Umfrage offenbart die Versäumnisse der Corona-Hilfsprogramme

Corona-Studie: 2,1 Millionen Deutsche stehen vor der Pleite

Um die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise so gering wie möglich zu halten, hat der Staat in den vergangenen Wochen zahlreiche Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Doch diese Unterstützung kommt nicht bei jedem an. Denn oftmals konzentrieren sich die Hilfen auf Betriebe oder bestimmte Arbeitnehmer-Gruppen. Viele Millionen Haushalte in Deutschland stehen deshalb laut einer aktuellen Corona-Studie vor der Pleite. 

Die Corona-Krise und das Kontaktverbot der letzten Wochen haben deutschlandweit zu Umsatzausfällen und Kurzarbeit geführt. Deshalb existieren auch zahlreiche Hilfsprogramme zur finanziellen Unterstützung deutscher Unternehmen oder Arbeitnehmer. Doch offenbar fallen viele Deutsche bei diesen Hilfen durchs Raster. Das zeigt eine repräsentative Corona-Studie des Meinungsforschungsinstituts Kantar, wie die Welt am Sonntag berichtet. Denn 2,6 Prozent stehen demnach durch die starken finanziellen Verluste vor der Pleite. Das sind rund 2,1 Millionen Deutsche.

Corona-Studie offenbart mehr als ein Fünftel Betroffene

Aber auch neben den drohenden Pleiten gibt es weitere Zahlen, die sich auf Bürger mit sogenannten erblichen finanziellen Einbußen beziehen. Denn laut der Corona-Studie sind davon 4,2 Prozent der Bevölkerung und damit 3,5 Millionen Deutsche betroffen. Insgesamt geben 14,4 Prozent der Befragten an, dass sie mit weniger Geld auskommen muss, was mehr als einem Fünftel der Deutschen entspricht.  Darunter dürften sich zum einen Arbeitnehmer befinden, die aktuell Kurzarbeitergeld bekommen. Andererseits sind aber auch Unternehmer dabei, die überhaupt keine Einnahmen mehr haben und bei denen die staatlichen Soforthilfen nur einen geringen Anteil ausgleichen.

Größte Unterschiede in der mittleren Altersgruppe

Im Hinblick auf die betroffene Altersgruppe zeigt die Corona-Studie zudem, dass Menschen in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren finanziell besonders starke Unterschiede bemerken. Unter den Haushalten mit drei Personen sind zwar 30,4 Prozent und damit fast jeder Dritte betroffen. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es laut der Umfrage aber sogar 37 Prozent. Diese Altersgruppe steht üblicherweise voll im Berufsleben und besitzt dadurch auch ein größeres Budget für Konsumgüter aller Art. Durch die Krise werden diese Ausgaben nun stark reduziert. Rund 8 Prozent müssen momentan sogar ihre Ersparnisse aufbrauchen, um überhaupt über die Runden zu kommen.

Sparen unterstützt laut Corona-Studie den Aufschwung

Für Überraschung sorgt die Corona-Studie allerdings mit dem Ergebnis, dass 11,4 Prozent der gesamten Befragten jetzt sogar mehr zurücklegt als noch vor der Corona-Krise. Doch das macht Sinn, denn wer weiter voll arbeitet oder eine Rente bezieht, spart das Geld, um sich für die Zukunft abzusichern. Zudem gibt es auch momentan weniger Möglichkeiten, das Geld auszugeben. Diese Personengruppe könnte deshalb nach der Krise auch für einen Aufschwung sorgen, wenn sie das gesparte Geld ausgibt. Und da in diesem Jahr Urlaube im Ausland vermutlich auch weitgehend ausfallen, werden diese Ersparnisse überwiegend in Deutschland ausgegeben und unterstützen somit das Wirtschaftswachstum.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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