Firma im Ausland gründenQuelle: motortion - stock.adobe.com

Wer eine Firma im Ausland gründen möchte, sollte sich vorab genau über das jeweilige Land informieren.

Es kann viele Vorteile bringen, wenn man im Ausland eine Firma gründet. Viele Gründer aus Deutschland denken darüber nach und das Gründen im Ausland wird immer beliebter. Inzwischen entscheiden sich über 40 Prozent aller Industrieunternehmen für die Gründung im Ausland. Doch so verlockend vieles auch klingen mag, so gibt es doch auch einige Nachteile die zu beachten sind. Beim Firma gründen im Ausland sind vor allem die vielen bürokratischen Hürden die es zu nehmen gibt, ein Grund diese Pläne doch wieder zu verwerfen. Doch davon solltest du dich nicht gleich abschrecken lassen. Wir zeigen dir, worauf es bei der Gründung im Ausland ankommt.

Welche Vorteile gibt es beim Gründen im Ausland?

Es gibt viele verschiedene Gründe, die dafür sprechen, eine Firma im Ausland zu gründen.

  • Steigerung der Umsatzzahlen sind leichter möglich
  • Bekanntheitsgrad der Firma kann gesteigert werden
  • Positionierung in einem Nischenmarkt
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenzunternehmen
  • Entwicklungsschub durch Internationalisierung
  • Reduzierung der Steuerlast
  • Günstigere Lizenzen im Ausland
  • Besserer Zugang zu neuen Märkten
  • Schutz von privatem Vermögen

Vor der Gründung im Ausland: Recherchiere!

Die oben genannten Vorteile klingen natürlich gut und verlockend. Doch es wäre ein großer Fehler, nun übereilt anzufangen, alles für die Gründung im Ausland vorzubereiten. Nicht ohne Grund sieht man in Fernsehformaten wie „Goodbye Deutschland“ auch viele Auswanderer, die mit einer Gründung im Ausland scheitern. Daher solltest du zu diesem Thema eine wirklich umfangreiche Recherche durchführen. Das Lesen dieses Artikels ist damit schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Denn vor allem muss du dich zunächst über die Begebenheiten im Ausland erkundigen. Nur so kannst du beurteilen, ob es für dich wirklich sinnvoll ist eine Firma im Ausland zu gründen und den erhofften Erfolg bringt. Zunächst brauchst du alle möglichen Informationen und erst dann kannst du daran denken, dein Vorhaben in Form eines Businessplans bringen.


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Informiere dich über das Land deiner Wahl

Zunächst solltest du dich ganz genau mit dem Land auseinander setzen, in dem du eine Firma im Ausland gründen möchtest. Stelle dir dazu die folgenden Fragen:

  • Gibt es kulturelle Besonderheiten?
  • Wie sieht die wirtschaftliche Lage in diesem Land aus?
  • Ist die politische Lage in diesem Land stabil?
  • Welche Zugangsbestimmungen zum dortigen Markt gibt es?
  • Gibt es dort Geschäftspraktiken, die von dir besonders beachtet werden müssen?
  • Welches Potenzial bietet der dortige Markt für dich?
  • Welchen Wert haben deine Produkte oder Dienstleistungen in diesem Land?

Prüfe die arbeitsrechtlichen Grundlagen

Wenn du dir genügend Informationen über die oben genannten Punkte verschafft hast, musst du dich um die arbeitsrechtlichen Begebenheiten kümmern und diese gründlich recherchieren.

  • Bestehen in dem Land, in dem du eine Firma gründen willst, internationale Abkommen?
  • Welche rechtlichen Bedingungen musst du beim Firma gründen im Ausland erfüllen?
  • Wie sieht es mit dem Thema Arbeitserlaubnis aus? Musst du eine beantragen? Wie lange hat diese Gültigkeit?
  • Welche Handelsbeschränkungen gibt es in dem Land? Wenn ja, welche?
  • Informiere dich über die Steuerbeschränkungen und die Zollbeschränkungen.
  • Musst du dort deinen Wohnsitz haben um eine Firma im Ausland gründen zu können?

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Wo kann man überall eine Firma im Ausland gründen?

