Tipps für deine Markenstrategie und Logoentwicklung

Branding für Startups: Finde deine Markenidentität

Ein Unternehmen zu gründen ist aufregend. Businessplan, Finanzierung, Genehmigungen – es benötigt viel Anstrengung, um deine Geschäftsidee in die Realität umzusetzen. Auch Branding spielt bereits in der Gründungsphase eine wichtige Rolle, denn Branding verleiht deiner Marke einen Ruf und gibt dir schließlich eine Zukunft.

Branding ist der aktive Prozess des Formens der Wahrnehmungen, die Kunden von deiner Marke haben. Gerade zu Beginn ist es verlockend, sich direkt auf die reizvollen Dinge des Brandings, wie das Erstellen eines Logos, einer Website, den Marketingmaterialien und anderer visueller Markenelemente, zu stürzen. Doch bevor du deinen Kopf in all die tollen Designs steckst, ist es wichtig, erst einmal nach innen zu schauen und deine Marke genau unter die Lupe zu nehmen. Nur so kannst du am Ende nach außen zeigen, wer du wirklich bist und warum Kunden dir vertrauen sollten.

Zu verstehen, was dein Unternehmen ist und wofür es steht, ist eine notwendige Aufgabe, bevor du dich an deine Markenelemente setzt. Dir im Vorhinein Zeit zu nehmen, deine Markenstrategie zu definieren, ist der Schlüssel zum Erfolg. Eine Markenstrategie bildet die Basis, auf der alle Brandingaktivitäten aufbauen. Sie dient als Kompass für alle weiteren Entscheidungen.

Markenstrategie-Entwicklung in 4 Schritten

1. Dein Markenleitbild

Als Gründer hast du sicher eine genaue Vorstellung von dem, was du mit deiner Marke erreichen willst. Warum gibt es dein Unternehmen? Was ist der Zweck, deine Vision? Welchen Einfluss möchtest du auf die Welt haben?

2. Dein Unterscheidungsmerkmal

Was macht dich einzigartig und unterscheidet dich von den anderen Marken mit ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen? Weshalb sollten deine Kunden bei dir statt bei der Konkurrenz kaufen?

3. Deine Kernwerte

Deine Unternehmenswerte werden nicht nur deine interne Strategie lenken, sondern dir auch helfen, eine Verbindung zu deinen Kunden aufzubauen. Wofür stehst du? Welche Werte teilst du mit deiner Zielgruppe?

4. Deine idealen Kunden

Wenn du eine Marke aufbaust, musst du dafür sorgen, dass sie deine Zielgruppe anspricht. Das aber ist nur möglich, wenn du weißt, wer diese Kunden sind. Erstelle einen idealen Kunden und nutze ihn, um dein Branding zu steuern.

Nimm dir ausreichend Zeit, die oben genannten Punkte zu definieren und dich mit ihnen zu identifizieren. Sie werden dich so lange begleiten, wie es deine Marke geben wird. Je mehr sie dir in Fleisch und Blut übergehen, desto einfacher wird es für dich, sie ohne viel Mühe in alle Brandingmaßnahmen einfließen zu lassen. Sowie du deine Markenstrategie festgelegt hast, verfügst du über das nötige Grundgerüst, auf dem deine Markenidentität aufbauen kann. Mithilfe dieser trägst du deine Markenstrategie nach außen.

Markenidentität

Markendesign von 99designer wilndrQuelle: 99designer wilndr
Markendesign von 99designer wilndr

Die Markenidentität ist die Summe aller wahrnehmbaren Markenelemente, die ein Unternehmen kreiert, um das gewünschte Image an den Konsumenten zu senden. Die Markenidentität ist der greifbarste Teil einer Marke. Die richtigen Elemente helfen dir, eine starke Identität aufzubauen und deine Werte klar und authentisch nach außen zu kommunizieren.

Alle Elemente sollten deiner Markenpersönlichkeit entsprechen. Gehe also immer wieder zurück zu deiner Markenstrategie und stelle sicher, dass das auch der Fall ist.

