Simon Weis

Bei Selbstständigen ist es nicht anders als bei internationalen Konzernen – von Zeit zu Zeit kommen Geschäftsflauten. Das weltweite Wirtschaftssystem ist ein ständiges Auf und Ab und dass die nächste Krise kommen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber auf jede Krise folgt auch wieder eine Erholungsphase oder sogar ein Boom, wie man es heutzutage an den immer neuen Rekordhochs des DAX beobachten kann. Selbstständige sind meistens auf eine wesentlich kleinere Region fokussiert als ein Konzern, eine Bankenkrise betrifft sie also z.B. nur indirekt, aber auch sie sind der ständigen Berg- und Talfahrt des Wirtschaftssystems unterworfen. Nun stellt sich die Frage, was man während dieser Flauten machen kann, um sie mindestens zu überstehen und am besten sogar gestärkt aus ihnen herauszukommen.

Die Analyse

Zunächst sollten Sie sich darüber klar werden, was eigentlich das aktuelle Problem ist.

Wenn die Aufträge fehlen, kann das an einer saisonalen Schwankung liegen.

Gärtnereibetriebe werden im Winter z.B. naturgemäß weniger zu tun haben als im Frühjahr und Sommer.

Sollte dies also der Fall sein, wird sich Ihr Umsatz fast von alleine wieder erhöhen und Sie können weiter unten weiterlesen.

Wenn Ihre Tätigkeit aber keinen saisonalen Schwankungen unterliegt und Sie eigentlich Aufträge im Haus haben sollte, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder tun Sie zu wenig für die Kundenakquise oder das Geschäftsmodell hat keine Zukunft.

Vielleicht ist die Nachfrage nach dem angebotenen Produkt bzw. der angebotenen Dienstleistung nicht mehr vorhanden, weil es eine bessere Alternative gibt.

Dann sollten Sie das Geschäftsmodell überdenken und eine Marktanalyse starten, denn mit ihr kann eine Neuausrichtung zielgenauer in Angriff genommen werden.

Kundenakquise sollte eigentlich nicht erst dann stattfinden, wenn die Aufträge fehlen, denn der Erfolg wird sich nicht sofort einstellen und es benötigt finanziellen Aufwand, um für sich zu werben.

Wenn die Situation aber nun mal da ist, können Sie zunächst versuchen, über ehemalige Kunden an Folgeaufträge zu kommen.

Diese Möglichkeit geht ziemlich schnell und hat den Vorteil, dass man sich gegenseitig bereits kennt.

Eventuell reichen bereits ein freundlicher Anruf und die Frage nach der aktuellen Situation aus, um wieder an einen Auftrag zu kommen.

Ordnung schaffen

Wenn die Geschäfte gut laufen, bleiben oftmals viele eher unwichtige Dinge auf der Strecke – das Büro aufräumen, Rechnungen wegsortieren, die Jahresplanung machen etc.

Sollten Sie also mal eine Phase haben, in der Sie nicht permanent arbeiten, bietet sich diese als idealer Zeitpunkt an, um aufzuräumen und den Laden auf Vordermann zu bringen.

Das wird nicht nur der Ordnung und Übersichtlichkeit in Ihrem Büro gut tun, sondern auch der eigenen Psyche. Mehrere Studien haben bereits belegt, dass Menschen sich in aufgeräumten Umgebungen wohler fühlen und effektiver arbeiten.

Ebenfalls oft vernachlässigt wird die Weiterbildung.

Jetzt könnte also der perfekte Moment sein um Bücher zu lesen, die Ihnen in Zukunft bei der eigenen Tätigkeit helfen können, oder Sie gehen auf Fortbildungen und Seminare.

Soziale Kontakte pflegen

Selbstständige haben leider meistens keine festen Arbeitszeiten. Für die Teilnahme am sozialen Leben ist das durchaus problematisch, denn Stammtische, Sport und kulturelle Veranstaltungen finden immer zu geregelten Zeiten statt.

Auch im Privaten kann es zu Spannungen kommen, wenn sich z.B. die Familie vernachlässigt fühlt.

Um dem entgegenzuwirken, können Sie die nun – hoffentlich nicht dauerhaft – verfügbare Zeit in Ihr soziales Umfeld investieren: Mehr Zeit mit der Familie verbringen, alte Freundschaften wiederbeleben, die Verwandtschaft besuchen.

Das bewahrt Sie vor der sozialen Vereinsamung und kann gleichzeitig dabei helfen, die Kraftreserven wieder aufzufüllen.

Erholung

Wie bereits erwähnt folgt in der Regel auf eine Flaute auch wieder ein Aufschwung.

Um für diesen gerüstet zu sein ist es wichtig, dass Sie Ihren Geist und Ihren Körper zwischendurch wieder zu neuen Kräften kommen lassen.

Also nutzen Sie die Zeit und gehen täglich spazieren, treiben Sport oder beschäftigen Sie sich mit einem Hobby themenfern der Arbeit.

Vielleicht bietet sich ja auch ein Urlaub mit der Familie oder eine Kur an.

Die eigene Gesundheit ist jedenfalls das wichtigste Gut, das ein Selbstständiger zur Verfügung hat – umso unverständlicher ist es, dass es von so vielen nicht ausreichend geschützt wird.

Vorbeugen

Ordnung schaffen, soziale Kontakte pflegen, Erholung – das ist leichter gesagt als getan, wenn Sie kein finanzielles Polster haben.

Daher haben viele Selbstständige gute Erfahrungen mit folgender Methode gemacht: Mindestens drei volle Monatsausgaben als Rücklage haben.

Manche gehen sogar viel weiter und könnten theoretisch bis zu zwei Jahre normal weiterleben, ohne Geld einzunehmen – allerdings ist das eher ein Extrembeispiel.

Wenn Sie aber jeden Monat nur ein paar hundert Euro zur Seite legen und diese als normale Kosten betrachten, dann können Sie kommenden Krisen wesentlich gelassener ins Auge blicken und sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren.

Zum Autor:
Simon Weis studiert Journalismus und Unternehmenskommunikation in Köln. Derzeit unterstützt er die Online-Redaktion der Gründerinitiative „Deutschland startet“.

 

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