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Damit hat die EZB eine historische Entscheidung getroffen

EZB senkt Leitzins um 0,25 Prozentpunkte: Wie du dein Geld jetzt am besten investierst

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht kurz davor, den Leitzins zu senken – das bedeutet, weniger Zinsen auf dem Tagesgeld oder Festgeldkonto, eröffnet jedoch Chancen in anderen Bereichen. Schauen wir uns genau an, was diese Veränderungen für dich bedeuten könnten und wie du sie optimal für deine finanziellen Ziele nutzen kannst.

Es ist beschlossen: Gestern hat die EZB den Leitzins gesenkt. Ob als Sparer, Kreditnehmer, Immobilienkäufer oder Anleger: Es lohnt sich, die Auswirkungen der Zinssenkungen auf deine persönliche Situation genau zu analysieren. Mit der richtigen Strategie kannst du von der Zinswende profitieren und dein Kapital vermehren.

Status Quo: EZB senkt Leitzins um 0,25 Prozentpunkte

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine Kurswende vollzogen und senkt erstmals seit fast fünf Jahren die Zinsen. Nach knapp neun Monaten auf Rekordhoch verringerten die Euro-Währungshüter gestern, am 06.06.2024, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent. Das teilte die Notenbank in Frankfurt am Main im Anschluss an eine Sitzung des EZB-Rates mit.

Leitzins-Entwicklung in den letzten 2 Jahren

In den letzten zwei Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins mehrfach angehoben, um die hohe Inflation in der Eurozone zu bekämpfen. Nach einer langen Periode sehr niedriger oder sogar negativer Zinssätze begann die EZB im Jahr 2022, die Zinsen schrittweise zu erhöhen. Dies war eine Reaktion auf steigende Inflationsraten, die teilweise durch globale Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie und geopolitische Spannungen beeinflusst wurden.

Zu Beginn des Jahres 2022 lag der Hauptrefinanzierungssatz der EZB noch nahe Null. Im Laufe des Jahres und weiter in 2023 erfolgten dann mehrere Zinserhöhungen, die den Leitzins auf ein Niveau brachten, das deutlich über dem historischen Tiefstand liegt. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, die Geldmenge zu straffen und die Inflationserwartungen zu stabilisieren, um die Preisstabilität in der Eurozone zu gewährleisten.

Die Zinswende: Ein neues Kapitel der Geldpolitik

Die EZB steht an einem Scheideweg. Nachdem sie in den vergangenen Jahren die Leitzinsen aggressiv erhöht hatte, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen, zeichnet sich nun eine Kehrtwende ab. Experten rechnen fest damit, dass die Zentralbank bei ihrer nächsten Sitzung den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte senken wird – ein historischer Schritt, der die erste Zinssenkung seit sechs Jahren markiert.

Diese Zinswende ist jedoch keineswegs das Ende der Fahnenstange. Laut Ökonomen könnte die EZB in den kommenden Monaten weitere, kleinere Zinsschritte nach unten vornehmen, um die Wirtschaft anzukurbeln und das Wachstum zu fördern. Bis zum Jahresende prognostizieren Analysten zwei bis drei zusätzliche Zinssenkungen.

Der Inflationskampf: Ziel noch nicht erreicht

Die Entscheidung der EZB, die Zinsen zu lockern, mag auf den ersten Blick überraschen, hat sie doch in den letzten Jahren vehement gegen die hohe Inflation angekämpft. Tatsächlich hat die Notenbank zwischen 2022 und 2023 die Leitzinsen in zehn Schritten um insgesamt 4,5 Prozentpunkte angehoben – die stärksten Zinserhöhungen ihrer Geschichte.

Doch trotz dieser Bemühungen ist das Inflationsziel von 2 Prozent noch nicht erreicht. Zwar ist die Teuerungsrate in der Eurozone von ihrem Höchststand von über 10 Prozent im Herbst 2022 deutlich gesunken, doch lag sie im Mai immer noch bei 2,6 Prozent. In Deutschland betrug die Inflationsrate 2,4 Prozent.

Risikofaktoren wie der Krieg in der Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten könnten die Energiepreise erneut in die Höhe treiben. Zudem üben die steigenden Löhne und Gehälter in Europa Druck auf die Preise aus, insbesondere im Dienstleistungssektor. Die EZB beobachtet diese Entwicklung mit Sorge.

Geldpolitik im Wandel: Zinssenkungen als Wachstumsmotor

Doch warum entscheidet sich die EZB angesichts dieser Herausforderungen für eine Lockerung der Geldpolitik? Die Antwort liegt in der Förderung des Wirtschaftswachstums. Niedrigere Zinsen machen Investitionen günstiger und verringern den Anreiz zum Sparen. Stattdessen wird der Konsum angekurbelt, was die Nachfrage stärkt und der Konjunktur Auftrieb verleiht.

