Google PageRank Nachruf
Dieses Frühjahr war es offiziell: Nach langem Dahinsiechen und alles andere als überraschend ging der Google PageRank von uns und schon sucht man nach Google PageRank Alternativen. Doch zunächst ein kurzer Rückblick: Wir mochten ihn und verwiesen gern auf ihn, denn mit dieser Größe ließ sich die Relevanz von Seiten auf einer Skala von 1 bis 10, visualisiert mit einem kleinen grünen Balken, ausdrücken. Je mehr Grün damals im Balken zu sehen war, desto besser schnitt die Seite im Ranking ab. Beurteilt wurde dabei vor allem ihre Verlinkungsstruktur im Netz. Eine Seite, die mit viel verlinkten, beliebten Seiten verknüpft war, erzielte einen besseren Wert. Mit dem PageRank war es daher einfach, sein Linkprofil zu pflegen. Man musste nur auf Backlinks von den richtigen Seiten setzen. Gleichzeitig hatte man einen Richtwert zur Hand, um die Qualität der eigenen Webseite im Auge zu behalten. Dieses Frühjahr dann verschwand der PageRank auch endgültig aus der Google Toolbar. Wer jetzt auf einem der zahlreichen PageRank-Checker online den Wert einer bestimmten Seite in Erfahrung bringen will, wird wahrscheinlich einen Wert von 0 ermitteln. Was bis vor 2013 ein Hinweis darauf war, dass etwas ganz und gar nicht stimmte, ist nun ein sicheres Zeichen dafür, dass der PageRank ein Wert von vorgestern ist. Er war ohnehin seit Ende 2013 nicht mehr upgedatet worden.

Das lag nicht zuletzt daran, dass er nicht wirklich aussagekräftig war: Google ist seit langem bestrebt, Seiten nach ihrem Wert für die User der Suchmaschine zu ranken. Hier gibt die Linkstruktur nach wie vor Anhaltspunkte, ist aber nur eins von rund 200 Kriterien. Intern lebt der PageRank weiter, im User-Diesseits hatte er spätestens mit der Einführung der semantischen Suche an Bedeutung verloren. Hinzu kam, dass der PageRank geradezu zur Manipulation einlud. Unter anderem wurde mit Backlinks von Seiten mit guten PageRank-Werten gehandelt. Google schickte 2012 daher den Pinguin, ein Update, das Fälle von Keyword-Stuffing sowie unnatürliche als auch unnatürlich wirkende Linkprofile identifizierte und abstrafte. Des Weiteren begann Google mit dem TrustRank zu arbeiten, der die Vertrauenswürdigkeit von Seiten einstuft. Hier entschieden letztlich auch Handarbeit und menschliches Urteilsvermögen und nicht das Netz aus Verlinkungen.
Nun hat der PageRank extern also ausgedient, aber wir wollen natürlich immer noch brauchbare Backlinks und wissen, wie unsere eigenen Seiten abschneiden. Welche Google PageRank Alternativen gibt es also?

Die besten Google PageRank Alternativen

Alexa Rank

Die Amazon-Tochter Alexa hat ihr eigenes Ranking entwickelt. Die globalen und nationalen Top-500 Seiten sind auf ihrer Webseite einsehbar und auch die Eckdaten zu einzelnen Seiten lassen sich dort checken. Entscheidend ist dabei der jeweilige Traffic im Vergleich zu dem auf anderen Seiten. Alexa bietet darüber hinaus ein eigenes Analysetool in drei unterschiedlichen Preis- und Leistungsklassen an. Kunden können ihren Alexa Rank auch anzeigen lassen, um ihre Seite mit einem Qualitätssiegel zu schmücken. Einem Fragwürdigen allerdings, denn dadurch dass sich die Kennzahl aus dem Vergleich mit anderen Seiten ergibt, kann es sein, dass Rankings trotz steigender Besucherzahlen sinken, wenn andere Seiten im selben Zeitraum viel mehr neue Besucher verzeichnen als man selbst. Zudem sind die Zahlen als solche nur bedingt repräsentativ.

