Heute möchten wir Ihnen einen sehr interessanten und umfangreichen Gastartikel über Trends im E-Commerce präsentieren.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Der Artikel

Die Zahl der Einkäufe, die über das Internet getätigt werden, nehmen jedes Jahr zu. Derzeit betreiben zwar noch die Hälfte aller Onlinehändler in Deutschland stationäre Geschäfte, doch das Potenzial des Onlinehandels ist längst erkannt. 2013 waren die Deutschen am ehesten geneigt, Elektroartikel, Bücher und Kleidung über das Internet einzukaufen.

In diesem Jahr gehörten außerdem Bus-, Bahn- und Flugtickets zu den Hauptprodukten, die online erworben wurden. Experten vom IfH Institut in Köln prognostizieren, dass der Umsatz im E-Commerce bis 2020 auf 77 Milliarden Euro ansteigen könnte. Im Vergleich zum Jahr 2013 würde das ein Wachstum um 285 Prozent bedeuten.

Quelle: Statista

Heute macht der Onlinehandel nach Abzug von Steuern bereits über elf Prozent des Gesamtumsatzes des Handels in Deutschland aus. Die drei größten Onlinehändler in Deutschland – Amazon, Zalando und Ebay – verzeichneten 2014 laut des bevh (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V.) insgesamt einen Umsatz von 39,1 Milliarden Euro. Der Absatz dieser drei Händler ist damit in den vergangenen zwei Jahren um 40 Prozent gestiegen.

Verbraucher akzeptieren laut einer Studie der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) neue Technologien immer schneller. Die größte Herausforderung für den Einzelhandel ist es daher, mit den neuen Entwicklungen mitzuhalten und genug Spielraum und Flexibilität zu besitzen, sie im eigenen Unternehmen zu integrieren.

Im Folgenden soll auf fünf Trends eingegangen werden, über deren Potenzial sich Onlinehändler und vor allem Existenzgründer bewusst sein sollten, um nicht von der Konkurrenz überholt zu werden: Kundenindividuelle Massenproduktion, virtuelle Umkleidekabinen, Mobiles Shopping, Omni-Channel und Reverse Showrooming.

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1. Kundenindividuelle Massenproduktion

Kunden und potenzielle Kunden möchten heute aktiv am Unternehmensgeschehen teilhaben. Der rein passive Konsum reicht nicht mehr aus. Aufgrund dieser sich ständig wandelnden Rolle der Verbraucher wird es für Unternehmen immer schwieriger sie zufriedenzustellen. Kunden möchten mit den Unternehmen interagieren.

Die hohe Anhängerschaft einiger Marken auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien sind nur ein Beweis dafür. „Mass-Customization“ (zu deutsch: Kundenindividuelle Massenproduktion) ist ein optimales Werkzeug, mit dem Unternehmer ihrer Zielgruppe Gehör schenken können: Sie ermöglicht es, die Zielgruppe sowie deren Bedürfnisse besser einzuschätzen, um anschließend entsprechend darauf reagieren zu können.

Die Marke IndiDenim hat dies mit ihrem „virtuellen Jeans Designer“ geschafft. Kunden können mittels Fragebogen angeben, was die perfekte Jeans für sie persönlich ausmacht. Anschließend untersucht der „virtuelle Jeans Designer“ welche Art von Jeans perfekt zum jeweiligen Kunden passt. Statt Produkte wie gewohnt willkürlich in den Warenkorb zu legen und im Zweifelsfall zurückzuschicken, bekommen Kunden in diesem Fall das Gefühl am Designprozess beteiligt zu sein.

