Gruenderfoerderung

Im Jahr 2017 gab die Bundesagentur für Arbeit bekannt, dass das für Gründerförderung zur Verfügung stehende Budget für das Jahr 2018 verdoppelt wird. Somit sollte das Gründen aus der Arbeitslosigkeit heraus noch attraktiver gemacht werden. Doch trotz der Verdopplung der Leistungen wurden diese Zuschüsse im Jahr 2018 noch nicht so in Anspruch genommen, wie das gewünscht war. Ich will dir deshalb in diesem Artikel noch einmal nahebringen, welch eine tolle Möglichkeit dies für dich sein kann und wie du am besten aus der Arbeitslosigkeit heraus dein Unternehmen aufbauen kannst.

Welche Vorteile bietet diese Gründerförderung?

Die Verdoppelung des Budgets für die Gründerförderung hat auch den Erhalt des Zuschusses etwas schwieriger gemacht. Dennoch sollte das für dich kein Problem darstellen, wenn du an dieser Förderung interessiert bist. Es lohnt sich auf jeden Fall. Als Alleinstehender kannst du bis zu 15.000 Euro bekommen und wenn du verheiratet bist und auch ein Kind hast, dann steigt es bis zu 18.000 Euro an. Aber das wichtigste ist, dass diese Gründerförderung steuerfrei ist, du sie nicht zurückzahlen musst und zusätzlich zu einem erwirtschafteten Gewinn sich dies auch nicht ändert. Ein weiterer Vorteil für dich ist, dass du neben einer geförderten Beratung im Wert von mehreren Tausend Euro auch sehr geringe Sozialversicherungsbeiträge bezahlen musst.

Für wen ist diese Gründerförderung gedacht?

Die Gründerförderung ist für alle gedacht, die aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen möchten. Wichtig dabei aber ist, dass du Arbeitslosengeld 1 beziehst. Es muss allerdings auch gesagt werden, dass in letzter Instanz dein Berater bei der Agentur für Arbeit entscheidet, ob du in den Genuss dieser Gründerförderung kommst. Hier die wichtigsten Voraussetzungen für dich auf einen Blick:

  • Du musst ALG 1 beziehen. Mindestfrist dafür ist einen Tag vor Gründung
  • Du musst noch mindestens 150 Tage Anspruch auf ALG 1 haben. Es ist nicht möglich, den Antrag auf Gründerförderung erst nach Ablauf des ALG 1 zu stellen
  • Nach dem Antrag wird der Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur prüfen, ob eine Gründung erfolgreich sein kann oder du besser auf dem Arbeitsmarkt vermittelt wirst
  • Du solltest einen guten Businessplan für den Antrag auf Gründerförderung vorlegen können und auch ein Konzept, wie du dein Gründungsvorhaben finanzieren willst
  • Den Gründungszuschuss bekommst du nur bis zu einem maximalen Lebensalter von 65 Jahren

Welche Vorhaben werden besonders gefördert?

Die Gründerförderung bekommst du, wenn du mit der Gründung eine hauptberufliche und selbständige Tätigkeit ausführst. Wichtig ist dabei, dass du ein Konzept vorlegen kannst, welches aus unternehmerischer Sicht auch erfolgversprechend ist. Außerdem musst du nachweisen, dass du für die Gründung und die Ausübung der Tätigkeit sowohl die nötige fachliche als auch persönliche Eignung dafür hast. Natürlich reicht es nicht, wenn du dies nur in deinen Dokumenten beschreibst, sondern du musst auch die entsprechenden Nachweise dafür vorlegen.

