Die Besten Freelancer

Freelancer spielen vor allem für junge oder kleine Unternehmen in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle. Laut einer Studie der ManpowerGroup, sind freie Mitarbeiter bereits jetzt in 45 Prozent der deutschen Unternehmen unverzichtbar. Diese werden in den kommenden Jahren aber noch an Bedeutung gewinnen – denn einerseits sind Freelancer in Zeiten des Fachkräftemangels eine sinnvolle Lösung, wenn nicht sogar die Einzige. Andererseits bieten sie aus Arbeitgebersicht eine Menge Vorteile wie externes Knowhow oder mehr Flexibilität, um beispielsweise auf eine schwankende Auftragslage zu reagieren.

Für dich als Gründer bedeuten Freelancer somit eine Möglichkeit, dein Unternehmen zu vergrößern, ohne direkt die Kosten oder Verantwortung für feste Mitarbeiter übernehmen zu müssen. Du kannst zudem von ihrem Knowhow und ihrer Erfahrung profitieren sowie wichtige Kontakte für die Zukunft knüpfen. Weitere Argumente für die Freelancer anstelle von Festangestellten findest du im Artikel „Recherchetipps für Startups“. Doch du möchtest gewiss nicht irgendwelche Freelancer, sondern die Besten von den Besten. Wo findest du diese und wie kannst du sie von einer Kooperation überzeugen?

Die besten Wege, wie du an Freelancer kommen kannst

Erst einmal musst du natürlich wissen, wofür du den Freelancer brauchst und somit, nach wem du suchen musst. Am besten erstellst du ein Anforderungsprofil – ein Schema sozusagen, anhand dessen du potenzielle Kandidaten abgleichen kannst. Damit das geschieht, muss aber eine Auswahl an Freelancern her. Wenn du vorher noch nie mit freien Mitarbeitern aus dem betreffenden Bereich gearbeitet hast oder dein Unternehmen noch neu am Markt ist, verfügst du noch nicht über entsprechende Kontakte. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht dennoch viele Wege gibt, um an Freelancer zu gelangen:

  • Empfehlungen sind das wichtigste Tool, wenn es um die Suche nach guten Freelancern geht. Sprich also mit so vielen Personen wie möglich darüber, dass du aktuell einen Freelancer suchst und wen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand jemanden kennt oder schon einmal mit einem passenden Freischaffenden zusammengearbeitet hat, ist gar nicht so gering. Eventuell werden dir auch Kontakte zugespielt, die zwar momentan nicht perfekt passen, aber in Zukunft wertvoll werden können. Nutze sie also direkt, um eine Kartei anzulegen.
  • Der Bewerberpool aus vergangenen Recruiting-Prozessen oder Initiativbewerbungen kann ebenfalls eine gute Anlaufstelle für deine Suche sein. Unter Umständen findest du hier einen passenden Freelancer. Vielleicht ist auch ein Bewerber, der eigentlich nach einer Festanstellung sucht, bereit für den betreffenden Zeitraum als Freelancer einzuspringen. Einen Versuch ist es allemal wert. Allerdings haben gerade junge Unternehmen in der Regel noch keinen (großen) Bewerberpool, weshalb diese Möglichkeit für dich vielleicht nur bedingt infrage kommt.
  • Ausschreibungen im Internet auf speziellen Plattformen zur Vermittlung von Freelancern oder in sozialen Netzwerken sowie Jobbörsen habe eine hohe Erfolgsquote. Du wirst mit großer Wahrscheinlichkeit eine Menge Bewerbungen erhalten. Genau das ist aber auch das Problem an der Sache: Du musst anschließend all diese Bewerbungen sichten, beantworten und irgendwie herausfinden, ob überhaupt der „perfekte“ Kandidat dabei ist und wer.
  • „Active Sourcing“ heißt daher das Stichwort, welches dir diese Arbeit ersparen kann. Du begibst dich also aktiv auf die Suche nach dem passenden Freelancer. Am besten nutzt du dafür soziale Netzwerke. Besonders gut geeignet sind hierbei berufliche Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Eventuell wirst du auch mit einer Recherche über Suchmaschinen oder in fachspezifischen Foren fündig. Zudem kannst du dir gewünschte Ergebnisse ansehen wie einen guten Text oder eine gelungene Webseite und anschließend im Impressum oder beim Autorenkasten nachsehen, ob du Informationen über den jeweiligen Freelancer findest. Eventuell kannst du diesen dann auch direkt anheuern.

Das Active Sourcing klingt auf den ersten Blick zwar nach einer Menge Aufwand. Auf den zweiten Blick sparst du dir aber die Zeit für die Sichtung von (mittelmäßigen) Bewerbungen und investierst diese stattdessen, um tatsächlich den besten Freelancer gemäß deiner Wünsche zu finden. Denn ein guter Freelancer ist in der Regel ziemlich ausgebucht. Er findet seine Kunden eher über Empfehlungen oder pflegt langfristige Kooperationen. Somit hat er es nicht beziehungsweise nur sehr selten nötig, sich auf Ausschreibungen zu bewerben. Möchtest du also den besten Freelancer für die beste Qualität, musst du selbst aktiv werden – oder auf eine Menge Glück vertrauen.

