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Existenzgründung– für die meisten ist dies ein Sprung ins kalte Wasser, der mit vielen Risiken verbunden ist. Wer in seinem Leben lieber auf Nummer sicher gehen will, sollte die Selbstständigkeit meiden, denn das Leben als freier Unternehmer ist alles andere als abgesichert. Es ist aber auf jeden Fall niemals langweilig. Der Anstieg der Neugründungen in Deutschland ist seit langem beständig. Allein 2012 gab es 618.000 neue Unternehmen.

Vor einer Neugründung stehen die Beteiligten meist vor zwei wichtigen Fragen, die geklärt werden müssen:
• Wie viel Kapital ist vorhanden?
• Welche Rechtsform soll gewählt werden?

Die „klassischen“ Rechtsformen sind bekannt: Einzelunternehmer oder GmbH, letztere auch in Form der sogenannten Ein-Mann-GmbH. Der entscheidende Unterschied liegt in der Haftung. Die GmbH haftet – wie der Name schon sagt – beschränkt, während man als Einzelunternehmer im Schadensfall mit seinem gesamten Privatvermögen zur Verantwortung gezogen werden kann. Zur Gründung einer GmbH ist allerdings ein Stammkapital von immerhin 25.000 Euro notwendig.

Immer beliebter dagegen wird die Unternehmergesellschaft, die eine attraktive Alternative zur GmbH oder zum Einzelunternehmer darstellt. Denn die Vorteile sind klar: Eine Haftungsbeschränkung ist hier auch ohne Mindestkapital von 25.000 Euro möglich – daher auch der Name „Ein-Euro-GmbH“. Jährlich müssen allerdings 25 Prozent des Überschusses für den Aufbau eines Stammkapitals verwendet werden, das dann im Fall einer Haftung herangezogen werden kann.

Die weiteren Pflichten sind der notwendige Eintrag ins Handelsregister und die Pflicht zur doppelten Buchführung, wie bei einem „richtigen“ Unternehmen. Dies dürfte aber keinen Neugründer abschrecken, der vom Erfolg seiner Geschäftsidee überzeugt ist.

Dass die meisten Gründer (gemessen an der Bevölkerung im jeweiligen Bundesland) in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen leben, dürfte nicht verwundern. Gleiches gilt für die Schlusslichter Sachsen-Anhalt, Saarland und Brandenburg. Denn vor allem die IT-Neugründungen konzentrieren sich auf die Metropolen.

Dasselbe gilt für die Verteilung des Risikokapitals für IT-Startups. Satte 59% der im Jahr 2012 ausgeschütteten 241 Millionen Euro gingen an Unternehmen aus Berlin. Vergleichsweise mickrige 11% fanden ihren Empfänger in Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern mit 8%, Nordrhein-Westfalen und Hamburg mit jeweils 6%, was in etwa 14,5 Millionen Euro entsprechen dürfte. Auffällig auch hier: die „neuen Bundesländer“ sind nur unter „ferner liefen“ zu finden, ein nicht gerade erbauender Trend.

Hat man sich für eine Rechtsform entschieden, steht in der Regel die Frage nach der Finanzierung des Vorhabens an. Die Abwicklung erfolgt in der Regel online über Crowdfunding-Plattformen. Damit spricht diese Finanzierungsform auch private Geldgeber an, die mit kleineren Investitionen eine solide Rendite erwirtschaften wollen und eine Alternative zu klassischen Investments suchen.

Während im ersten Quartal 2011 noch 76.500 Euro zusammenkamen, waren dies im zweiten Quartal 2013 schon knapp über eine Million Euro. Das Internet macht es möglich – und nicht zuletzt scheint auch der Gesetzgeber durch das Angebot einer neuen, risikofreudigen Gesellschaftsform seinen Teil dazu beigetragen zu haben, dass die Rahmenbedingungen für Neugründungen besser geworden sind.

Für alle die sich noch ein genaueres Bild machen möchten, für die geht es hier weiter!

Autorin: Julia Stendel / clickport.de