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Existenzgründerseminare: Das kommt auf dich zu

Der Schritt in die Selbständigkeit will gut überlegt und vorbereitet sein. Wer seine beruflichen Wünsche und Vorstellungen verwirklichen möchte, erfährt in einem Existenzgründerkurs, worauf er bei der Gründung eines eigenen Unternehmens achten muss. Neben Gruppencoachings werden vielfach Einzelcoachings angeboten. Während der Ablauf in vielen Existenzgründerseminaren ähnlich ist, kann der Berater in einem Einzelcoaching noch besser auf die persönlichen Wünsche des Existenzgründers eingehen. Ob ein Gruppen- oder Einzelcoaching die bessere Wahl ist, hängt von den eigenen Vorkenntnissen, aber auch vom Gründungsvorhaben selbst ab.

Wie finde ich den richtigen Existenzgründerkurs?

Existenzgründerseminare geben angehenden Unternehmern das Rüstzeug mit, das sie für die erfolgreiche Umsetzung ihrer Geschäftsidee brauchen. Die Seminar-Teilnehmer erfahren unter anderem, welche Rechtsformen unterschieden werden, wie sie zukunftsfähige Businesspläne erstellen und ihre eigenen Ideen erfolgreich vermarkten können.

Zunächst gilt es, den richtigen Existenzgründerkurs zu finden. Aber welche Weiterbildung ist die richtige? Viele Kurse werden in einem Schulungszentrum oder auch online angeboten. Bei Gruppencoachings gibt es in der Regel einen festen Ablauf. Im Anschluss können die Teilnehmer dann zwar noch Fragen an den Dozenten richten. Die Zeit dafür ist jedoch begrenzt. Für all jene, die sich eine individuellere Beratung wünschen, empfehlen sich Existenzgründerseminare, die Einzelcoachings beinhalten. Der Vorteil: In einem Einzelcoaching kann der Berater auf die persönliche Situation des Gründers eingehen.

Was sind typische Inhalte eines Existenzgründerseminars?

Je nach Kurs können die Seminarinhalte immer etwas variieren. Insbesondere beim Einzelcoaching richten diese sich nach den persönlichen Fragen und Umständen des Gründers. Die folgenden Themen sollten jedoch Teil jedes Existenzgründerseminars sein, da sie für jeden Gründer früher oder später von Bedeutung sein werden.

1. Die Geschäftsidee als wichtige Grundlage

Wie bereits erwähnt, bringt jeder Gründer andere Vorkenntnisse mit. Ein Existenzgründerseminar sollte deshalb stets mit der Beleuchtung der Geschäftsidee beginnen. Diese bildet die Grundlage für alle nachfolgenden Entscheidungen, die im Rahmen der Gründung getroffen werden. Weiterhin sollte die wirtschaftliche Situation des angehenden Gründers analysiert werden, da auch hierauf die weitere Vorgehensweise beruht.

2. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse

Jeder Unternehmer sollte betriebswirtschaftliche Kenntnisse besitzen. Themen wie Buchhaltung und Steuern sind bei vielen Selbstständigen unbeliebt. Dennoch sollte sich jeder Existenzgründer bereits im Vorfeld damit auseinandersetzen. Selbst wenn ein angehender Unternehmer diese Bereiche später nicht selbst bearbeitet, sollte er als Chef dennoch die Arbeit der Buchhaltung nachvollziehen können.

Zu den betriebswirtschaftlichen Kenntnissen zählen darüber hinaus die Grundlagen des Marketings. Im Existenzgründerseminar klärt der Dozent die Teilnehmer zum Beispiel darüber auf, welche Werbeformen unterschieden werden und welche Rolle Social Media in der heutigen Zeit spielt. Während das eine Unternehmen eher auf klassische Werbearten wie Plakatwände und Fernsehwerbung setzt, ist für viele Unternehmen heute auch Social Media-Werbung unerlässlich.

3. Auswahl einer Rechtsform

Im Zusammenhang mit der Gründung steht immer auch die Auswahl einer Rechtsform. Die Rechtsformen, zum Beispiel GbR, OHG, KG, AG, GmbH oder die Einzelunternehmung, unterscheiden sich hinsichtlich der Unternehmerrechte und -pflichten sowie bei den Anmelde- und Genehmigungsverfahren. Daneben können die Auswahl der Betriebsräume und der Unternehmensstandort Einfluss auf die Rechtsform haben. Darüber hinaus kann die Gründung bestimmter Rechtsformen nur mit ausreichend finanziellen Mitteln erfolgen. Somit spielt das Gründungskapital eine weitere wichtige Rolle.

4. Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme

Nicht jeder Gründer verfügt über ausreichend Eigenkapital für die Unternehmensgründung. Der eine oder andere wird finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen müssen. Ein guter Existenzgründerkurs sollte sich deshalb auch mit Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogrammen beschäftigen. Diese unterscheiden sich je nach Bundesland. Ergänzend kann die Beantragung von Krediten ein Thema sein, da hieran ebenfalls bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind.

5. Erstellung des Businessplans

Der Businessplan ist der Grundstein für jede erfolgreiche Existenzgründung. Er dient dem Gründer zum einen als Übersicht und erleichtert den Gründungsvorgang. Er wird zum anderen auch von der Agentur für Arbeit und von Banken angefordert, wenn der Existenzgründer finanzielle Unterstützung beantragt.

Ein Businessplan enthält Daten zur Geschäftsidee sowie zum Unternehmen und beantwortet weitere wichtige Punkte, wie zum Beispiel:

  • Struktur: Wie ist das Unternehmen aufgebaut, wird es Angestellte geben?
  • Zielgruppe: Wer sind die Kunden und mit welchen Marketingmaßnahmen sollen diese gewonnen werden?
  • Rentabilitäts- und Umsatzvorschau: Wie sieht die finanzielle Planung aus?

Spätestens, wenn es um Themen wie die Konkurrenzanalyse oder die Ausarbeitung eines Finanzplans geht, werden bei vielen Gründern Fragen auftreten. Umso wichtiger ist es, dass das Thema Businessplan umfassend im Existenzgründerseminar behandelt wird.

Businessplan erstellen in 10 Schritten

Schritt 1: Idee, Angebot und die Zielgruppe

Im ersten Kapitel gibst du direkt einen ersten Eindruck davon, wie das Konzept deines Unternehmens aussehen soll. Was ist deine Grundidee? Wie kannst du anderen mit deiner Idee helfen und was genau ist dein Ziel? Das solltest du sehr präzise bestimmen und beschreiben können. Darüber hinaus solltest du dir genau überlegen, wer deine Zielgruppe ist und diese ebenfalls konkret definieren. Damit wird es dir im folgenden Kapitel leichter fallen, eine Marktanalyse anzufertigen.

Schritt 2: Markt und Wettbewerb

Hier geht es darum, sich intensiv mit dem Markt und den Mitbewerbern auseinanderzusetzen. Wie groß ist der Markt? Lohnt es sich hier ein Business zu starten? Mache dir bewusst, welche Wettbewerber du hast. Damit du nicht schon zu Beginn des Markteintritts stark mit diesen zu kämpfen hast, solltest du dir überlegen, was du besser machen kannst. Fertige die Analyse so detailliert wie nur möglich an, um perfekt auf deinen Start ins Business vorbereitet zu sein.

Schritt 3; Visionen und Ziele bestimmen

Besonders wichtig für dich als Unternehmer und für dein restliches Team ist es, genau Ziele und Visionen festzulegen, auf die ihr gemeinsam hinarbeiten könnt. Nur wenn du dieses Ziel einmal mit deinem Team oder deinen Gründern festgelegt hast, ist es dir möglich, die darauf abgestimmten Maßnahmen festzulegen. Sie geben dir eine Richtung vor, auf die eine Strategie aufgebaut werden kann.

Schritte 4: Deine Strategie

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 5: Marketing

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 6: Rechtsform und Steuern

Ein sehr unbeliebtes, aber trotzdem sehr wichtiges Thema: Die Wahl der Rechtsform und alles rund um die Steuern. Hier schreibst du nieder, für welche Rechtsform du dich entschieden hast, welche Genehmigungen du für dein Unternehmen brauchst, wie dein Unternehmen heißen soll und alles weitere, was in Richtung Buchhaltung geht.