Diese Unterlagen brauchst zum Antrag für die Gründerförderung

Am besten kannst du von der persönlichen Fähigkeit ein Unternehmen zu gründen überzeugen, wenn du gleich von Anfang an zeigst, dass Gründlichkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit für dich keine Fremdwörter sind. Dies fängt bereits bei den Unterlagen für den Antrag auf Gründerförderung an. Bitte den Antrag erst dann abgeben, wenn du auch wirklich alle Unterlagen zusammen hast. Dafür brauchst du folgendes:

  • den ausgefüllten Antrag auf den Gründerzuschuss
  • einen Businessplan, der einen Finanzierungsplan und einen Kapitalbedarfsplan enthält
  • eine gut durchdachte Umsatz- und Rentabilitätsvorschau
  • vollständiger Lebenslauf
  • Gutachten von fachkundiger Stelle über deine Geschäftsidee
  • einen Nachweis deiner Anmeldung von einer selbständigen Tätigkeit. Bekommst du entweder beim Gewerbeamt oder beim Finanzamt

Diese Schritte musst du bis zur Gründerförderung machen

Bevor du überhaupt Gedanken an den Antrag verschwendest, solltest du dich zuerst mit einem Gründungsberater oder einer Einrichtung für Gründer ein Gespräch führen. Hier erfährst du genau, wie die aktuelle Praxis bei der Vergabe des Gründungszuschusses aussieht. So kannst du dich bestens gerüstet dann an deinen Antrag machen. Dabei gehst du in folgenden Schritten vor:

  • Wenn du noch kein ALG 1 empfängst, musst du dich arbeitssuchend melden und einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen
  • Bist du schon Empfänger von ALG 1, dann kontrolliere deinen Bescheid. Du musst noch mindestens 150 Tage Anspruch auf diese Leistung haben
  • Hol dir bei der Arbeitsagentur deinen Antrag für die Gründerförderung und führe gleich ein erstes Gespräch dort. Lass dich aber nicht abwimmeln dort, denn du hast einen rechtlichen Anspruch darauf, diesen Antrag dort zu erhalten
  • Falls du für deine geplante selbständige Tätigkeit bestimmte Zulassungen oder Erlaubnis brauchst, dann besorge diese umgehend. Du brauchst diese auf jeden Fall für deinen Antrag
  • Nimm auf jeden Fall ein sogenanntes Vorgründungscoaching in Anspruch. Ein Berater kann dir hier wertvolle Tipps geben, beispielsweise bei der Erstellung von deinem Businessplan.
  • Der Businessplan ist auch deine Hauptarbeit wenn es um den Antrag für die Gründerförderung geht. Schreibe Schritt für Schritt und packe alle wichtigen Informationen hinein. Wenn du nicht klar kommst, dann hol dir Hilfe bei der Gründungsberatung.
  • Lasse deinen fertigen Businessplan von einem fachkundigen Berater prüfen und hol dir von ihm eine fachkundige Stellungnahme ein, die du dann deinem Antrag beilegst
  • Anschließend melde deine Selbständigkeit an und lege ein Gründungsdatum fest. Wenn du ein Gewerbe betreiben willst, dann ist das Gewerbeamt die richtige Anlaufstelle. Als Freiberufler meldest du deine Selbständigkeit beim Finanzamt an. Du musst aber aufpassen, dass dein Gründungsdatum so gelegt ist, dass du noch 150 Tage Restanspruch auf die Gründerförderung hast.
  • Nun kannst du deinen Antrag auf Gründerförderung ausfüllen, alle Unterlagen beilegen und den Antrag persönlich abgeben.

Eine Entscheidung, ob du die Gründerförderung erhältst oder nicht, wird von der Arbeitsagentur in der Regel innerhalb von wenigen Wochen getroffen. Bei einer Bewilligung kannst du dich dann voll und ganz auf deine Gründung konzentrieren.

Verlängerung nicht vergessen

Im Falle eines positiven Bescheides bekommst du den Gründungszuschuss in Höhe von deinem ALG plus einer Summe von 300 Euro für sechs Monate. Du solltest deshalb spätestens vier Monate nach deiner Gründung bereits alle Unterlagen zusammensammeln, die du für eine Verlängerung des Zuschusses brauchst. So kannst du nochmals für neun Monate lang 300 Euro bekommen, also 2.700 Euro gesamt.

Gründerförderung 2018: Doppelte Leistungen vom Staat
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