Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Energieeffizienzlabel und Kryptowährungen: EU geht vor

Der starke Energieverbrauch von Kryptowährungen, die auf dem Proof-of Work Mechanismus basieren, ist schon seit längerem bekannt. Der Verbrauch wird auf ungefähr 72 bis 94 Terawattstunden beziffert. Die Universität Cambridge schätzt: Bitcoin Mining verbraucht so viel Strom, wie die gesamten Niederlande. Die prominenteste Kryptowährung ist dabei der Bitcoin. Jetzt möchte die EU den Bereich der Kryptowährungen stärker in den Fokus nehmen und nachhaltiger gestalten. Hierfür setzt sie auf ein neues Energieffizienzlabel.

Vor allem mit Blick auf die derzeitige Energiekrise in der EU, ist es notwendig geworden, den derzeitigen Umgang mit Energie zu überdenken und zu sparen, wo es irgend geht. Das Thema Kryptowährung spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Diesem Bereich wird ein hoher Energieverbrauch zugeschrieben. Der EU sind Kryptowährungen, die auf dem Proof-of-Work-Mechanismus basieren, ein Dorn im Auge. Das lässt sich auf den starken Energieverbrauch zurückführen, der mit dem Mining verbunden ist. Mit einem Energieeffizienzlabel möchte sie nun weiter vorgehen.

Wie groß ist der Stromverbrauch durch die Kryptowährungen?

Laut vorliegenden Daten der EU-Kommission sind Miner für ungefähr 0,4 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich. Bitcoin verbraucht dabei als größtes Netzwerk – unter den Proof-of-Work-Coins – den meisten Strom. Der Verbrauch steigt sogar jährlich.

Der Grund, wieso die Miner überwiegend in Ländern außerhalb der EU angesiedelt sind, ist naheliegend: Der Strom ist beispielsweise in Asien viel günstiger. Trotzdem gilt der Proof-of-Work-Mechanismus als dezentraler gegenüber dem des Proof-of-Stake und wird daher von vielen Minern und Investoren verteidigt. Dementsprechend groß war die Aufruhr, nachdem Ripple-Chef Chris Larsen im März dieses Jahres vorgeschlagen hatte, den Mechanismus von Bitcoin auf Proof-of-Stake zu ändern. Das Energieeffizienzlabel wird ebenfalls für Diskussionen sorgen.

Was hat die EU nun in Bezug auf Kryptowährungen vor?

Aufgrund dieses starken Energieverbrauchs fokussiert sich die EU-Kommission jetzt stärker darauf, Kontrollen durchzuführen und in diesem Rahmen ein Energieeffizienzlabel für Blockchains und den darauf basierenden Kryptowährungen einzuführen. In der EU-Verordnung MiCA (,,Markets in Crypto-Assets‘‘) sind die Akteure im Crypto-Bereich dazu angehalten worden, Daten offenzulegen, die ihren Umwelt- und Klimafußabdruck zeigen.

Dass es möglich ist, Kryptowährungen nachhaltiger zu gestalten, hat die Kryptowährung Ethereum mit der Umstellung von Proof-of-Work hin zum Proof-of Stake bewiesen, was als technische Meisterleistung angesehen wird. Durch diesen in der Community lang erwarteten ,,Merge‘‘, verbraucht die Kryptowährung über 99 % weniger Energie. Das zur Freude der EU, die Proof-of-Stake – im Gegensatz zu Bitcoin und Proof-of-Work – fördern möchte.

Proof-of-Stake gilt als umweltfreundlicher, da es keine Rechenleistung benötigt und auf ein Konsensverfahren setzt. Das Energieeffizienzlabel soll an dieser Stelle andocken und so ebendiesen Mechanismus fördern.

Es stellt sich die Frage, wann die EU-Kommission sogar so weit gehen wird und ihre Mitgliedstaaten anhalten wird, den Minern den Strom abzudrehen. Eine noch entscheidendere Frage lautet aber: Schafft die EU es überhaupt, das Mining zu verbieten? So hat China das Mining zwar bereits 2021 als illegal deklariert und verboten. Trotzdem zählt es noch immer zu den Ländern mit den größten Bitcoin Hashraten. Ein neues Allzeithoch hat die größte Kryptowährung seitdem ebenfalls erreicht.

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Über den Autor

Autorenprofil: Selim Esmen

Selim Esmen

Selim machte in Bonn sein Abitur. Bereits während der Schule hat sich gezeigt, dass er eine Leidenschaft für das Schreiben besitzt und eines Tages in einer Redaktion arbeiten möchte. Das wurde ihm vor allem durch das Zeitungsprojekt ,,Jugend und Wirtschaft‘‘, welches von der F.A.Z. angeboten wird, deutlich. Im Rahmen dieses Projekts erreichte er eine Veröffentlichung seines eingereichten Artikels. Anschließend zog es ihn weiter nach Köln, wo er Media and Marketing Management (B.A.) an der Rheinischen Fachhochschule Köln studierte. Neben seinem Studium konnte er durch Praktika die Redaktionsarbeit näher kennenlernen und Erfahrungen in den Bereichen Marketing, Social Media und Fernsehen sammeln. Seit Oktober 2022 unterstützt Selim als Volontär die Online-Redaktion von Gründer.de.

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