Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 13. November 2013 veröffentlicht.

Erfolgsgeschichten von Mobile-App Gründern sind zurzeit in aller Munde. Bill Gates und Yahoo haben diesen Sommer schwindelerregend hohe Summen in App-Startups investiert, doch diese Szenarien gehören zu den Ausnahmen in der Welt der Mobile-App-Gründer. Holger Seim und Dorothea Koch berichten im folgenden Interview mit Blurb über Stolpersteine der Firmengründung, den Aufbau einer Internet Community, und die besten Marketing-Strategien. Holger Seim ist Gründer der Bildungs-App Blinkist. Bei „Blinks“ handelt es sich um Zusammenfassungen von Sachbüchern. Dorothea Koch ist Marketing Managerin bei dailyme, einer TV-App, die Mobiles Streaming zu jeder Zeit und an jedem Ort ermöglicht.

Die Stolpersteine der App-Startups

Für Holger Seim und das Blinkist Team steht die erste Hürde ganz klar fest: Den inneren Schweinehund überwinden.

„Wir waren alle vier in festen Jobs bzw. hatten gute Job-Angebote vorliegen. Wir waren natürlich von unserer Idee überzeugt, aber der Sprung ins kalte Wasser war letztendlich schwieriger als gedacht. Nachdem wir uns zur Gründung entschlossen hatten, ging aber alles recht schnell und reibungslos und wir konnten mit unseren Ideen schnell einen Investor überzeugen und richtig durchstarten.“

Jeder, der den Weg ins Unternehmertum mit seiner App wagt, ist grundsätzlich von der eigenen Idee überzeugt, doch was geschieht, wenn der Markt noch nicht reif für das Produkt ist?

Dorothea Koch hat diese Erfahrung gemacht, da dailyme schon seit über fünf Jahren auf dem Markt ist.

„Unsere größte Hürde war ganz klar, dass der Markt aufgrund der Smartphone-Verbreitung noch nicht reif für uns war. Andererseits gab uns das natürlich die Zeit die Technologie auszureifen und Erfahrungen zu sammeln.“

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Der Aufbau einer Internet-Community

…ist enorm wichtig für App-Unternehmen. Damit Nutzerzahlen steigen, müssen Apps stetig weiterentwickelt werden und auf die Bedürfnisse der User eingehen.

Wie schaffen es die unterschiedlichen App-Startups dieses Ziel zu erreichen?

Auch wenn die Apps sehr unterschiedlich sind, in einem Punkt sind sich beide einig: Content ist King!

Beim Blinkist Team stehen alle Zeichen auf Wachstum: „Wir möchten noch in diesem Jahr eine iPad- und Android-Version veröffentlichen. Außerdem möchten wir unsere App global verfügbar machen. Beide Vorhaben rechnen sich natürlich nur, wenn wir zeitgleich auch unsere Bibliothek schneller ausbauen – in Deutsch und Englisch.“

Das rasante Wachstum des mobilen Marktes beschert der TV-App dailyme ein starkes generisches Wachstum der Reichweite.

„Neue Contentpartner trugen ihr Übriges dazu bei, denn unsere User wollen ganz klar eins – gucken, gucken, gucken! Derzeit werden bei uns im Monat über 9 Millionen Videos geschaut.
Da die App für den Nutzer komplett kostenlos (da werbefinanziert) ist und auf nahezu allen Smartphones und Tablets läuft, haben wir es mittlerweile geschafft eine von Deutschlands reichweitenstärksten TV-Apps zu werden. Zusätzlich sind wir gerade dabei das Design und die Usability zu überarbeiten und zu verbessern um das Produkt noch besser zu gestalten.“

Marketing – Weniger ist mehr

Holger Seim gibt zu, dass sich Blinkist zu Beginn ausschließlich auf PR & Community Management fokussiert hat:

„Wir haben die Idee hinter Blinkist vor allem über Journalisten und die Startup-Community verbreitet. Dadurch konnten wir seit unserem Start im Januar kontinuierlich organisch wachsen. Wir testen gerade neue Marketingkanäle, etwa Partnerschaften und klassisch bezahlte Anzeigen.“

Als Marketing Managerin kennt sich Dorothea Koch bestens darin aus mit niedrigen Marketingbudgets eine große Reichweite aufzubauen.

„Wir versuchen hinsichtlich der Kanäle als auch der Kommunikation den potenziellen Nutzer dort direkt abzuholen, wo unsere App in sein Leben passt. Entsprechend greifen auch unsere Kommunikate diese Nutzungssituationen auf. Ich glaube wir haben Mobile nicht nur vom Produkt her verstanden, sondern auch aus Marketingsicht. Unser Marketing Tipp: Bedürfnisse adressieren. Den Nutzer niemals aus dem Auge verlieren und ihn in der Kommunikation entsprechend bei seinem Bedürfnis abholen. Diese Bedürfnisse bzw. Nutzungssituationen erst einmal zu identifizieren, auch gerne durch Forschung, ist essentiell!“

Das Fazit

1. Jeder kann ein Unternehmen gründen! Holger Seim fand sein BWL-Studium hilfreich, jedoch nicht essentiell für die Gründung eines App-Startups.

„Mein BWL-Studium hat mir sicherlich hier und da Denkansätze und Herangehensweisen vermittelt, die bei der Gründung und dem Aufbau eines Startups helfen. Das ist aber alles keine Raketentechnik und kann von jedem schnell gelernt werden. Manchmal wünsche ich mir sogar, etwas Umsetzungsnäheres studiert zu haben, da man vieles, was man im BWL-Studium lernt, später ohnehin vermittelt bekommt, während man Fähigkeiten wie Software-Entwicklung, Design, etc. nur mühsam nebenher erlernen kann.“

2. Authentizität nicht aus den Augen verlieren!

„Immer wichtiger wird, dass Apps eine glaubwürdige Geschichte erzählen, die einen persönlicher und auch greifbarer macht und natürlich die Vorteile des Produkts ideal herausstellt. Bei uns ist das die „Geschichte“ von dailyme in Wartezeiten, sei es während der Nachtschicht oder im Nah- und Fernverkehr. Erst neulich hatten wir eine Kooperation mit dem Deutschen Taxi-Verband, da wir festgestellt hatten, dass wir unter unseren Nutzern auch viele Taxifahrer haben, die sich mit unserer App die Wartezeit auf den nächsten Kunden vertreiben.“

Mit freundlichen Grüßen,
Gloria Gavrilovic

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