Münzen stapeln sich - Im Jahr 2020 wird sich einiges in Sachen Finanzen ändern

Auch in Sachen Finanzen stehen 2020 einige Veränderungen an – Bild: pixabay – stevepb

Zum Jahreswechsel 2020 kommen auf Arbeitnehmer und Unternehmer viele wichtige Änderungen zu. Besonders aus finanzieller Hinsicht gibt es einige neue Gesetze, auf die du dich als Arbeitnehmer einstellen solltest. Wir geben dir einen Überblick, was sich bezüglich der Finanzen 2020 ändert, damit du gut auf das neue Jahr vorbereitet bist.

Finanzen 2020: Änderungen für Arbeitnehmer

Bezüglich der Finanzen 2020 müssen sich einige Arbeitnehmer auf Änderungen einstellen. So steigt der Mindestlohn in einigen Branchen an und auch für Pflegekräfte soll dies noch in diesem Jahr noch ermöglicht werden. Darüber hinaus werden der Grundfreibetrag und der Freibetrag für Versorgungsbezüge erhöht.

Der Mindestlohn steigt

Fünf Jahre ist es nun her, dass der Mindestlohn eingeführt wurde. In diesem Jahr steigt dieser deutschlandweit auf 9,35 Euro statt den bisherigen 9,19 Euro. Damit erreicht Deutschland im europäischen Vergleich den sechsten Platz. Auch viele einzelne Brachen, wie das Elektrohandwerk, das Dachdeckerhandwerk und das Gebäudereinigerhandwerk dürfen sich über eine Lohnerhöhung freuen. Die Änderung gilt auch für studentische Beschäftigte.

Normalerweise wird der Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt. Seit letztem Jahr empfiehlt die zuständige Kommission jedoch, den Mindestlohn in zwei Schritten zu erhöhen. Die nächste Empfehlung für die Anhebung ab 2021 wird Mitte des Jahres ausgesprochen.

Mehr Gehalt für Pflegekräfte

Auch Pflegekräfte dürfen in diesem Jahr auf eine Lohnerhöhung hoffen. Gesundheitsminister Jens Spahn fordert eine Erhöhung des Stundenlohnes auf 14 Euro. Grund dafür ist der Mangel an Pflegekräften, der schon lange Thema der Politik ist. Um diesen Beruf attraktiver zu machen, sieht die Bundesregierung eine tarifliche Zahlung für Pflegekräfte vor. Wann dies umgesetzt wird bleibt allerdings noch abzuwarten.

Verpflegungspauschale steigt

Wer beruflich innerhalb Deutschlands unterwegs war, bekam bei einer Abwesenheit von 24 Stunden eine Verpflegungspauschale von 24 Euro pro Tag. Diese wird nun um vier Euro auf 28 Euro pro Tag angehoben. Ebenfalls wird der Betrag bei einer Abwesenheit von acht Stunden sowie an An- oder Abreisetagen von mehrtägigen Dienstreisen von zwölf auf 14 Euro angehoben.

Geringerer Beitrag zur Arbeitslosenversicherung

Durch die hohen Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit sinken die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 0,1 Punkte auf dann 2,4 Prozent. Damit werden einerseits die Lohnkosten für die Unternehmen gesenkt und andererseits bleibt Arbeitnehmern mehr Netto von ihrem Brutto übrig. Diese Regelung ist bis zum 31. Dezember 2021 befristet.

Freibetrag für die Versorgungsbezüge

Versorgungsbezüge gehören zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Bei ihnen handelt es sich um Bezüge und Vorteile aus einem früheren Dienstverhältnis. Zu ihnen gehören Witwen- und Waisengelder, Ruhegehälter, Unterhaltsbeiträge oder ähnliche Bezüge aufgrund beamtenrechtlicher Vorschriften.

Ab diesem Jahr wird der Freibetrag für Versorgungsbezüge betreffend der Rente angehoben. 2019 lag dieser noch bei 155,75 Euro, nun müssen Krankenversicherungsbeiträge erst ab dem Beitrag von 159,25 Euro gezahlt werden.

Erhöhter Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag ist ein Teil des Einkommens eines Arbeitnehmers, welcher nicht versteuert werden muss. Dieser betrifft Arbeitnehmer, die am Existenzminimum leben. Der Grundfreibetrag wird in diesem Jahr um 240 Euro auf 9408 Euro angehoben. Geben Eheleute ihre Steuerbeträge gemeinsam ab, gelten jeweils doppelte Beträge.

