Die Unterstützung für Studierende, Absolventen und Wissenschaftler

EXIST-Gründerstipendium: Die Förderung für Studenten

Sich aus der Uni heraus selbstständig machen und ein eigenes Unternehmen gründen – für die einen klingt das unmöglich, für die anderen ist es eine Chance, die eigenen Ideen in die Tat umzusetzen. Doch gerade finanziell bereitet diese Vorhaben vielen gründungswilligen Studenten Probleme. Schließlich haben die meisten Studenten allgemein nicht viel Geld zur Verfügung. Kommt dann noch die Idee einer Unternehmensgründung hinzu, wird die Idee von vielen doch lieber verworfen. An dieser Stelle kommt das EXIST-Gründerstipendium hinzu. Wie genau man als Student diese Förderung bekommen kann und was diese genau beinhaltet, erklären wir im folgenden Beitrag.

Was ist das EXIST-Gründerstipendium?

Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absolventen und Wissenschaftler aus Hochschulen und Universitäten, die gerne ein eigenes Unternehmen gründen möchten. Wichtig ist, dass es sich bei dem Gründungsvorhaben um eine innovative technologieorientierte oder wissensbasiert Idee handelt, die ein eindeutiges Alleinstellungsmerkmal und wirtschaftliche Erfolgsaussichten ausweist. Das Stipendium sichert ein Jahr lang den persönlichen Lebensunterhalt des Gründers und vergibt zusätzlich Sach- und Coachingmittel in Höhe von 35.000 Euro. Somit bietet sich auch Studierenden die Chance, mit ihrer Idee durchzustarten, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob sie ihren Lebensunterhalt weiterhin bestreiten können.

Für wen gilt die Förderung?

Das Gründerstipendium unterstützt Gründer aus verschiedenen Forschungseinrichtungen, wie beispielsweise Universitäten und Hochschulen, dabei, ihre Gründungsidee umzusetzen. Voraussetzung für Studenten ist, dass sie ihr Studium mindestens schon zur Hälfte absolviert haben. Für Absolventen und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter gilt, dass ihr Studium nicht länger als fünf Jahre zurückliegen darf. Wer im Team gründen möchte, darf sich maximal zu dritt zu einem Gründungsteam zusammenschließen.

Die Geschäftsidee, aus der ein Unternehmen gegründet werden soll, sollte innovativ und technologiebasiert sein. Gefördert werden dabei Ideen aus dem produzierenden Gewerbe und Dienstleistungen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Auch ein Alleinstellungsmerkmal ist für das EXIST-Gründerstipendium sehr wichtig.

Wie sieht die Förderung des EXIST-Gründerstipendium aus?

Die finanzielle Förderung des EXIST-Gründerstipendium fällt je nach Berufsbezeichnung des Antragstellers unterschiedlich aus:

  • Promovierte Gründer bekommen 3.000 Euro in Monat
  • Absolventen mit Hochschulabschluss 2.500 Euro im Monat
  • Technische Mitarbeiter bekommen 2.000 Euro im Monat
  • Studierte 1.000 Euro im Monat

Zudem gibt es einen Kinderzuschlag von 150 Euro im Monat pro Kind. Auch Sachkosten übernimmt das Gründerstipendium. Bei Einzelgründungen sind das bis zu 10.000 Euro, bei Gründungen im Team können es sogar bis zu 30.000 Euro sein.

Zusätzlich können Gründer auch Coachings, Qualifizierungsmaßnahmen und Gründungsberatungen in Anspruch nehmen. Dafür gewährt das EXIST-Gründungsstipendium weitere 5.000 Euro.

Wie beantragt man das EXIST-Gründerstipendium?

Jeder, der an einer staatlichen Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung studiert oder arbeitet, kann jederzeit einen Antrag stellen. Vorausgesetzt er hat das Studium bereits zur Hälfte abgeschlossen oder das Studium ist weniger als fünf Jahre her. Der Antrag kann jedoch nicht alleine vom Gründer gestellt werden, sondern die jeweilige Hochschule ist am Antrag gleichermaßen beteiligt.

Zunächst muss man als angehender Gründer der Hochschule seine Unternehmensidee übermitteln. Im selben Zug schlägt der Gründer dann einen Mentor aus der Hochschule vor, welcher die Betreuung für die Umsetzung des Projektes übernimmt. Dann kommt das zuständige Gründernetzwerk ins Spiel, welches einen Coach vermittelt, der den Gründer weiterhin begleitet. Diese Einbettung in ein Gründernetzwerk muss durch die Hochschule nachgewiesen werden.

