Gesetzliche KrankenversicherungQuelle: Pixelot - stock.adobe.com

Die gesetzliche Krankenversicherung dient zur Absicherung, doch bei den Kosten gibt es deutliche Unterschiede.

Nicht nur für Pflichtversicherte kann die gesetzliche Krankenversicherung mit ihren Leistungen und Vorteilen prinzipiell überzeugen. Trotzdem gibt es auch innerhalb dieser gesetzlichen Variante verschiedene Anbieter, die zum Beispiel weitere Behandlungen ermöglichen und dabei geringere Kosten verursachen. Der folgende Artikel zeigt deshalb die aktuellen Leistungen und Tarife der gesetzlichen Krankenversicherung, ihre Vor- bzw. Nachteile und alle wichtigen Infos zu einem möglichen Anbieter-Wechsel.  

Definition gesetzliche Krankenversicherung

Jeder Bürger in Deutschland muss Mitglied einer Krankenversicherung sein, entweder Teil der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder Mitglied einer privaten Krankenversicherung (PKV). Somit ist die GKV für den Großteil der Bevölkerung eine Pflichtversicherung, denn für die Aufnahme in die PKV müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die GKV funktioniert dabei nach dem Prinzip der Solidarität. Das bedeutet, die Beiträge richten sich nach dem Einkommen der Versicherten. Unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge bekommen aber alle Versicherten die gleichen, medizinisch notwendigen Leistungen.

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Voraussetzungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Da in Deutschland die Versicherungspflicht gilt, muss jeder Bürger eine Krankenversicherung besitzen. Um Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse zu werden, gibt es deshalb auch keine Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.

Für bestimmte Personengruppen ist es zudem nicht möglich in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Dazu gehören unter anderem:

  • Arbeitnehmer mit einem jährlichen Einkommen unter 62.550 Euro brutto
  • Rentner
  • Auszubildende
  • Empfänger von Arbeitslosengeld
  • Familienmitglieder ohne Einkommen (z.B. Ehepartner und Kinder)

Wer nicht zu diesen Personengruppen gehört, ist somit auch nicht verpflichtet in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben und kann je nach Wunsch zu einer privaten Krankenversicherung wechseln.

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind durch das Sozialgesetzbuch festgeschrieben. Demnach ist es die Aufgabe der GKV, „die Gesundheit ihrer Versicherungs­nehmer zu erhalten, wiederherzustellen sowie langfristig zu verbessern“. Deshalb haben gesetzlich Versicherte auch einen Anspruch auf folgende Behandlungen:

  • ärztliche, zahnärztliche und psychotherapeutische Behandlung von Krankheiten
  • Krankheitsfrüherkennung
  • Krankheitsvorbeugung
  • (häusliche) Krankenpflege
  • Maßnahmen zur Rehabilitation (z.B. Therapien)
  • Versorgung mit Medikamenten und Hilfsmitteln

Im Normalfall müssen also alle Kosten für weitere Leistungen vom Versicherten selbst übernommen werden. Durch den Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern sind jedoch mittlerweile in manchen Verträgen die folgenden Zusatzleistungen inbegriffen:

  • Übernahme von Reiseimpfungen
  • medizinische Telefonberatung
  • Homöopathie und alternative Behandlungen
  • Vermittlung von Terminen bei Fachärzten
  • Bonusprogramme (Prämien für einen nachweislich gesunden Lebensstil)

Deshalb lohnt sich ein Vergleich der gesetzlichen Krankenversicherungen und ein detaillierte Blick auf die angebotenen Leistungen.

Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung

Bei der gesetzlichen Versicherung hängen die Kosten vom Einkommen der Versicherten ab. Es gilt also prinzipiell: Wer mehr verdient, der zahlt auch mehr. Zum Einkommen zählen auch Einnahmen aus der Vermietung und Verpachtung, sowie Erträge aus Kapitalvermögen und Renten.

Die Berechnung laut Einkommen

Der gesetzlich festgeschriebene Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent des Einkommens. Von diesem übernimmt der Arbeitgeber 7,3 Prozent. Der ermäßigte Beitragssatz beträgt 14,0 Prozent, dieser gilt allerdings nur für Mitglieder, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben.

Zusätzlich können die Kassen noch einen selbst festgelegten Zusatzbeitrag erheben. Oftmals liegt dieser bei 1,1 Prozent des Einkommens, eine gesetzliche Grenze gibt es dort nicht. Seit 01. Januar 2019 übernimmt der Arbeitgeber auch von diesem Zusatzbeitrag die Hälfte.

Rechenbeispiele der gesetzlichen Krankenversicherung

Um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung konkreter darzustellen, ist eine unterschiedliche Betrachtung der Berufsgruppen notwendig. Die folgenden Rechenbeispiele zeigen die aufkommenden Kosten pro Monat:

  • Angestellte (monatliches Bruttoeinkommen 3.000 Euro): 219 bis 260 Euro
  • Selbstständige (monatliches Bruttoeinkommen 3.000 Euro): 420 bis 486 Euro
  • Studenten (unter 30 Jahre): 76 bis 96 Euro
  • Auszubildende: 63 bis 70 Euro 
  • Rentner (monatliche Rente 1.500 Euro): 110 bis 126 Euro

Beitragsbemessungsgrenze

Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze kennzeichnet den maximal zu zahlenden Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie wird jährlich neu festgelegt und richtet sich nach der Gehaltsentwicklung in Deutschland. Verdienen Versicherte also aktuell mehr als 4.687,5‬0 Euro brutto im Monat bzw. 56.250 Euro brutto im Jahr, werden die Beiträge der GKV ab dieser Grenze begrenzt. Die Beitragsbemessungsgrenze ist dabei in den letzten Jahren immer angestiegen, im Vergleich zum Jahr 2019 beispielsweise um 150 Euro.

