So setzt du ein Zeichen gegen Schwarzarbeit

Selbstständig machen als Haushaltshilfe: sauber planen

Eine Tätigkeit als selbstständige Haushaltshilfe bietet die Möglichkeit eines flexiblen Nebenverdienstes. So spielen viele Menschen mit dem Gedanken, sich finanziell ein zweites Standbein aufzubauen. Natürlich kannst du dich aber auch hauptberuflich als Hauhaltshilfe selbstständig machen. Wie du dabei am besten vorgehst, erfährst du im Folgenden.

In Deutschland sind die Dienste von Haushaltshilfen sehr gefragt: fast jeder zehnte Privathaushalt ist bereit, für eine helfende Hand zu bezahlen. Der Job als selbstständige Haushaltshilfe bringt jede Menge Vorteile mit sich, zu denen zum Beispiel die flexiblen Arbeitszeiten zählen. Gerade Eltern, die noch kleine Kinder zu Hause betreuen müssen, haben somit die Gelegenheit, ihre Finanzen früh morgens oder in den Abendstunden aufzustocken.

Tätigkeitsbereich einer selbstständigen Haushaltshilfe

Entgegen einer vielverbreiteten Annahme, sind Haushaltshilfen keine „einfachen“ Reinigungkräfte. Ebenfalls ist die Tätigkeit nicht mit dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf als Hauswirtschaftler/in gleichzusetzen. Selbstständige Haushaltshilfen erfüllen „haushaltsnahe Dienstleistungen“ wie:

  • Reinigungsarbeiten (Fenster putzen, wischen, saugen etc.)
  • Hilfe in der Küche (Essenszubereitung)
  • Wasch- und Bügelservice
  • Betten machen, Bettwäsche wechseln
  • Müllentsorgung
  • Gartenarbeiten
  • Erledigung des Winterdienstes
  • Übernahme von Behördengängen
  • Einkaufsservice
  • Einfache landwirtschaftliche Arbeiten
  • ggf. Betreuung/Pflege von Haustieren
  • ggf. Kinderbetreuung
  • ggf. Pflege/Betreuung von älteren oder kranken Menschen (entsprechende Zusatzqualifikation notwendig)

Neben den klassischen Reinigungsarbeiten umfasst der Service also noch viele weitere Tätigkeiten, die in einem Haushalt anfallen. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen, die Auftraggeber nicht selber übernehmen können oder wollen. Die Zielgruppe bilden dabei nicht nur Senioren – auch Familien mit Kindern oder Pflegebedürftigen fehlt oft einfach die Zeit für die Erledigung häuslicher Aufgaben. Grundsätzlich wächst die potentielle Zielgruppe mit dem möglichen Leistungsspektrum. Hier solltest du dich also vielfältig aufstellen und im Vorfeld kommunizieren, was deine Dienste alles beinhalten.

Fachliche Voraussetzungen

Grundsätzlich benötigst du keine zwangsläufigen Qualifikationen, um dich als Haushaltshilfe selbstständig zu machen. Dennoch kann natürlich eine Berufsausbildung als Erzieher/in, Hauswirtschaftler/in sowie im Pflegeheim oder Hotelgewerbe von Vorteil sein. Wenn du bereits praktische Erfahrung vorweisen kannst, solltest du diese auch unbedingt in deinen Ausschreibungen hervorheben. Das sichert dir im Idealfall zahlreiche Kundenanfragen und gegebenenfalls auch ein höheres Honorar.

Marktlage prüfen

Vorab solltest du in jedem Fall die Marktlage in deiner Umgebung sichten. Wie gut ist der Bedarf an Haushaltshilfen bereits gedeckt? Wie hoch ist die aktuelle Nachfrage? Gibt es Konkurrenz durch große Unternehmen? Durch die Beantwortung diesen Fragen findest du heraus, wie du dein eigenes Angebot strategisch gut platzieren kannst.

Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit

Laut aktuellen Studien übt die überwältigende Mehrzahl von bis zu 90 Prozent der Haushaltshilfen ihre Tätigkeit ohne offizielle Anmeldung aus. Durch Schwarzarbeit drohen nicht nur saftige Geldstrafen – sie schädigen auch den Arbeitsmarkt in nicht unerheblichem Ausmaß. Die Unterschlagung von Steuern ermöglicht Dumpingpreise, bei denen eine legale Haushaltshilfe meist nicht mithalten kann. Dennoch solltest du der Verlockung unbedingt widerstehen und deine Tätigkeit bei den zuständigen Behörden anmelden.

Eine weitere Problematik stellt die sogenannte Scheinselbstständigkeit dar. Dabei ist die scheinbar selbstständige Haushaltshilfe in Wirklichkeit an Weisungen durch einen Auftraggeber gebunden. Dies geschieht zum Beispiel, wenn Haushaltshilfen bei bestimmten Unternehmen auf vermeintlich selbstständiger Basis angeheuert werden. Auch in diesem Falle drohen immense Bußgelder und Nachzahlungen für Sozialversicherungen.

