween-Deko und das Horror-Merchandise kaufen. Dadurch wurde der ursprüngliche Laden schnell zu klein, und wir eröffneten im Nachbargebäude den Halloween Gore Store.
Schon 1996, in den frühen Jahren des Internets, habe ich mit einem Onlineshop gestartet. Daraus entstand Horror-Shop.com, der heute über ein Lager von rund 4.000 m² verfügt und im Laufe der Jahre etwa 40.000 verschiedene Artikel im Sortiment hatte.
Was fasziniert dich persönlich am Thema Horror und Halloween?
Mich hat das Thema Halloween schon als Kind fasziniert. Das Comic-Heft Gespenster Geschichten hat sicher seinen Beitrag dazu geleistet, bevor ich später ein begeisterter Fan von US- und italienischen Horrorfilmen wurde.
Besonders fasziniert haben mich die Spezialeffekte und die „Behind-the-Scenes“-Arbeiten. Das brachte mich schließlich auch auf die Idee, Maskenbildner zu werden.
Welche Art von Produkten bietest du aktuell in deinem Shop an?
Mit über 40.000 aktuellen Artikeln bietet Horror-Shop.com alles, was das Herz von Halloween- und Horror-Fans höherschlagen lässt. Von Masken, Kostümen, Halloween-Deko, Spezial-Make-up und Kontaktlinsen bis hin zu professionellen Animatronics, Wohnaccessoires und sogar individuell gefertigten Leichen und Körperteilen für Film- und TV-Produktionen – bei uns findet man alles.
Wie hast du deine Zielgruppe definiert und gefunden?
Unsere Zielgruppe hat uns im Laufe der Jahre fast von selbst gefunden. Aus einer kleinen Gruppe Hardcore-Horror-Fans ist inzwischen eine große Halloween-Familie entstanden – bestehend aus Gothic-, Heavy-Metal- und Walpurgisnacht-Anhängern. Heute ist unsere Kundschaft so bunt wie vielfältig, und jeder findet bei uns etwas für sich.
Gab es besondere Herausforderungen beim Start deines Unternehmens?
Die größte Herausforderung beim Start war eigentlich dieselbe, die auch andere Gründer kennen: Niemand glaubt an dich, am Anfang hilft dir kaum jemand, und vor Fallstricken warnt dich keiner.
Erschwerend kam hinzu, dass der Horrorfilm in Deutschland damals einen schweren Stand hatte und – gerade in Bayern – von der Justiz häufig verfolgt wurde. Das hat den schnellen Erfolg sicher nicht leichter gemacht.
Welche Marketing-Strategien funktionieren für dein Thema besonders gut?
Eine spezielle Marketing-Strategie gibt es nicht. Natürlich hilft es, wenn Horrorfilme wie Scream oder Conjuring im Kino oder auf Streamingplattformen wie Netflix große Erfolge feiern. Unsere Fanbase halten wir über Facebook sowie die modernen Social-Media-Kanäle Instagram und TikTok auf dem Laufenden.
Gibt es saisonale Unterschiede im Geschäft – und wie gehst du damit um?
Halloween ist traditionell auf den Oktober konzentriert, und der große Hype spielt sich in diesem Monat ab. Dennoch ist es uns in den letzten Jahren gelungen, das Thema Halloween schon ab September stärker in die Köpfe der Menschen zu bringen.
Darüber hinaus gibt es eine treue Fangemeinde, die Halloween das ganze Jahr über feiert. Andere wiederum erfreuen sich an unserem umfangreichen Sortiment an Geschenkartikeln und Merchandise. Langweilig wird es bei uns also nie.
Woher beziehst du deine Inspiration für neue Produkte?
Inspiration für neue Produkte kommt nach wie vor von großen Filmstudios und Streaminganbietern – aber auch von Rockbands wie Ghost, Slipknot und anderen.
Hast du langfristige Pläne oder Visionen für deinen Shop?
Nach über 40 erfolgreichen Jahren im Horror- und Halloween-Business gibt es für mich immer noch neue Herausforderungen und spannende Ideen, die ich gerne umsetzen möchte – vielleicht künftig auch mit einem größeren Partner an meiner Seite.
Welchen Rat würdest du anderen Gründern geben, die in eine Nische starten möchten?
Da die Zeit immer schnelllebiger wird und kaum noch Raum bleibt, aus Fehlern zu lernen, ist es für Gründer heute nicht leichter geworden. Dennoch sollte man an seine Idee glauben und konsequent daran arbeiten, sie umzusetzen.
Man muss sich allerdings im Klaren sein: Wer es wirklich ernst meint, kann die oft propagierte Work-Life-Balance getrost vergessen.
Gerade heutzutage, wo es kaum noch jemanden gibt, der einem uneigennützig mit Rat oder Tat zur Seite steht, lastet die Verantwortung nahezu komplett auf den eigenen Schultern.

Redaktion