So kannst du in einer Finanzkrise handeln

Investieren während einer Finanzkrise – Eine kluge Idee?

Eine Finanzkrise wirkt sich stark auf die Wirtschaft aus. Das lässt sich besonders deutlich an der Börse erkennen. Viele Anleger fragen sich in dieser Zeit zurecht: Was soll ich mit meinem Geld machen? Weitere Anlagen kaufen? Meine bisherigen Anlagen verkaufen? Wir geben dir einen kleinen Überblick, wie deine Handlungsmöglichkeiten bei einer Finanzkrise aussehen können.

Was passiert bei einem Börsencrash in einer Finanzkrise?

Die meisten Crashes verlaufen immer nach demselben Muster: Ein auftretendes Problem wird erstmal verleugnet, sodass die Kurse weiter steigen. Dann scheint vielen die Lage immer ernster zu werden und es werden panikartige Verkäufe getätigt. Hier werden vor allem Wertpapiere von Unternehmen verkauft, die besonders unter der Krise leiden. Danach folgt eine kurze Erholungsphase, bei denen die ersten Käufer bei Schnäppchenpreisen zuschlagen. Es folgt ein weiteres Sinken der Kurse, bei dem auch die optimistischen Anleger aufgeben und ihre Papiere verkaufen. Dabei werden die Depots oft um jeden Preis geleert. 

In Bezug auf die Corona-Krise bedeutet das beispielsweise, dass ein weiterer Kursrutsch sehr wahrscheinlich ist. Eine Ausnahme würde dann eintreten, wenn die Pharmakonzerne unerwartet früh ein Heilmittel präsentieren können. Dauert die Krise jedoch länger an, sieht es für die ersten beiden Geschäftsquartale schlecht aus. Viele Analysten halten sogar einen 30-prozentigen Absturz für denkbar, bei dem der Dax dann bei 9650 Punkten liegen würde.

Wertpapiere in der Finanzkrise: Verkaufen oder Aussitzen?

Wer bereits Wertpapiere besitzt fragt sich in einer Finanzkrise natürlich, ob er diese behalten sollte. Schließlich ist es relativ wahrscheinlich, dass die Börse noch weiter abrutscht und der Wertverlust damit in die Höhe steigt. Was sollte man also mit seinen Wertpapieren tun? Den meisten andere folgen und sie verkaufen oder aber behalten und abwarten?

Welche der beiden Strategien in deinem Fall sinnvoller ist, hängt hauptsächlich von deinem Anlagehorizont ab. Wenn du mit deinen Anlagen eher kurzfristig orientiert bist, musst du wissen, dass diese weiter ins Minus rutschen werden. 

Wenn du mit deinen Anlagen jedoch langfristig auslegt bist, kann es sich durchaus lohnen, die Krise weiter auszusitzen. Hier kommt es also drauf an, wie dringend du das Geld brauchst. Wenn du es sehr bald benötigst, kannst du deine Wertpapiere jetzt schon verkaufen. Brauchst du sie jedoch nicht in nächster Zeit, kannst du die Krise gut aussitzen und abwarten, bis sich die Börse wieder von ihrem Tiefpunkt erholt.

Von der Finanzkrise profitieren – Kann das funktionieren?

Finanzkrisen sind ein Albtraum für jeden Anleger. Besonders ärgerlich sind sie für diejenigen, die kurz vor der Krise eingestiegen sind und angelegt haben. Profitieren können jedoch diejenigen, die noch nichts investiert haben. In der Historie hat es sich oft gezeigt, dass diejenigen, die direkt nach dem Ende einer Wirtschaftskrise eingestiegen sind, die größten Gewinne erwirtschaftet haben. Die Aktien sind dann günstig, was ideal zum Einsteigen ist. Und auch wenn die jeweiligen Unternehmen keine hohen Gewinne erwirtschaften, wird jede Krise langfristig überwunden werden.

Die Chancen des jetzigen Einstiegs

Gute Chancen bieten sich für einen Einstieg auch dann, wenn die Finanzkrise weder besonders schlimm, noch besonders gut verläuft. In solchen Fällen erscheint das bisherige Minus dann als übertrieben. Es kann zudem auch Entwicklungen geben, die einen zusätzlichen Schub verleihen. Bei der Corona-Krise wäre das beispielsweise der Fall, wenn schnell ein Gegenmittel gefunden wird, die Zahl der Infektionen deutlich sinkt oder sich der Virus plötzlich in einen harmlosen Erreger verwandelt. Das kann ein deutliches Kursplus nach sich ziehen.

