Gesellschaftsvertrag bei UnternehmensgründungQuelle: Pormezz - stock.adobe.com

Der Gesellschaftsvertrag ist für Gesellschaften, wie der GmbH, Pflicht, kann aber auch für Personengesellschaften, wie der GbR, sehr hilfreich sein

Jeder Gründer, der sich als Rechtsform für eine Gesellschaft entschieden hat, muss sich um einen Gesellschaftsvertrag kümmern. Diese Bedingung muss jede Gesellschaft erfüllen, um sich ins Handelsregister eintragen lassen zu können. Aber auch für das Gründungsteam selbst kann ein Gesellschaftsvertrag sehr wichtig sein, um eventuelle rechtliche Missverständnissen vorzubeugen.

Definition: Was ist ein Gesellschaftsvertrag?

Erst durch den Gesellschaftsvertrag, der unter den Gründungsmitgliedern abgeschlossen wird, kann eine Gesellschaft entstehen. Denn durch den Abschluss des Gesellschaftsvertrages kann das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen werden und es entstehen gegenseitige Rechte und Pflichten unter den Gesellschaftern. Hiermit verpflichten sie sich zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks. Wie der jeweilige Zweck zu fördern ist, wird ebenfalls im Gesellschaftsvertrag geregelt. In dem Vertrag wird deswegen nicht nur festgelegt, was der Gegenstand der Firma ist, sondern auch der Umfang, in dem die gemeinsamen Interessen festgelegt werden. Zudem besteht aber auch Freiraum für die Gesellschafter weitere Regelungen zu treffen.

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Wer braucht einen Gesellschaftsvertrag?

Im Grunde benötigt jede Gesellschaft, also sowohl GmbH und OHG als auch UG oder AG einen Gesellschaftsvertrag. Ansonsten kann das jeweilige Unternehmen gar nicht erst gegründet werden und kann auch keine Handlungen im Rechtsverkehr vornehmen. Bei der Gründung von Personengesellschaften, wie beispielsweise einer GbR, ist ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag nicht erforderlich. Hier reicht theoretisch schon die mündliche Vereinbarung unter den Gesellschaftern, damit das Unternehmen zustande kommen kann. Trotzdem kann es sich auch hier empfehlen, einen schriftlichen Vertrag anzufertigen, um sich vor eventuellen Missverständnissen abzusichern.

Warum ist ein Vertrag sinnvoll?

Der Gesellschaftsvertrag regelt alle wichtigen Rechte und Pflichten von Gesellschaften. Er dient darüber hinaus als eine wichtige und zuverlässige Grundlage für geschäftliche Entscheidungen. Somit regelt der schriftliche Abschluss des Vertrages, wie die Gesellschafter in Zukunft gemeinsam im Unternehmen arbeiten. Bei den Personengesellschaften reicht die mündliche Absprache zwischen den Gesellschaftern aus. Trotzdem ist es auch hier empfehlenswert, einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen. So haben die Gesellschafter im Streitfall eine wichtige Entscheidungsgrundlage, auf die sie im Zweifel zurückgreifen können.

Was gehört in einen Gesellschaftsvertrag?

Der Gesetzgeber sieht vor, dass alle Gesellschaften einen schriftlichen Gesellschaftsvertrag aufsetzen müssen. Für diesen Vertrag gibt es einige Pflichtangaben, die unbedingt in diesem hinterlegt sein müssen:

  • Gemeinsamer Zweck des Unternehmens
  • Sitz der Gesellschaft
  • Dauer der Gesellschaft
  • Innenverhältnis und Außenverhältnis der Gesellschafter
  • Einlagen und Kapitalanteile
  • Stimmrecht
  • Gewinn- und Verlustbeteiligung
  • Geschäftsführung und Vertretung
  • Auflösungsgründe
  • Stimmrecht
  • Nachfolgeregelung
  • Förderungspflichten

Wie setzt man einen solchen Gesellschaftsvertrag auf?

Im Grunde gibt es keine rechtliche Vorschrift, wie man einen Gesellschaftsvertrag aufsetzt. Hierbei sollte man sich jedoch an die rechtlichen Vorgaben halten. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, kann es sich zudem empfehlen, sich einen Anwalt dazu zu holen. So kann man sicher gehen, dass bei der Gründung des Unternehmens auch alle Gesellschafter auf ihre Kosten kommen und das alles wichtige im Vertrag vermerkt ist. Zudem muss der Gesellschaftsvertrag notariell beurkundet sein. Ansonsten ist der Vertrag offiziell nicht anerkannt.

Fazit

Der Gesellschaftsvertrag ist für Gesellschaften, besonders Kapitalgesellschaften, unerlässlich, da das Unternehmen sonst nicht gegründet werden kann. Der Gesellschaftsvertrag muss somit von der GmbH, der AG, der UG und der OHG angefertigt werden. Personengesellschaften, wie dir GbR, müssen keinen schriftlichen Gesellschaftsvertrag aufsetzen, können dies aber tun, um sich vor rechtlichen Streitfällen abzusichern. Zudem muss der Vertrag notariell beurkundet sein, um seine Gültigkeit zu erlangen. Damit in dem Vertrag keine wichtigen Punkte vergessen werden, ist es empfehlenswert, sich für die Erstellung einen Anwalt zur Unterstützung zu holen. Dieser kennt alle rechtlichen Formulierungen und kann so dabei helfen, dass alle Gesellschafter mit dem Vertrag zufrieden sein können.

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