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Spiel mit dem Feuer oder lukrative Karriere?

Wie viel Geld verdient ein Trader eigentlich?

Rund 12,4 Millionen Menschen sind in Deutschland in Aktien investiert. Umgerechnet ist das jede sechste Person der Bundesrepublik, so Zahlen des Deutschen Aktieninstituts. Insbesondere die Gen Z sieht ihre Altersvorsorge im Bereich des Wertpapierhandels. Mit gestiegenem Interesse am Börsenhandel entscheiden sich auch immer mehr Menschen dazu, als Trader beruflich tätig zu werden. Einst nur für die Elite möglich, kann heute jeder unabhängig vom Bildungslevel an der Börse traden. Aber wie viel Geld verdient ein Trader eigentlich? Wir klären auf.

Was ist ein Trader überhaupt?

Laut der Definition von Trading.de ist ein Trader eine Person, die an den Finanzmärkten aktiv handelt. Ziel ist es, von kurzfristigen Preisbewegungen zu profitieren. Dafür handeln Trader Finanzinstrumente wie Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe oder Derivate.

Trader unterteilen sich weiter in institutionelle und private Trader:

  • Private Trader: Private Trader handeln mit Eigenkapital, setzen also ihr eigenes Kapital für den Börsenhandel ein.
  • Institutionelle Trader: Institutionelle Trader sind entweder Unternehmen oder beauftragte Händler, die das Geld Dritter an der Börse in Auftrag investieren. 

Arbeitsmöglichkeiten von Tradern

Arbeitsmöglichkeiten als Trader sind von der Anstellungsform abhängig. So gibt es Trader, die selbstständig tätig sind und andere, die angestellt traden. Welche Karriere Trader nachgehen können, ist abhängig vom individuellen Bildungsniveau. Während jede Person selbstständig als Trader tätig sein kann, müssen angestellte Trader gewisse Voraussetzungen erfüllen, um bei einem Unternehmen arbeiten zu können. Ein finanzwirtschaftlicher Hintergrund ist neben einem Studium der BWL in der Regel Pflicht. 

Die Berufsbilder unterscheiden sich entsprechend.

Trader Beruf
Welche Verdienstmodelle gibt es als Trader?

Arbeitsmöglichkeiten als selbstständiger Trader

Selbstständige Trader handeln entweder mit Eigenkapital oder in Auftrag Dritter. Dadurch unterscheiden sich Selbstständige bereits in der Unternehmensform. Während manche Trader überhaupt kein Unternehmen angemeldet haben, gründen andere eine Trading GmbH. Mit ihr versteuern Trader ihre Gewinne nicht privat, sondern über das Unternehmen. Das entbindet sie auch von der privaten Haftung im Schadensfall.

Doch auch die Tätigkeit selbstständiger Trader variiert:

  • Eigenhandel: Im Eigenhandel investieren selbstständige Trader ausschließlich das eigene Privatkapital bei vollem Investitionsrisiko.
  • Prop Trading: Im Propriertary Trading handeln Trader mit dem Kapital einer Prop Firma. Den Gewinn teilen Trader und Prop Firma in einem vorab bestimmten Verhältnis. 
  • In Auftrag: In Auftrag setzen Trader Fremdkapital mit dem Ziel ein, es für Dritte zu vermehren. Sie erhalten dafür eine Pauschale und/ oder eine prozentuale Beteiligung. 

Arbeitsmöglichkeiten als angestellter Trader

Angestellte Trader handeln in der Regel für Finanzinstitute wie Banken oder Hedgefonds, in Auftrag für große Privatinvestoren, direkt in Unternehmen oder an den Börsen dieser Welt. Statt mit eigenem Kapital handeln sie mit dem Kapital des Unternehmens. Als Entlohnung erhalten sie normalerweise neben dem Gehalt einen leistungsbezogenen Bonus. 

So viel verdienen angestellte Trader

Welches Gehalt angestellte Trader verdienen, hängt maßgeblich von der eigenen Position und dem Unternehmen ab, für das der Trader tätig ist. Nicht jeder angestellte Trader verdient somit so hohe Summen, wie es in „The Wolf of Wall Street“ den Anschein macht. Hoch sind die Summen dennoch. Laut Gehalt.de liegen die Gehälter für Junior Trader bei mindestens 46.000 und für Senior Trader bei durchschnittlich 72.000 Euro brutto im Jahr. 