Die Elemente einer Markenidentität variieren je nach Unternehmenstyp, folgende jedoch sind fast immer zu finden:

Der Name

Der Name ist das wohl Offensichtlichste eines Unternehmens. Dein Unternehmensname wird so lange existieren wie dein Unternehmen, also ist es wichtig, ein paar essentielle Fragen zu stellen, bevor du ihn festlegst. Zum Beispiel: Bedeutet der Name etwas? Ist er einzigartig? Ist er einprägsam? Selbsterklärend? Kannst du ihn international verwenden, ohne für Verwirrung zu sorgen?

Dein Logo ist das Bild, an das die Leute denken, wenn sie an dein Unternehmen denken. Es ist das Wahrzeichen deines Unternehmens; ein schneller Weg, um deinen Kunden mitzuteilen, wer du bist, und die stärkste Assoziation, die sie zu deiner Marke haben werden.

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Typografie

Typografie ist die Schriftart, die du in all deinen Markenmaterialien verwendest, von deinem Logo bis zu deiner Website. Eine einheitliche Schriftart ist der Schlüssel für Vertrautheit. Ist deine Marke eher der klassische, traditionelle Typ mit Serifenschrift oder persönlich und zugänglich mit einer Schreibschrift?

Farben

FarbbedeutungQuelle: 99designs

Farbe enthält tiefe psychologische Assoziationen und die gezielte Verwendung von Farbe in deiner Markenidentität kann einen ernsten Einfluss darauf haben, wie deine Marke von deiner Zielgruppe wahrgenommen wird. Ein schwarzes, elegantes Logo wirkt anders als ein leuchtend gelbes.

Formen

Die Form der Designelemente kann helfen, um bei deinen Kunden eine bestimmte Reaktion hervorzurufen. Ein Logo, das komplett aus Rundungen und weichen Ecken besteht, wird eine ganz andere Reaktion hervorrufen als ein Logo, das spitz und dreieckig ist. Überlege genau, was zu den Werten und der Botschaft deiner Marke passt.

Stimme

Wie sprichst du deine Kunden an? Ist der Ton ernst und förmlich, inspirierend und beruhigend oder warm und freundlich? Es ist wichtig, einen Ton zu wählen, der zu deinen Kunden passt und ihnen ein gutes Gefühl gibt.

Wichtige Tipps für dein Logo-Design

Logo und Corporate Identity von nnorth für affaireQuelle: nnorth / affaire
Logo und Corporate Identity von nnorth für affaire

Sobald du die Grundbausteine für dein Design gefunden hast, ist es an der Zeit, mit einem Designer daran zu arbeiten, deine Markenidentität zum Leben zu erwecken. In den meisten Fällen gehen Logodesign und die Festlegung von Farben, Schriften und Formen für deine Marke Hand in Hand, denn das Logo gehört zu den ersten Markenelementen, die du für dein Unternehmen entwerfen wirst.

Es ist wichtig, dich für ein Logodesign zu entscheiden, das nicht nur in Einklang mit deiner Marke steht, sondern auch einen bleibenden Eindruck bei deiner Zielgruppe hinterlässt. An dieser Stelle kommen die Designbausteine, über die wir zuvor gesprochen haben, ins Spiel. Es gilt, diese so zu wählen, dass sie deine Marke trefflich repräsentieren und zugleich ein einprägsames, attraktives Logo mit Wiedererkennungswert formen.

Bevor du einen Designer engagierst, ist es hilfreich, dich erst einmal selbst umzusehen und Gefühl für Logos und deine Vorstellungen zu entwickeln. Du kennst deine Marke nun genau und weißt, welche Botschaft du mit deinem Logo transportieren willst. Welche Logos gibt es, die dir gefallen, welche überzeugen dich überhaupt nicht und warum? Lass dich inspirieren und sammle deine Favoriten. Schau auch, was die Konkurrenz macht. Wie kann sich dein Logo von denen deiner Mitbewerber abgrenzen, aber zugleich Branchenzugehörigkeit zeigen?

Achte bei deiner Recherche auch gesondert auf die unterschiedlichen Logostile, denn es ist hilfreich, bereits jetzt zu wissen, welche Designästhetik du dir für deine Marke vorstellst. Vintage oder minimalistisch modern? Witzig oder seriös? Einen Logostil zu definieren gibt eine erste grobe Richtung vor, in die das Design und dein Designer gehen können.