Quelle: Alterationsneeded.com

Quelle: Alterationsneeded.com

2. Virtuelle Umkleidekabinen

Online erworbene Produkte werden für gewöhnlich eher zurückgegeben als solche, die in einem stationären Geschäft gekauft werden. Besonders bei Kleidung ist das der Fall, da sie schlichtweg nicht anprobiert werden kann. Viele Marken möchten der hohen Umtauschrate entgegenwirken, indem sie auf ihrer Webseite markenspezifische Größenberater oder eine Zoomfunktion anbieten. Auch werden Kleidungsstücke in verschiedenen Größen dargestellt oder in Kommentaren wird angegeben, dass das jeweilige Stück eher größer oder kleiner als die bestellte Größe ausfällt.

Ein weiteres Werkzeug, das bereits viele Online-Shops auf ihren Webseiten integriert haben, sind virtuelle Umkleidekabinen. Sie machen das Onlineshopping-Erlebnis realer und zeigen das Kleidungsstück in 3D an einem Model. Internetnutzer bekommen so das Gefühl, im Landen zu stehen anstatt online einzukaufen. Das folgende Beispiel zeigt, wie die Marke Superdry mithilfe eines solchen Videos zur Kundenbindung beiträgt.

Quelle: Superdry.de

Quelle: Superdry.de

Und es funktioniert: Studien wie die von Elle haben gezeigt, dass Webseiten mit dieser und ähnlichen Funktionen entscheidend weniger Rücksendungen und Umtauschanfragen von Produkten verzeichnen. Zalando beispielsweise konnte nach einer zweimonatigen Testphase 9,5 Prozent weniger Rücksendungen verbuchen.

3. Mobile Shopping

Wird ein Produkt oder Service über Tablet, Smartphone oder andere mobile Geräte käuflich erworben, so spricht man vom Mobilen Shopping. Laut einer Criteo Studie werden in Deutschland mittlerweile über ein Viertel aller Onlinekäufe mobil getätigt.

Das Tablet ist dabei beliebter als das Smartphone und kommt bei 15 Prozent der Netzeinkäufe zum Einsatz (beim Smartphone sind es elf Prozent). In Asien ist das Mobile Shopping noch populärer: In Japan beispielsweise werden knapp die Hälfte aller E-Commerce Transaktionen mobil getätigt, in Südkorea 45 Prozent.

Quelle: Statista

Quelle: Statista

Ausschlaggebend für den Mobile Shopping Erfolg ist die richtige technische Umsetzung. Die eigene Webseite muss von mobilen Endgeräten aus zugänglich sein und wenn möglich die gleichen Funktionen bis zur Tätigung des Einkaufes bieten um potenzielle Kunden zu halten. Hier kann zwischen den folgenden drei Optionen gewählt werden:

a.) App:

Die hohe Nutzerfreundlichkeit ist der große Vorteil dieser Variante. Entscheidender Nachteil ist, dass die App heruntergeladen werden muss, bevor ein Einkauf getätigt werden kann. Aus diesem Grund werden Apps eher als Ergänzung zu den anderen beiden Optionen empfohlen.

b.) Für mobile Endgeräte optimierte Webseite:

Generierung einer Domain speziell für die mobile Nutzung (z.B. https://m.amazon.de). Der Nutzer wird automatisch weitergeleitet, wenn er die Seite von einem Smartphone, Tablet o.ä. aus besucht. Die Funktionen sind nicht immer deckungsgleich mit denen der Desktopversion.

c.) Responsive Website:

Nachteil ist der technische Aufwand um diese komplexe Variante zu implementieren. Klarer Vorteil ist jedoch, dass danach auch vom mobilen Endgerät aus auf alle Funktionen der Webseite zugegriffen werden kann. Der mobile Nutzer hat hierbei also dieselbe Shopping-Erfahrung wie am Desktop.

Umso überraschender sind die Ergebnisse zu denen Kassenzone, ein Fachmagazin rund um E-Commerce, in einer Untersuchung kam: 22 der 100 erfolgreichsten Online-Shops in Deutschland verfügen über keine Webseite auf die von mobilen Endgeräten aus zugegriffen werden kann. Nur 16 der Top 100 Onlinehändler haben sich für die technisch aufwendige Variante der Responsive Site entschieden und ermöglichen ihren potenziellen Kunden damit ein optimales Shopping-Erlebnis.