Schritt 7: Gründerteam und Organisation

In diesem Kapitel gibst du an, wie ihr als Firma organisiert seid. Hast du einen Partner? Wer ist alles in deinem Gründerteam? Hier muss ersichtlich werden, wer für was verantwortlich ist, welche Strukturen ihr noch aufbauen wollt, wer schon alles im Unternehmen tätig ist und wer noch dazu kommt. Auch die Meilensteine, die du mit deinem Unternehmen erreichen willst, werden hier eingetragen.

Schritt 8: Finanzen

Die Finanzen bilden den Hauptteil deines Businessplans und müssen sehr genau berechnet und überprüft werden. Hier solltest du dir möglichst keine Fehler erlauben. Wo steht ihr gerade mit eurem Unternehmen, wie viel Kapital benötigt ihr noch und wann ist der Break-Even-Point geplant? – All das sind wichtige Fragen, die in dem Finanz-Teil berücksichtigt werden müssen. Spätestens hier ist es sinnvoll, ein geeignetes Tool zur Hand zu haben, mit dem sich alles leichter ausrechnen lässt.

Schritt 9: SWOT-Analyse

Nach den ganzen Zahlen folgt anschließend die SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Hier listest du also die Stärken, Schwächen, Stärken und Risiken deines Unternehmens auf und erklärst diese. Im nächsten Schritt müssen dann Maßnahmen getroffen werden, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird, damit die Chancen maximiert und die Risiken minimiert werden können.

Executive Summary

Als letztes Kapitel folgt die Executive Summary, eine aussagekräftige Zusammenfassung deines Businessplans. Hier werden nochmal die wichtigsten Punkte deines Businessplans zusammengefasst, um den Investoren und Banken einen guten Überblick über dein Unternehmen zu geben. Erwähne hier also nochmal die wichtigsten Kernaussagen der Geschäftsidee, deines Teams, der Marktanalyse, der Chancen und Risiken und der Finanzierung.

6. Versicherungen für Selbstständige

Ein weiterer wichtiger Punkt, der in einem Existenzgründerseminar in der Regel thematisiert wird, ist die passende Versicherung. Wichtige Versicherungen für Existenzgründer und Selbständige sind zum Beispiel:

  • Kranken- und Pflegeversicherung (in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Betriebs-, Berufs- oder Privat-Haftpflichtversicherung
  • Versicherung für die Einkünfte bei Krankheit (Krankentagegeld)

Darüber hinaus müssen sich selbständig Tätige um eine private Altersvorsorge bemühen, um im Rentenalter eine ausreichende Rentenzahlung zu erhalten. Ziel sollte es hier also sein, den künftigen Unternehmer auf alle Eventualitäten und Szenarien vorzubereiten.

Fazit: Gelungener Start in die Selbstständigkeit dank Existenzgründerseminar

Es gibt viele gute Gründe, die für die Selbständigkeit sprechen. Viele von uns träumen davon, ihr Hobby zum Beruf zu machen und ihr eigener Chef zu sein. Doch nur die wenigsten wagen tatsächlich den Schritt in die Selbständigkeit. Das ist durchaus verständlich, gerade in der Anfangszeit gibt es einiges zu beachten. Vom Geschäftskonzept und der Rechtsform, über die Auswahl des Unternehmensnamens und -standortes, bis hin zur Beantragung von Fördergeldern: Die Gründung eines Unternehmens ist gar nicht so einfach.

Um erste Informationen zu erhalten, durchforsten viele Gründer zunächst das Internet. Gewiss finden sich hier nützliche Informationen. Nicht selten widersprechen diese sich jedoch oder passen kaum auf die eigene, individuelle Situation. Sinnvoller ist es deshalb, sich in der ersten Zeit von professionellen Beratern begleiten zu lassen oder ein Existenzgründerseminar zu besuchen.

Ein solches Seminar bereitet künftige Selbständige und Unternehmer optimal auf ihre spätere Tätigkeit vor, sei es im Rahmen eines Gruppencoachings oder eines Einzelcoachings. In den Kursen werden neben den Grundlagen zum Thema Selbständigkeit weitere wichtige Punkte thematisiert. Dazu zählen unter anderem die möglichen Rechtsformen, der Businessplan als Grundgerüst für die Unternehmensgründung, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, Versicherungen sowie die Themen Betriebswirtschaft und Marketing.

Mit diesem geballten Wissen kann jeder Existenzgründer sodann sein Vorhaben in die Tat umsetzen, ohne dass er mit unangenehmen Überraschungen rechnen muss.

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