Handel mit GoldQuelle: fox17 - stock.adobe.com

Während alle anderen Kurse durch die Corona-Krise gefallen sind, steht der Gold-Preis vor einem neuen Rekordwert.

Ein paar Goldmünzen oder Goldbarren im Tresor: Dieser Anblick vermittelt manchen Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Gold steht nach wie vor für Luxus und gilt zugleich als Krisenwährung. Das zeigt sich auch aktuell in der Corona-Krise. Während der Kurs des Deutschen Aktienindex in den vergangenen Wochen gefallen ist, stieg der Goldpreis fast auf ein Rekord-Niveau. Diese Entwicklung verstärkt wiederum das Interesse der Anleger. Die Frage ist nun, ob sich eine Investition bei einem aktuell so hohen Goldpreis überhaupt lohnt. Und wodurch der Preis auch außerhalb der Krise überhaupt beeinflusst wird. Der folgende Report beantwortet diese Fragen und zeigt, welche Faktoren du beim Kauf beachten solltest.

Gold als Wertanlage

Rohstoffe wie Gold, Silber und Öl gelten schon lange als krisensicheres Mittel zur Geldanlage. Es sind Materialien, welche vermutlich niemals völlig wertlos werden, da sie begrenzt und deswegen sehr begehrt sind. Allerdings sollten vor einer Anlage immer verschiedene Faktoren beachtet werden, die die Preise und den Kurs beeinflussen. Beim Goldpreis ist das zum Beispiel das aktuelle Zins-Niveau. Je höher die Zinsen, umso mehr sinkt der Goldkurs und umgekehrt. In den nächsten Jahren wird kein starker und schneller Anstieg der Zinsen erwartet, was nämlich die hohe Verschuldung vieler Staaten noch mehr verschärfen würde. Folgt man dieser Überlegung, sollte sich das also positiv auf die Goldpreis-Entwicklung auswirken. 

Ein weiterer Faktor ist der aktuelle US-Dollarwert im Vergleich zum Euro. Denn Gold wird in US-Dollar gehandelt. Der Wert eines Euro schwankte in den letzten 20 Jahren zwischen rund 0,85 und 1,60 US-Dollar. Selbst bei einem unveränderten Goldpreis in US-Dollar besteht daher das Risiko, dass Anleger weniger Euro für ihr Gold erhalten, falls der Dollar an Wert einbüßt. Generell ist der Goldpreis in den letzten Jahren immer starken Schwankungen ausgesetzt. Innerhalb kürzester Zeit können Anlagen also an Wert verlieren, aber auch einen neuen Rekordwert erreichen. Im August 2011 gab es hierbei zuletzt eine absolute Rekordzahl: 1.900 US-Dollar kostete eine Gold-Unze. Die Unze, auch Apotheker-Unze oder Feinunze genannt, ist hierbei das Gewichtsmaß für Gold. Es sind umgerechnet 31,103 Gramm.

Seitdem gab es immer wieder stärkere Schwankungen, der Kurs ging stärker nach oben und dann wieder runter, vom Rekord war der Goldpreis seit 2011 jedoch weit entfernt. Unabhängig davon konnte sich Gold aber insgesamt als Anlageform etablieren. Mittlerweile existieren auch viele Online-Händler, die schnelle Investitionen möglich machen.

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Argumente für eine Gold-Investition

Der Goldpreis ist von vielen Faktoren abhängig, die sich jederzeit ändern können. Dadurch lassen sich exakte Preisentwicklungen nicht vorhersagen. Trotzdem existieren auch einige Argumente, die für eine Investition sprechen.

Das Argument Rohstoff

Firmen oder Fonds-Gesellschaften können Insolvenz anmelden, Immobilien können zerstört werden. Währungen könnten theoretisch verschwinden. Gold hingegen bleibt als wertvoller Rohstoff bestehen. Zudem lässt sich es nicht künstlich herstellen und vermehren, somit behalten Goldbestände immer einen gewissen Wert.  

