Du möchtest mit einem Gewinnspiel oder einem Preisausschreiben auf dich aufmerksam machen? Grundsätzlich eine gute Idee, denn viele Menschen fühlen sich hierdurch angesprochen. Wichtig ist, dass du souverän die rechtlichen Hürden nimmst. – Mit den folgenden Tipps kein Problem!

Das Wichtigste zuerst: Formuliere die Teilnahmebedingungen so, dass sie allgemein verständlich und transparent sind. Dazu gehört auch, dass in keiner Weise (!) der Eindruck erweckt wird, dass der Gewinn bereits sicher sei oder durch ein bestimmtes Handeln – wie auch den Kauf eines Produkts – sicher werde.


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Trenne Kauf und Gewinnspiel ganz deutlich voneinander:

  1. Weise im Text explizit darauf hin: „Die Teilnahme am Preisrätsel und die Chancen auf einen Gewinn sind nicht an eine Bestellung gebunden.“
  2. Günstig ist auch, wenn du diese Trennung noch optisch unterstreichst, z. B. durch eine gestrichelte Linie zwischen Bestellcoupon und Rätselauflösung.

Mache auch keine irreführenden Aussagen über den Schwierigkeitsgrad des Gewinnspiels, die Dauer oder die Anzahl der Teilnehmer. Durch alle irreführenden und unklaren Informationen oder einen wie auch immer ausgeübten „Druck“ machst du dich angreifbar.

Sonderfall Preisrätsel

Um auf sich aufmerksam zu machen, kannst du in der Lokalzeitung ein Preisrätsel gestalten. Solche Preisrätsel werden der redaktionellen Berichterstattung zugeordnet. Allerdings ist es im Umfeld des Preisrätsels erlaubt, den Gewinn vorzustellen und dabei durch die positive Darstellung die Grenze zur werblichen Präsentation zu überschreiten, um den Anreiz zur Teilnahme am Preisrätsel zu erhöhen. Nutze diese Chance und biete deine Produkte im Rahmen einer Medienkooperation als Gewinne an.

Vorsicht bei der Zielgruppe
 Kinder und Jugendliche!

Ganz sensibel ist die Ansprache von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit Gewinnspielen. Denn Gewinnspiele dürfen an diese nur in klar definierten Umgebungen herangetragen werden: auf Jahrmärkten, Volksfesten etc. Im Internet beispielsweise ist Minderjährigen unter 14 Jahren die Teilnahme an Gewinnspielen untersagt – es sei denn, dass die Kosten für die Teilnahme gering sind und  0,14 € (bei einem Anruf) oder 0,50 € (bei einer Postkarte) nicht überschreiten. Untersagt sind auch Gewinnspiele, die sich mit ihren Produkten gezielt an Kinder wenden. Außerdem dürfen die in Aussicht gestellten Gewinne auch nur von einem geringen Wert sein.

Fällt deine Maßnahme unter den Glücksspielstaatsvertrag?

Wenn die Gewinnchance an ein Entgelt gekoppelt ist, könnte es sich bei deiner Werbe-Maßnahme um ein Glücksspiel handeln. Dann solltest du prüfen, inwiefern der Glücksspielstaatsvertrag für dich von Bedeutung ist, der derzeit in allen Bundesländern – bis auf Schleswig-Holstein – gültig ist. Er umfasst nicht nur Bestimmungen zum Glücksspiel selbst, sondern auch zur Bewerbung der Maßnahme. Diese darf nicht irreführend sein und muss deutliche Hinweise auf das Suchtpotenzial von Gewinnspielen und auf die Bestimmungen für Minderjährige enthalten.

EXTRATIPP

Gut ist es, die Gewinner auf deiner Website zu veröffentlichen. Das zeigt, dass du seriös bist und es tatsächlich Gewinne gibt. Auch hierfür musst du aber unbedingt das Einverständnis der Gewinner zur Veröffentlichung ihrer Namen einholen.

Fazit: Attraktive Gewinnspiele als Werbe-Maßnahme sind „in“ – du solltest die rechtliche Seite aber nicht außer Acht lassen. Vorschriften zu Preisausschreiben, Gewinnspielen und Lotterien enthält das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Relevant sind in diesem Zusammenhang die §§ 661, 762 und 763 BGB. Wann es sich um unerlaubte Glücksspiele und Lotterien handelt, wird im Strafgesetzbuch, §§ 284 und 287 ff., festgeschrieben. Gegebenenfalls sind auch die Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb zu beachten, wenn beispielsweise der Anlockeffekt besonders groß oder der Preis besonders attraktiv ist. Daher solltest du dich, bevor du ein Gewinnspiel initiierst, beraten lassen, auf welche Bestimmungen und Gesetze du achten solltest.

Datenschutzbestimmungen nicht vergessen

In die Teilnahmebedingungen musst du in jedem Fall Datenschutzhinweise aufnehmen. Nach den gesetzlichen Datenschutzrichtlinien gehören dazu unbedingt die folgenden Punkte:

  • Hinweis, dass die Daten nur für das Gewinnspiel verwendet werden.
  • Hinweis an die Nutzer, dass sie ein Recht auf Auskunft über ihre Daten, deren Korrektur oder Löschung haben.

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Falls du mit dem Gewinnspiel Newsletter-Adressen sammeln willst: Beachte das Kopplungsverbot

Die Einwilligung zum Erhalt von Werbe-Mails darf nicht an die Teilnahme am Gewinnspiel gekoppelt sein. Und falls du Print-Gewinnspiele machst und Werbe-Mails verschicken möchtest: Der Empfänger muss in diesem Fall ankreuzen können, dass er hiermit einverstanden ist. Das Formular dient dir dann auch als Beweis für die Einwilligung. Das bedeutet: Zusätzlich zum Kasten, mit dem die Teilnehmer die Teilnahme am Gewinnspiel erklären, muss ein weiterer Kasten für eine separate Einwilligung in den Erhalt von Werbe-Mails vorhanden sein.

 

Dieser Artikel wurde von BWRmed!a bereitgestellt.
Autor: Günter Stein (Unternehmer)

Selbstständig, BWR Med!a, VNR Verlag

 

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