Gründer FAQ: Was gilt für das 13. Monatsgehalt?

Muss ich meinen Mitarbeitern Weihnachtsgeld zahlen?

Zum Ende des Jahres wird nicht nur die Freude auf Weihnachten größer, sondern auch die Freude auf das Weihnachtsgeld. Laut diverser Studien bekommt mehr als jeder Zweite in Deutschland Weihnachtsgeld, oder auch 13. Monatsgehalt genannt. Doch sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Weihnachtsgeld an ihre Angestellten auszuzahlen? Und wenn wenn ein Mal gezahlt wurde, gilt dies für jedes Jahr? Diese Fragen klären wir in diesem Gründer FAQ-Artikel.

Müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Weihnachtsgeld zahlen?

Das Wichtigste zuerst: Nein. Arbeitgeber sind nicht dazu verpflichtet ihren Mitarbeitern Weihnachtsgeld zu zahlen. Das 13. Monatsgehalt ist eine freiwillige Sonderzahlung, auf die Mitarbeiter keinen gesetzlichen Anspruch haben. Eine Ausnahme besteht dann, wenn dies im Arbeits- oder Tarifvertrag aufgeführt wird bzw. eine Betriebsvereinbarung getroffen wurde. Ein Anspruch auf das Weihnachtsgeld kann jedoch aufgrund einer betrieblichen Übung entstehen. Zahlen Arbeitgeber demnach wiederholt das 13. Monatsgehalt, kann es zur Pflicht werden, auch wenn dies nicht vertraglich regelt wurde.

Darf man als Arbeitgeber in schlechten Betriebsjahren die Zahlung stoppen?

Wenn Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Weihnachtsgeld zahlen und diese Zahlung auch vorher im Arbeitsvertrag fixieren, müssen sie dies auch in schlechten Jahren beibehalten. Es sei denn, die Klausel im Vertrag beinhaltet einen Widerrufsvorbehalt. Diese Klausel muss dann ganz klar beschreiben, unter welchen Umständen der Arbeitgeber kein Geld zahlen muss. Ein allgemein schlechtes Betriebsjahr reicht als Widerrufsvorbehalt nicht aus, vielmehr muss der Arbeitgeber angeben, ab welchen prozentualen Umsatzverlust er die Weihnachtsgelder streichen kann.

Warum kann es sich lohnen Weihnachtsgeld zu zahlen?

Weihnachtsgeld gilt als Sonderzahlung, die die geleistete Arbeit der Mitarbeiter im besonderem Maße vergüten soll. Diese Zahlung signalisiert den Angestellten, dass ihr Arbeitgeber sie schätzt, wodurch diese wiederum Treue zum Unternehmen empfinden. Im ursprünglichen Sinne dient die Gratifikation als finanzielle Entlastung in der Weihnachtszeit, in der die meisten höhere Ausgaben haben, um Geschenke für Familie und Freunde zu kaufen. Arbeitgeber können mit dem Weihnachtsgeld demnach nicht nur die Treue und Motivation der Mitarbeiter erhöhen, sondern auch zu einem Gelingen des Weihnachtsfestes jedes Mitarbeiters beitragen.

Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.