Das Argument Vielseitigkeit

Gold konnte sich seit Jahrtausenden als Zahlungsmittel und Wertspeicher etablieren. Es wird zudem auf der ganzen Welt akzeptiert und ist nicht an ein bestimmtes Land oder eine Regierung gebunden. Auch wenn sich der Goldpreis ändert, der wertvolle Rohstoff ist weltweit anerkannt.

Das Argument Beständigkeit

Während Geldscheine mit den Jahren ausgetauscht werden müssen, bzw. Papier insgesamt nicht besonders robust ist, sind Gold-Barren oder Münzen beständig und gehen nicht kaputt. Durch die hohe Wertdichte sind selbst kleine Mengen unbegrenzt lagerbar. Dabei löst sich Gold nicht auf oder verliert währenddessen an Qualität.  

Kaufoptionen für Gold-Investitionen

Wenn du in Gold investieren möchtest, gibt es zahlreiche Kauf-Möglichkeiten in speziellen Läden, bei Banken oder im Internet. Vergleiche immer die aktuellen Angebote, um die für dich passende Gold-Anlage zu finden. Das sind die bekanntesten Kaufoptionen:

Investment in physisches Gold

Zum physischen Gold gehören:

  • gängige Münzen (zum Beispiel Krügerrand, Wiener Philharmoniker, Känguru, Maple Leaf, American Eagle), 
  • 1-Unze-Münzen, da diese den realen Goldpreis widerspiegeln, 
  • Goldbarren bekannter Hersteller (zum Beispiel Heraeus, Johnson Matthey, Tanaka, Rand Refinery, The Perth Mint) 

Investment über ETF (Exchange Traded Funds)

Bei diesen Fonds profitierst du von der Entwicklung des Goldpreises, ohne das Gold physisch kaufen und lagern zu müssen. Weil ein Gold-ETF in der Regel für die verkauften Fonds-Anteile auch eine große Goldmenge hinterlegen muss, gehören die Gold-ETF-Anbieter mittlerweile zu den größten Käufern und Verkäufern von physischem Gold.

Wertpapiere

Beim Gold-Kauf über Wertpapiere erwerben Käufer eine Goldminen-Aktie oder ein Goldzertifikat. Die Beliebtheit hat in den letzten Jahren stark abgenommen, was durch den Online-Handel und die verstärkten Investitionen in Fonds begründet wird. 

Gold-Depots

In den letzten Jahren haben Banken sogenannte Gold-Depots angelegt. Dabei besitzen Käufer das Gold nicht physisch, sondern es wird von den Banken für die Kunden gesammelt verwahrt. Allerdings verlangen die Banken dafür teilweise hohe Gebühren.

Gold-Sparpläne

Viele Anbieter werben mit sogenannten Gold-Sparplänen für Einsteiger. Das Prinzip klingt erst einmal gut: Einen kleinen Betrag, zum Beispiel 100 Euro, monatlich in einen Sparplan einzahlen. Du kaufst dir damit also nach und nach ein Eigentum an Gold, das der Anbieter für dich lagert. Allerdings solltest du genau auf die Kosten und Gebühren achten. Bei den Kosten können das zum Beispiel Bearbeitungsgebühren beim Kauf oder regelmäßig erhobenen Lagergebühren sein. Zudem bist du dann für lange Zeit vertraglich an den Anbieter gebunden. Sollte dieser also Insolvenz anmelden, sind deine Anlagen in Gefahr. 

Auswirkungen der Corona-Krise auf den Goldpreis

Generell war der Goldpreis auch vor der Corona-Krise schon immer großen Schwankungen ausgesetzt. Das liegt vor allem an den Gold-Verkäufen von Großinvestoren. Diese verkaufen in Krisenzeiten massenweise Gold, was sie beispielsweise in Gold-Fonds investiert hatten. Die Erlöse dienen dann dazu, in gefallene Aktienmärkte investieren zu können. Oder die Großinvestoren verschaffen sich dadurch generell finanzielle Mittel, die in Krisenzeiten sehr wichtig sind. Es kann also selbst in großen Börsenkrisen für den Goldpreis stark abwärts gehen, vor allem am Anfang einer Krise. 