Quelle: www.kassenzone.de

Quelle: www.kassenzone.de

Der gesamte Artikel sowie die vollständige Liste der Webshops sind auf der Webseite von Kassenzone zu finden.

4. Omni-Channel

Die Fusion von online und offline Aktivitäten wird neudeutsch als Omni-Channel (Omni-Kanal) bezeichnet. Omni-Channel ist eine Weiterentwicklung des Multi-Channel-Vertriebs. Das Shopping-Erlebnis überschreitet die Grenzen stationärer Geschäfte oder Online-Shops. Statt sich auf nur einen „Point of Sale“ (Verkaufsstelle) zu konzentrieren, vernetzen Unternehmen beim Omni-Channel die verschiedenen Absatzkanäle.

Stationärer Handel, Online-, Katalog- und Versandhandel beispielsweise werden parallel bedient. Im Vordergrund dabei steht das Markenerlebnis des Kunden. Ihnen wird die Freiheit gegeben zu wählen was, wann, wo und wie sie Produkte einkaufen. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Absatzkanälen sollen fließend sein, das Markenerlebnis soll dasselbe sein, egal welchen Kanal der Kunde wählt.

Marcus Tandler, einer von Deutschlands führenden Online-Marketing Experten, sprach während der TEDxMünchen 2013 über die „Future of Search“ (die Zukunft der Websuche). Im folgenden Videoausschnitt aus einem seiner Vorträge geht er unter anderem auf Omni-Channel ein:
https://youtu.be/Fa4jQIW2etI

5. Reverse Showrooming

Wie die GfK Studie so belegen auch andere Studien, dass Verbraucher Omni-Channel-Erfahrungen offen gegenüberstehen. Der typische Ablauf ist wie folgt: Das Internet wird dafür genutzt, Informationen über Produkte einzuholen. Der Einkauf findet allerdings in den meisten Fällen vorzugsweise noch im stationären Geschäft statt.

Unternehmen sollten sich davon inspirieren lassen und sicherstellen, dass die positive Erfahrung des potenziellen Kunden unabhängig vom Erwerbskanal im Vordergrund steht.

Ein hervorragendes Beispiel für eine Kampagne, die positiv zur Markenerfahrung beitrug, ist eine App des Möbelhauses IKEA. Der schwedische Großkonzern entwickelte einen interaktiven Katalog, mit dem man Möbelstücke im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung visualisieren kann. Augmented Reality (AR) Technologie und ein Smartphone machen es möglich und kinderleicht für den Verbraucher wie das folgende Video zeigt:
https://youtu.be/vDNzTasuYEw
Quelle: IKEA

Der klare Vorteil einer solchen App besteht darin, dass Kunden in die Unternehmensprozesse eingebunden werden und sich stärker mit der Marke identifizieren können, was nicht nur die Gesamtwirkung, sondern auch den Ruf eines Unternehmens begünstigt.

Werden Verbraucher in Zukunft also mehr online einkaufen oder werden die genannten Entwicklungen und Technologien ihren Beitrag dazu leisten, dass wieder mehr Leute auf stationäre Geschäfte vertrauen? Je mehr Möglichkeiten ein Unternehmen seinen potenziellen Kunden anbietet, desto höher die Chance, dass Kunden dort einkaufen.

Es ist daher umso wichtiger für Onlinehändler und Unternehmensgründer, sich über neue Trends und Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten und am Ball zu bleiben.

Ihre Meinung

Wir hoffen Ihnen hat dieser spannende Gastartikel gefallen und Sie konnten einige neue Erkenntnisse gewinnen.

Deshalb freuen wir uns über jegliche Kommentare zum Blogartikel.

Mit besten Grüßen,
Simon Seidl
Produkt Manager, Gründer.de

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