Denke auch darüber nach, welche Art von Logo am besten zu deinem Unternehmensnamen oder deiner Gesamtästhetik passt. Siehst du dich eher als Wortmarke oder Bildmarke? Als Maskottchen oder Emblem?

Zeit, dein Logo zu designen

All diese Vorüberlegungen werden dir große Hilfe leisten, wenn du mit dem Designen beginnst. Es gibt viele Wege, ein Logo zu erstellen, also solltest du zunächst darüber nachdenken, welcher für dich der Beste ist. Je nach Budget, Komplexität und Zeit kannst du aus Agentur, Logo-Wettbewerb, direkter Zusammenarbeit mit einem Designer deiner Wahl oder Logo-Maker wählen. Vergiss nicht, dass unterschiedliche Preise zugleich unterschiedliche Qualitäten mit sich bringen.

Sowie du dich für einen Weg entschieden hast, konzentriere dich vor allem auf die Kommunikation mit deinem Designer, um sicherzustellen, dass dieser auch genau versteht, wer du bist und was du brauchst, und dein Design so wird, wie du es dir vorstellst. Übermittle ihm also alle Informationen zu deiner Marke und deinem Unternehmen, welchen Stil du präferierst und welche Logos dir besonders gut gefallen. So kann er etwas Einzigartiges für dich entwerfen.

Mit dem Designen deines Logos hast du bereits viel geschafft. Dein Logo ist eine essenzielle Repräsentation deiner Marke, aber das Formen deiner Markenidentität hört hier nicht auf. Selbst einzelne Dinge, die dein Unternehmen repräsentieren, von deiner Website und Produktverpackung bis hin zu Visitenkarten und Social Media Anzeigen, müssen zusammen funktionieren, um deiner Zielgruppe eine starke und deutliche Markenbotschaft zu vermitteln.

Definiere folglich deine Markenkontaktpunkte. Über welche Kanäle und Medien (online und offline) trittst du mit deinen Kunden in Verbindung? Bist du ein reines Online-Unternehmen und kommunizierst vor allem via Website, App, Email und Social Media? Oder findet man deine Produkte auch in Supermarktregalen und du brauchst Verpackungsdesigns oder Aufsteller? Egal, welche Materialien du designen wirst, wichtig ist es in jedem Fall, dass du deine definierten Designbausteine im Auge behältst und alle Designs einheitlich die gleiche Markenbotschaft vermitteln. Das stellst du sicher, indem du dir einen Markenstyleguide anlegst.

Markenstyleguide für Beständigkeit

Ein Markenstyleguide ist deine Markenbibel. Er nimmt die DNS deiner Markenidentität, alles von deiner Mission bis zu deinen Werten und überträgt sie auf greifbare Richtlinien, damit jeder in deinem Team – von deinem Grafikdesigner bis hin zu deinem Kundenservice – weiß, wie deine Marke mit der Welt kommunizieren sollte.

Markenstyleguide von Hugo MajaQuelle: 99designer (Hugo Maja für Hopskip)
Markenstyleguide von 99designer Hugo Maja für Hopskip

Zu den essentiellen Elementen eines solchen Guides gehören: deine Markengeschichte (stelle der Welt deine Marke vor), dein Logo und wie es zu verwenden ist, deine Farbpalette, deine Schriftarten, deine Bildsprache sowie deine Markenstimme. Versieh jedes dieser Elemente mit so viel Information und anschaulichen Beispielen wie möglich, so dass Missverständnisse über die Handhabung unterschiedlicher Logoversionen oder Farbcodes von vornherein ausbleiben. Füge zudem weitere Details zu deinen individuellen Markenelementen hinzu. Hast du eine Website, dann zeige ihr Layout. Nutzt du Social Media, dann teile deine Richtlinien über die Nutzung von Bildern in Posts.

So hilft der Styleguide letztlich dabei, dass dein gesamtes Branding einheitlich ist und du dich von deiner besten Seite zeigst, während dein Unternehmen wächst.

Eine starke, ansprechende Markenidentität beruht auf grundlegenden Vorüberlegungen über den Kern deiner Marke. Wer seine Marke genau kennt und ihr Inneres auf authentische Art und Weise visuell umzusetzen vermag, ist in der Lage, sich langfristig auf dem Markt zu positionieren und von der Konkurrenz abzusetzen.

https://www.gruender.de/aida-formel/

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