Hier gibt es einige Auflagen, die es zu beachten gilt

Selbstständig machen als Erzieherin mit strengen Voraussetzungen

In vielen Städten und besonders in Großstädten sind Kitaplätze Mangelware. Hier finden junge Eltern nur sehr schwer und mit viel Glück einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Zwar wurde vor einigen Jahren der Anspruch auf einen Kitaplatz gesetzlich verankert, doch wenn es nun mal keine Plätze gibt, nützt einem auch das beste Gesetz nichts. Somit hat der Beruf des Erziehers einen hohen Stellenwert und wird immer wichtiger. Deswegen erklären wir dir im folgenden Beitrag, wie du dich als Erzieherin selbstständig machen kannst.

Voraussetzungen für das Selbstständig machen als Erzieherin

Nur Spaß an der Beschäftigung mit Kindern zu haben reicht nicht aus, um sich als Erzieherin selbstständig zu machen. Der Staat gibt hier einige Regelungen vor, die man bei einer Selbstständigkeit beachten muss:

  • Ausbildung als Erzieherin, Sozialpädagoge oder Tagesmutter
  • geeignete Räumlichkeiten
  • hohes Organisationstalent
  • guter Umgang mit Stress
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten

Zudem muss man vor Beginn der Selbstständigkeit eine spezielle Ausbildung nachweisen. In 160 Unterrichtsstunden bekommt man dann eine pädagogische Qualifizierung, die einen auf die Tätigkeit vorbereitet. Dazu gehört beispielsweise ein Erste-Hilfe-Kurs. Welche Inhalte genau vermittelt werden und wie viel diese Qualifikation kostet, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Im Schnitt befinden sich die Kosten aber im unteren dreistelligen Bereich.

Zudem muss man als Tagesmutter eine Pflegeerlaubnis haben, um sich selbstständig um die Kinderbetreuung kümmern zu dürfen. Diese bekommt man vom zuständigen Jugendamt. Auch hier gibt es bestimmte Voraussetzungen, die du als Erzieherin erfüllen musst:

  • Die angebotene Betreuung muss vergütet werden
  • Die Arbeitszeit beträgt mehr als 15 Stunden die Woche und ist auf mindestens drei Monate ausgelegt
  • Die Betreuung findet außerhalb der elterlichen Wohnräume statt
  • Es werden bis zu fünf Kinder betreut
  • Es muss eine Eignungsfestellung durchlaufen werden
  • ein polizeiliches Führungszeugnis muss vorgezeigt werden
  • Man braucht ein Attest, dass man gesund ist
  • Oft ist auch eine Schufa-Auskunft notwendig

Mit einer solchen Pflegeerlaubnis darfst du dann fünf Jahre lang bis zu fünf Kinder betreuen. Willst du diese dann verlängern oder mehr Kinder betreuen, brauchst du eine pädagogische Ausbildung, wie Erzieherin oder Kinderpflegerin.

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Die Anforderungen an die Räumlichkeiten

Auch die Räumlichkeiten in denen die Kinder betreut werden müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie müssen funktional sein und strengen Regelungen entsprechen, die auch hier wieder von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein können. Hier steht einem das zuständige Jugendamt beratend zur Seite und geben dir entsprechende Tipps. Trotzdem gibt es einige Punkte, die du vor einer Begutachtung des Jugendamtes abklären solltest:

  • Räumlichkeiten für Bewegung, Spiele und Ruhemöglichkeiten
  • Absicherung von möglichen Gefahren, wie Steckdosen und scharfe Kanten
  • ausreichend Hochstühle und Sitzmöglichkeiten für gemeinsames Essen
  • Beschäftigungsmaterialien die zur Entwicklung der Kinder beitragen
  • Wickeltisch, wenn Kinder unter drei Jahren betreut werden
  • Wald, Park und Spielplätze in erreichbarer Nähe oder einen eigenen Garten

Das Jugendamt prüft aber nicht unbedingt nur im Rahmen des Genehmigungsverfahrens die Betreuungsräumlichkeiten. Du solltest immer mit einem unerwarteten Besuch eines Mitarbeiters des Jugendamtes rechnen.