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Tarife der gesetzlichen Krankenversicherung

Auch wenn die gesetzliche Krankenversicherung in den meisten Fällen eine Pflichtversicherung darstellt, gibt es noch weitere Tarife. Dazu gehören die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung, die Familienversicherung und der Studenten-Tarif. Der Vergleich dieser Tarife lohnt sich, da sich teilweise durch einen Tarif-Wechsel Kosten sparen lassen.

Pflichtversicherung

Die Pflichtversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung gilt als Basis-Versicherung. Sie soll sicherstellen, dass jeder Bürger in Deutschland abgesichert ist. Dabei sind alle grundsätzlichen Leistungen enthalten, bei einigen Anbietern kommen auch noch Zusatzleistungen hinzu.

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Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung

Wer über die gesetzliche Krankenversicherung pflichtversichert ist oder sich freiwillig dafür entschieden hat, kann die folgenden Vorteile nutzen:

  • Beiträge sind gut kalkulierbar durch die gesetzliche Vorgabe
  • kein Fokus auf eine mögliche Vorerkrankung
  • Kinder bis zum 25. Lebensjahr werden kostenlos mitversichert
  • unkomplizierter Wechsel des Anbieters
  • mittlerweile sind auch oftmals Zusatzleistungen inbegriffen

Somit ist die gesetzliche Krankenversicherung besonders für Personen geeignet, die die besonderen Voraussetzungen der privaten Versicherungen nicht erfüllen können oder mehrere Kinder haben.

Nachteile der gesetzlichen Krankenversicherung 

Trotz der positiven Aspekte sollten Versicherte auch auf die Nachteile der gesetzlichen Krankenversicherung einstellen:

  • die Kosten steigen bei hohem Einkommen
  • nur die Grundversorgung und einheitliche Leistungen sind im Normalfall inbegriffen
  • Leistungen können je nach Krankenkasse auch gestrichen werden
  • kein Wechsel in die private Krankenversicherung ab 55 Jahren möglich

Die gesetzliche Krankenversicherung eignet sich also nicht für besser verdienende Personen, die auch Zusatzleistungen der Krankenkassen in Anspruch nehmen oder ihre Leistungen selbst bestimmen möchten.

Anbieter-Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung

Durch das Internet lassen sich die Kosten der Krankenkassen sehr leicht vergleichen, gleichzeitig können die meisten Verträge sogar online abgeschlossen werden. Deshalb boomt der Krankenkassen-Vergleich und die Anbieter werben mit Rabatten bzw. Zusatzleistungen. Und tatsächlich lassen sich oftmals Kosten sparen, weshalb immer mehr Versicherte auch über einen Wechsel von der bisherigen gesetzlichen Krankenkasse zu einem anderen Anbieter nachdenken. Allerdings sollte jeder bei einem Wechsel die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen beachten.

Fristen beim Anbieter-Wechsel

Ein Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse ist kostenlos möglich, allerdings muss dafür seit 18 Monaten oder mehr eine Mitgliedschaft bestehen. Eine weitere Möglichkeit ist eine plötzliche Erhöhung der Zusatzbeiträge, denn in diesem Fall wäre auch eine Kündigung möglich, wenn keine 18-monatige Mitgliedschaft vorhanden ist. In beiden Fällen gilt jedoch eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende. Wer seine Krankenkasse also beispielsweise im Oktober kündigt, ist noch bis zum 31. Dezember dort versichert und kann ab dem 1. Januar dann zu einen neuen Anbieter wechseln.

Kriterien beim Anbieter-Wechsel

Natürlich sind oftmals die Kosten der ausschlaggebende Grund für einen Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung. Trotzdem sollten Versicherte auch die folgenden Kriterien beim neuen Anbieter beachten:

  • Kundenservice und Betreuung: z.B. persönlicher Ansprechpartner oder die Vermittlung von Facharzt-Terminen
  • Zuschüsse für alternative Behandlungen: z.B. Heilpraktiker oder professionelle Zahnreinigung
  • Bonusprogramme: z.B. Geld- und Sachprämien für regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen
  • gute Test-Ergebnisse und Bewertungen: z.B. von Stiftung Warentest

Wer sich genügend Zeit nimmt und die besten Angebote vergleicht, kann somit neben den geringeren Kosten auch noch zusätzliche Leistungen bekommen.

Fazit

Die gesetzliche Krankenversicherung sorgt für eine gesundheitliche Grundversorgung, was den meisten Versicherten ausreicht. Durch die zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten und individuellen Angebote existieren allerdings teilweise hohe preisliche Unterschiede. Deshalb lohnt es sich, die eigenen Bedürfnisse exakt zu definieren und die verschiedenen Anbieter zu vergleichen. Denn dann bleibt die ideale Absicherung durch die GKV bestehen und zusätzlich lassen sich noch Kosten einsparen.

Krankenversicherung für Selbstständige: Privat und Gesetzlich im Vergleich

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