Auch staatliche Hilfen können den Markt unterstützen. So können eine Senkung des Leitzinses oder staatliche Investitionen in Zukunftsfelder, wie Elektromobilität, den Markt beflügeln.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Um von den Chancen profitieren zu können, gilt es wie immer den richtigen Zeitpunkt abzupassen, an dem du an der Börse einsteigen kannst. Wer zu früh investiert macht hier schnell große Verluste und wird hart von der Krise getroffen. „Greife nie in ein fallendes Messer“ ist eine alte Börsenweisheit, die man hier gut berücksichtigen kann. Solange der DAX an jedem Handelstag im Minus ist, ist ein Einstieg meistens keine gute Idee.

Oft zahlt es sich aus, wenn man abwartet, bis der Index zwei oder drei Tage hintereinander im Plus ist. Das gilt vor allem, wenn sich der Einbruch vorher über mehrere Tage hingezogen hat. Denn so ist es unwahrscheinlich, dass das komplette Minus an einem Tag ausgeglichen wird und man die Gelegenheit zum Kaufen verpasst.

Niemals alles investieren

Was beim Investieren stets beachtet werden sollte ist, nicht das komplette Kapital auf einmal zu investieren, gerade in einer Finanzkrise. Teile es dir lieber ein und investiere immer einen Teilbetrag, wenn du es für sinnvoll erachtest. Beobachte dann in einem festen Abstand den Markt und kaufe Stück für Stück. Bei kurzen und heftigen Krisen empfiehlt es sich hier, die Abstände, in denen du den Markt prüfst, kürzer als einen Monat zu halten.

Grundsätzlich gilt für Anleger, dass Investitionen immer breit gestreut werden sollten, also beispielsweise sich nicht nur auf eine Aktie zu konzentrieren. Das ist für die meisten Anleger zwar keine neue Erkenntnis, allerdings ist sie in einer Krisenzeit besonders wichtig. Denn wenn sich eine Krise länger hinzieht, kann das vor allem für schwächere Unternehmen ein hohes Risiko bedeuten, Pleite zu gehen.

Zudem empfiehlt es sich, in Finanzkrisen Aktien mit Substanz zu kaufen. Diese versprechen zwar nicht die gleichen Wachstumschancen wie Aktien aus Zukunftsbereichen, bieten dafür aber oft hohe Dividendenrendite. Bei einer längeren Krise kann es sich auch lohnen, sich Gold und Immobilien mit ins Depot zu holen. Diese beiden Anlageformen sind wertbeständig und steigen in einer Krise sogar oft in ihrem Wert.

Wenn du dir jedoch die gezielte Auswahl von Aktien und ETFs nicht zutraust, kannst du diese Arbeit auch einer Online-Vermögensverwaltung überlassen. Da hier ein Robo-Advisor die Auswahl übernimmt, sind die Kosten hierfür mittlerweile sehr niedrig.

Fazit

Wenn du Aktien besitzt und nicht sicher bist, ob du diese während einer Finanzkrise verkaufen sollst, hängt dies davon ab, wie dringend du das Geld brauchst. Wird dies dringend benötigt, bleibt dir im Grunde keine andere Wahl, als sie zu verkaufen. Brauchst du sie nicht dringend, solltest du nichts unternehmen. Das Wertpapierdepot in eine Art Quarantäne zu schicken kann momentan eine gute Strategie sein. Wenn du langfristig etwas Geld zur Verfügung hast, kannst du dieses breit streuen und in Aktien investieren, die günstig sind und Substanz haben. Zudem kann es sich lohnen, andere Anlageformen, wie Immobilien hinzuzunehmen. Wenn du einen Sparplan hast, kannst du diesen einfach weiterlaufen lassen.

So kannst du nun abwägen, welche Strategie für dich die passende ist, basierend auf deiner finanziellen Situation. Wer somit etwas Geld langfristig zur Verfügung hat, hat gute Chancen, mit einer guten Rendite aus der Krise herauszugehen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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