Jeder Gründer, der diesen Antrag gestellt hat, besucht dann das eintägige Seminar „Gründerpersönlichkeit“. Anschließend geht es an die Erstellung eines Businessplanes. Die ersten Ergebnisse des Businessplans muss man nach fünf Monaten vorgelegen. Endgültig fertig muss er nach zehn Monaten sein.

Darauf sollte man bei der Antragstellung achten

Die groben Rahmenbedingungen, wie man den Antrag für das EXIST-Gründerstipendium stellen muss, sind nun klar. Trotzdem sollte man als Student noch einige andere Dinge beachten, um die Chancen zu erhöhen, dass die Förderung akzeptiert wird.

Gründungsteam

Das Gründungsteam darf bei dem EXIST-Gründerstipendium aus maximal drei Leuten bestehen. Hier kann es sich lohnen, sich auch wirklich zwei weitere Personen an die Seite zu holen. Es empfehlen sich dafür Leute, die Wissen haben, welches man selbst nicht hat, damit man sich in allen Geschäftsbereichen gut ergänzen kann. Bist du beispielsweise der kreative Teil, solltest du dir jemanden mit ins Boot holen, der sich mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen gut auskennt. So macht deine Idee gleich einen viel durchdachteren und seriöseren Eindruck und kann noch mehr überzeugen.

Innovation klar darstellen

Dass die Gründungsidee innovativ sein muss, wissen wir nun bereits. Hier gilt es aber nochmal zu betonen, die Innovation an der Idee sehr deutlich darzustellen. Wird diese nicht deutlich, kann es sein, dass der Antrag abgelehnt wird, obwohl die Idee gut durchdacht ist. Es empfiehlt sich, auf die Entstehungsgeschichte einzugehen, die einen Bezug zur wissenschaftlichen Einrichtung aufweisen sollte. Bestenfalls erarbeitet man die Idee in der Bachelor- oder Masterarbeit oder in der Promotion. Zudem sollte die Idee innovativ genug sein, damit andere diese nicht leicht kopieren. Schutzanmeldungen sind zwar nicht notwendig, um das Stipendium zu bekommen, können aber durchaus hilfreich sein.

Marktpotenzial gründlich erarbeiten

Bei vielen Gründungsideen ist es schwer, ausreichend Datenmaterial für die Beschreibung des zukünftigen Marktes zu finden. Hierbei ist es wichtig, dass man als Gründer fokussiert den Markt analysiert, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Es kann sich empfehlen, das Gründungsprojekt als eine Art Business Case darzustellen, bei dem das Geschäftsszenario der Gründung vorausgesagt wird. Auch eine Wettbewerbsanalyse sollte man anfertigen. Bei dieser gilt es zu betonen, warum sich die Gründungsidee von den bereits bestehenden Wettbewerbern am Markt unterscheidet – was also das Alleinstellungsmerkmal der Idee ist.

Finanzplanung

Die Finanzplanung kann bei jedem Gründer unterschiedlich aussehen. In der Regel sollte eine Liquiditätsplanung die ersten drei Gründungsjahre umfassen, damit man sich gut vorstellen kann, wie es finanziell um das Unternehmen gestellt ist. Hier rechnet man also im Grunde vor, ob sich das eigene Startup betriebswirtschaftlich rechnet. Gehe diese Planung also gründlich durch und versuche sie so realistisch wie möglich zu erstellen. Natürlich will man, dass das Unternehmen gut dasteht, allerdings merken Sponsoren sofort, wenn man an einigen Stellen getrickst hat, um das Unternehmen besser darstellen zu lassen.

Fazit

Wer noch Student ist oder die Uni gerade erst abgeschlossen hat und eine Gründungsidee hat, kann von dem EXIST-Gründerstipendium sehr profitieren. Jedoch ist dieses an einige Auflagen und Vorgaben geknüpft, welchen man als Gründer nachkommen muss. Man muss daher eine wirklich innovative Idee mit wissenschaftlichen Hintergrund vorzuweisen haben, damit man das Stipendium überhaupt bekommen kann. Daher erfordert es einigen gründlichen Überlegungen, bevor man den Antrag auf Förderung stellen sollte. Ist man aber überzeugt von seiner Idee und möchte schon während des Studiums loslegen, ist das EXIST-Gründerstipendium eine tolle Chance, um schon früh mit seinem eigenen Unternehmen loslegen zu können.

Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.