Zusätzlich verdienen angestellte Trader Geld über optionale Boni. Diese richten sich nach ihrer Leistung, in diesem Fall also der realisierten Rendite der Trades innerhalb eines Gesamtportfolios. 

Konkret würde sich das Gehalt eines Junior Traders also aus diesen Bausteinen ergeben:

  • Grundgehalt: 50.000 Euro brutto
  • Jahresbonus (10 %): 5.000 Euro brutto
  • Gesamtjahreseinkommen: 55.000 Euro brutto

Analog sieht das Gehalt eines Senior Traders aus: 

  • Grundgehalt: 70.000 Euro brutto
  • Jahresbonus (20 %): 14.000 Euro brutto
  • Gesamtjahreseinkommen: 84.000 Euro brutto

Plus, um zum Sinnbild von „Wolf of Wall Street“ zurückzukommen: Hochkarätige Trader in Hedgefonds und andere Institutionen verdienen signifikant mehr. Jahreseinkommen von 100.000 Euro brutto und mehr sind hier sehr realistisch. 

So viel können private Trader verdienen

Bei privaten Tradern sieht die Rechnung etwas anders aus. Sie erhalten kein Grundgehalt für den Handel an den Börsen. Ihr Gewinn – und somit Gehalt – setzt sich vollständig aus der realisierten Rendite auf Basis des eingesetzten Kapitals zusammen, sofern sie für sich alleine handeln.

Angenommen, ein privater Trader setzt 40.000 Euro Kapital ein und realisiert über das Jahr hinweg eine durchschnittliche Rendite von 8 Prozent, liegt der realisierte Gewinn bei 3.200 Euro. Klar wird an dieser Rechnung, dass private Trader hohe Jahresgehälter nur realisieren können, wenn sie mit hohen Summen an Eigenkapital auch hohe Renditen erwirtschaften.

Handelt es sich hingegen um einen Trader, der beispielsweise im Auftrag einer Prop Firma tradet, sieht die Rechnung nochmal anders aus. Hier erhält der Trader in der Regel eine Gewinnbeteiligung auf Basis der Rendite: 

  • Startkapital: 200.000 Euro
  • Jährliche Rendite: 20 Prozent
  • Jährlicher Gewinn: 40.000 Euro
  • Gewinnbeteiligung: 50 Prozent
  • Realisierter Gewinn: 20.000 Euro vor Steuern 

Die meisten privaten Trader verlieren Geld

Trader mit einem Grundgehalt können vom Börsenhandel wie von jedem anderen Beruf mit einer gewissen Grundsicherheit leben. Private Trader sind hingegen darauf angewiesen, auch Renditen zu erwirtschaften. Die Realität an den Börsenmärkten sieht anders aus: Studien zeigen, dass etwa 70 bis 90 Prozent der privaten Trader Verluste machen. Vor allem kurzfristige Anlagestrategien wie der Handel mit CFDs sind äußerst verlustreich. 

Die Gründe dafür sind vielseitig:

  • Trader überschätzen ihre Fähigkeiten und unterschätzen die Volatilität und Liquidität in Märkten. 
  • Trader tätigen unüberlegte Handelsentscheidungen auf Basis von Emotionen wie Gier und Angst. 
  • Trader setzen zu viel Kapital in einzelne Trades. 
  • Trader sind Opfer des Dispositionseffekts: Sie realisieren Gewinne zu früh und Verluste zu spät. 

Fazit: Geldregen und -dürre liegen im Beruf des Traders nah beieinander

Der Beruf des Traders ist vielschichtig und so auch die Möglichkeiten, Geld mit dem Trading zu verdienen. Während angestellte Trader mit einem vertraglich definierten Grundgehalt einem sicheren Job nachgehen, sind private oder selbstständige Trader immer von Erfolgen im täglichen Handel geldlich abhängig. Verluste schlagen hier direkt auf das private Konto. Fest steht jedoch: Vom Beruf des Traders lässt es sich leben und das sogar sehr gut: Jahreseinkommen von mindestens 46.000 Euro brutto im Jahr sind hier die Regel. Und nach oben sind keine Grenzen gesetzt. 

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