1.224 Startups. 3.043 Gründer. 14.513 Mitarbeiter. Diese Zahlen fliegen dem Leser beim 4. Deutschen Startup Monitor um die Ohren. Das klingt nach innovativem Gründertum im Aufwind. Spannend wird es auf Seite 28 des Berichts, denn dort heißt es, das 49,2 Prozent der Befragten zu den sogenannten „Seriengründern“ gehören, die nicht zum ersten Mal ein Startup gegründet haben. Und die gute Nachricht folgt sofort: Nur 3,3 Prozent dieser Seriengründer mussten ihr Geschäft aufgrund einer Insolvenz einstellen. 23,3 Prozent gaben ihr Geschäft aus freien Stücken auf. Ob es immer die viel besagten Gründer-Fehler waren, die zur Aufgabe zwangen, sei dahingestellt. Allerdings werden eben diese im Fokus dieses Ratgebers stehen. Zu den häufigsten Gründerfehlern gibt es auch die besten Tipps, um sie zu verhindern.

1.) Mangelnde (BWL-)Kenntnisse 

Startup Laptop Meeting

Mangelnde Kenntnisse sind keine Schande. Sie müssen aber erkannt und durch EDV, Partner oder Freelancer ausgemerzt werden.

Natürlich sind keineswegs nur BWL-Studenten unter den Gründern, doch mangelhafte Kenntnisse in klassischer Betriebswirtschaft führen meist zum Scheitern oder verursachen erheblichen Ärger. Dabei ist dieses Problem in der Praxis vergleichsweise einfach zu umschiffen. Mittlerweile bieten namhafte Software-Experten Komplettlösungen speziell für Gründer, Startups und Kleinstunternehmen an. Mit einem Software-as-a-Service-Paket werden Rechnungen erstellt, Einnahmen-Überschuss-Rechnungen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen ausgegeben. Wer professionelle Hilfe mit an Bord holt, kann den Steuerberater via Online-Zugriff mit ins „Zahlenboot“ holen.

Wer EDV-technisch den Faktor „Finanzen und Buchhaltung“ ordentlich deckelt, der hat bereits die halbe betriebswirtschaftliche Miete. Unternehmens- und Finanzplanung können dann über das Wissen eines Companions abgedeckt werden. Für Vertrieb, Marketing und Kommunikation kann auch auf externe Dienstleister zurückgegriffen werden. Übrigens gilt bei mangelnden BWL-Kenntnissen dasselbe für jede andere Wissenslücke, die sich beim Gründen auftut: Diese müssen geschlossen werden.

2.) Die persönliche Einstellung

Wer ein Startup gründen möchte, wird sicherlich für einige Zeit zum Workaholic. Das Privatleben muss das mit (er)tragen.

Idealerweise wirft der Gründe seine rosa rote Brille, durch die er mächtig viel Freizeit und mindestens ebenso viel Gewinn sieht, gleich in die Ecke, denn: Eine Startup-Gründung ist kein Spaziergang, sondern harte Arbeit. Bereits vor dem Go-Live der Unternehmensidee muss klar sein, dass andere berufliche Aktivitäten zurückgefahren werden müssen. Auch die Familie muss an Bord sein, damit das Wochenarbeitspensum von 60 bis 80 Stunden nicht zur Zerreißprobe mit den Liebsten wird.

Zu diesem wachen Umgang mit den persönlichen Fakten kommt die Tatsache, dass vorsichtige Tiefstapler es zu Beginn manchmal etwas einfacher haben. Wer mit der Unterzeichnung der Gewerbeanmeldung ein nobles Büro einrichtet, eine Sekretärin anstellt und einen teuren Firmenwagen least, der tappt in die Möchte-Gern-Geschäftsführer-Falle. Häufig wird so Geld verbrannt, dass in Produkttests oder Marketing weitaus sinnvoller investiert gewesen wäre.

Im Fokus der Unternehmung muss vor allem die Geschäftsidee stehen, die gehegt, gepflegt und weiter entwickelt wird. Das Ziel sollte dabei möglichst unverändert bleiben. Der Weg dorthin darf indes ruhig mit Blick auf neue Erfahrungen oder äußere Umstände „kurviger“ werden.

3.) „Mängel“ am Produkt oder an der Dienstleistung

Die hier bezeichneten „Mängel“ am Produkt müssen nicht zwingend richtige Mängel sein, sondern können im weitesten Sinne auch eine falsche Marktanalyse, eine falsch verstandene Zielgruppe oder ein Mangel am Alleinstellungsmerkmal sein. Deswegen raten Experten dazu, die meiste Vorbereitungszeit in das Produkt, das Konzept und die dazugehörige Recherchearbeit zu stecken.

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Wer ein Startup gründen möchte, wird sicherlich für einige Zeit zum Workaholic. Das Privatleben muss das mit (er)tragen.

Diese Punkte können dabei helfen:

  • Der Standort. Auch wenn bei der heutigen Startup-Szene meist an Online-Unternehmen gedacht wird, gibt es auch diejenigen, die sich nach einem Standort umsehen müssen. Bewirken wird die Standort-Analyse online und offline dasselbe. Der künftige Restaurant-Besitzer muss zusehen, einen Standort zu finden, der gut frequentiert ist und nicht inmitten direkter Konkurrenzbetriebe liegt. Der künftige Online-Business-Chef muss zusehen, dass das Produkt im „Online-Laden“ so positioniert wird, dass es sich von ähnlichen Angeboten abhebt. Dabei wird der Anfang im Online-Business zwar günstiger, aber nicht einfacher.
  • Die Zielgruppe. Eine Zielgruppenanalyse kann Spaß machen, wenn die Arbeit und Rechercheleistung auch transparent dargestellt wird. Eine nette Fratze am Flip-Chart und schon kann die Zielgruppenanalyse losgehen. Diejenigen, die in die angesagte Kneipe kommen sollen, wohnen im Viertel und stehen auf die Musik XY. Das sind bereits zwei wichtige Details, die die Zielgruppe ausmachen. Diejenigen, die sich online über Fernstudien informieren wollen, sind meist 25 Jahre oder älter und haben bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche. Online muss nun herausgefunden werden, wie diese Zielgruppe nach Weiterbildungsangeboten sucht – um auf die Suchen auch die passenden Ergebnisse liefern zu können.
  • Der Markt. Der Faktor „Markt und Wettbewerb“ ist eng verwoben mit dem Standort, denn: Wer eine Bar in der belebtesten Straße der Altstadt aufmacht, der wird umringt sein von Wettbewerbern, aber auch von der Zielgruppe. An dieser Stelle gilt es zwei Aufgaben zu erledigen: (1) sich selbst vom Angebot anderer abzuheben und (2) die Zielgruppe noch besser anzusprechen. Online ist das indes immer der Fall, denn im Internet gibt es fast nichts, was nicht bereits angeboten wird.

 

 

Quelle:
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Gründer-Fehler vermeiden. Scheitern verhindern.
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