Und genau so einen Kurs-Fall hatten Gold-Anleger auch zu Beginn der Corona-Krise befürchtet. Doch die Krise ließ die Kurse ansteigen, Großanleger und Privatinvestoren stürzten sich besonders auf das physische Gold. Händler hatten zwischenzeitlich sogar Lieferschwierigkeiten. Diese Reaktion sorgte wiederum für den besten Goldpreis seit neun Jahren. Dieser ist je Unze Gold seit Jahresbeginn 2020 zeitweilig um rund ein Viertel angestiegen, auf aktuell umgerechnet rund 1600 Euro. Diese Entwicklung zeigt das fehlende Vertrauen in das Finanz- und Bankensystem. Schwindet nämlich das Vertrauen in die Banken, steigt meistens die Nachfrage nach Gold. Gleichzeitig bleiben während der Corona-Krise weltweit die Zinsen niedrig, um die Staaten nicht zusätzlich zu belasten. Auch diese Tatsache wirkte sich positiv auf den Goldpreis aus. 

Zusammenfassend wird also klar, dass sich die Corona-Krise positiv auf den Goldpreis ausgewirkt hat. Wie lange der Preis-Anstieg weitergeht, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Die weiteren Entwicklungen könnte auch von Gesamtlänge der Krise und den Maßnahmen der Banken danach abhängen.

Hinweise für den Handel mit Gold – während und nach der Krise 

Gold gilt traditionell als sichere Anlage, das zeigt sich auch während der Corona-Krise. Besonders dann, wenn die Finanzmärkte schwächeln oder insgesamt Unsicherheit herrscht. Wichtig beim Handel ist allerdings, dass die Goldanlage keine Zinsen abwirft. Deshalb macht es Sinn, insgesamt nicht mehr als 10 Prozent des Vermögens zu investieren. Dadurch kannst du Schwankungen besser ausgleichen und setzt dich durch die aktuellen Entwicklungen nicht zu sehr unter Druck.

Dabei ist auch der Umgang mit der Einkommenssteuer wichtig. Denn liegt zwischen Kauf und Verkauf des Goldes mehr als ein Jahr, ist der Gewinn steuerfrei. Liegen dazwischen jedoch weniger als 12 Monate, ist ein Gewinn steuerpflichtig. Das gilt ab einer Gewinnhöhe von 600 Euro und muss dann auch in deiner Einkommensteuererklärung angeben werden. 

Zudem solltest du beim Goldkauf auch immer noch die möglichen Zusatzkosten mit einplanen. Zum Beispiel eine Transportversicherung beim Online-Kauf, Gebühren für den Tresor bzw. das Bankschließfach, sowie Aufschläge für den Kauf beim Händler. Lege also immer ein Budget fest und plane alle Zusatzkosten mit ein, damit am Ende keine versteckten Kosten auftreten und den Goldkauf unnötig in die Höhe treiben. 

Fazit

Die Investition in Gold lohnt sich, auch wenn der Goldpreis aktuell hoch ist und du es somit nicht günstig erwerben kannst. Denn der Goldpreis könnte sogar noch weiter steigen, aber auch so bleibt Gold ein seltener und wertvoller Rohstoff. Allerdings traten in den letzten Jahren auch immer wieder hohe Schwankungen des Goldpreises auf. Deshalb sollte Gold bei der Aufteilung deines Vermögens immer nur ein kleiner Bestandteil sein. Also falls du investierst, dann nie das gesamte Vermögen, um auch noch andere Anlage-Strategien verfolgen zu können. Denn eine Investition in Gold dient eher als Absicherung, nicht für schnelle Rendite. Beobachte dabei den Markt sowie die Börse und lass dich nicht unter Druck setzen, damit auch du zukünftig von den Entwicklungen profitieren kannst. 

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