Grundsätzlich kannst du so gut wie in jedem Land der Welt eine Firma gründen. Am leichtesten ist die Gründung einer Firma in einem EU-Land. Hast du aber nur das Ziel die Firma zu gründen um Steuern zu sparen, dann bietet sich natürlich ein Land an, das zu den sogenannten „Steueroasen“ zählt. In Europa zum Beispiel Luxemburg oder die Schweiz. Aber auch Liechtenstein, Monaco, Andorra, Belgien, Isle of Man, Gibraltar, die kanarischen Inseln, Malta oder Zypern sind für viele steuerlich sehr attraktiv.

Wenn du dich für ein EU-Land für die Gründung im Ausland entscheidest, dann erspart dir das eine Menge an Bürokratie. Wenn du Bürger der EU bist, kannst du in jedem EU-Land sowie ebenfalls in Island, Liechtenstein und Norwegen, auch als Einzelunternehmer deine Firma im Ausland gründen. Außerdem steht es dir offen, in einem dieser Länder eine Niederlassung oder eine Tochtergesellschaft eines bestehenden Unternehmens von dir zu gründen.

Regelungen für das Gründen im EU-Ausland

Innerhalb der EU gibt es innerhalb der einzelnen Ländern einige unterschiedliche Anforderungen. Dennoch werden diese Länder von der EU in Brüssel dazu aufgefordert, einige Anforderungen umzusetzen. Dies sind im einzelnen:

  • Eine Firmengründung im Ausland soll binnen drei Arbeitstagen erfolgen
  • Die Kosten für die Gründung sollen nicht mehr als 100 Euro betragen
  • Alle Verwaltungsschritte sollen über eine einzige Behörde abgewickelt werden
  • Die Erledigung von allen Formalitäten bzgl. der Eintragung der neuen Firma müssen online möglich sein genauso wie die Eintragung selbst

Nutze Förderungen bei der Gründung eines Startups

Wenn du im Ausland ein Startup gründen willst, dann solltest du die Möglichkeit nutzen, Förderprogramme dafür in Anspruch zu nehmen. Hierfür gibt es mehrere EU-Fonds, die für dich in Frage kommen könnten. Informationen dazu kannst du auf der englischsprachigen Homepage von Startup Europe finden. Ebenso gibt es dort auch Möglichkeiten, nach Investoren oder Partnerschaften für deine Firma im Ausland zu suchen. Auch hierfür gibt es eine Reihe von interessanten Möglichkeiten.

Wähle die richtige Unternehmensstruktur

Wenn du mit deiner Firma im Ausland erfolgreich sein willst, dann musst du dir ebenfalls Gedanken über die richtige Unternehmensstruktur machen. Diese ist ein wesentlicher Faktor für deinen unternehmerischen Erfolg. Deshalb ist es wichtig, dass du eine Unternehmensstruktur wählst, die auch zu deinen Zielen passt. Ein ebenso wichtiger Faktor ist diese Struktur in Hinsicht auf die Steuern, die dort bezahlt werden müssen. Auch hier musst du genau nachprüfen und recherchieren, welche Unternehmensform du wählst. Über die Rechtsformen in Deutschland dürftest du ja hinlänglich informiert sein.

Im Ausland sieht dies ganz anders aus. Wir nennen dir als Beispiel Polen. Das Gegenstück zur deutschen GmbH ist in die Polen die Sp. z o.o., auch Spolka genannt. Ebenfalls eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. In Deutschland sind für die Gründung 25.000 Euro Stammkapital erforderlich. In Polen beträgt das Mindestkapital für die Stammeinlage gerade einmal 5.000 Zloty, das sind umgerechnet etwa 1.100 Euro. Ein sehr großer Unterschied. Dies alles musst du im Vorfeld genau prüfen und berücksichtigen, weil es eben in jedem Land andere Möglichkeiten und andere Anforderungen gibt.

Fazit

Eine Firma gründen im Ausland mag auf den ersten Blick einiges an Nachteilen haben, doch wenn du erst einmal alle Informationen zusammengetragen hast, wirst du feststellen, dass in den meisten Fällen die Vorteile überwiegen. Das hängt natürlich auch sehr stark davon ab, in welchem Business du tätig bist. Nicht immer macht Firma gründen im Ausland auch wirklich Sinn. Auf jeden Fall musst du dich im Vorfeld über alles informieren und alles genau recherchieren. Es gibt auch Beraterfirmen, die dich bei der Gründung im Ausland unterstützen.

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