Neuregelung des Starke-Familien-Gesetzes

Im Juli 2019 ist der erste Teil des Starke-Familien-Gesetzes in Kraft getreten. Im ersten Schritt wurde der Kinderzuschlag von maximal 170 Euro auf 185 Euro angehoben. Nun folgt der zweite Schritt, in dem die obere Einkommensgrenze beim Kinderfreibetrag komplett entfallen soll. Das soll sicherstellen, dass sich das Arbeiten bei Familien mit Einkommen knapp über dem Hartz-IV-Niveau auch wirklich lohnt. Die Einkommensgrenze soll durch ein gleitendes Berechnungsmodell ersetzt werden. Dieses sieht vor, dass bei steigendem Einkommen die Leistung nicht mehr direkt wegfällt, sondern langsam ausläuft.

Höherer Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung

Alle Krankenkassen erheben zu dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Dieser Zusatzbeitrag steigt in diesem Jahr von 0,9 auf 1,1 Prozent. Diesen Beitrag teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit 2019. Jedoch entscheidet jede Krankenkasse je nach Rücklagen selber, wie hoch dieser Zusatzbeitrag ausfällt. So kann es sein, dass dieser nicht bei allen Krankenkassen erhöht wird. Hier solltest du dich individuell bei deiner Krankenkasse informieren.

Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung steigen

Die Beitragsbemessungsgrenzen bestimmen, bis zu welcher Höhe das Einkommen bei der Berechnung der Beiträge zur Sozialversicherung hinzugezogen wird. In diesem Jahr steigt die Grenze von 54.450 Euro auf 56.250 Euro. Sobald das Einkommen über dieser Grenze liegt, ist der Teil, der die Grenze übersteigt, beitragsfrei.

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Das ändert sich 2020 für Unternehmer

Auch Unternehmer müssen im Bezug auf ihre Finanzen 2020 mit einigen Änderungen rechnen. Unter anderem gibt es eine neue Regelung für die Kleinunternehmergrenze und es kommen einige Steuerentlastungen bezüglich Weiterbildungen und Gesundheitsförderungen auf Unternehmer zu.

Die neue Kleinunternehmergrenze

Bislang galt eine Person als Kleinunternehmer, wenn sie im Vorjahr die Umsatzgrenze von 17.500 Euro nicht überschritten hat. In diesem Jahr wird diese Kleinunternehmergrenze auf 22.000 Euro angehoben. Dadurch können mehr Unternehmen die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Wer als Kleinunternehmer eingestuft wird, kann darauf verzichten, die Umsatzsteuer in Rechnungen auszuweisen. Ebenso kann auf Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine Umsatzsteuererklärung verzichtet werden.

Als Kleinunternehmer Steuern sparen – So gelingt’s

Steuerentlastungen bei der Weiterbildung

Bisher waren Weiterbildungen, die der Arbeitgeber seinen Angestellten gewährt hat, nur dann steuerfrei, wenn sie arbeitsplatzbezogen waren. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Ab 2020 sind Weiterbildungen auch dann steuerfrei, wenn sie lediglich „die Beschäftigungsfähigkeit des Arbeitnehmers verbessern“.

Leitfaden für die Aus- und Weiterbildung deiner Mitarbeiter

Bessere Forschungsförderung

Ab diesem Jahr tritt das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung in Kraft. Dieses sieht vor, die Forschung und Entwicklung in kleinen Unternehmen zu stärken. So sollen deutsche Unternehmen erfolgreich im internationalen Wettbewerb bestehen können. Diese Förderung ist auf 500.000 Euro pro Unternehmen und Wirtschaftsjahr begrenzt. Ausgerechnet wird sie auf der Ertragssteuerschuld des Anspruchsberechtigten. Ist die Forschungszulage höher als die festgesetzte Steuer, wird dieser Betrag als Steuererstattung ausgezahlt. Dadurch sollen auch Unternehmen von der Zulage profitieren, die sich in einer Verlustphase befinden.

Höherer Freibetrag bei der betrieblichen Gesundheitsförderung

Sobald Unternehmer ihren Angestellten besondere Gesundheitsleistungen anbieten oder diese bezuschussen, erhalten sie dafür einen steuerlichen Freibetrag. Bisher befand sich dieser bei 500 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer, in diesem Jahr steigt er auf 600 Euro.

Mehr Fairness im Online-Handel

Die europäische Platform-to-Business-Verordnung soll ab Mitte Juli 2020 in der ganzen EU verpflichtend gelten. Unter anderem enthält die Verordnung Transparenzregeln, die einen gerechteren Wettbewerb fördern sollen. Online-Plattformen sollen dadurch beispielsweise klare und verständliche AGBs verfassen. Zudem sind Online-Plattformen dann dazu verpflichtet, ihre Ranking-Kriterien offenzulegen, nach denen Produkte oben oder unten in Ergebnislisten angezeigt werden.

Als Gründer kannst du ihn diesem Jahr also von einigen steuerlichen Vorteilen profitieren. Wenn du 2020 nutzen willst, um mit deinem Startup durchzustarten, kannst du dir auf diesen Events Inspirationen holen:

Die 20 besten Gründer- und Startup-Events 2020

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