MozBar: Page Authority, Domain Authority

Die SEO-Experten des US-amerikanischen Digitalunternehmens Moz haben eine eigene Toolbar entwickelt, die MozBar. Diese soll Usern bei der Suchmaschinenoptimierung helfen. Statt mit dem PageRank wird hier mit Page und Domain Authority, kurz PA und DA gearbeitet. Moz arbeitet hier mit eigenen Algorithmen und bezieht sowohl das Linkprofil, als auch Werte zur Vertrauenswürdigkeit und Popularität der beteiligten Seiten mit ein. Page Authority bezieht sich dabei auf die jeweilige aufgerufene (Unter-)Seite. Domain Authority ist der Wert, der der Domain beigemessen wird. Ähnlich wie der Google PageRank werden die Werte als Balken angezeigt. Diese unterscheiden sich jedoch nicht nur farblich, sondern auch durch größere Genauigkeit: Es wird nicht mehr zwischen 1 und 10 gerankt, sondern von 1 bis 100. Die MozBar gibt es in einer kostenlosen und in einer Premium-Variante.

Majestic: Trust Flow/ Citation Flow

Das Unternehmen und Web-Crawler-Projekt Majestic verfügt über eine der größten, kommerziellen Linkdatenbanken. Aus diesem Wissen schlägt Majestic durch ein vielfältiges Tool-Angebot Kapital. Zu diesem Angebot zählen auch ein Browser-Plugin und das „Link Profile Fight“-Tool, bei dem zwei Links graphisch miteinander verglichen werden können. Die Majestic-Dienste sind derzeit ab 39,99 Euro monatlich erhältlich.
Linkprofile werden von Majestic mit den SEO-Kennzahlen Trust Flow und Citation Flow beschrieben. Der Trust Flow beschreibt die Nähe von Links zu vertrauenswürdigen Seiten. Wie bei Google wird Vertrauenswürdigkeit hier auch manuell festgelegt. Der Citation Flow wiederum ergibt sich aus der Zahl der Backlinks für die jeweilige URL. Wie genau das funktioniert und zu interpretieren ist, erklärt Majestic in dem folgenden Video (wer sich mit dem Englischen schwer tut, kann die Untertitel aktivieren):

LRT Power*Trust

Das Wiener Digitalunternehmen Link Research Tools hat, kurz nachdem der Penguin-Algorithmus in Betrieb genommen wurde, eine Erweiterung für Chrome und Firefox entwickelt, mit der sich die Google Toolbar ersetzen lassen soll. Diese Browsererweiterung operiert bei den besuchten Seiten mit den Größen Power und Trust. Ähnlich wie bei der Lösung von Majestic bezieht sich „Power“ hier auf das Linkprofil der jeweiligen Seite und „Trust“ auf ihre Nähe zu als vertrauenswürdig eingestuften Adressen. Ähnlich wie Alexa führt LRT auch eine Liste der Top 500(0) Webseiten, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird.

Google PageRank Alternativen – Zusammenfassung:

Der Google PageRank ist SEO-Geschichte und das ist auch richtig so, denn er ist nur eine von vielen Größen, die über die Wertung einer Webseite entscheiden. An ihm zeigt sich sehr gut, dass einfache Lösungen und simple Antworten in der Regel nur unzureichend sind. Und eigentlich war bereits als Google 2013 ankündigte, den PageRank nicht mehr upzudaten alles klar. Hält man sich vor Augen, dass Google bestrebt ist, Nutzern relevante Suchergebnisse zu präsentieren, leuchtet es auch völlig ein, dass Verlinkungen zu mächtigeren Domains nichts darüber aussagen, ob die entsprechende Seite für den Suchenden auch Mehrwert bietet.
Wer Kennzahlen sucht, die Seiten in Bezug auf ihre Qualität vergleichbar machen, wird bei unterschiedlichen Anbietern fündig. Wir haben in diesem Beitrag eine Auswahl dieser Alternativen zum PageRank vorgestellt. Dabei wird noch einmal klar, dass allein das Linkprofil nicht als Qualitätskriterium ausreicht und eine Skala von 1 bis 10 eigentlich auch zu ungenau ist. Es gibt also keinen Grund, dem PageRank hinterherzutrauern.

Lass uns wissen, wenn Du mit den Alternativen zum PageRank schon Erfahrungen gemacht hast oder weitere, brauchbare Alternativen kennst. Wir freuen uns auch immer über Feedback und Anmerkungen!