Rechtliche Hürden und Formalitäten

Wenn du dich als Haushaltshilfe selbstständig machen willst, solltest du also unbedingt die notwendigen Behördengänge erledigen. Da du einem Gewerbe nachgehst, ist die Anmeldung bei deinem zuständigen Gewerbeamt notwendig. Damit einhergehend musst du dich für eine Rechtsform entscheiden. Für selbstständige Haushaltshilfen bietet die Eintragung als Einzelunternehmen die steuerlich vermeintlich besten Voraussetzungen. Das Gewerbeamt benachrichtigt automatisch die Handwerkskammer. Die Mitgliedschaft dort ist verpflichtend und erfordert einen monatlichen Beitrag.

Auch das Finanzamt muss für die steuerliche Erfassung über deine Tätigkeit informiert werden. Erkundige dich, ob du dir die Kleinunternehmerregelung zu Nutzen machen kannst. Diese greift, wenn deine jährlichen Umsätze 24.500 Euro nicht übersteigen und vereinfacht deine Buchhaltung, indem die Umsatzsteuer nicht auf deinen Rechnungen ausgewiesen werden muss. Hier ist eine sogenannte Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) völlig ausreichend. Wenn dein Gewerbe jedoch eine Größenordnung erreicht, die einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Beschäftsbetrieb erfordert, kann eine Eintragung ins Handelsregister verpflichtend sein. Dein Steuerberater kann dir in dieser Angelegenheit weiterhelfen.

Versicherungen abschließen

Als Selbständige/r bist du rechtlich dazu verpflichtet, deine private oder gesetzliche Krankenversicherung aus eigener Tasche zu bezahlen. Eine nebenberufliche Tätigkeit kann hier eine Ausnahme bilden. In diesem Fall solltest du dich an deinen Hauptarbeitgeber wenden. Grundsätzlich solltest du als selbstständige Haushaltshilfe unbedingt eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Diese schützt dich vor Schadensersatzforderungen, wenn in den Räumlichkeiten einer Kundin beziehungsweise eines Kunden einmal etwas kaputt gehen sollte.

Erforderlich ist zudem die Anmeldung bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft, welche die gesetzliche Unfallversicherung von selbstständigen Haushaltshilfen trägt. Hierzu kannst du dir Informationen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) einholen. Gegebenenfalls lohnt sich auch der Beitritt in einen Bundesverband wie beispielsweise den Bundesverband Haushaltshilfe und Seniorenbetreuung e.V. Dieser setzt sich bundesweit für deine beruflichen Interessen ein und bietet einige weitere Hilfeleistungen.

Honorar festlegen

Natürlich spielt auch eine Rolle, was du als selbstständige Haushaltshilfe verdienen kannst. Professionelle Haushaltshilfen können einen Stundenlohn zwischen 12 und 14 Euro verlangen. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Orientierungshilfe, die auf einem Vergleich verschiedener Angebote beruht. Grundsätzlich hilft es, seine fachlichen Qualitäten zu kennen und sich nicht unter Wert zu verkaufen. Zudem solltest du kontrollierbare Kosten möglichst gering halten – also den Aktionsradius gering halten, um Fahrtkosten zu sparen, sowie umweltschonend mit Ressourcen wie Reinigungsmitteln umgehen.

Marketing und Kundengewinnung

Zum Geldverdienen ist natürlich die Auftragsgewinnung das wichtigste. Für diese bist du als selbstständige Haushaltshilfe in Eigenregie zuständig. Lege dir zum Beispiel eine Homepage an, damit du Online gefunden wirst. Besonders hilfreich sind spezielle Internetportale wie helping.de. Sie bieten eine große Reichweite und sind meist sogar kostenfrei. Zeige auch über Visitenkarten oder Flyer, die du an Pinnwänden in Supermärkten und andernorts aufhängst, Präsenz. Auch auf klassischem Wege kannst du durch Annoncen in Tageszeitungen jede Menge Menschen auf dich aufmerksam machen. Nicht zuletzt solltest du auch die Option prüfen, mit Krankenkassen zusammen zu arbeiten. Diese stellen gegebenenfalls Haushaltshilfen für Pflegebedürftige und vermitteln dir entsprechende Kontakte.

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Über den Autor

Nicole Reich

Nicole entschied sich nach ihrem Abitur 2014 für ein Studium an der Universität Trier, wo sie die Fächer Germanistik und Medienwissenschaften belegte. Im Rahmen eines 3-monatigen Pflichtpraktikums bei einer Agentur in Köln sammelte sie erste Erfahrungen auf dem Gebiet des Online-Marketings. Bei einem weiteren Praktikum in der Stabstelle „Marketing und Kommunikation“ eines Reise-Unternehmens in Saarburg produzierte sie als Redakteurin für verschiedene Online-Portale Content und konnte somit ihre schreiberischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Nach dem Ende ihres Masters schreibt sie nun als Online-Redakteurin für Gründer.de.

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