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Wie du den „Wunsch-Freelancer“ für dein Projekt gewinnst

Es ist aber nicht nur so, dass die besten Freelancer sich vermutlich nicht auf deine Ausschreibung bewerben, sondern dass du auch aktiv nach ihnen suchen musst. Gleichzeitig haben sie oft die Auswahl aus verschiedenen Projekten. Sie sind also nicht für jede Anfrage dankbar, sondern sagen durchaus gerne und häufig „Nein, danke!“. Nachdem du also den perfekten Kandidaten für dein Projekt gefunden hast, musst du ihn nun auch noch für die Zusammenarbeit gewinnen. Dabei spielen in erster Linie die Arbeitsbedingungen eine Rolle. Den Freelancer interessiert,

  • um welche Art von Projekt es sich handelt,
  • wie hoch die Vergütung ist,
  • wie die Deadlines aussehen,
  • wie langfristig du mit ihm planst,
  • u. v. m.

Das Honorar spielt also auch eine Rolle. Dennoch wirst du den Freelancer nicht mit Geld alleine überzeugen können, zumal das Budget in vielen Startups sowieso eher knapp ist. Eine faire Vergütung ist also zwar essentiell, doch du musst den Freelancer noch auf anderer Ebene überzeugen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Persönliche, also: Wie läuft die erste Kontaktaufnahme und die Kommunikation im Allgemeinen ab? Bist du ihm sympathisch? Und wirkst du vertrauenswürdig? Du solltest in folgenden Schritten vorgehen, um deinen Wunschkandidaten für das Projekt zu gewinnen:

  1. Definiere die Rahmenbedingungen. Prüfe dabei das Budget und arbeite heraus, was dein Unternehmen beziehungsweise Projekt einzigartig macht. Liste zudem auf, was du dem Freelancer „bieten“ kannst – eine langfristige Zusammenarbeit beispielsweise oder flexible Deadlines.
  2. Wechsle die Perspektive. Versetze dich nun in den Freelancer hinein und prüfe, welche dieser Rahmenbedingungen für dich attraktiv klingen würden – und welche nicht. Erstelle ein Angebot, das aus deiner „Freelancersicht“ nicht auszuschlagen wäre.
  3. Setze ein persönliches Anschreiben auf. Dieses Angebot packst du nun in ein persönliches Anschreiben. Mach dem Freelancer also deutlich, wer du bist, welches Unternehmen hinter der Anfrage steckt, wonach ihr sucht und weshalb genau er dafür der richtige Kandidat ist.
  4. Beantworte die W-Fragen. Achte darauf, dass du alle – oder zumindest die meisten – offenen Fragen bestmöglich bereits in diesem Anschreiben klärst. Dies verringert den Kommunikationsaufwand und erhöht deine Chancen auf eine (positive) Antwort des Freelancers.
  5. Organisiere ein persönliches Gespräch. Auf den Erstkontakt folgt im Idealfall ein persönliches Gespräch. Ist dies aufgrund der weiten Entfernung nicht möglich, kannst du auch auf das Telefon oder Skype ausweichen. In diesem Gespräch könnt ihr alle noch offenen Fragen klären. Die Stimme des jeweils anderen zu hören oder ihm in die Augen zu blicken, erhöht zudem das gegenseitige Vertrauen und bestenfalls auch die Sympathie. Ihr könnt anschließend also beide besser beurteilen, ob die Kooperation passt – oder eher nicht.
  6. Führe eine konkrete Verhandlung. Hatte dieses Gespräch ein positives Ergebnis, musst du nun noch die konkreten Vertragsbedingungen klären. Unter Umständen handelt der Freelancer noch einmal mit dir bezüglich des Honorars oder anderer Bedingungen. Hierbei solltest du zwar Zugeständnisse machen, aber nur in einem gewissen Ausmaß.
  7. Setze einen Vertrag auf. Die ausgehandelten Vereinbarungen solltest du am Ende unbedingt schriftlich festhalten. Denn egal, wie sympathisch ihr euch seid: Zwischen dir und dem Freelancer handelt es sich um eine Geschäftsbeziehung, die im Streitfall vor Gericht landen kann. Ein Vertrag bietet also beiden Parteien Rechtssicherheit.

Fazit

Den besten Freelancer zu finden und für das eigene Unternehmen zu gewinnen, ist also zwar nicht so einfach wie gedacht. Mit der richtigen Strategie ist es aber allemal möglich und eine (Zeit-) Investition, die sich lohnt. Um dir dennoch zukünftig Aufwand zu sparen, solltest du schon früh mit dem Netzwerken beginnen. So kannst du dir eine Kartei anlegen, sozusagen einen „Freelancer-Pool“, und bei Bedarf die passenden Kandidaten kontaktieren. Wo du solche Kontakte findest? Auf Messen, bei einem Panel, einem Netzwerktreffen oder einem Workshop. Die Möglichkeiten sind vielfältig – auch online. Wie und wo du das Internet zum Netzwerken nutzen kannst, erfährst du im Artikel „Facebook, Pinterest, Xing – Diese Netzwerke bringen dein Business voran“.