Das Konzept im Businessplan festhalten

Hast du die wichtigsten Rahmenbedingungen für das Selbstständig machen als Erzieherin abgeklärt, geht es nun darum, dir ei  Konzept zu überlegen. Natürlich scheint das im ersten Moment nicht wirklich notwendig zu sein. Schließlich willst du ja nur Kinder betreuen. Allerdings geht es hier auch darum, die Eltern zu überzeugen, ihr Kind bei dir abzugeben und nicht bei einem großen Kindergarten. Daher solltest du dir überlegen, wie genau deine Betreuungsleistung aussehen soll. Das können beispielsweise folgende sein:

  • pädagogische Konzepte
  • Betreuungszeiten abgestimmt auf die Eltern
  • Essensmöglichkeiten
  • motorische und kognitive Förderungsmöglichkeiten
  • Nähe zu den Familien

Wichtige Anmeldungen für das Selbstständig machen als Erzieherin

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Wenn du dich als Erzieherin selbstständig machen willst, bist du dazu verpflichtet, das Jugendamt über wichtige Ereignisse und Entwicklungen zu informieren, die das Wohl der Kinder beeinträchtigen können.

Ansonsten ist es wichtig, dass du eine Steuernummer bekommst, damit du deinen Verdienst auch abrechnen kannst. Zudem musst du ab einem Verdienst von 22.000 Euro im Jahr die Umsatzsteuer abführen. Bleibst du mit deinen Einnahmen unter dieser Grenze kannst du dir die Kleinunternehmerregelung zu Nutze machen. Um die Umsatzsteuer abführen zu können, musst du eine Umsatzsteuer-ID beim Finanzamt beantragen. Da die Einnahmen als Erzieherin aus einer freiberuflichen Tätigkeit stammen, musst du hierfür kein Gewerbe anmelden.

Versicerungen als Erzieherin

Auch Versicherungen sind als Erzieherin enorm wichtig. Bei dieser Selbstständigkeit muss sogar eine spezielle Haftpflichtversicherung vorgewiesen werden, die man extra für diesen Berufsstand abschließen kann. Dieser Versicherung tritt dann in Kraft, wenn Eltern Schadensersatzansprüche geltend machen, sollte ein Kind unter deiner Beaufsichtigung verletzt werden. Das kann durch eine Fahrlässigkeit passieren, beispielsweise beim Spielen, kommt aber in der Regel selten vor. Trotzdem sollte man sich als Erzieher hier absichern, da diese Schadensersatzansprüche schon mal in die Zehntausende gehen können. Dieser Versicherung ist deswegen gesetzlich vorgeschrieben, weil sie die Existenz der Erzieherin gefährden können.

Sollte man sich als Erzieherin selbstständig machen empfiehlt sich zudem eine Kranken– und Pflegeversicherung. Die Hälfte dieser Beiträge erstattet dabei das zuständige Jugendamt. Wer verheiratet ist kann unter bestimmten Voraussetzungen über den Ehepartner familienversichert sein, darf aber bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten.

Ebenso sind Erzieherinnen rentenversicherungspflichtig, wenn ihre Einkünfte nach Abzug der Betriebsausgabenpauschale 400 Euro im Monat pro Kind überschreiten. Falls man als selbstständige Erzieherin während der Arbeit einen Unfall hat, ist man gesetzlich über die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege versichert. Dort muss man sich aber zunächst vorher selbst anmelden. Die Beiträge übernimmt dabei auch das Jugendamt.

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Fazit

Wer sich als Erzieherin selbstständig machen möchte, muss zuvor sicherstellen, dass er das auch gewährleisten kann. Da es sich hierbei um die Betreuung von Kindern handelt, gibt es hier strenge Auflagen, die es zu beachten gibt. Vor allem was die entsprechende Ausbildung angeht, sollte man sich vorher sehr genau informieren, was in welchem Bundesland gefordert ist, um als Erzieher tätig zu sein. Sollte das alles geklärt sein, kann man mit dieser Selbstständigkeit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten und dem Mangel an Kita-Plätzen entgegenwirken.

Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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