Zinsänderungen wirken zwar erst mit einer gewissen Verzögerung, doch das richtige Timing ist für Zentralbanken von entscheidender Bedeutung. Angesichts der schwächelnden deutschen Wirtschaft, die 2023 geschrumpft ist und 2024 kaum Wachstum verzeichnen dürfte, könnten sinkende Zinsen einen dringend benötigten Impuls liefern.

Wirtschaftsminister Robert Habeck teilt diese Einschätzung. Er erwartet, dass die Konjunktur in Deutschland dank der Zinssenkungen wieder an Fahrt gewinnen wird. Nach eineinhalb schwierigen Jahren für die Wirtschaft verbessere sich die Konjunkturlaune, so Habeck. Viele Indikatoren zeigten nach oben, und sinkende Zinsen würden dabei helfen.

Auswirkungen auf Sparer und Kreditnehmer

Die Zinswende wird nicht nur die Gesamtwirtschaft beeinflussen, sondern auch direkte Auswirkungen auf dein persönliches Finanzleben haben. Für Sparer hatte die Phase der Zinserhöhungen das Ende der niedrigen, teils negativen Zinsen eingeleitet. Doch nun droht eine Trendwende.

Zwar boten Banken und Sparkassen in den letzten Monaten höhere Zinsen für Tages- und Festgeld an, doch diese Sätze blieben oftmals niedriger als die Inflationsrate. Mit sinkenden Leitzinsen dürften auch die Sparzinsen nach unten korrigiert werden, warnen Experten.

Bauzinsen: Endlich Planungssicherheit für Immobilienkäufer

Besonders im Fokus stehen die Hypothekenzinsen, die sich an den Kapitalmarktrenditen orientieren. In der Phase steigender Zinsen waren die Finanzierungskosten für viele Bauvorhaben davongelaufen. Mit der Zinswende könnte sich dies ändern.

Zwar gehen die Meinungen auseinander, wie stark die Bauzinsen tatsächlich sinken werden. Doch eines ist sicher: Bauwillige und Immobilienkäufer erhalten durch die Zinswende wieder Planungssicherheit. Sie können nun davon ausgehen, dass die Zinsen vorerst zumindest nicht steigen, im besten Fall sogar sinken werden. Diese Gewissheit ist für viele ein entscheidender Faktor bei der Realisierung ihrer Immobilienprojekte.

Anleger im Vorteil: Chancen an den Kapitalmärkten

Für Anleger könnte die Senkung des Leitzins durch die EZB ebenfalls Möglichkeiten eröffnen. Zwar rechnen Experten nicht mit starken Ausschlägen an den Aktien- und Devisenmärkten, doch bestimmte Segmente dürften profitieren.

An den Anleihemärkten sehen Strategen wie Tilmann Galler von J.P. Morgan Asset Management gute Chancen für Peripherieanleihen, wie aus einem Interview mit Business Insider bekannt ist. Dem Strategen zufolge sind allerdings nicht alle Anleihen gleich zu bewerten. „Für Euro-Investoren bleiben Peripherieanleihen ein besonders interessantes Thema“, erzählt Galler dort. Dabei handelt es sich um Staatsanleihen von Ländern an den geografischen sowie wirtschaftlichen Rändern der Eurozone, wie etwa Griechenland, Portugal, Spanien und Italien. Niedrigere Zinsen könnten die Schuldenlast dieser Länder verringern und ihre Anleihen attraktiver machen.

Auch am Aktienmarkt gibt es Gewinner der Zinswende. Galler empfiehlt Anleger, auf Unternehmen mit regelmäßigen Dividenden und starker Preisgestaltungsmacht zu setzen. Zudem dürften defensive Branchen wie Versorger, Gesundheitswesen und Konsumgüter von der wirtschaftlichen Stabilität profitieren.

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Über den Autor

Autorenprofil: Marion Bachmann

Marion Bachmann

Marion ist Expertin für digitale Geschäftsmodelle mit einem besonderen Fokus auf Dropshipping, Affiliate Marketing, Print on Demand und digitale Produkte. Nach 4 Jahren im Online-Marketing wechselte sie im Herbst 2022 in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem die Redaktion mit ihrer bisher erlernten Expertise. Ihre ersten redaktionellen Erfahrungen sammelte sie in der Online-Redaktion von SKR Reisen. Hier bereitete sie Informationen zu Reisezielen auf und recherchierte die Geheimtipps, die jede Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis machen sollte. 2019 entschied sie sich für den Studiengang "Online-Redaktion" an der staatlichen Hochschule in Köln. Mit hohem Praxisbezug lernte sie hier, was wirklich zählt, um Themen erfolgreich im Netz zu platzieren, Synergien zu schaffen und vor allem, Content interessant und ansprechend aufzubereiten. Ihr Herz schlägt für gut recherchierte Inhalte und mitreißende Texte.

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